Sagen wir mal so: Wenn es echte Hardware-Probleme wie die mit der Tastatur sind, muss der Hersteller natürlich geradestehen (und das tut
Korg ja offensichtlich auch).
Bei allem anderen muss man unterscheiden zwischen "wie oft passiert dies und das wirklich" und "wie oft wird drüber diskutiert". Es ist halt einfach so, dass mit steigender Komplexität von solchen Monstern wie dem Kronos nunmal auch mehr Fehler sich einschleichen können. Keine Software ist wirklich fehlerfrei, und was das bei einem zu 90% auf Software basierenden Instrument bedeutet, kann man sich ausrechnen.
Damit steht Korg aber nicht alleine da. Wenn man mal nach anderen Workstations in Verbindung mit "crash" oder "freeze" etc. googlet, wird man genauso fündig wie beim Kronos. Ich behaupte mal: Jede moderne Workstation hat ihre Macken - das ist der Preis dafür, dass man ein Gerät am Rande des (zu diesem Preis) technisch machbaren bekommt.
Klar, 3000 Euro sind ne Menge Holz. Wenn man sich aber mal überlegt, was der OASYS gekostet hat, ist das schon wieder ausgesprochen preiswert. Das ist ein Preis, der nicht mehr ohne Kompromisse machbar ist.
So, und nun muss man sich überlegen: Was will ich? Will ich die eierlegende Wollmilchsau, den "heißesten Scheiß" - vor allem will ich ihn
jetzt? Dann muss ich ggf. den Preis dafür zahlen (sowohl in Euro als auch den Preis, dass vielleicht das eine oder andere noch nicht ganz ausgereift ist). Oder brauche ich um jeden Preis Stabilität und Zuverlässigkeit? Dann doch lieber auf ein bewährtes System zurückgreifen, was meinen Anforderungen entspricht. Das ist so ungefähr wie der Vergleich Käfer ("läuft und läuft und läuft" - gut, heute wär's vielleicht der Golf oder ein Japaner aus der oberen Abteilung der Pannenstatistik) gegen einen Murcielago.
Wer ein Gerät vom Schlage des Kronos haben will und gleichzeitig höchste Ansprüche an Stabilität und Zuverlässigkeit stellt, muss vielleicht einfach noch warten. Man wird dann nur womöglich feststellen, dass der Zeitpunkt nie kommt. Wie gesagt: andere Synths haben auch ihre Macken oder stürzen mal ab - das war auch schon vor 30 Jahren so.
In der Tat passiert das allerdings - verglichen mit anderen Instrumenten - relativ selten. Insofern sind wir Tastenleute da vielleicht zu verwöhnt. Ich meine, kein Gitarrist würde sich doch sonst einen Röhrenamp kaufen, da sind sogar Verschleißteile drin - man weiß nie, ob der Amp nicht irgendwann Mucksmäuschenstill ist - und der Röhrenwechsel dauert länger als 2-3 Minuten. Eine gerissene Saite mag vielleicht auf den ersten Blick nicht so schlimm sein. Aber lass das mitten im Solo passieren oder mit einem Tremolo, wo sich dann gleich die ganze Klampfe bis zur Unkenntlichkeit verstimmt... Da muss man gelassen drauf reagieren.
Nichtsdestotrotz sollte man vom Hersteller natürlich erwarten dürfen, dass bekannte Bugs so bald wie möglich behoben werden...