DAW-Templates am Beispiel von Reaper

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Wie komme ich dazu, hier eine solche Anleitung zu verfassen? Im Musiker-Board lese ich fast jeden Tag. Da kommt man nicht umhin, zu entdecken, das es bei so manchem Forenteilnehmer mit dem Wissen um den erfolgreichen Einsatz seiner DAW-Software nicht gut bestellt ist. Die Gründe hierfür sind vielfältig und sicher steht Mann sich auch gelegentlich selbst mit der Einstellung im Wege, dass Mann alles irgendwie intuitiv hinkriegen sollte. Aber da verhält es sich mit DAWs genauso wie bei anderen umfangreichen Programmen, sei es CAD oder ein Bildbearbeitungsprogramm. Irgendwas davon kann man, weiß aber auch, dass man nur an der Oberfläche der Möglichkeiten kratzt. Um ehrlich zu sein, mir geht es ja auch so, aber zu entdecken, dass jemand noch weniger weiß als ich, verstört schon ein wenig. Das darf doch wohl nicht wahr sein!

Fangen wir also an, dies zu ändern. Vor meinem bescheidenen Hintergrund im Umgang mit DAW-Software möchte ich also ein paar Tipps geben, wie sich das Arbeiten erleichtern lässt. Womit fängt man da an?

Immer wieder höre/lese ich, dass Musiker darüber klagen, dass ihr Rechner unter der Arbeitslast ächzt. Ja was heißt das? Es werden zu viele Spuren/Tracks mit zu vielen PlugIns belegt, so meine bescheidene Antwort. Oder die Übersicht bei 20 und mehr Spuren geht verloren, der Bildschirm ist zu klein, die CPU zu alt oder das RAM zu klein. Diese Liste lässt sich natürlich fortsetzen, doch wie wäre es mit ein paar Anregungen, wie man solche Probleme vermeiden kann? - Das will ich hier versuchen.

Auf dem Weg zu einem schlankeren, übersichtlicheren Arbeiten mit Deiner DAW kann man hier am Beispiel von Cockos Reaper abgucken, wie man

  • Spuren farblich markiert
  • Spuren zusammen fasst, bzw. Busse erstellt
  • PlugIns ressourcenschonend einsetzt
  • den Track Manager nutzt, um Platz auf dem Bildschirm zu gewinnen
  • die Routing-Matrix nutzt
  • ein Template für Recording-Projekte erstellt
  • sämtliche Projekt-Dateien in einem einzigen Ordner ablegt, um diese Dateien an einem anderen Rechner, u.U. auch mit einer anderen DAW nutzen zu können
Ach nee, die letzte Option hat ja mit Templates nicht so viel zu tun. Ich verschiebe die Erläuterung dessen besser auf einen anderen User-Beitrag.

Meine nachfolgend erläuterten Vorschläge stellen nur 1 Weg zum Ziel dar. Daneben gibt es auch andere. Es würde aber zu weit führen, wenn ich jeweils stets Alternativen anführe und erkläre, weil ich hier kein umfassendes Manual schreibe, sondern eben nur ein paar Hilfestellungen leiste und beim interessierten Leser das Verständnis erhöhen will, warum bestimmte Tricks oder Wege sinnvoll sind.

Damit meine Anleitung überschaubar bleibt und ähnlich einem Kochbuch nachgeahmt werden kann, plane ich ein kleines beispielhaftes Template zu konfigurieren, das für Aufnahmen von Vocals, Gitarre und Keyboard ausgelegt ist. Der Weg bis zum Ziel ist angesichts der vielen Abbildungen, die ich verwenden werde, in kleinere verdauliche Häppchen unterteilt, um themennah Fragen an den Koch, äh, Diskussionen der Tischgäste zuzulassen, wie es ja jede/r aus den Threads des MB kennt

Los geht`s. Starten wir mit dem Appetizer, dem Hors d'œuvre - Eine gemeinsame Startposition

Nach dem Programmstart sollte die Benutzeroberfläche (GUI = Graphical User Interface) zumindest bei Reaper leer sein. Je nach Voreinstellung erscheint eventuell aber auch im unteren Bereich des Bildschirms der Mixer, von dem allerdings momentan nur der Masterregler (nennt sich auch Master/Parent) auf der linken Seite sichtbar ist. Oder der Transportbar. Oder oder. Für die Konstruktion unseres Templates stören diese Module, die am oberen Bildschirmrand über das Drop-Down-Menü View/Mixer (etc.) ausgeblendet werden können (Abb. 1a), wenn man das zugehörige Häkchen entfernt. Sodann sollte der Bildschirm tatsächlich leer sein.


Dieser Workshop verwendet als Nutzeroberfläche das Theme Default_3.0, an das ich mich schon aus vergangenen Reaper-Versionen gewöhnt habe. Obschon meine aktuelle Reaper-Version (Version 5.1) ab Werk ein anderes Theme verwendet - das ich zugunsten von Default_3.0 abgeschaltet habe - empfehle ich zwecks Nachvollziehbarkeit anhand der verwendeten Grafiken, ggf. für die Dauer dieses Workshops auf Default_3.0 umzuschalten. Das geht seitens des Hauptmenüs folgendermaßen: Options/Themes/Default_3.0.

Mancher mag sich wundern, dass ich mit der englischen Sprachfassung arbeite. Sicher, es gibt auch eine deutsche und sogar ein deutsches Manual. Ich nutze jedoch gern den Vorteil des aktuellsten Manuals, bzw. Handbuchs. Und das wird eben vor dem deutschen herausgegeben. Die dortigen Erläuterungen greifen zum Teil auch auf Begriffe des angelsächsischen Sprachraums zurück, die mir nicht geläufig sind. Damit ich das Beschriebene im Umgang mit dem Programm wiederfinden und nachvollziehen kann, bin ich also von der deutschen Nutzeroberfläche wieder abgekommen und verwende das Original. Language packs erhält man von der Cockos Reaper Website. Genauso wie verschiedene Sprachversionen des Manuals. Oder auch optionale Themes für Leute, die experimentierfreudig sind und verschiedene funktionale GUIs mal ausprobieren möchten.

Das 1. Häppchen vom Hauptgericht - Plat principal

Im ersten Schritt legen wir nun eine Reihe von Spuren an. Natürlich kann man durch Doppelklick links im Bildschirm jede Spur einzeln erstellen und anschließend beschriften, aber der Vorgang lässt sich vereinfachen indem man nur die rechte Maustaste klickt. Dann erscheint folgendes Bild, wobei uns hier der 2. Eintrag Insert multiple tracks interessiert.


Nach Mausklick (links) erscheint die Selektorbox Insert Tracks (Abb. 2).


Für unser Beispieltemplate tragen wir der Übersichtlichkeit halber nur „4“ ein. Die Spuren sollen gänzlich für Vocals genutzt werden. Daher tippen wir „Vocal“ in das Benennungsfeld. Die beiden letzten Optionen entscheiden darüber, an welcher Stelle diese 4 Vokalspuren eingebaut werden. Ganz ans Ende aller bereits erstellten Spuren (at end of project) oder hinter die Spur, die zuletzt angeklickt wurde (after last touched track). Letztere Option ist hilfreich, wenn man nicht die neu erzeugten Spuren verschieben, sondern gleich an die richtige Position einfügen will. Für unser kleines Beispieltemplate spielen diese Optionen aber keine Rolle, da ja bislang noch gar keine Spuren existieren.

Das Procedere lässt sich auch wahlweise über das Drop-Down Menü am oberen Bildschirmrand ausführen (Abb. 3).


Voilà - schon sind die 4 Spuren erstellt (Abb.4).


Nun wird ersichtlich, dass das Reaper die Nummerierung der Spuren automatisch vorgenommen hat. Ich bevorzuge deshalb für die Namensvergabe im Benennungsfeld (vgl. Abb. 2) das Singular. Schließlich soll jede einzelne Spur auch nur 1 Instrument oder 1 Stimme enthalten.

Im nächsten Schritt legen wir für diese vier Tracks 1x eine Buss-Spur sowie 1x eine Effektspur an.

Wie wir schon anhand der beiden letzten Optionen in Abb. 2 gesehen haben, lassen sich 2 Spuren entweder ans Ende des Projektes oder an die Position setzen, wo man sie haben will. Für diesen Fall jedoch nutze ich die Funktion der Mehrfacherzeugung von Spuren nicht, sondern den Weg des Doppelklicks unterhalb der vier bereits vorhandenen Vokalspuren. Und zwar das Ganze zweimal (für 2 Spuren). Das dauert nur 1 Sekunde.


Die beiden unbenannten Spuren klicke ich mit der Maus an und halte dabei die „Pfeil-hoch“-Taste (= Ctrl) gedrückt, sodass beide Spuren aktiviert sind. Sodann fahre ich mit der Maus auf die aktivierten Spuren (in Abb. 5 hier heller dargestellt), halte die linke Maustaste gedrückt und verschiebe die selektierten Spuren ganz an den Anfang des Projekts (Abb. 6)


Im nächsten Schritt bereiten wir für die Gitarren in gleicher Weise sowohl Spuren- als auch Buss- und Effekttracks vor. An dieser Stelle könnte man schlicht alle vorhandenen Spuren für die Vocals aus Abb. 6 selektieren und duplizieren. Die Benennung jeder einzelnen Spur müsste man dann manuell vornehmen - oder man dupliziert nur die beiden aktivierten unbenannten Spuren und verschiebt sie wie bereits gezeigt ans Ende des Projekts, nutzt danach aber die Selektorbox Insert Tracks aus Abb. 2 und gibt als Benennung „Gitarre“ ein. So wie hier gezeigt (Abb. 7a, 7b, 7c und Abb. 7d)





Aber Achtung. Wenn After last touched track beim Einfügen der Gitarrenspuren aktiviert ist (wie in Abb. 7d), erscheinen die vier Spuren auch unterhalb der zuletzt mit der Maus aktivierten Spur. Wenn man das nicht richtig gemacht hat, müssen diese 4 Gitarrenspuren eben an das Ende verschoben werden.

Auch für die Keyboards wiederholen wir soeben gezeigte Schritte. Danach sollte unser Konstrukt in etwa so aussehen wie Abb. 8.


Nunmehr haben wir sowohl für die Vocals als auch für Gitarren und Keyboards jeweils vier Spuren und zu jeder Gruppe zwei zusätzliche leere Spuren angelegt, die oberhalb der eigentlichen benannten Tracks positioniert sind. Jetzt ist es an der Zeit, zwecks Übersichtlichkeit die verschiedenen Gruppen farblich gegeneinander abzusetzen.
 
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Häppchen 2 - Farben und Ordner wird nun die Vorgehensweise aufzeigen, wie man anhand vieler Spuren die Übersichtlichkeit nicht verliert. Die Unterteilung in einige wenige verdauliche Häppchen analog eines mehrgängigen Menüs hat den Grund, dass zu den gezeigten Inhalten Denkanstöße von Usern des MB gegeben und praxisrelevante Vor- und Nachteile „themennah“ diskutiert werden können. Und das nicht erst am Ende des Workshops.

Färben wir also im nächsten Schritt die erzeugten Spurgruppierungen aus dem ersten Häppchen ein.

Damit das sauber funktioniert, vergewissern wir uns im Drop-Down-Menü an der Oberseite des Bildschirms über Options/Preferences, dass im Präferenzenmenü unter Appearance/Track Control Panels in den Settings oben rechts in der ersten Zeile bei Tint track panel backgrounds ein Häkchen gesetzt ist. Die Check-Box links daneben (Set track label background to custom colours) erfüllt eine ähnliche Funktion, sieht unter optischen Gesichtspunkten jedoch nicht so gut aus (vgl. Abb. 9).


Jetzt wird eingefärbt. Die in Abb. 8 (vgl. Kapitel 1) gezeigten Vokalspuren ohne die vorangehenden beiden Buss- und Effektspuren werden gemeinsam selektiert: erste und letzte zu selektierende Spur bei gehaltener Pfeil-hoch-Taste (= Ctrl) anklicken. Im Bereich der so vorgewählten Spuren das Menü der rechten Maustaste aufrufen und den Menüpunkt Track colour mit Unterpunkt Set track to custom colour aufrufen (Abb. 10).


Nunmehr erscheint eine mit verschiedenen anderen Anwendungen vergleichbare Farbauswahl, aus der man sich nach Belieben für die Vocals, nach Wiederholung der Arbeitsschritte für die Gitarren und schließlich für die Keys die passende Kolorierung aussuchen kann. Abb. 11 zeigt die Beispieltracks nach Beendigung der Koloration.


Um auch die bislang neutralen 3x2 Spuren mit einer Beschriftung zu versehen, kann man jede einzelne durch Doppelklick in die Beschriftungszone editieren - oder man nutzt den Track Manager, der in vielerlei Hinsicht Manipulationen an allen vorliegenden Spuren erlaubt (Ctrl+Shift+M).


In die leeren Zeilen der Spalte „Name“ tragen wir bei Spur 2, Spur 8 und Spur 14 „FX“ (für Effekt) ein. Später werden wir in diesen Spuren Effekte oder ganze Signalwege ablegen, die auf alle Instrumente des entsprechenden Farbblocks wirken sollen. Da Spur 2, 8 und 14 die gleiche Bezeichnung tragen sollen, tippen wir das „FX“ nur bei Spur 2 ein, überstreichen den soeben gemachten Eintrag, kopieren ihn in den Zwischenspeicher (copy = Strg C) und klicken nacheinander Zeile/Spur 8 sowie Zeile/Spur 14 doppelt an. Sobald die jeweilige Spur „geöffnet“ wurde, fügen wir den Inhalt des Zwischenspeichers durch die Tastenkombination Strg V in der Spalte „Name“ ein. Wenn man seinen Rechner etwas besser kennt, weiß man, dass diese Funktion copy and paste genannt wird.

Die Spuren 1, 7 und 13 werden Busse. Ihre Bezeichnungen sind nicht gleich, sondern lauten für Zeile/Spur 1 Vocals, für Zeile/Spur 7 Gitarren und für Zeile/Spur 13 Keyboards, bzw. Keys. Um diese Einträge zu tätigen, muss jede Spur im Track Manager einzeln angewählt und die betreffende Bezeichnung eingetragen werden.

Wenn all dies geschehen ist, werden die Einträge projektübergreifend übernommen.


Außer der Farbgebung, sichtbar an den Quadraten ganz links im Bild von Abb. 13, der Spurnummer rechts davon und den Benennungen der Spuren unter „Name“, sehen wir schwarze Markierungen in Form von Punkten in den Spalten „TCP“ und „MCP“. TCP steht für Track Control Panel und bezeichnet den Raum links in der DAW, wo alle Spuren untereinander angeordnet sind (vgl. Abb. 4, 5, 8, 11 etc.). Entfernt man im Track Manager eine dieser schwarzen Markierungen unter „TCP“ (1x im betreffenden Feld klicken), verschwindet im Track Control Panel der entsprechende Eintrag. Ein erneuter Klick im Track Manager im gleichen Feld lässt ihn wieder erscheinen. Diese Funktion ist nützlich, wenn man viele Spuren im TCP zu verwalten hat und nur einige davon bearbeitet werden müssen, während der Rest beispielsweise wegen eines kleinen Bildschirms nur stört oder wenn die zu behandelnden Spuren nicht nebeneinander liegen und man ständig scrollen müsste, um mal hier, mal dort zu regeln. Die schwarze Markierung im Track Manager aktiviert lediglich die Sichtbarkeit einer Spur im TCP, sie beeinträchtigt jedoch nicht die Hörbarkeit oder andere Audioeigenschaften der Spur. Das tun die Schalter unter M und S (s.u.)

Rechts neben der Spalte TCP befindet sich die Spalte MCP. Sie steht für Mixer Control Panel und betrifft die Sichtbarkeit der Spuren (oder Kanäle), wenn der Mixer (Ctr+M) aktiviert ist. Je nach Arbeitsweise oder Notwendigkeit lassen sich also im Track-, bzw. Mixer Control Panel einzelne Spuren zur Bearbeitung selektieren.

Rechts davon finden sich weitere Spalten, so u.a. FX für die zugeordneten Effekte der jeweiligen Spur und R, M oder S für die Auswahl des Record-, Mute- oder Solo Modus. Eine schwarze Markierung in der Spalte „Lock“ sperrt die betreffende Spur für Veränderungen (die jedoch individuell spezifizierbar sind). Das alles jedoch anhand unseres kleinen Templates zu erklären, führt zu weit und verwirrt nur.

Zwei wichtige Schritte stehen noch aus: das Erstellen der Folderstruktur für die beteiligten Instrumentengruppen und das Routing der einzelnen Instrumente auf ihren Buss.

Direkt links neben dem i/o Schalter jeder Spur ist zunächst ein ausgegrautes Icon für einen Ordner/ Folder zu erkennen (Abb. 14)


In diesem Areal klicken wir nun 1x mit der Maus. Und zwar zunächst nur auf Spur 1.


Im zuvor ausgegrauten Ordnerfeld erscheint nun ein Ordnersymbol auf einem grauen Pfeil, der nach unten zeigt. Gleichzeitig wird links von jeder darauf folgenden Spur eine graue Fläche sichtbar, die sich bis zum unteren Ende der angelegten Spuren fortsetzt (Abb. 15). Auch ganz links auf Spur 1 erscheint ein neues Symbol, dass den Ansichtszustand des gerade erzeugten Ordners anzeigt. Dazu aber gleich mehr. Zunächst versichern wir uns, dass durch erneutes Klicken im Ordnersymbol links neben dem I/O Schalter sich das ganze Konstrukt wieder in Wohlgefallen auflöst. Dadurch wird deutlich, dass jeder einzelne Klick den Order erzeugt oder abschaltet, es also zwei Schaltzustände gibt. Wir wollen aber mit Ordnern weiterarbeiten und schalten den Ordner auf Spur 1 ein. Wieder wird ein Bild wie in Abb. 15 erzeugt.

Der Ordner für Vocals (Benennung von Spur 1) soll aber mit der Spur 6 enden, die den letzten Vocaltrack enthalten soll. Deshalb klicken wir jetzt im Ordnerfeld der Spur 6 einmal.


Im Ordnerfeld der Spur 6 (= Vocal 4) erscheint nun auch ein Ordnersymbol auf grauem Grund, jedoch mit Pfeil, der nach oben zeigt. Die beiden Ordnerdarstellungen sind in Abb. 16 blau eingekreist. Gleichzeitig zeigt der graue vertikale Balken links an, welche Spuren hier umfasst werden, bzw. dem Ordner zugehörig sind.

Was wir eben mit Spur 1 bis Spur 6 vorexerziert haben, wenden wir nun erneut auf Spur 7 bis 12 (Gitarrenfolder) sowie für die Spuren 13 bis 18 (Keys-Folder) an. Danach sollte der Bildschirm der Darstellung in Abb. 17 gleichen.


Nun noch ein paar Worte zur Darstellung aller oder beliebiger interessierender Spuren. Bereits erwähnt wurde das neue Symbol, das sich ganz links an den Spuren 1, 7 und 13 befindet. Dieses Symbol hat 3 Schaltzustände und reduziert die Ansichtshöhe des gesamten Folders auf ein mittleres und ein niedriges Niveau. Oder bläst die Darstellung wieder zur ursprünglich gewählten Ansichtsgröße auf (= Maximierung). Abb. 18 verdeutlicht dies.


Schauen wir uns zunächst die drei blau eingekreisten Schaltzustände ganz links in den Spuren 1, 7 und 13 an. Diese wirken auf alle darunter befindlichen Spuren bis zum Ende des betreffenden Ordners. Die Spur, an der sich der Schalter befindet, ist jedoch nicht betroffen. Das hat einen großen Vorteil, den wir am Ordner „Keys“ deutlich erkennen können. Nur die Spur 13 enthält alle Bedienelemente, alle darunter befindlichen Spuren sind zusammengestaucht und vollständig minimiert. Die Spurhöhe und damit die erscheinenden Bedienelemente lassen sich durch Ziehen mit der Maus im Spurzwischenraum anpassen, was ich zuvor für diese Abbildung gemacht habe. Auf diese Weise habe ich erreicht, dass auf allen Bussen - die freilich noch nicht geroutet sind - eine Meteranzeige, ein Volumen- und Panoramaregler sichtbar wird. Das sind die Bedienelemente von Belang hier. Aufgenommen soll auf dieser Spur jedoch weder Audio- noch MIDI-Signale, genauso wenig wie auf den FX-Spuren. Deshalb sind sie auch in Grau gehalten. In späteren Mischsituationen lassen sich als Ausnahme jedoch Faderbewegungen recorden.

Spur 7 entspricht dem Buss (in spe) für die Gitarren. Der Schaltzustand für den Ansichtsmodus zeigt hier die komprimierte Sicht, den mittleren Wert, an. Die in der komprimierten Sicht verfügbare Information lässt erkennen, welche und wie viele Spuren am Buss beteiligt sind, lässt das selektive Muten oder in Solo-Schalten von Spuren zu und gibt Zugriff auf individuelle Spureffekte, Spurrouting und Envelope(s). Die komprimierte Sicht nimmt keine Rücksicht auf individuell mit der Maus eingestellte Spurhöhen.

Der Schaltzustand, den der Ordner für die Vocals (Spur 1) inne hat, repräsentiert die maximale Sicht, bzw. Maximierung. In der maximalen Sicht behalten selbstverständlich die individuell eingestellten Spurhöhen ihre Darstellungsform. Im Beispiel der Abb.18 habe ich Spur 2 und 4 so weit aufgezogen, dass ich die Meteranzeige erhalte, für Spur 5 brauche ich nur die Fader und für die Spuren 3 und 6 interessiere ich mich (in diesem Beispiel) nicht. Deshalb habe ich sie mit der Maus so klein wie möglich gezogen, Offenbar entspricht dies der Darstellungsgröße wie bei der komprimierten Sicht.

Im kommenden Abschnitt, dem Häppchen 3 - Routing befassen wir uns endlich mit dem saftigen Filetstück dieses aufgetischten Templates. Ob es dann auch noch Nachtisch gibt, so wie sich das gehört?
 
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Im Hors d'œuvre und dem anschließenden 1. Häppchen - Plat principal wurde behandelt, wie man die Benutzeroberfläche so vorbereitet, so dass alle gezeigten Grafiken beim Anwender genauso aussehen wie hier vorgeführt. Weiterhin wurde dort erläutert, wie Spuren zeitsparend angelegt und verschoben werden können.

Häppchen 2 - Farben und Ordner widmete sich der Übersichtlichkeit und Strukturierung bei einem Aufbau mit vielen Spuren. Die Unterteilung in einige wenige verdauliche Häppchen analog eines mehrgängigen Menüs hat den Vorteil, dass zu den gezeigten Inhalten Denkanstöße von Usern des MB gegeben und praxisrelevante Vor- und Nachteile „themennah“ diskutiert werden können. Und das nicht erst am Ende des Workshops.


Häppchen 3 - Routing

Busse fassen Instrumentengruppen zusammen. In diesem Beispiel habe ich mich auf Vocals, Gitarren und Keyboards beschränkt. Aber selbstverständlich lassen sich in größeren Templates zusätzliche Busse für Drums mit beispielsweise 8 Spuren für NI Kontakt oder für noch wesentlich mehr Spuren bei einer Live-Abnahme konfigurieren. Hinzu könnten auch Busse für Bläser kommen oder für einen Backing-Chor, der jedoch ggf. auch ein Unterordner bei den Vocals sein darf. Busse vereinfachen mithin das Leben des Produzenten oder Toningenieurs, da die Balance aller Instrumentengattungen untereinander nicht für jeden Track und jede Stimme einzeln, sondern nur über die Busse selbst vorgenommen werden muss. Das enthebt jedoch nicht von der Arbeit, jede einzelne Spur im Kontext ihrer eigenen Instrumentengattung klanglich zu formen. Im Aufnahmeprozess kann es jedoch vorkommen, dass zwei oder drei gleichlautende Spuren (z.B. Vocals 1-3) zwar inhaltlich gleich und synchron gesungen, aber eben nicht gleich gelungen sind. Also wird man später die gut gelungene Schnipsel der einen oder der anderen Spur verwenden, um daraus im Comping eine möglichst saubere und zufriedenstellende Version zu „schneiden“.

Der Buss besteht also aus allen Audio- und MIDI-Spuren (seiner Instrumentengattung) zusätzlich zur zusammenfassenden Spur sowie ggf. einer oder mehrerer FX Spuren. Alle Audio-Spuren geben ihre Signale an den Buss weiter und nicht direkt an den Master. Der Master wird jedoch vom Buss beschickt.

Reaper besitzt mit der Routing Matrix (Alt+R) eine vorzügliche Kontrollmöglichkeit, alle Routings ähnlich einer Patchbay, einem großen Steckfeld, darzustellen und zu konfigurieren. Für Neulinge der Materie erscheint mir die Erklärung nur anhand der Routing Matrix jedoch (noch) zu komplex und mit vielen Fallstricken versehen. Außerdem muss man die Bildschirmanzeige zunächst auf die tatsächlich notwendigen Kombinationen beschränken, um die Übersicht nicht zu verlieren. Darüber hinaus variiert die Darstellung auch noch mit dem verwendeten Interface. Ich wähle stattdessen für das Routing des Templates einen „Sowohl-als-auch-Weg“ und hoffe, man kann mir folgen.

Unser Ziel ist es, alle Audiospuren auf einen der drei Busse zu routen. Außerdem sollen alle Audiospuren einen Effekt-Send bekommen, der auf die jeweilige FX-Spur verweist, welche wiederum an den zuständigen Buss liefert. Beginnen wir mit den Bussen.

Mit Mausklick auf den I/O Knopf der Spur 1 (Buss für Vocals) öffnet sich ein Menü (Abb. 19), bei dem auf der rechten Seite unter Receives ein Drop-Down-Menü bereitgestellt wird. Da der Buss alle Vocal-Audio-Spuren empfangen soll, klicken wir viermal Add new receive und erhalten jedes mal eine Auswahlbox aller möglichen Spuren, bestätigen aber jeweils nur für Vocal 1 bis Vocal 4 (vgl. Abb. 20).



Mit Alt+R öffnen wir nun die Routing Matrix (Abb. 21) zur Kontrolle. Neben den Spuren 3, 4, 5 und 6 (Vocal 1-4) als Sources/Quelle erscheinen vier Symbole in einer Reihe, die nach oben hin (Destination/Ziel) auf den Eintrag „1. Vocals“ verweist. Das ist unsere Spur 1, der Vocals-Buss.



Ein Klick auf den oberen der vier Einträge öffnet eine Control-Box (Abb.22), die den Einträgen in Abb. 20 gleicht. Was wir jedoch für den Vocal-Buss noch tun müssen, ist die Signalausgabe an den Master/Parent - das ist der Masterregler in der Mixer-Ansicht - für alle 4 Audiospuren zu unterbinden. Dazu werden die vier weiß gefüllten Felder links neben den soeben erzeugten vier Neuverknüpfungen durch Mausklick in jedes dieser 4 weißen Quadrate entfernt. So sollte das Ergebnis aussehen (Abb. 23):


Allerdings sollen die vier Audiospuren (Vocal 1-4) gleichzeitig auch an FX auf Spur 2 senden. Dazu gehen wir in den I/O Dialog der FX-Spur und etablieren analog den 4 Receives des Busses auf Spur 1 nun 4 Receives auf Spur 2.

Die Receives auf Spur 2 sollen sich aber hinsichtlich derer vom Buss auf Spur 1 unterscheiden. Die Ausprägung eines Effekts ist den meisten als „wet“ oder „dry“ oder als Zwischenwert davon geläufig, wobei in unserer Konfiguration nur „wet“ verwendet werden soll und dies unabhängig vom Fader der sendenden Spur. Deshalb muss in jedem der 4 Receives-Dialoge von Post-Fader auf Pre-Fader umgeschaltet werden.

Wenn man diese Einstellung nicht im Routing for track 2 „FX“ vornimmt (analog Abb.20), lässt sich der entsprechende Dialog auch über die Routing Matrix (Alt+R) aufrufen (analog Abb. 22). Weiterhin soll auch der FX-Track nicht an den Master/Parent senden, sondern an den Buss. Deshalb ist ein weißes Quadrat neben 2. FX im Bereich Source der Routing Matrix zu entfernen und zudem ein Send to track 1 (Vocals) unter Add new send im I/O-Dialog der Spur 2 (FX) einzurichten. Das Send bleibt Post-Fader. - Uff, das war kompliziert, oder?

Wenn alle Einstellungen korrekt vorgenommen wurden, stellt sich deren Visualisierung folgendermaßen dar (Abb. 24a und 24b).



Aber noch fehlen alle Einstellungen für die Gitarren- und Keyboards-Busse. Das geht jedoch genauso wie bei den Vocals, also nicht verzagen, sondern frisch ran ans Werk. Wenn auch hier alles richtig gemacht wurde, sieht die Routing Matrix danach aus wie Abb. 25.


An dieser Stelle sei ein kurzer, aber vielleicht klärender Exkurs eingefügt. Wem es aufgefallen ist, sind die Symbole in der Routing Matrix für die Einstellungen Pre-Fader und Post-Fader unterschiedlich. (Genau hingucken, bitte!) Im Kästchen für Post-Fader erscheinen (von links) zwei kleine Striche, gefolgt von einem dicken langen Balken. Für Pre-Fader erscheint (von links) ein kleiner Strich, gefolgt von diesem dicken Balken und danach wieder ein kleiner Strich. (vgl. Abb. 25a: Post-Fader = a, Pre-Fader = b). Aber es gibt noch einen dritten Schaltzustand, den wir hier in diesem Template freilich nicht einsetzen. Es handelt sich um Pre-FX = c aus Abb. 25a. Durch diese drei vertikalen Striche sind also die drei Schaltzustände Post-Fader, Pre-Fader und Pre-FX in der Routing Matrix differenzierbar. Und damit die Sache in diesem Exkurs auch vollständig geklärt (oder ggf. vollständig verwirrend) wird, habe ich unter „b“ noch gezeigt, dass auch das Volumen des Schaltzustands (grob) ersichtlich ist. Die Höhe des dicken Balkens repräsentiert nämlich das eingestellte Volumen. Um das zu veranschaulichen, habe ich es unter „b“ exemplarisch einfach mal ein bisschen runter gezogen. Wie wir also sehen, kann man der Routing Matrix verflixt viele Informationen entnehmen. Aber das nur als Exkurs. Lasst Euch von mir nicht kirre machen. ;-) - Weiter geht`s.


Das Routing ist nun abgeschlossen und wir haben durch dieses Template die Möglichkeit, nur 1 Instanz eines PlugIns im FX-Kanal zu verwenden, die jedoch auf alle dorthin sendenden Kanäle wirkt. Nehmen wir beispielsweise einen Hall. Für dieses Beispieltemplate nutze ich einen Reaper-eigenen, aber falls jemand andere VSTs bevorzugt, lässt sich das programminterne PlugIn natürlich gegen etwas beliebiges Anderes austauschen.

Im FX-Kanal wähle ich den FX-Button an (Abb. 26; A), woraufhin sich der Dialog Add FX to Track 2 „FX“ öffnet. Der Übersichtlichkeit halber habe ich den Filter des angebotenen Dialoges genutzt und Cockos - das ist der Hersteller von Reaper - eingegeben (B). Dadurch verbleiben nur noch Reaper-eigene PlugIns im Auswahlfenster. Ich selektiere ReaVerb (C) und bestätige durch OK.


Wie wir schon eingangs gesehen haben, lässt sich die Effektauswahl auch leicht über den Track Manager (Ctrl+Shift+M) vornehmen (vgl. Abb. 13). Das sollten wir für die anderen beiden FX-Spuren im Gitarren- und Keys-Buss nutzen.

Mit Klick in der Spalte FX auf den Spuren 8 und 14 und Laden des gewünschten Effekts, zeigt sich der Track Manager danach in folgender Weise (Abb. 27). Da in den Spuren 2, 8 und 14 nur jeweils ein Effekt geladen wurde, wird dort auch nur eine „1“ angezeigt (blau eingekreist). Will man wissen, welcher das ist, doppelklickt man die Zahl in dieser Spalte eben nochmal.


In den FX-Spuren sind nun die Effekte geladen. Jetzt müssen wir noch sicherstellen, dass die Effekt-Sends „wet“ erfolgen (beachte auch Praxistipp). Durch die Konfiguration unseres Templates ersetzen wir nämlich die wet/dry-Balance eines (beliebigen) Effektes durch die Austarierung mit, bzw. Zumischung des FX-Kanals zum Buss-Kanal, der die „dry“ Information trägt. So lässt sich jeder Buss „trocken“ hören oder mit skalierbarem Effekt, indem der Fader des FX-Kanals hochgezogen wird.


[Praxistipp: Nicht immer ist bei einem eingebundenen Effekt der „wet“-Send Wert 0dB, bzw. 100% empfehlenswert, denn das kann bereits „too much“ sein, wodurch es ggf. im FX-Kanal zum Automuting kommt. Der „wet-slider“ sollte dann ggf. um 10 dB oder mehr reduziert werden. Allerdings variiert dies auch von Effekt zu Effekt.]

Damit das alles auch so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, kann es natürlich sein, dass, z.B. im Falle des Gitarren FX-Kanals jede der vier Spuren mehr oder weniger Anteil am Gesamteffekt haben soll. Dies lässt sich mit der Veränderung am Effekt-Send des betreffenden Kanals regeln.

Hierfür klicken wir einfach im I/O Dialog der gewünschten Spur, beispielsweise Spur 10/Gitarre 2 und sehen (Abb. 29) auf der linken Seite zwei Sends, die zum einen auf Spur 7 (Gitarren-Buss) und auf Spur 8 (FX-Spur) zeigen. Die unter den Sends befindlichen Slider/Fader, Buttons und Einstellungsmöglichkeiten sind identisch mit einem Kanalzug, wie wir ihn aus dem Mixer kennen. Sogar Muting, Phase, Envelope und MIDI-Einstellungen können von hier aus vorgenommen werden. Und zwar separat für das trockene Signal, das direkt zum Buss geht (Spur 7) als auch für den Effekt-Kanal (Spur 8).


Um es aber nicht gleich so kompliziert zu machen, nutzen wir an dieser Stelle nur den Fader für die Lautstärke. Das ist der lange Fader links. Rechts daneben befindet sich der kürzere Regler für das Panorama. Stellen wir uns ein Szenario vor, bei dem nur 3 Gitarren mit einem Effekt versehen sein wollen, dann positionieren wir in jedem Kanal den Lautstärke Send Fader entsprechend. Die vierte Gitarre soll ohne Effekt bleiben. Dafür muss der Lautstärke Send Fader in der Spur dieser Gitarre voll nach links gezogen werden. In dieser Position ist der Send auf Null reduziert. Auf der FX-Spur kommt dann von der 4. Gitarre kein Signal an, die übrigen Gitarren bleiben von dieser Einstellung aber unberührt.

Die hier vorgestellte Konfiguration erlaubt es, durch Einführung eines separaten Effektkanals, bzw. einer Effektspur, ressourcensparend zu arbeiten. Niemand verbietet es jedoch, sogar 2 Effektspuren pro Buss anzulegen, wenn noch mehr Flexibilität in der Nutzung von PlugIns gewünscht ist. Gelegentlich lässt sich der sparsame Umgang mit Ressourcen auch nicht hundertprozentig umsetzen, wenn nun mal eine einzelne Spur explizit einen bestimmten Effekt erfordert. Dann wird er halt auch nur auf diese Spur gelegt. Aber wenn dieser Effekt mehrfach im Projekt genutzt werden muss, bietet sich eine FX-Spur an. Natürlich können auch Busse selbst Effekte tragen. Ich denke da an einen Kompressor...

Sind alle erst mal gesättigt? Nein? Darf es als abschließendes, süßes Dessert noch der Hinweis sein, wie man Templates in Reaper abspeichert und bei Bedarf aufruft?

Im Drop-Down-Menü am oberen Rand des Bildschirms wähle man den Pfad File/Project templates/Save project as template (Abb. 30a) und man vergebe einen passenden Namen mit Wiedererkennungswert.



Für diese Demonstration habe ich den Namen Template-Test-klein vergeben. Daher kann ich das Template jederzeit unter dem Pfad File/Project Templates/Template-Test-klein wieder aufrufen (vgl. Abb. 30b).

Jedem sei nahegelegt, sich auch mal durch Stöbern im Manual schlau zu machen. Das hilft phänomenal. Man kann es sogar in Deutsch und Englisch von der Webseite der Firma Cockos herunterladen. - Aber das habe ich ja bereits während des Hors d'œuvres erwähnt.

Ich danke Euch für die Geduld beim Lesen und Nachköcheln und hoffe, Ihr könnt in Zukunft fleißig Gebrauch von diesem lecker Happi machen. ;-)

Gern sende ich Euch/Dir die hier konstruierte Datei Template-Test-klein als Private Nachricht (PN) im Board auch zu. Falls das der Upload nicht zulässt, dann eben eine PDF-Datei, die diesen Workshop en bloc und nicht scheibchenweise abhandelt.
 
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Sehr schöner Workshop, vielen Dank dafür!

Ich hätte aber noch eine Frage zum Routing: Soweit ich es verstanden habe, senden die Spuren innerhalb einer Ordner/Folderspur doch automatisch an diese und nicht an den Master, oder? (Daher vermutlich auch die Beschriftung "master/parent" der ersten Spalte der Routingmatrix). Könnte man sich dann nicht das "Umrouten" der Einzelspuren auf den jeweiligen Bus sparen? An sich müsste es doch reichen, lediglich die Sends zu den Effektspuren zu setzen. Oder mache ich da irgendwo einen Denkfehler? Ich bilde mir zumindest ein, das in meinen wenigen Reaperprojekten bisher so gehandhabt zu haben - ist aber schon eine Weile her, ich kann mich da täuschen.
 
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@Manul
Hm, das wäre ein Automatismus, den ich noch nicht wahrgenommen habe. Erst gestern Abend habe die Datei Template-Test-klein per Stick vom Notebook auf den großen Musikrechner transferiert, um zur Sicherheit zu checken, ob ich im Workshop keinen Mist erzähle und das alles in der Praxis auch so funktioniert wie beschrieben. Ich wollte mich ja nicht durch einen kleinen Fehler komplett lächerlich machen. :) Und tatsächlich fand ich in der "Praxis" bei der Überprüfung, dass meine "Theorie" vom Notebook ein Automuting produzierte, was ich dann als "Praxistipp" (der steht in Italic unterhalb Abb. 28) nachgepflegt habe. Aber der von Dir skizzierte Schaltungsweg ist bei mir noch nie zu Tage getreten. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass ein solcher Automatismus ja auch in der Routing Matrix sichtbar werden müsste, aber wie gesagt, das habe ich noch nie beobachtet, gehört oder gelesen. Vielleicht funktioniert das ja so bei Cubase, da habe ich aber keine Erfahrung mit.

Übrigens wollte ich die Datei "Template-Test-klein" auch für den Download zum Ausprobieren bereitstellen. Da aber offenbar Dateien mit dem Reaper-spezifischen Extender .RPP im Board nicht hochgeladen werden können, habe ich dafür JETZT cshare.de gewählt. Da bleibt die Datei 30 Tage für jeden im Abruf. Und wenn sie jemand nach Ablauf der Frist zum Test haben möchte, reicht auch eine kurze Mitteilung an mich. Dann lade ich sie nochmal hoch. Das ist eine reguläre Projektdatei. Hier ist der besagte Zugriff (13kb):

 
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Manul
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Cubase habe ich noch nie benutzt, dazu kann ich nichts sagen.

Ich habe noch mal im aktuellen Reaper-Handbuch nachgeschaut. Auf Seite 95 steht, was ich meine (inklusive Diagramm):
A folder track is created initially in the same way as any other track. You then tell REAPER to treat this as a folder track - and essentially that's it. You now have your submix (as shown here on the right). Direct output to the master from the individual “child” tracks within the folder is automatically disabled.

Das scheint also ein Arbeitsschritt zu sein, den man sich sparen kann.
 
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rbschu
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(...)
Auf Seite 95 [des Handbuchs] steht, was ich meine (...)
Das scheint also ein Arbeitsschritt zu sein, den man sich sparen kann.

Wie ich eingangs schon beschrieb, gibt es immer mehrere Wege, die nach Rom führen. Danke Dir. Ich habe die ersten Seiten ab 95 dazu mal angeschaut und stelle fest, dass diese "Automatik" letztlich nur an einem anderen Button eingreift. Im Ergebnis bleibt es gleich. Aber wie gesagt, das Manual ist immer wieder ein guter Ratgeber. Feinheiten müsste ich bei Gelegenheit mal austesten.
:popcorn2:
Übrigens freue ich mich schon auf das nächste Thema, dem ich mich in ähnlicher Weise mal annehmen kann. Es sollte nicht zu kurz, aber auch nicht ellenlang sein. Mal sehen...
 
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Christokrates
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Sehr cooler Workshop, danke für die Mühe!
 
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Noch eine Frage: Warum setzt Du die FX-Sends auf Pre-Fader? Ich finde das erst mal unintuitiv. Wenn ich z.B. die vier Vokaltracks lautstärkemäßig aufeinander abstimme, würde ich doch per default erst mal wollen, daß die Lautstärken der Hallanteile zu denen der jeweiligen Ursprungssignale passen, oder? Denkfehler meinerseits? Geschmackssache?
 
rbschu
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Pre-Fader, weil ich die Effektsends als vollwertiges, unabhängiges Signal haben möchte. Dann ist es auch möglich, überproportional viel Effekt mit wenig oder gar keinem trockenen Anteil zu bekommen (das klingt u.U. super), was aber nicht möglich wäre, wenn Post-Fader gewählt wäre. Dann wären die FX kein vollwertiges Signal, sondern abhängig vom Volumenfader. Pre-Fader im FX-Kanal ist somit flexibler als Post-Fader.
 
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Moin,
Übrigens wollte ich die Datei "Template-Test-klein" auch für den Download zum Ausprobieren bereitstellen. Da aber offenbar Dateien mit dem Reaper-spezifischen Extender .RPP im Board nicht hochgeladen werden können, habe ich dafür JETZT cshare.de gewählt. Da bleibt die Datei 30 Tage für jeden im Abruf. Und wenn sie jemand nach Ablauf der Frist zum Test haben möchte, reicht auch eine kurze Mitteilung an mich. Dann lade ich sie nochmal hoch. Das ist eine reguläre Projektdatei. Hier ist der besagte Zugriff (13kb):
Du kannst es als zip file hier hochladen.

Ist einfacher als externe hoster. :)

Danke für den Workshop. Werde den mal bei gelegenheit durchprobieren.
 
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