diatonische Fortschreitungen

von NoUse22, 01.03.05.

  1. NoUse22

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    Erstellt: 01.03.05   #1
    hallo,

    leider hab ich im Internet wenig vernünftiges im Zusammenhang zu "diatonischen Fortschreitungen" gefunden. Diesen Begriff muss ich allerdings für die Schule, weshalb auch immer, erklären können. Unser Unterricht in Musiktheorie ging etwas an diesem Thema vorbei, also sollen wir uns selbst erkundigen was ich auf diesem Weg mache, da alle Musiktheoriebücher und Online-Lexikas etwas verschiedene Sachen dazu schreiben.

    Was auch noch interessant wäre, wären Beispiele aus dem Jazz, wo diatonische Fortschreitungen benutzt werden.

    Mein bisheriges Ergebnis sieht wie folgt aus:

    [font=Arial, sans-serif]Harmonische Fortschreitungen die ausschließlich Töne einer Tonart enthalten, werden als diatonisch bezeichnet.[/font][font=Arial, sans-serif]Die diatonische Tonleiter ist „unsere“ Gebrauchstonleiter, das heißt, man wählt die 7 Halbtonschritte aus den 12 Halbtönen der Oktave aus. Eine Tonleiter ist deswegen diatonisch, weil jeder Ton einen Ganzton oder Halbton höher ist, als sein Vorgänger. Sehr oft sind diatonische Tonleitern zugleich modal und lassen dadurch eine Aufteilung in 5 Ganz- und 2 Halbtonschritte und die Bestimmung des Tongeschlechts (Dur oder Moll) zu. [/font][font=Arial, sans-serif]Eine Tonleiter ist deswegen Modal, weil jeder Ton sich auf Grund einer Harmonie ergibt, z.B. der 2. Ton ist die Quinte über der Dominanten, der 3. Ton ist die Terz über der Tonika, usw.[/font]

    Ich würde mich um eine kleine Korrektur freuen :-)
     
  2. Cudo

    Cudo Mitgliedschaft beendet

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    Erstellt: 01.03.05   #2
    Hallo NoUse22,

    Deine Definition:
    Harmonische Fortschreitungen die ausschließlich Töne einer Tonart enthalten, werden als diatonisch bezeichnet.

    Meine Definition:
    Akkordfortschreitungen, die ausschließlich Tonmaterial einer heptatonischen Tonleiter benutzen, werden als diatonische Akkordfortschreitung bezeichnet. Besagte heptatonische Tonleiter muss allerdings durch Übereinanderschichten von reinen Quinten rekonstruierbar sein.


    Erklärung:
    Heptatonische Tonleiter = Siebentonleiter
    Eine Siebentonleiter könnte z.B. sein:
    C, Db, E, F, G, A, B
    Das wäre allerdings keine diatonische Siebentonleiter, da sie nicht durch Schichtung mit reinen Quinten rekonstruierbar ist.
    Die Auflösung des Rätsels liegt also in der Quintschichtung.
    Schichtet man 7 Töne in reinen Quinten übereinander bekommt man eine bestimmte Auswahl von Tönen.

    Beispiel:
    F, C, G, D, A, E, B
    Legt man diese 7 Töne nun auf engsten Raum zusammen erhält man:

    F, G, A, B, C, D, E (Lydisch)
    oder
    G, A, B, C, D, E, F (Mixolydisch)
    oder
    A, B, C, D, E, F, G (Aeolisch)
    oder
    B, C, D, E, F, G, A (Lokrisch)
    oder
    C, D, E, F, G, A, B (Ionisch)
    oder
    D, E, F, G, A, B, C (Dorisch)
    oder
    E, F, G, A, B, C, D (Phrygisch)

    Dies sind alle 7 diatonischen Tonleitern die aus dem Tonmaterial F, C, G, D, A, E, B hergeleitet werden können, inklusive unserer Dur und Molltonleiter auf denen die traditionelle funktionale Harmonielehre aufbaut. Demzufolge sind alle 7 Modi (Kirchentonleitern) diatonische Tonleitern.




    Deine Aussage:
    Die diatonische Tonleiter ist „unsere“ Gebrauchstonleiter, das heißt, man wählt die 7 Halbtonschritte aus den 12 Halbtönen der Oktave aus.

    Was meinst Du mit „unsere“? Europäische? Deutsche?
    Was meinst Du mit „Gebrauchstonleiter“ ? Ich als Jazzpianist gebrauche viele verschiedene Tonleitern. Des Öfteren auch die Ganzton-Halbtonleiter oder eine pentatonische Tonleiter. Ich habe also viele „Gebrauchstonleitern“. ;-)
    "7 Halbtonschritte aus den 12 Halbtönen". Versteh' ich nicht.

    Ich an Deiner Stelle würde diesen Satz ganz streichen.



    Deine Aussage:
    Eine Tonleiter ist deswegen diatonisch, weil jeder Ton einen Ganzton oder Halbton höher ist, als sein Vorgänger.

    Auch dieser Satz kann gestrichen werden da er schon in meiner Definition abgehandelt wurde.


    Deine Aussage:
    Sehr oft sind diatonische Tonleitern zugleich modal und lassen dadurch eine Aufteilung in 5 Ganz- und 2 Halbtonschritte und die Bestimmung des Tongeschlechts (Dur oder Moll) zu.

    Der Begriff "modal" bedeutet "auf einen Modus bezogen" und ergibt so wie Du ihn einsetzt hier keinen Sinn.
    Durch die Definition der Quintschichtung (siehe Definition) ist die Lage der 2 Halbtonschritte und 5 Ganztonschritte innerhalb einer diatonischen Tonleiter vorbestimmt.
    Alle diatonischen Tonleitern haben 2 Halbtonschritte. Alle diatonischen Tonleitern lassen eine Bestimmung ihres Geschlechts zu.


    Deine Aussage:
    Eine Tonleiter ist deswegen Modal, weil jeder Ton sich auf Grund einer Harmonie ergibt, z.B. der 2. Ton ist die Quinte über der Dominanten, der 3. Ton ist die Terz über der Tonika, usw.

    Nochmals, der Begriff "modal" bedeutet "auf einen Modus bezogen" und ergibt so wie Du ihn einsetzt hier keinen Sinn.
    Die Funktionen der einzelnen Töne einer diatonischen Tonleiter ergeben sich aus der Terzschichtung. Bitte Suche unter dem Begriff "Terzschichtung" im Forum und Du wirst fündig!

    CIAO
    CUDO
     
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