Deutschrock der 70er Jahre, Equipment, Instrumente, Preise?

Friedel1525
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Ich schreibe einen Krimi. Inhalt: 2021 wird beim Abriss eines Hauses eine Leiche gefunden. Es ist der Drummer einer Deutschrock Band, die in den 70ern in dem Haus in einer Kommune lebten.
Ich benötige Infos zu:
Was benötigte eine semiprofessionelle Band (Lead- Rhythmus- und Bassgitare und Drums) in den 70ern an zusätzlichem Aquickment wie Verstärker usw. und wie teuer waren damals die Anschaffung von Gitarre, über Mikrophon, Verstärker usw.
 
Eigenschaft
 
Hi & willkommen im Forum!

Was ist das? ;)
Vllt. solltest du dich zunächst mal mit den „Fachbegriffen“ auseinandersetzen.

Ich vermute mal, du meinst „Equipment“ = Ausrüstung & Co.
 
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Um eine möglichst realistische Einschätzung geben zu können müsste man wissen, in welchem Land der Krimi spielt. Also Deutschland oder zb England.
 
Scho geil hier! Stellt einer ne Frage nach technischen Möglichkeiten, kriegt er ungefragt die Kosten um die Ohren gehauen. Kaum will einer kreativ werden und fragt nach konkreten Kosten, wird seine Idee und Fragestellung hinterfragt. Scheinbar haben hier viele Amnesie, obwohl sie die entsprechende Zeit selber erlebt haben und damals ihr erstes Ekwibment gekauft haben. Echt jetzt?!...

:eek::ugly::engel:
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Sorry, zu konkreten Preisen in der Zeit kann ich leider nichts sagen. Ich habe so 1979 erst mit klassischer Geige angefangen. Wie man sich denken kann, habe ich mir damals das Instrument oder den Unterricht ausgesucht oder bezahlt...
 
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Ok, gehen wir mal davon aus, da es ne Deutschrock Band ist, dass es auch in Deutschland spielt. Dann würde ich mal nach Echolette und Dynacord googeln, Drums zu der Zeit könnte ich mir Pearl oder Sonor vorstellen. Ich würde mal Bilder von den Bands damals googeln, wenn es Bühnen Fotos sind kann man oft was erkennen.
Ist die Band professioneller Unterwegs, sprich hat mehr Kohle wäre Hiwatt / Marshall für Gitarre und Ampeg für Bass möglich.
Ich war damals auch noch nicht dabei, aber Instrumente und Verstärker waren für den normal Sterblichen extrem teuer. Nicht so wie heut, wo du für ne Taschengeld ne E-Gitarre kaufen kannst. Da musste man lange sparen es gab eher Material für Profis- Gebracht war sicher auch nicht so einfach, weil nicht so viele Leute überhaupt Instrumente hatten und man auch nicht im Internet nach Gebrauchtsachen suchen konnte.

aber bastel mal an der Story und frag ggf geziehlt nach, wenn du was einbauen willst. Am besten kann man im Kontext einbinden, was konkret in dem jeweiligen Fall Sinn macht.

Ich finde es übrigens ziemlich löblich, sich für sowas zu erkundigen, ich bin immer wieder genervt, wenn in Büchern oder Filmen da totaler Quatsch steht oder zu sehen ist.
 
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Mikrophone (schrieb man damals noch so): Sennheiser..., vielleicht Beyer, AKG
Bei Bass-Amps fällt mir noch Solton ein, bei Boxen Stramp Hercules.
 
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Amps: FBT, Sound City
Orgeln/Keys: Hohner, Farfisa, Dr.Böhm :D neben den Fernostmarken wie z.B. Yamaha, Korg & Co.
Instrumente waren oft Fernostkopien u.a. Ibanez & Aria waren da gut vertreten.
Oder man grriff auf "älteres" von Teisco und die berühmten "Herticasters" zurück.
Deutsche Firmen wie Höfner, Klira u.ä. gab es auch noch jede Menge.
PAs wie heute gab es kaum, ausser bei sehr großen Acts. Die Instrumente wurden auf der Bühne verstärkt,
nur der Gesang kam über spezielle Gesangsanlagen.
Es gab jede Menge von Spiralkabeln bei der Verbindung zwischen Instrument und Amp :D
 
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Ich versuchs mal:

Alles Neupreise 1976

Gitarren:

Fender Precision Bass 895 DM
Fender Stratocaster 985 DM

Amps/Boxen:

Marshall 100W Amp Topteil 890 DM
Marshall 4x12 Box 890 DM

Orange Grafix Topteil 1280 DM
Orange 4 x 12 580 DM

Fender Twin Reverb 1900 DM

Peavey Bass Amp Combo 1120 DM

FX: Morley Power Wah 295 DM

Gesangsanlage:
Amp Dynacord Eminent II 1750 DM
PA Boxen (finde ich nix, aber Hausnummer 1500 DM für 2 Boxen)

Mikro Shure S 565 240 DM

Drums:
Sonor Super Champion (1973) 2500 DM
Beckensatz Paiste ca. 1000 DM

Quellen u.a.
https://ia802905.us.archive.org/4/items/fachblattmusikmagazin441976/Fachblatt Musikmagazin 44-1976.pdf
http://www.sonormuseum.de/wp-content/uploads/2019/11/SONOR_Preisliste_1973.pdf

Nachtrag:
wen es interessiert, noch ein paar Preise mehr:

Musikzeugs 1975-1979

Dazu muss man aber wissen, das der durchschnittliche Jahres Nettolohn (Steuerklasse 1) 1975 bei ca. 7700 € und 1980 bei ca. 10000 € lag.
Quelle: https://de.statista.com/statistik/d...e/jahresarbeitslohn-in-deutschland-seit-1960/


Shure SM 57 260 DM
Shure SM 58 329 DM
AKG D 12 325DM
Mikro Kabel 5m 13 DM

Wurlitzer Piano 1950 DM
Rhodes 72 2150 DM
Arp Odyssee 3190 DM
Mini Moog 3500 DM
Poly Moog 9600 DM

Highwatt Combo 50 Watt, 1x12 1050 DM
Vox AC30 960 DM

Gibson SG Custom 1750 DM
Gibson Firebird 1900 DM
 
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Sehr schöne Übersicht, nur beim Lohn hast Du die €-Nominalwerte eingetragen, die DM-Werte waren also knapp doppelt so hoch. Trotzdem sehr eindrucksvoll...
 
Dazu muss man aber wissen, das der durchschnittliche Jahres Nettolohn (Steuerklasse 1) 1975 bei ca. 7700 DM und 1980 bei ca. 10000 DM lag.

Ich hoffe ja, dass die fiktive Band mit der Leiche aus dem Westen kam. ;)
Im Osten konnte man das alles zwar auch bekommen, aber so „flüssig“ waren
nur wenige, weil der Westpreis mit 5-9 multipliziert werden musste.
Zur Relation: Eine Volltagsverkäuferin hatte ca. 400-450 Mark Ost im Monat.
Und der „Schleuser“ wollte meistens auch noch was verdienen.
Ich habe noch in Erinnerung, was ich öfter gezittert habe, wenn ich meine Lieferung erwartet habe und es klingelte: Ist das jetzt die Stasi oder kommt mein teuer bezahltes Equipment? :fear:
 
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@Rostl Wir wollen doch nicht den Krimiautor total durcheinander bringen. :D
Sonst muss er vielleicht 2 Bücher schreiben, oder noch viel schlimmer:
Vor Ort recherchieren...:fear:
... und weil wir hier so schön am blödeln und OT sind:
2021 wird beim Abriss eines Hauses eine Leiche gefunden. Es ist der Drummer einer Deutschrock Band schrieb:
Im Western wäre das das Ende eines Falschspielers . :D :engel:
 
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LEM Baby, 8 Kanäle, meist mit 3poligen DIN Eingängen, integriertes Bandecho:
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Konnten sich nur die Tanzmucker leisten. Aber es geht hier ja um semi-profs. Und Sennheiser MD441 und MD421 waren die passenden Mikrofone dazu, wenn auch kaum leistbar, weil der Mercedes unter den Mikrofonen. Wohl dem, der heute noch welche davon hat.
 
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Ja, die kleine LEM! :great:

über die habe ich euch ein paar Jahre gesungen!

Bis dahin musste mein WEM Copicat herhalten :D
 
Spannende Fragen und Antworten!

Ich gebe nur zu bedenken: Auch wenn ich in den 70ern erst 3 - 13 Jahre alt war, verbinde ich Kommunen eher mit wenig Geld.
Da würde ich also das Topequipment dieser Zeit ausschließen, also etwa Marshall oder Vox-Gitarrenverstärker, Alembic Bässe, Ludwig Drums, wohl auch Gibson, Fender, Rickenbaker usw.

Billig waren damals Kaufhausgitarren a la "Hertiecaster". Wenn die Band aber schon halbprofessionell unterwegs war, dann vielleicht mit diesen deutschen Gitarren der 50er und 60er a la Höfner, Hopf oder einem der vielen japanischen Hersteller wie Ibanez, damals stand Japan noch für preiswerte Kopien.

Vielleicht können Zeitzeugen auch sagen, ob Kommune und Deutschrock zusammenpasst. Haben die in den (nach meinen Vorurteilen eher politisch linken) Kommunen so etwas gespielt?

Bin gespannt auf die weiteren Antworten!
 
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Der Begriff "Deutschrock" kann eigentl. von links bis rechts weit gefächert gesehen werden, wobei ich gar nicht weiß,
ob es zu dieser Zeit schon "bekannte" rechte Bands gab. Man kannte halt Punk & Co als "extreme" Musik, aber die waren
ja alle eher links als rechts.

Vllt. ist eher der Begriff "Krautrock" passender, der so in etwa die progressive Rockmusik aus dieser Zeit umfasst.
 
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Österreich:
Wien:
1972-1976

Austrovox 50 W Verstärker 2000.- (gebraucht)
Austrovox 200 W Box 2000.- (gebraucht)

Hiwatt 200 W Amp mit 4x12 Cab 10000.- (neu Sonderangebot)
Acoustic 200 W Amp mit 4x12 Cab und 2x45 W Hörnern 21000.- (gebraucht)

Fender Telecaster (Butterscotch blonde/whiteguard) 7000.- (gebraucht)

Bei den anderen Sachen fallen mir die Preise nicht mehr ein.
Mu-Tron 1000.- (gebraucht) glaube ich.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Kommune und Deutschrock

Grobschnitt, Can, Ihre Kinder, u.v.a. (meine ich)

Eigentlich war bei uns (in Österreich) damals (70er) jeder in irgendeiner Art von "Kommune".
Anders war ja das Überleben als "Langhaariger" ja fast gar nicht möglich.

Das musste nicht zwangsweise zusammenleben in Permanenz bedeuten.
Aber alles war kommunal also gemeinsam.

Vieles Equipment wurde so es möglich war immer geteilt.
Wenn man seins gerade an einem Tag nicht brauchte und Freunde hatten einen Auftritt "musste" man es herleihen.
Also nicht wirklich "müssen" aber es gab da schon so einen gewissen gesellschaftspolitischen Antrieb Eigentum als etwas zu sehen das man hatte um es zu teilen.

So war das damals bei uns. :nix:
 
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Deutschrock Band, die in den 70ern

Das solltest du zeitlich präzisieren. Ganz am Anfang der 70er waren Equipment und INstrumente deutscher und italienischer Hersteller (z.B. Git. Höfner, Git. Framus, Stramp-Amps, GEM-Orgel, Dynacord- und LEm-PA, Farfisa-Orgel, Trixon-Drums ...) noch weit verbreitet. Eine nagelneue Fender Strat kostete 1971 noch unbezahlbare 1700,- DM und es gab deshalb nur lokale Gerüchte über angebliche Besitzer ("In Hannover-Garbsen soll es einen geben, der angeblich eine Fender Stratocaster besitzt").

Das änderte sich bereits ab 1973 rasch zunehmend Richtung britisch und amerikanisch, da zunehmend second-hand bezahlbar war, wenn man seine Schülersparbuch auflöste und in den Ferien einen mit 8 DM gut bezahlten Ferienjob ergattern konnte (ca. 1974: Fender Strat 700 DM, Vox AC 30 600 DM).

In meiner Schülerband von 1974 waren bereits Vox AC 30, Fender Twin Reverb, Fender Strat und Gibson SG im Einsatz. Man gab dafür aber sein "letztes Hemd", was auch ging, weil man ja keine weiteren Hobbykosten wie heute (Handy, Online, Byke und andere Moden etc.) zu finanzieren hatte. Dynacord hielt sich als PA (damals "Gesangsanlage") aber noch etwas länger auf den Bühnen, weil die Boxen klasse waren und diese mit dem Verstärker "Gigant" reichlich Power boten. Es ist allerdings relativ unwahrscheinlich, dass spätestens nach diesem Zeitpunkt noch Bands Equipment aus den 60ern/frühen 70ern in auffälligem Umfang benutzten.

Zudem muss man die Ausnahmen beachten. Die Scorpions z.B. - also eine "Deutschrockband" der ersten Stunde - spielten spätestens ab 1971 schon Marshall-Türme. Außerdem bestimmte der Wohnort auf jeden Fall das Angebot. Die Chance, in den damaligen Hochburgen Hamburg oder Hannover angesagtes Equipment zu erstehen, war damals natürlich ungleich größer als wenn man in Kassel oder Passau wohnte. Mein erster Vox AC30 z.B. hatte zuvor Michael Schenker und Uli Roth gehört. Weil die quasi um die Ecke wohnten. Asonsten fuhr man zum angesagtesten Händler jender Zeit - Amptown an der Alten Wöhr in Hamburg. Oder man kaufte sich eine Wochenendausgabe einer Hamburger Zeitung, weil damals der Kleinanzeigenteil von Tageszeitungen DER Umschlagplatz für Equipment war.
 
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