DP als Anfängerinstrument?

  • Ersteller pat2506
  • Erstellt am
michael cretu sagte mal: hätte es zu beethovens, bachs oder mozart-zeiten recording_software gegeben, die hätten viel größere meisterwerke zustandegebracht...

Das könnte sein. Es könnte aber auch das Gegenteil der Fall sein. Teil des Genies war, das alles im Kopf haben zu müssen, oder sich auf anhieb merken zu können. Es bedarf einiger Organisation im Gehirn, um sich Stücke so gut auf Anhieb merken zu können, wie die das damals konnten, und das hilft dann wieder beim Schaffen von neuer Musik.

Recording-Software und Sequenzer verführen zur Faulheit -- dem großen Gegenspieler für jedwedes Genie.

Fakt ist, dass die "modernen Meister" es trotz aller Technik irgendwie nicht schaffen, "immer größere Meisterwerke" zu schaffen, sondern dass das, was in großem Stil öffentlich aufgeführt wird, ein immer größerer Einheits-Retortenbrei wird, und die, die richtig gut sind, ihr Zeug auch live spielen können.

Aber das geht jetzt ein bisserl arg weit off topic.

Liebe Grüße

Dana
 
klasse beitrag dana.. vielen dank :)

werde wohl - obwohl ich weiß, dass ein klavier das beste ist - erst einmal zu einem e-piano greifen, da dies das im moment beste angebot ist - ein clp 840 - 6 jahre alt - für unter 400 euro. der zustand ist absolut o.k.

das geld, dass ich jetzt spare, gebe ich lieber in drei jahren für ein richtiges klavier aus, zumal ich hoffe, dann auch etwas ahnung zu haben.

die anschaffung eines klavieres würde im moment einen riesenaufwand mit sich bringen, weil wir es in das zimmer meiner tochter stellen müßten/sollten.

lt. meinem bekannten, der seit jahrzehnten sämtliche tasteninstrumente spielt, ist unser kaminofen, der das halbe jahr unser wohnzimmer beheizt, wirklich gift für ein echtes klavier.

bevor ich jetzt wirklich die zimmer leer räume, nehme ich den weg des geringsten widerstandes und habe dann erst mal kein optimum - was ich aber auch weiß.

nochmal vielen dank und viele grüße
pat
 
@pat2506: Viel Spaß beim Klavierspielen und vielen Dank für die Blumen ;)

Liebe Grüße

Dana
 
@pat2506

Was ich an deiner Stelle nicht unterschätzen würde, ist das unterschiedliche Erlebnis, welches deine Tochter beim Klavier- resp. DP- Spielen hat. Ein DP kann niemals die Klangfülle eines echten Klaviers wiedergeben. Je nach dem kann einem der statische und sterile Klang eines DPs gleich schon am Anfang den Spass am Instrument verderben.

Glaub mir, diese Homepianos, vor allem auch die älteren Modelle, klingen einfach nicht! Kauf deiner Tochter das echte Instrument, 500 Euro für ein gewartetes Instrument ist nicht viel, und ein echtes bisschen verstimmtes Klavier ist immer noch besser als ein schlecht klingendes DP, dessen immer gleiche Töne mit der Zeit gehörig auf den Geist gehen.

Sorry, ich will dir damit nicht Angst machen, aber ich weiss wovon ich rede. Ich hab ein Kawai MP8 zuhause wegen Nachbarn etc. und auch sonst alles ausprobiert, was zur Zeit aktuell auf dem Markt ist , würde ein echtes Klavier jedoch jederzeit vorziehen.

Lieber Gruss

Robi
 
@robi: Ich denke, den Punkt hatten wir bereits ausdiskutiert.

Wenn du damit keine Angst machen willst, was dann?

Liebe Grüße

Dana
 
@robi: Ich denke, den Punkt hatten wir bereits ausdiskutiert.

Ach.... nein, ich hab bisher hier nicht miktdiskutiert. Und irgendwie hatte ich bisher das Gefühl, dass in diesem Forum alle ihren Senf dazu geben dürfen, oder nicht?

Der Punkt, dass einem ein DP gerade am Anfang bald den Spass verderben kann, kam noch nicht zur Sprache. Ich würde Pats Tochter das Klangerlebnis eines echten Klaviers gönnen, gerade um zu entscheiden, ob das was für sie ist oder nicht.

Liebe Grüsse

Robi
 
Der Punkt, dass einem ein DP gerade am Anfang bald den Spass verderben kann, kam noch nicht zur Sprache.

Ein schlechtes oder billiges Klavier noch viel mehr. Und da sprech ich aus Erfahrung. Die heutigen DPs bieten bedeutend bessers Feed-Back vom Instrument als ein schlechtes Klavier.

Liebe Grüße

Dana
 
Pat spricht ja nicht von einem schlechten Klavier sondern von einem gewarteten Instrument. Das wird kein High-End Klavier sein, aber Anspielen würde sich allemal lohnen.

Es ist jedenfalls fraglich, ob ein sechsjähriges Homepiano das bessere Feedback liefert.

Lieber Gruss

Robi
 
Hallo Miteinander !!!

hab die Diskussion um Cirros Meinung zum Klavierspielen gehört ... (Danas Beitrag fand ich wirklich super !!! :great: ) ich kann jetzt mal aus eigener Erfahrung sprechen: Ich hab ein wirkliches Anfängerkeyboard vom Aldi (Bontempi PM 651) dieses hat nicht einmal Anschlagdynamik ... zu den Klängen möcht ich gar nichts sagen :mad: ABER: ich hab das Ding mal zu Weihnachten bekommen und ich hab darauf selbst das Spielen beigebracht ... Das wichtige ist am Anfang das man ein Gefühl für das Instrument bekommt - und dazu reicht wirklich die primitivste Lösung ... genauso wichtig ist es das man Spaß am Spielen hat (und dazu braucht man keinen Steinway Flügel ... :screwy: ) das war bei mir bis vor kurzen eigentlich immer der Fall, doch jetzt werde ich (wieder mal zu Weihnachten ^^) wahrscheinlich das Casio Privia PX 410R kaufen ...
 
Hallo @all..

habe ja im letzten Beitrag auch schon angemerkt, dass ein Klavier im Moment nur mit einem Riesenaufriss gestellt werden könnte, weil wir in nur zwei Meter Entfernung unseren Kaminofen haben. Später würde ich sagen - o.k., der Aufwand lohnt sich - wir würden direkt zwei Räume umstellen und das Klavier könnte seinen Platz im Zimmer meiner Tochter finden.

Im Moment finde ich die Idee eigentlich richtig gut, dass sie oder wir uns das Klavier erst "verdienen" müssen. Ich denke, nach zwei Jahren weiß man auf jeden Fall, ob es DAS Instrument für einen persönlich ist.

Als ich damals mit dem Joggen anfing, lief ich auch erst einige Wochen in meinen Tennisschuhen ohne Dämpfung. Aus dem gleichen Grund! Ich wollte mir die Laufschuhe auch erst verdienen und natürlich nicht unnötig Geld dafür ausgeben. Bin bisher mit dieser Taktik ganz gut gefahren.

Werde mir morgen das CLP 840 anschauen. Vielleicht hat der ein oder andere noch einen Tipp, auf was ich dabei achten kann:confused::confused:

Echt blöd, wenn man keine Ahnung hat.

Danke nochmal ..
pat
 
Hallo Pat!!!

das Beste ist es du nimmst dir einen Bekannten, Verwandten ... , der Klavier spielen kann mit!!! wenn dieser schon länger spielt, dann weiß er welche Pianos gut sind. Vergiss aber nicht das der Nachwuchs mit den Instrument spielen soll - das heißt: Nimm sie auf jeden fall mit und lass sie ausprobieren! wenn du keinen findest solltest du auf folgende Punkte acht geben:

- Tastatur:
das wichtigste an einen Digitalpiano ist die Tastatur. es gibt verschiedenste typen von Tastaturen - manche sind relativ schwer gewichtet manche dagegen sehr leicht. Bei einen akustischen Instrument sind die Tasten eher schwer gewichtet d.h. bei einen späteren Umstieg auf ein Klavier wäre es gut wenn die Tastatur schwerer ist ... ansonsten muss man sich erst wieder umgewöhnen ... In den meisten Musikhäusern stehen auch irgendwo akustische Klaviere rum ... teste immer wieder zwischendurch das Klavier und dann das Digitalpiano so hast du einen direkten Vergleich und kannst besser feststellen ob sich das DP ähnlich verhält wie das Klavier

- Klang:
der Klang ist auch ein wichtiges Kriterium, da die beste Tastatur nichts hilft wenn die Samples, alt, ausdruckslos, undynamisch usw. sind. Auch hier gilt: Direkter Vergleich mit Klavier - alles andere ist Geschmackssache ... am besten die ganze Tastatur abspielen so merkt man ob die Töne miteinander harmonieren ...

- Übersichtlichkeit / Bedienbarkeit:
auch dieser Punkt ist zu beachten, da es sich um ein Kind handelt, das bestimmt keine Lust hat sich mit einer Bedienungsanleitung durch die Menüs zu wälzen ... also auch auf einfache Bedienung achten d.h. übersichtliches und selbsterklärendes Finish. auch das Display sollte einige Informationen beinhalten ...

Hoffe das konnte jetzt ein bisschen helfen

schönen abend und viel spass !!! (-;
 
- Tastatur:
das wichtigste an einen Digitalpiano ist die Tastatur. es gibt verschiedenste typen von Tastaturen - manche sind relativ schwer gewichtet manche dagegen sehr leicht. Bei einen akustischen Instrument sind die Tasten eher schwer gewichtet d.h. bei einen späteren Umstieg auf ein Klavier wäre es gut wenn die Tastatur schwerer ist ... ansonsten muss man sich erst wieder umgewöhnen ...
Leute, Leute, Leute, wann hört dieses Märchen endlich auf? Das ist schlicht und einfach falsch! Es gibt viele Klaviere und Flügel mit einem Anschlag wie ein warmes Messer durch die Butter. Gerade bei älteren Exemplaren findet man sowas oft.

Bei dem Quervergleich mit dem Klavier geb ich dir Recht. Aber Vorsicht: Klaviere sind auch sehr unterschiedlich...
 
- Klang:
der Klang ist auch ein wichtiges Kriterium, da die beste Tastatur nichts hilft wenn die Samples, alt, ausdruckslos, undynamisch usw. sind. Auch hier gilt: Direkter Vergleich mit Klavier - alles andere ist Geschmackssache ... am besten die ganze Tastatur abspielen so merkt man ob die Töne miteinander harmonieren ...
Hallo!

Beim Klang sollte man unterscheiden zwischen Lautsprecher-Klang (wenn welche eingebaut sind) und dem Kopfhörer-Klang. :rolleyes:

Wenn man vor allem über LS üben möchte dann ist der LS-Klang sehr wichtig - wenn man jedoch eher über Kopfhörer übt (z.B.: bei "Papierwänden"), dann kann man Geld sparen und eher schächere LS in Kauf nehmen. :great:

Ich empfehle beides zu Testen: Einfach einen (halbwegs) guten Kopfhörer mitnehmen und ausprobieren... ;)

Viele Grüsse
Joe :cool:
 
ja natürlich gibts Klaviere mit "weicheren" bzw. leichtgängigeren Tasten ... aber wer will das schon ??? Und Klaviere mit leichtgängigen Tasten, sind meist wirklich schon etwas älter ... die aktuellen Klaviere haben doch alle eher eine schwere Tastatur (zumindest die dich ich jetzt kenne, und angespielt habe ^^) Ich persönlich bevorzuge schwerere Tastaturen ... Aber das ist wirklich Geschmackssache ...

Das mit dem Sound über Lautsprecher und Kopfhörer hab ich vergessen ... sorry ... aber danke für die Ergänzung !!! Man kann aber auch im Musikgeschäft fragen ob man zum Anspielen sich einen Kopfhörer ausleihen kann (die haben meist gute Kopfhörer) - so kann man die Qualität der Samples abchecken und so einen besseren Eindruck von den Klängen gewinnen, da es in einen Musikhaus meist nicht leise ist ^^, und zudem sehr große Räume sind, die von den "onboard-Lautsprechern" auf keinen Fall gut zu beschallen sind ... daheim (im kleineren Raum) hört sich das Piano dann auf einmal ganz anders an (mehr bässe, klarer, raumerfüllender (natürlich nicht bei jeden LS ^^) wenn alles am Digitalpiano passt (d.h. saubere, realistische und natürliche Klangfarben, eine für dich gute Tastatur, Bedienung/Design) aber eben gerade die Lautsprecher total mies sind - nicht verzweifeln !!! es gibt ja noch externe Verstärkung (das geht auch über gehobene Stereoanlage, Monitor-Boxen, Keyboard-Verstärker usw. ) durch solche mittel bekommt dann bei guten Verstärkern sehr gute Ergebnisse, was den Sound betrifft
 
ja natürlich gibts Klaviere mit "weicheren" bzw. leichtgängigeren Tasten ... aber wer will das schon ??? Und Klaviere mit leichtgängigen Tasten, sind meist wirklich schon etwas älter ... die aktuellen Klaviere haben doch alle eher eine schwere Tastatur (zumindest die dich ich jetzt kenne, und angespielt habe ^^) Ich persönlich bevorzuge schwerere Tastaturen ... Aber das ist wirklich Geschmackssache ...
Also Entschuldigung mal, aber was schreibst du denn hier für schräges Zeug? "Wer will das schon?"...sag mal, seit wann steht es denn einer Einzelperson zu, das zu beurteilen? Wieviele Drahtkisten hast du überhaupt schon gespielt, um das mit einer solchen Absolutheit sagen zu können?
Probier mal ein paar mehr Klaviere und Flügel (!) aus, dann wirst du schon merken, dass das Spektrum ziemlich breit ist.
 
ja natürlich gibts Klaviere mit "weicheren" bzw. leichtgängigeren Tasten ... aber wer will das schon ??? ... ... Ich persönlich bevorzuge schwerere Tastaturen ... Aber das ist wirklich Geschmackssache ...

Womit du dich grade selbst widerlegt hättest. Wenn es Geschmackssache ist, dann gibt's auch Leute, die das wollen.

Solche Tastaturen können sehr sinnvoll sein, recht alte Literatur, die z.B. für's Cembalo geschrieben wurde, lässt sich auf einer schwergängigen Klaviertastatur m.W. fast überhaupt nicht gscheit spielen. Und für E-Pianos aller Art sind leichter gängige Tastaturen auch nicht schlecht.

Es wird hier immer wieder das Klavier als das große Ideal der Tasteninstrumente hingestellt. Fakt ist: Es gibt heute haufenweise Pianisten, die sich um ein paar Stellen an Musikschulen streiten, mit internationalem Wettbewerb. Es gibt deutlich weniger gute Hammond-Organisten, wirklich gute Rock-Keyboarder, ...

Die Musik ist sehr mannigfaltig. Es muss nicht zwangsweise immer am Ende auf's Klavier rauslaufen. Etliche Tasteninstrumente haben in den letzten 40 Jahren einen ganz eigenständigen Charakter entwickelt und stehen heute für sich selbst. Letztendlich ist "an den Tasten" ausschlaggebend, welche Musik jemand später auch machen möchte. Klassik ist das heute (auch live) für die meisten in den wenigsten Fällen. Vielleicht ab und an mal. Aber das "gros" ist U-Musik unterschiedlichster Genres. Und wer Rock-Piano lernen möchte ist z.B. mit einem E-Piano für eine ganze Weile sehr gut bedient, vor allem, wenn's dort neben dem klassischen Klaviersound auch noch ein Wurly, ein Rhodes und vielleicht einen CP80-Sound gibt. Wer Pop-Musik mag, ist deutlich besser motiviert, wenn's da auch einen FM-Piano-Sound gibt.

Was letztendlich eine Schülerin motiviert zum "weitermachen", das ist schwer zu sagen. Aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass es förderlich ist, wenn sie die Musik lernen kann, die sie auch hört. Es gibt Haushalte, da werden die Kids hin ans Klavier gesetzt, um klassische Stücke zu üben und zu spielen, und zu Hause ist die ganzen Jahre auch nicht eine klassische Scheibe gelaufen. Diese Youngsters haben überhaupt keinen Bezug zur klassischen Musik und sollen plötzlich Rondo à la turca oder ein Largo interpretieren.

Das *kann* nicht funktionieren. Das ist völlig sinnfrei und zum Scheitern verurteilt. Man muss hinhören, was das Kind zwischendurch klimpert, und daraus lernen, wo die wirklichen Vorlieben liegen. Meist hören die Eltern dann aber bei dem "nervigen" Geklimper weg. Warum? Weil *sie selbst* diese Musik nicht mögen, und sie schon nervt, dass das Kind die Musik überhaupt auch nur hört. Aber ganz dummerweise: um die Eltern geht's in dem Fall leider gar nicht, wenn sie so vorgehen stehen sie der musikalischen Entwicklung allerhöchstens im Weg. Es geht nicht darum, was die Eltern im Wohnzimmer gerne hören wollen, sondern darum, was das Kind auf den Tasten gerne spielen können möchte. Das ist eine musikalische Ausbildung, keine Juke-Box.

Ich kann leider von diesem Leid klagen, genau das ist in mir als kleines Kind passiert. Dass ich zwischendurch versucht hab, Meat Loaf, Licks von Iron Maiden oder Pop-Songs auf dem Klavier nachzuspielen, das hat keinen gekümmert. Man hat mir eingeredet, ich müsse meine Klassik üben, weil das eben "nächste Stunde wieder dran ist". Besser geworden bin ich erst dann, als ich angefangen hab, die Musik zu machen, die mir gefällt. Denn da kam die Motivation von ganz alleine. Niemand muss mich dazu animieren, mich bis in die Nacht hinein ans E-Piano zu setzen oder mir irgend etwas draufzuschaffen. Ich hab jetzt einige Jahre keine Klassik gespielt. Ich habe, ganz persönlich, kein Verlangen danach. Ich freu mich aber für jeden, der's hat. Weil die Musik machen, nach der man Verlangen hat, die von innen kommt, das ist einfach etwas Tolles.

Und dann einen Lehrer wählen, der genau das weiterentwickeln kann. Man kann nicht eine Musik am Klavier üben und spielen, die man sonst nicht hört oder mag. Das hat mit Musik auch nix mehr zu tun. Genausogut kann man den Klavierunterricht auf Cortot-Fingerübungen begrenzen, und ab und an ein paar Stückchen spielen, die dem Kind gefallen. Das hätte wahrscheinlich sogar noch mehr Sinn.


Man setzt sich nur hin und malocht (in der Üb- und Ausbildungsphase), wenn man ein Ideal vor Augen hat. Irgend etwas, das man gehört hat, und auch hinkriegen will. Hinkriegen *will*. Weil's einem Spaß macht. Oder weil man's draufhaben will. Ob das jetzt ein Groove von Supertramp ist, Rock-Piano à la Billy Joel, Pop-FM-Piano aus den 80ern, eine Bach-Invention, funkiges Clavinet-Spiel, Acid-Jazz auf der Hammond-Orgel oder ein Techno-Stück auf dem Synthi, ist völlig irrelevant. Es muss zum dranbleiben motivieren, und es muss Spaß machen. Gerade Hobbies sind spaßgetrieben und zum Scheitern verurteilt, wenn dieser Faktor verloren geht. Berufe meist auch. Meistens ist die Motivation erst einmal dann größer, wenn einem etwas schon gefällt und man etwas kennt. Das ist in den meisten Fällen die Musik, die man auch gern hört.

Die Lüge "wenn du eine klassische Klavierausbildung hast, bist du irgendwann mal viel besser dran" sollte man besser gleich beim ersten mal gar nicht aussprechen. Das ist einfach Schmarrn. Völliger Blödsinn. Die Wahrscheinlichkeit ist in der Moderne deutlich größer, dass das Kind später bei Nicht-Klassik deutlich mehr Spaß, Sozialisierungsmöglichkeiten (und auch Verdienstmöglichkeiten, wenn es denn sein soll!) haben wird. Meist muss da die Vision einer "Musique de Noblesse" der Eltern befriedigt werden, mit der das Kind gar nix anfangen kann. Manchmal geschieht's auch einfach wider bessern Wissens, oder weil es (aufgrund dieser Lüge) mehr Klassiker gibt, die eben Unterricht geben möchten und ein paar Euro verdienen.

Wenn es ohnehin nicht auf Berufsmusik hinausläuft, dann ist kompromisslos oberstes Gebot, genau die Musik auszuwählen, die am meisten Spaß macht, denn alles andere wäre reine Selbst- oder Fremd-Kasteiung. Auch eine weit verbreitete Tugend.

Tasteninstrumente kann man, wie jedes andere Instrument auch, über viele Methoden und Zugänge lernen. Ein früher Fokus auf Contemporary-Timing und Voicings hat genauso viele Vor- und Nachteile wie das Erlernen klassischer Geläufigkeit. In der lateinamerikanischen Musik ist das Klavier ein Rhythmus-Instrument. Sowas lernt man in der klassischen Ausbildung aber meist nicht.

Klar, man muss irgendwann irgendwie anfangen. Das erste halbe Jahr wird aus einfachen Liedchen bestehen. Aber sind's einfache Volkslieder oder einfache Pop-Songs? Es ist völlig schnuppe. Am besten das, was dem Kind besser gefällt. Denn lernen tut man beim "alten" nicht mehr als beim "neuen". Allerhöchstens andere Dinge.

Wichtig ist, dass das Instrument irgendwann zur Musik passt, die sich als Vorliebe herauskristallisiert. Man kann nicht auf einem Wurlitzer-Kastenklavier Klassik üben, auch nicht auf einem Rhodes, man kann aber auch nicht auf einem Steinway versuchen, wobblige Chorus-E-Piano-Voicings nachzuahmen, oder Phased-Wurly-Rock-Piano.

Wo das hingehen wird, steht im ersten Jahr ziemlich in den Sternen, aber man kann durch gutes Hinsehen (und Hinhören) verdammt viel lernen und richtig machen. Und dann die Weichen richtig stellen.

Liebe Grüße

Dana
 
Hallo Dana.

bin wirklich froh, nochmal diesen ausführlichen Beitrag von Dir gelesen zu haben. Habe mich dabei ertappt, dass ich womöglich meine Tochter auch anfangs in die Schiene drücken würde "Du mußt DAS eben lernen".. aber womöglich sollte ich direkt darauf achten und sie motivieren, dass sie Lieder übt, auf die sie auch Lust hat.

Das ein oder andere Gespräch mit dem Musiklehrer ist da sicher hilfreich.

Lg
Pat
 
Das ein oder andere Gespräch mit dem Musiklehrer ist da sicher hilfreich.
meiner ansicht nach sogar unerlässlich!
aber nicht nur mit dem lehrer, sondern vor allem auch mit deiner tochter solltest du in der hinsicht unbedingt reden...
ich weiß nicht, wie es um deine persönlichen musik-kenntnisse bestellt ist, aber wenn du dich selbst nicht übermäßig auskennst, wäre es wahrscheinlich das sinnvollste, die auswahl doch dem lehrer, aber in enger absprache mit deiner tochter, zu überlassen.
das ist jedenfalls das system, mit dem ich seit jahren erstaunlich gut fahre.

mein erster lehrer ließ mich nur ein stück nach dem anderen aus dem "neuen weg zum keyboardspiel" (furchtbares buch imho) dudeln. keine hintergrundinfos, kein spielspass, kein lernen, kein fortschritt... und das 4 oder 5 jahre lang.
durch einen glücklichen zufall kam ich dann an meinen heutigen lehrer, bei dem ich seit nunmehr 7 oder 8 jahren unterricht habe.
er erkannte innerhalb kürzester zeit, dass dieses keyboardgedudel bei weitem nicht das war, was ich spielen wollte (obwohl mir das selbst, mangels reflektion, noch garnicht bewusst war - und ich glaube das ist das problem mit der auswahl des richtigen materials für "kinder") und dann kam irgendwann (von ihm aus) der ultimative wechsel, denn eines tages brachte er Van Halen's "Jump" mit. ich hab zwar lange gebraucht bis ichs konnte, aber es war der absolute hammer. und dann gings gleich spannend weiter, nämlich mit toto.
und seither spiele ich im unterricht vor allem sachen, die ich möchte.
habe ich z.B. ein problem mit einem song, den ich in einer band spielen möchte, bringe ich den mit in den unterricht, und wir klären das. und sonst gibts eben lehrbücher (Mosers Rock Piano z.b., sehr gutes werk) oder einfach einzelne songs, die gemacht werden, wobei ich es auch sinnvoll finde, wenn er das material auswählt und sich auch danach richtet, was ich lernen/verbessern muss.

huch, das war jetzt eine etwas längere anekdote, aber vielleicht gibt es einen kleinen eindruck, wie sowas laufen kann und meiner meinung nach auch sollte.
um wieder aufs thema zu kommen: diese "flexibilität" ist bei der lehrerwahl unbedingt zu beachten und vor allem: wenn man doch falsch gewählt hat, sollte man auf keinen fall zögern, zu wechseln.
genau dieses zögern hat mich mindestens 3 jahre meiner "musikerkarriere" gekostet, da ich in dieser zeit einfach nichts getan und nichts gelernt habe - und das ist im nachhinein einfach äußerst ärgerlich.
 
Es gibt aber auch in der Klassik Stücke, die man eben DANN mag, wenn man sie KANN! Vorher ist das üben natürlich mühsam und ärgerlich, aber wenn Eltern und Schüler vom Lehrer immer nur "Entertainment" fordern sehe ich das auch nicht ein.
 

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