"Darf ich auch mal?" Fremde an Eurem Instrument

ich hatte mal ne Zeit lang Kontakt zur "Magier"-Szene. Da isses ja Programm, dass man sich Leute aus dem Publikum auf die Bühne holt, z.B. um deren Uhren Verschwinden zu lassen oder so. Und wenn der Gast sich dann produzieren wollte, haben die den Satz "Ist das Deine Show oder meine?" verwendet und das hat, wie ich mehrfach beobachtet habe, gut funktioniert. Bei besoffenen Gröhlern klappt das aber vermutlich nicht.
 
[...]

Aber dass bei Gitarren so ein Terz gemacht wird...
Ist doch nur ne Gitarre.. :rolleyes::D

Ich bewundere deine Gelassenheit in dieser Sache!

Meine Gitarren sind meine Gitarren, die waren sehr teuer und ich habe lange gebraucht, genau diese zu finden.
Wenn dann wirklich mal was kaputt geht, fängt der Schlamassel erst an; Versicherung, Suche nach einem gleichwertigen Instrument, eventuell weigert sich der Betreffende dann noch, den Neupreis zu zahlen... nein danke!
 
Ich bin da auch etwas trotzig und sage mir: der kann sich ja wohl ein eigenes Instrument besorgen!

Wenn nun mitten im Auftritt etwas kaputt geht - das ist etwas anderes. Da würde ich auch meine Gitarre hochreichen, wenn's denn von der Stimmung her passt. Aber Leute, die vorsätzlich mit fehlendem Equipment zum Auftritt fahren? Die bekommen keine Almosen. Jeder musste sich sein Equipment zusammensparen.
 
Live niemals, da halte ich auch wie bereits erwähnt: Ist unsere Show und der Veranstalter hat uns dahingeholt, nicht die Katze im Sack, die irgendwer aus'm Publikum ist. Ich hab einmal bei 'nem kleinen Gig vor Jahren 'nen Typen in 'ner Pause auf meinen Drums spielen lassen, der meinte, er könne es. Tatsächlich hat er 'nen Beat zustande bekommen, aber so reingekloppt, dass ich um Felle, Becken, Sticks und sein Gehör gebangt und ihn postwendend vom Set geholt habe, was mich auchnoch aus dem Gespräch mit einer sehr netten jungen Dame gebracht hat. Seitdem ist Feierabend. Wenn aber mal jemand im Proberaum dabei ist oder ich hab Kram auf 'ner Jamsession mit ist das für mich okay, da können sie sogar mein Mikro nutzen, ist ja nicht giftig. Und da wissen die Leute dann auch, was sie tun und es ist schön, das ganze um nen Musiker zu bereichern (auf Jamsessions jetzt), oder ich kann mich mit ihnen beschäftigen und ihnen erklären, wie man z.B. Schlagzeug spielt, was ich sehr spaßig finde (das im Proberaum).
 
Da ich ja ein braver Jazzer bin und kommerziell bei eher kultivierten Veranstaltungen spiele ( :D :D ), habe ich meist kaum Grund zur Sorge um etwaige Schäden an meinen Keyboards. Aber auch hier macht der Ton die Musik, bzw. - wie vorher so gut auf den Punkt gebracht - der Respekt.

Mich hat z.B. mal bei einem Abiball die Musiklehrerin gefragt, ob sie mit einem Schüler ein klassisches Stück vortragen dürfe. Vorher Bescheid gegeben hatte zwar keiner und eigentlich haben wir auch eine Ausschlussklausel im Vertrag - aber die Dame durfte trotzdem ans nagelneue Stagepiano, ist doch kein Problem. Ich war während der Darbietung nochmal am Buffet, hatte also auch was davon ;)

Ein ähnlicher Fall hat mich dafür ziemlich geärgert: Höflich nachgefragt wurde zwar, aber dann zog sich der Beginn des Geburtstagsständchens so lange hin, dass ich eine (natürlich nicht gezahlte) Stunde über die ausgemachte Spielzeit warten musste, bis ich endlich meinen Kram zusammenpacken konnte. Sowas finde ich schon arg unhöflich - aber raus kommt man aus der Nummer natürlich auch nicht mehr, sobald man mal eingewilligt hat.

Innerlich "zu" mache ich eher bei Leuten, die - meist mit entsprechendem Sendungsbewusstsein ausgestattet - verkünden, sie "bräuchten" das Instrument jetzt für irgendwas. Egal ob das die Freigeister sind, die bei einer Gartenparty die Instrumente als Allgemeingut für Einlagen aller Art sehen, oder die, die es beruflich wohl in eine Führungsposition geschafft haben und es deswegen einfach gewohnt sind, dass ihre Vorstellungen dann auch so umgesetzt werden. Aber normalerweise bin ich da auch kooperativ, zumal im Idealfall eine mithilfe meines Instruments gelungene Einlage auch die Zufriedenheit des zahlenden Kunden steigert :)
 
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Als Keyborder in einer Coverband muss ich mir über das Thema in der Regel keine Sorgen machen. Klar haben meine Boards auch 88 bzw. 66 Tasten, aber selbst die Kollegen hier aus dem Board - die wahrscheinlich an den Tasten noch deutlich fitter sind als ich - würden wohl erst mal rausfinden müssen, wie das Liveset für einen Song überhaupt aussieht bevor sie ernsthaft einen Song mitspielen würden. Außerdem geht mir das so, dass ich als Gast auch mal froh bin nicht auf der Bühne zu schwitzen, sondern einfach den Sound zu genießen und mir ein Bierchen zu trinken. Dass man dann in der Pause mal kurz 'Hallo' sagt und sich wenn Zeit ist auch mal das Setup ansieht ist ne andere Sache.

Der Konzertpianist im Publikum hat idR wohl keine Lust sich an ein Stagepiano zu setzen und der Laie der nur mal schnell den Flowalzer spielen will ist von den vielen Potis und Pads ohne hin so verschreckt, dass er sich nicht traut. Also hab ich idR meine Ruhe - was anderes sind die Leute die mitten im Song zu einem kommen um sich ein Lied zu wünschen - und nicht verstehen, dass man a) jetzt gerade anderes zu tun hat und b) durch die In-Ears auch kein Wort von dem versteht was sie sagen :D

Aber, ich habe es auch schon erlebt, dass gute Bands für ein paar Songs Gäste auf die Bühne lassen. Unser Gitarrist ist auch ein ziemlich guter Sänger und wird in sein Heimatort beim Maifest regelmäßig von der - sehr guten - Band auf die Bühne eingeladen um ein paar Stücke zu singen - ok die wissen dann auch, dass er weiß was er tut, sogar mit ein paar Bier intus.

Auch erlebt habe ich in ähnlichem Kontext, dass die Maikönigin (gibt's bei uns in der Gegend) unbedingt "One Moment in Time" singen wollte. Die Band war sehr Rücksichtsvoll, hat sich mehrfach dem Tempo angepasst und mit ordentlich Hall, Background-Hilfe und viel Konzentration von der Band war das nicht schön, aber immerhin auch nicht peinlich...
 
Bei mir kommts schwer drauf an. Lass meine Proberaumklampfen, meine beiden Ibanez GIOs und meine Shorty, trotz ihren aufwändigen Modifikationen gerne anderen in den Händen. Eine von den Ibanezen habe ich sogar meiner damaligen Freundin ausgeliehen. Diese gebe ich gerne raus, kann jeder drauf spielen. :) Aber meine Firebird... Da bin ich super empfindlich! Die lass ich nur in andere Hände wenn ich zusehen kann ;) Da bin ich sogar bei meiner rund 3x so teuren Prestige weniger kompliziert... Ironisch, aber wahr. Ich liebe das Teil.
 
Wir hatten schon mal einen ähnlichen Thread, da ging es aber eher um Festivals, wo das eine oder andere Equipment wie Drumset, Bass-/Gitarrenamps oder auch Keyboards geshared werden. Dort wurde mehrfach bemängelt, dass es immer wieder manche gibt, die dann überhaupt kein Equipment, also nicht einmal ihre eigene Gitarre mitbringen. Geht natürlich nicht, und grundsätzlich sowieso nur nach voriger Absprache, wobei hier der Sinn darin liegt, dass man Umbauphasen vermeidet, was natürlich nicht für die Nutzung einer eigenen Gitarre zutrifft, sondern sich auf den Amp beschränkt. Beim Drumset werden dann höchstens Becken, Fußmaschine und/oder Snare getauscht, was meistens auch recht schnell von statten gehen kann. Auch ein Keyboard austuaschen wäre kein großer Zeitaufwand.

Hier geht's ja nun eher um die spontanen Situationen, und da muss man ganz klar als Band schauen, dass man sich die Gestaltung des Abends nicht aus den Händen nehmen lässt. Wenn es sich halt ergibt, dass jemand einen Song singen will will, den wir als Band dann begleiten, ist das kein Thema, sofern das auch im Sinne des Veranstalters ist. Natürlich behalten wir uns die Entscheidung vor, stellen uns aber nie quer, solange wir den Eindruck haben, dass der/diejenige auch tatsächlich dazu in der Lage ist, und natürlich auch nur, wenn der Alkoholpegel desjenigen es auch zulässt, und wir keine Angst um unser Equipment haben müssen. Wir haben auch kein Problem, wenn dafür unsere Mikros und/oder Instrumente benutzt werden. Wo ist das Problem, wenn jemand einen Sänger am Klavier oder Gitarre begleiten will. Wir stellen uns da nicht mit unseren Instrumenten an. Sind Gebrauchsgegenstände und nicht heilig. Die 62er ES335 gibt der Gitarrist natürlich nicht jedem in die Hand. Dafür hat er auch noch ne Strat, mit der er sich nicht so anstellt. Und was bitte soll schon an einem Keyboard kaputt gehen? Bei Mikros könnte ich das schon noch nachvollziehen. Ich nutze ein Headset, wo das Schaumstoff immer direkt am Mund ist. Das ist schon unhygienisch, und wird alleine schon deswegen nicht weitergegeben.
Die Gratwanderung ist immer, dass man solche Einlagen dann gezielt über die Bühne und auch zu Ende bringt, und das nicht ausufert. Ich erinnere mich da gerade an eine Party in einer Engländer-Kaserne, wo wir 5 Typen auf der Bühne hatten, die unbedingt was singen wollten, und am liebsten die ganze Textmappe durchgesungen hätten. Das war schon ziemlich hart, die wieder von der Bühne runter zu bekommen.
 
Hatte mal das Problem, dass ein junger Herr sich während meines DJ-Auftritts sih sein eigenes Mikrofon mitnahm und es einfach an die Anlage ansteckte. Er rief zu mir, ich solle doch jetzt mal Jungle bzw. Drum'n'Bass auflegen damit er dazu rappen könne (keine Ahnung wie das unbemerkt geschafft hat).

Leider brach er damit die gesamte Stimmung, denn auf einer Gothic-Veranstaltung mit einem Alkohol-Pegel eine fremde PA mit dem eigenem Mikro bestücken und seine Laien runterschreien kam nicht so gut an. Nach gut 10 Minuten war die Sache vom Tisch, der Bursche erhielt Hausverbot und ich durfte die kekippte Stimmung erfolglos wieder aufziehen.

Zum Glück hatte die Location hauseigene Security.

Aber was sKu vorschlug ist die beste Methode: Einfach verneinen und sofort ein Bier anbieten ;-)
 
Wenn sich das rumspricht, kommen alle, die Durst haben, auf die Bühne und fragen "Darf ich auch mal?". :D
 
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Ich bewundere deine Gelassenheit in dieser Sache!

Meine Gitarren sind meine Gitarren, die waren sehr teuer und ich habe lange gebraucht, genau diese zu finden.
Wenn dann wirklich mal was kaputt geht, fängt der Schlamassel erst an; Versicherung, Suche nach einem gleichwertigen Instrument, eventuell weigert sich der Betreffende dann noch, den Neupreis zu zahlen... nein danke!

Mh naja also es kommt natürlich immer darauf an ob:

a)Du dabei bist wenn du die Gitarre aus den Händen gibst
b)Du denjenigen/diejenige kennst die deine Gitarre in die Hand nimmt

Wenn ich beides mit JA beantworten kann ist das nie ein Problem :)
Muss aber zugeben dass ich meine ESP M2 wesentlich "ungerner" aus der Hand geb als meine LTD oder meine Kramer. (Haben beide zusammen etwa die Hälfte der ESP gekostet)

Meine Aussage "Ist doch nur ne Gitarre" würde ich in einen Topf mit "Wer wird denn gleich weinen" oder "Davon wird die Welt nicht untergehn" stecken. ;)
 
Ich bin diese Art der "Anfragen" von Irish Pubs mehr als gewohnt. Seitdem einfache "Nein, tut mir Leid" Aussagen immer mit betteln endeten (gerade die Besoffenen) und teilweise auch mit Beleidigungen, biete ich ihm oder ihr an für 77 Euro auf die Bühne zu kommen. Und siehe da, die Diskussion ist sofort vorbei und man hört keinen Pieps mehr.

Allerdings funktionert dass natürlich nur auf öffentlichen Events.

Ich habe vor einiger Zeit auf einer Hochzeit von einem entferntem Bekannten gespielt und dort kannte ich sehr viele persönlich. Als der besagte Bräutigam vom Publikum lauthals dazu animiert wurde "Hit Me Baby One More Time" auf meiner Gitarre zu spielen und zu singen habe ich ziemlich schlucken müssen. Keine Chance für mich, wenn ich Nein sage bin ich der Buh-Man. Also Augen zu und durch...Dann fängt er auf meiner 4500 Euro Gitarre an zu Schrammen als müsse er komme was wolle einen Fettfleck aus seinem Hemd bekommen. Ich musste danach fast einen Halbton nachstimmen...

Seitdem habe ich auf Privatfeiern immer eine "B-Gitarre" und ein "B-Mikro" mit. :)
 
Eine 4.500EUR Gitarre, die nach einem Song mal heftiger in die Saiten gehauen, gleich einen Halbton nachgestimmt werden muss???

Wie auch immer... Aber wie bitte kommst Du denn auf 77EUR für einen Bühneneinsatz?
?...biete ich ihm oder ihr an für 77 Euro auf die Bühne zu kommen. Und siehe da, die Diskussion ist sofort vorbei und man hört keinen Pieps mehr.
 
Ich bin diese Art der "Anfragen" von Irish Pubs mehr als gewohnt.

Irish Pubs sind wieder was anderes, in Irland bringt jeder ein Instrument mit, oder greift sich ein Instrument das da rumsteht und legt einfach los.
Ich finde es gehört zur Mentalität dazu in solchen Läden auch mal andere an sein Instrument zu lassen, oder nach dem Auftritt einfach mit anderen Leuten
auf der Bühne zu jammen.
Natürlich solange keine Gefahr fürs Instrument besteht.
 
Ganz ehrlich finde ich das extrem unterhaltsam - das schöne ist, dass die Totalausfälle immer unvergessen bleiben:
"Hans-Dietaaaaääää - isch liebe Disch - willst Du mich heiratäääään!" und hinten rennt einer im Anfall spontanen Fremdschämens aus dem Zelt
Wäre schade gewesen, wir hätten das Mikro nicht kurz abgegeben;-) und wie ich lese, geht's Euch zum Teil ja genauso.....
 
"Eine 4.500EUR Gitarre, die nach einem Song mal heftiger in die Saiten gehauen, gleich einen Halbton nachgestimmt werden muss???"

Rollo. Google mal nach Hyperbel. Dann kannst du wieder besser schlafen.

vg

P.S: Bist du eigentlich Beamter?

- - - Aktualisiert - - -

Irish Pubs sind wieder was anderes, in Irland bringt jeder ein Instrument mit, oder greift sich ein Instrument das da rumsteht und legt einfach los.
Ich finde es gehört zur Mentalität dazu in solchen Läden auch mal andere an sein Instrument zu lassen, oder nach dem Auftritt einfach mit anderen Leuten
auf der Bühne zu jammen.
Natürlich solange keine Gefahr fürs Instrument besteht.

Stimme ich volkommen zu. In Ireland. Das trifft aber nicht auf die meisten Irish Pubs in München zu.
 
Kurzzeitig geistig umnachtet dachte ich gerade, es geht um eine Gitarre der Marke Hyperbel :D
 
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