DIY-Fotolovestory "Mein neues Pedalboard" - Teil 873

von Jacky Thrilla, 04.01.17.

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  1. Jacky Thrilla

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    Erstellt: 04.01.17   #1
    Pedalboard bauen
    Pedalboards bauen macht Spaß, diese Tatsache kombiniert mit dem für Gitarristen üblichen G.A.S. führt - wie in meinem Fall – oft zu planlosem drauflos basteln. Wenigstens ein Gutes hat’s: Aus Fehlern lernt man. Damit andere Pedalboard-Bauer nicht in die gleichen Fallen tappen wie ich, hier ein kleines Tutorial, wie ich die Sache beim zweiten Mal angegangen bin.

    Benötigtes Werkzeug

    - Seitenschneider
    - Spitzzange
    - Cuttermesser
    - Verschiedene Schraubendreher
    - Lötkolben
    - Lötzinn
    - Halterung für die Klinkenstecker (Pappdeckel z.B.)
    - Kordel zum ausmessen der Patchkabellängen
    - Durchgangsprüfer oder Gitarre & Stimmgerät (funzt auch!)

    Abb. unten: Meine "dritte Hand"

    board_005.jpg

    =========================================

    DIE PLANUNGSPHASE


    1. Anforderungen an das PB:
    Als erstes sollte man sich darüber im Klaren sein, was das PB tun soll. Klingt erst mal banal, so ein PB soll in der Regel den Klang verändern, den Sound schick machen. Also ein IKEA-Regalbrett gekauft, schwarz angesprüht, die Pedale mit Klettband draufgewichst, 10er Packung Patchkabel für 8 Euro gekauft, fertig!

    Wer damit zufrieden ist, sollte nun aufhören zu lesen. Viel Spaß mit Deinem neuen Pedalboard!

    Alle anderen dürfen gerne weiterlesen.

    Meine Herangehensweise war da etwas differenzierter. Ich hab mir überlegt, welche Sounds ich für meine Band(s) überwiegend benutze und wie ich diese Sounds „herstelle“. Erst mal einen Zettel her, Bleistift gespitzt und aufgeschrieben:
    - Cleansound: Kompressor, etwas Hall, ggf. etwas Delay, ggf. Mod-FX, ggf. Filter-FX
    - Crunch: Kompressor, Overdrive, ggf. etwas Hall, ggf. Mod-FX, ggf. Filter-FX
    - Dirty Rhythm: Kompressor, Overdrive, ggf. etwas Hall, Gate
    - Heavy Rhythm: Distortion, ggf. Hall, Gate
    - Lead: Gate, Kompressor, Distortion, Mid-Boost, Hall, Delay
    - Zusätzlich: Volumepedal, Looper, Tuner

    Das entspräche jetzt mal grob den Vorstellungen, wie ich mir meine Grundsounds basteln würde.
    Wenn man sich das so ansieht, wird einem relativ schnell klar, dass das Umschalten von einem Sound zum anderen mit dem berühmt berüchtigten Steptanz verbunden sein wird. So was geht nur mit einem FX-Looper/Switcher.
    Bei meinem ersten Pedalboard war das mein teuerster Fehler. Ich hatte mir den größten, besten, schicksten FX-Looper/Switcher gekauft, den man für Geld kriegen konnte, hat >500 EUR gekostet. Das Ding war am Ende total overpowered, wahnsinnig kompliziert, viel zu groß und daher vollkommen ungeeignet.

    In der Zwischenzeit hatte ich ein Pedalboard für einen Kumpel gebaut, das Presets inkl. Channel-Switching beim Amp erledigen sollte und war auf das Joyo/HarleyBenton FXL8 Pro gestoßen. 8 FX-Loops, 2x Amp-Trigger und MIDI, dazu noch relativ kompakt in den Maßen, Herz was brauchst Du mehr?
    Der FXL8 Pro wird also mein Herzstück sein, um das herum ich das PB aufbaue.

    Betrieb an normalem Amp inkl. Send/Return und Betrieb am Kemper
    Da ich neben einem Röhrentop und besagtem Mesa Studio Caliber .50 noch einen Kemper Amp besitze, war/ist es mir wichtig, dass man das Pedalboard nachher ohne großen Aufwand sowohl Inline (alles vor dem Preamp) als auch „im FX-Loop“ betreiben kann.

    2. Welche Pedale werden verbaut?
    So, damit ihr auch was vom meinem G.A.S, abbekommt, hier meine Liste der verwendeten Pedale:

    Looper/Switcher
    - Harley Benton FXL8 Pro – 8 Loops, teilbar in 2x 4 Loops, damit man Pedale vor den Preamp und in den FX-Loop des Amps legen kann -> sehr geil!
    Tuner out, 2x Amp-Trigger für das Channelswitching am Amp, man kann sogar die Polarität der Trigger ändern -> Funktioniert z.B. mit einem Hughes & Kettner Tubemeister perfekt, ich werde das Board an einem Mesa Studio Caliber .50 verwenden, der hat 2 Kanäle.
    MIDI out um nachher bei meinen Strymon Mobius die Presets zu schalten

    Filter Effekte:
    - Boss PS-6 – Harmonizer, Oktaver, Detune und Pitchbend

    Abteilung Attacke:
    - Suhr Riot Distortion Pedal – für alles was rockt und singt
    - Suhr KokoBoost – mein Booster für alle Fälle, harmoniert perfekt mit dem Riot
    - Boss MT-2 – für die ultrafiesen Heavyriffs in dropped Tuning und für die Heavy-Solos

    Modulations Effekte:
    - Strymon Mobius – das „einmal bitte Alles!“-Effektpedal: Phaser, Flanger, Chorus, Tremolo, Destroyer, und etliche weitere Mod- und Filter-FX.
    - Mooer Soul Shiver – klein aber fein, Chorus, Vibrato und Rotary, weil ich diese Effekte mit denen vom Mobius kombiniere
    - TC Electronic Alter Ego – programmierbares Delay
    - TC Electronic Trinity 2 - programmierbares Reverb

    Kompressor:
    - Diamond Guitar Pedals Compressor Jr.

    Noise Gate:

    - TC Electronic Sentry Multiband Gate mit FX-Loop

    Tuner:
    - TC Electronic Polytune Mini

    Isolation Box
    - PALMER PLI01

    3. Wie groß muss das Pedalboard sein?

    Nachdem ich mir also darüber im Klaren war welche Pedale auf meinem Board stehen sollen wollte ich herausfinden wie groß es sein muss. Das war beim letzten Mal eine der vielen Fehlerquellen. Außerdem bin ich ein fauler Hund und das Board sollte nicht größer sein, als notwendig, wegen der Schlepperei.
    Was tun, sprach Zeus? „Schnapp Dir einen Block und einen Bleistift und mache eine maßstabsgetreue Skizze Deines Boards!“. Echt jetzt. Ich habe alle meine Pedale ausgemessen, inkl. des Platzes, den die Klinkenstecker und die Stromversorgung nachher auf dem Board benötigen werden. Alles aufgezeichnet, ausgeschnitten und versucht, es so zu arrangieren, dass alles passt.

    Abb. unten: Die maßstabsgetreue Skizze, mit der ich die Größe des Board berechnet habe
    board_004.jpg

    Dabei habe ich festgestellt, dass ein Pedalboard der Maße 60cm x 40cm haargenau passen würde. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Palmer Pedalbay Boards gut und günstig sind, m.M.n. viel besser, als die teureren und unflexibleren Alubretter von z.B. Pedaltrain.

    4. Die Stromversorgung
    Was viele nicht wirklich bedenken, und was mich auch teuer zu stehen kam, war die Wahl der Stromversorgung auf dem ersten Pedalboard. Man sollte vorher recherchieren, welche Pedale mit wie viel Volt laufen und wie viel Ampere sie ziehen.
    Insbesondere die Overdrive- und Distortionpedale benötigen bis zu 18 Volt. Klar, man kann sie auch mit 9V betreiben und nicht zuletzt gibt es auch Freunde, die ihre Fuzzpedale im „sagged“ Modus laufen lassen, also mit weniger als 9V. Letztendlich Geschmackssache. Wenn man – wie ich – seine Distortionpedale (Suhr Riot und den KokoBoost) mit den möglichen 18V betreiben möchte, braucht man natürlich eine Stromversorgung, die das kann.

    Beim ersten Pedal hatte ich noch ein Vodoolabs Pedalpower 2plus, das mir im Nachhinein einiges Kopfzerbrechen gekostet hat. So musste ich die spärlich vorhandenen 9V Anschlüsse brücken, um eine 18V Versorgung zu bekommen.

    Wenn man dann noch Pedale hat, die mehr als 250mA ziehen (Strymon Mobius), kommt man mit dem Vodoolabs Pedal Power 2plus definitiv an die Grenzen.

    Die Lösung für das Problem kommt aus dem Hause Palmer und heißt PWT-08: 2x 9/12/18V Anschlüsse für die Suhr Pedale und 6x isolierte 9V Anschlüsse für die restlichen FX-Pedale. Jeder Output liefert bis zu 500mA, insgesamt aber max. 2000mA (2A) für das komplette Netzteil.

    Also auch hier wieder Block und Bleistift raus und rechnen. Ich komme auf eine Gesamtlast von max. 1210 mA (max. 11,8W) für die genannten Pedale, passt!

    Power consuption der einzelnen Pedale:
    - FXL8 Pro: 9V, 240mA (2,16 W)
    - Suhr Riot: 18V, max. 50mA (<0,9W)
    - Suhr KokoBoost: 18V, max. 50mA (<0,9W)
    - TC Electronic Sentry, Alter Ego und Trinity2: 9V, max. 100mA (<2,7W)
    - TC Electronic Polytune Mini: 9V, 40mA (0,36W)
    - Diamond Compressor Jr.: 9V, 15mA (0,14W)
    - Boss PS-6: 9V, 45mA (0,41W)
    - Boss MT-2: 9V, 20mA (0,18W)
    - Mooer Soul Shiver: 9V, max. 150mA (1,35W)
    - Strymon Mobius: 9V, 300mA (2,7W)

    Folgende Pedale schließe ich per Daisychain an:
    - TCE Alter Ego
    - TCE Trinity 2
    - Diamond Comp. Jr.
    - Boss MT-2
    - Boss PS-6

    Diese Pedale bekommen einen eigenen Anschluss ans Netzteil:
    - FXL8 Pro
    - Mooer Soul Shiver
    - Suhr Riot
    - Suhr KokoBoost
    - Polytune Mini
    - Strymon Mobius
    - TCE Sentry

    Somit hat das Netzteil noch genug Reserven, um nachher ggf. Pedale durch andere auszutauschen, bzw. weitere Pedale anschließen zu können, die man neben das Pedalboard stellen kann, so evtl. das Ernie Ball MVP 6182, das noch extern dazu kommt.

    Abb. unten: Damit habe ich die Strom- und die Kabelwege geplant, geprüft, wo Engstellen entstehen.
    board_002.jpg

    5. Stecker und Kabel
    Bei meinem ersten Versuch eines Pedalboards habe ich mich dazu verleiten lassen, sogenannte „solderless“ Kabel zu verwenden. Ich habe mir zwei Kits gekauft, was sich für mich nachher als „rausgeschmissen Geld“ erwiesen hat.
    Zum einen sind bei mir (bei anderen mag das viel besser klappen) ständig irgendwelche Kabel ausgefallen. Zum anderen hat man den Hintergedanken, dass man zwar sau teure Instrumentenkabel verwendet, aber auf dem Pedalboard mit 0,2-quadrat Kabeln herumhantiert, die nicht gelötet sind und damit eine „suboptimale“ Leitungsverbindung haben.

    Daher mein Rat:
    Leute, kauft Euch gescheites Kabel, gescheite Stecker und einen Lötkolben. Ich konnte auch nicht löten, aber wenn man mal zwei, drei Stecker verlötet hat, geht das sehr gut. Außerdem ist man hinterher auch sicher, dass die Kabel topp sind und schließlich ist Löten keine Raketenwissenschaft.

    Kabel:
    Als Kabelmaterial habe ich mich für das Sommer Cable The Spirit XXL entschieden. Aufpassen beim Einkauf! Als Meterware EUR 2,60, als Komplettkabel mit 2 Steckern (20m Länge) EUR 39,-. Damit bleibt auch genug übrig, um nachher noch 2 Instrumentenkabel in guter Qualität zu löten!
    Das Kabel kommt mit einem dicken PVC-Mantel, ordentlich geschirmt und durch den 0,75-quadrat Innenleiter sollte es auch ordentliche Leitungswerte haben.
    (Nachzulesen hier: http://shop.sommercable.com/Kabel/Meterware-Instrument/Instrumentenkabel-SC-Spirit-XXL-300-0071.html)

    Stecker:
    Als gerade Klinkenstecker habe ich die Neutrik Rean NYS 224 BG gewählt. Als Stecker für ein Instrumentenkabel wären sie definitiv nicht meine erste Wahl, weil sich die Schraubhülsen leicht lösen. Aber sie lassen sich sehr gut verlöten und sie bauen recht kurz, was sie als gerade Klinkenstecker für ein Pedalboard prädestiniert. Außerdem kosten sie nur EUR 2,- das Stück.
    Um die Pedale anzuschließen, habe ich mich für die Hicon HI-J63MA05 entschieden. Die sind auch recht einfach zu verlöten und sind m.M.n. die Winkelstecker, die am wenigsten Platz einnehmen auf dem Board. Auch hier gilt wieder: Als Instrumentenkabelstecker wären diese Stecker NICHT meine erste Wahl, weil die Zugentlastung wohl nicht so taugt. Aber auf dem Board ist nachher alles fest verkabelt, da spielt die Zugbelastung keine Rolle.

    Abb. unten:"Steckerwirtschaft"
    board_007.jpg

    6. Der Effektweg (FX-Chain)
    Der Effektweg, also die Anordnung der Effektpedale ist zum Teil eine echte Glaubensfrage und am Ende des Tages auch reine Geschmackssache. Dennoch gibt es ein paar Überlegungen, die für mich absolut Sinn machen, andere mögen das anders sehen.
    Ich habe die Anforderung an mein Pedalboard, dass das fertige Signal am Ende des Pedalboards und vor der Endstufe des Amps so sauber wie möglich ist. Also möglichst brumm- und quietschfrei. Ich gebe das Signal in das Pedalbord mit Hilfe verschiedener Gitarren ein, ne Strat ist auch dabei und die hat – wie sich das für eine Custom Shop gehört – keine Noiseless Pickups. Ergo macht die Klampfe mit steigendem Verzerrungsgrad Radau. Kann sein, dass das manche mögen, ich mag’s nicht, daher geht bei mir ohne Noise Gate nix.

    Abb. unten:Hier kann man meine Überlegungen zum Thema Signalweg erkennen
    board_003.jpg

    Allgemeine Überlegungen zum Effektweg (FX-Chain)
    Generell bin ich mittlerweile der Meinung, dass man Effekt so anordnen sollte:
    [Gitarre] --> [Filter-FX] --> [Verzerrer] --> [Modulation] --> [Time based FX] --> [Amp]

    Man kann das Ganze verfeinern und sagen, dass man Filter und Verzerrer VOR dem Preamp des Verstärkers haben möchte und die Mod- und Time-based-FX (Reverb, Delay) NACH dem Preamp und VOR der Endstufe. Also so hätt’ ich es gerne:
    [Gitarre] --> [Filter-FX] --> [Verzerrer] --> [Preamp] --> [Amp Send] -->[Modulation] --> [Time based FX] --> [Amp Return]

    Ich möchte jetzt noch ein Noise Gate einbauen, damit alles schön brumm- und quietschfrei wird. Daher habe ich mich für ein Gate mit FX-Loop entschieden und so eingebaut:
    [Gitarre] --> [Noise Gate] --> [Filter-FX] --> [Verzerrer] --> [Preamp] --> [Amp Send] --> [Noise Gate] --> [Modulation] --> [Time based FX] --> [Amp Return]

    ACHTUNG GROUND-LOOP!
    Wenn man ein Noise Gate derart einbaut, kann es passieren, dass man einen wunderbaren Ground-Loop erzeugt, der sich mit einem schönen 50Hz-Brummen bemerkbar macht. Auch das ist wiederum Geschmackssache, manche Gitarristen mögen das vielleicht! Ich mag es nicht.
    Daher habe ich mir eine Palmer PLI-01 Isolation Box gekauft und an die Stelle eingebaut, wo das fertige Pedalboard Signal an den Amp-Return geführt wird. Die Iso-Box unterbricht die Erdung, der Ground-Loop ist nicht mehr vorhanden.
    Wer Elektrotechnisch fitter als ich ist, kann auch den Ground-Loop an anderer Stelle unterbrechen.
    Der Ground-Loop tritt nicht auf, wenn man die Amp-Vorstufe aus dem FX-Weg des Noise Gate herauslässt und nur die Verzerrerpedale daran anschließt, so, wie das die Hertseller i.d.R. auch vorschlagen.

    Der finale Effektweg en Detail:
    Vor dem Preamp:

    [Gitarre] --> [Input Noise Gate Send] --> [Kompressor]--> [Boss PS-6] --> [Verzerrer] --> [Amp Input] --> [Amp Send]

    Vor der Endstufe:
    --> [Return Noise Gate Output] --> [Modulation] --> [Time based FX] --> [Amp Return]

    Meine Philosophie hierbei, ich möchte das Gitarrensignal brummfrei in den Kompressor geben. Mit dem komprimierten, sauberen Signal dann in den Harmonizer/Octaver, damit der Filter-FX optimal arbeiten kann. Danach geht es in die Verzerrerkaskade und zwar von „viel“ nach „wenig“, also von MT-2 über das Riot zum Booster. Denn ich möchte nachher das verzerrte Signal boosten und nicht das geboostete Signal verzerren.

    Bezüglich des Effektloopers FXL8 Pro befinden wir uns hier im Loop1, siehe folgendes Schema:
    [Git] --> [FXL8 Loop1 Filter und Verzerrer] --> [Preamp] --> [FXL8 Loop2 Mod und time-based-FX] --> [Endstufe]

    Aus dem Loop1 des FXL8 geht es dann direkt in den Amp und vom Amp-Send zurück in das Noise Gate, um das durch die Verzerrer und den Preamp hinzugekommene Rauschen wegzunehmen. Nach dem zweiten Durchlauf durch das Noise Gate geht es dann in den FXL8 Loop2, also in die Modulations- und die Time-Based-Effekte (Hall & Delay). Die Reihenfolge bei mir ist erst Delay, dann Hall, denn ich möchte das „delayte“ Gitarrensignal verhallen und nicht andersrum.
    =============================================

    DIE BAUPHASE

    So, nachdem alles sauber geplant und alle fehlenden Komponenten bestellt und ausgeliefert wurden, kann man sich um den Aufbau kümmern.

    7. Layout des Boards
    Das Layout kann man nun ja anhand der vorhandenen Pedale und des Boards wunderbar ausprobieren. Dazu habe ich alle Pedale und den FXL8 mit den Klinkensteckern bestückt und auf dem Board verteilt (analog zu Punkt 3 hier im Text). Zu bedenken wäre, dass man die häufig getretenen Pedale nach vorne holt und die Pedale, auf denen man nicht so oft rumstiefelt, nach hinten baut. Insofern habe ich z.B. das Strymon Mobius nach vorne geholt und einen Teil der Verzerrer nach hinten gestellt. Der Tuner ist ganz vorne, weil da der beste Platz dafür war.
    An dieser Stelle muss man halt rumprobieren, wie es am besten passt. Mein Layout:

    Abb. unten: Der finale Layout-Entwurf
    board_008.jpg

    8. Kabel zurechtschneiden
    Wenn das Layout steht, kann man die Kabel ausmessen und zurechtschneiden.
    Beim Ausmessen der Kabel gilt unbedingt folgende Regel:

    Lieber die Patchkabel ein bissl zu lang als ein bissl zu kurz machen!
    Ein Teil der Kabel wird auf dem Board verlegt und ein Teil unterhalb. Ich bin der Meinung, dass man nachher so den besten Kompromiss hat aus Funktionalität und „Sieht gut aus!“. Zu bedenken sei hier auch, dass man die Stromversorgung im Hinterkopf behält, was die Führung der Patchkabel betrifft.
    Ich habe mir alle zugeschnittenen Kabel mit einen Kreppband markiert und beschriftet, nach dem Schema:
    [Von Anschluss] --> [Nach Anschluss]
    [Von Winkel/Gerade] --> [Nach Winkel/Gerade]

    Somit kann man nachher, wenn man lötet, einfach und schnell ohne nachdenken zu müssen, die Patchkabel produzieren.

    Abb. unten: Nervtötend - die Löterrei, aber wat muss, dat muss!
    board_006.jpg

    9. Kabel löten
    Insgesamt habe ich 21 Patchkabel zu löten gehabt. Laaangweilig! Wenn man keinen Kabeltester zur Hand hat, kann man die Funktionalität der Patchkabel auch mit einer Gitarre und einem Stimmgerät testen, so was sollte jeder Klampheinz zur Hand haben!

    WICHTIG!
    Wenn ihr hier sauber und akribisch arbeitet und prüft, spart ihr Euch nachher bei der Fehlersuche extrem viel Arbeit. Wer sich sicher sein kann, dass die Patchkabel in Ordnung sind, kann diese beim Troubleshooten erst mal außen vor lassen!

    10. Alles zusammenbauen
    Der schönste Teil der Veranstaltung ist mit Sicherheit der Zusammenbau der fertiggestellten Komponenten. Falls noch nicht geschehen, klebt man das Klettband (Haken) an die Unterseite der Pedale und das Pendant Klettband (Ösen) auf das Pedalboard. Am Besten klebt ihr großflächig das Klettband (Haken) auf die Unterseite der Effektpedale, hält nachher am Besten und es ist nicht so ein Gefuddel mit dem zurechtschneiden des Klettbandes.
    Beim Palmer Pedalbay 60L (60cm x 40cm), welches ich verwendet habe, ist das Klettband (Ösen) schon auf dem Board verklebt und es liegt lediglich noch Hakenband dabei.

    Am Ende sollte dann alles so aussehen:

    Abb. unten: Das erste Mal Strom drauf, geht alles an, und vor allem: Bleibt alles an!? (P.S.: Bitte nicht die Pedaleinstellungen kritisieren, die sind hier auf dem Bild komplett verstellt!!)
    board_001.jpg

    11. Funktionstest
    Jetzt wo ich so am Schreiben bin, viel schöner als der Zusammenbau ist definitiv der „Funktionstest“! Pedalboard anschließen und zocken!
    Was sicherlich auch einen Heidenspaß machen wird, ist die Programmierung des Effektloopers/Switchers FXL8
    Wichtig auch, klappt das Channel Switching mit den Triggern am Amp?
    Wo brummts und rauscht es?
    Hat man die Kabel doch nicht sorgfältig genug geprüft beim löten?
    Kriegen alle Pedale sauber Strom?
    Funktionieren alle Pedale?

    12. Jetzt seid Ihr dran
    Diskutieren, jetzt!

    VG
    Jacky
     
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  2. Jacky Thrilla

    Jacky Thrilla Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.17   #2
    Hier noch ein kleiner "Picture Porn" von meinem Board

    porn_001.jpg porn_002.jpg porn_003.jpg porn_004.jpg porn_005.jpg

    VG
    Jacky
     
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  3. Jacky Thrilla

    Jacky Thrilla Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.17   #3
    Grad im Proberaum:
    Es funktioniert auf Anhieb!

    VG
    Jacky
     
  4. Sele

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    Erstellt: 04.01.17   #4
    Sind sie denn auch genauso leicht? Das Pedaltrain (NOVO24) wiegt in der gleichen größe 2,27 kg. Das Palmer Pedalbay wiegt 5,17 kg?! Kannst du das bestätigen (also die 5,17 kg)?
     
  5. Jacky Thrilla

    Jacky Thrilla Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.17   #5
    Das Palmer wiegt definitiv KEINE 5kg! Ich würde - aus der Hüfte geschossen - sagen, dass es leer und ohne Tasche Max. 1,5kg wiegt, wenn überhaupt. Mein ganzes Board wie abgebildet wiegt schätzungsweise 8kg. Mit Tasche und Zubehör vllt. 10kg.

    VG
    Jacky


    Nachtrag:
    Badwaage sagt, dass das Paddelboot mit Tasche und ner handvoll Zubehör in der Seitentasche ca. 12,5kg wiegt.
     
  6. govnor

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    Erstellt: 05.01.17   #6
    Sehr schöne Doku!
    Ich gehöre zu der Fraktion mit dem angesprühten Sperrholzbrett und bin als Hobbymucker damit auch völlig bedient. Aber es macht Spaß, jemandem mit einem Plan und einer sorgfältigen Ausführung über die Schulter schauen zu können. Gebäck !!!!!!!!! :great::great::great:
     
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  7. Sele

    Sele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.17   #7

    Ahh cool danke :)!
     
  8. Jacky Thrilla

    Jacky Thrilla Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.17   #8
    4-Kabel-Methode am Kemper Profiling Amp funktioniert wunderbar. Einfach im "Effects"-Bereich für den "X"-Slot "Loop-Mono" auswählen, dann kommt das Signal auch wieder zurück zum Amp.

    An meinem Knucklehead funktioniert das Board perfekt, genau wie am Mesa Studio Caliber .50. Leider verwendet der Rivera einen 5-pol DIN-Stecker als Anschluss für den Footswitch, somit kann
    ich das Channelswitching nicht mit dem PB erledigen.

    Channelswitching am Kemper geht nur mit dem Kemper Remote. Also sieht man auf dem Bild auch noch ganz links den Kemper Remote mit Expressionpedal. Alles in allem der totale Pedaloverkill,
    ergo: Genau so, wie ich mir das vorgestellt habe!

    IMG_4205.jpg

    VG
    Jacky
     
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