[Effekt] Boss RE-20 (Space Echo)

von scheissPi-ber[], 10.01.08.

  1. scheissPi-ber[]

    scheissPi-ber[] Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.08   #1
    Ich möchte hier bei diesem Review nicht lange bei den Herstellerangaben und allgemeinen Themen verweilen, denn es sollte ja wohl bekannt sein, dass wenn man von einem Boss-Effekt spricht die Verarbeitung wie auch der Gesamteindruck des Pedals positiver Natur sein wird und die angepriesenen Features auch vorhanden sind und ich persönlich subjektive Reviews viel interessanter finde, als einfach in einem Text zu schreiben, dass dieser Effekt einfach das einhält - oder nicht - was der Hersteller verspricht. Es geht um den Sound!

    (1) Features
    Dennoch eine kleine Liste der Features vom Hersteller (ungefähr übersetzt):
    - Hervorragende Simulation des Roland RE-201 Space Echo mit dem warmen analogen Klang des Originals :-)cool:)
    - Treues Modelling der Tonkopfsättigung und des Magnetbandflattern (unstabilität der Geschwindigkeit des Bandes)
    - Das delay kann mit dem Fuss "getapt" werden
    - Längeres Delay als im RE-201
    - Expressionspedal für div. Parameter möglich
    - Mode Selector wie im Original

    Nun gut, da ich keinen RE-201 besitze noch weiss wie der Klingt nützen mir diese Angaben auch nur bedingt etwas und ich gehe tauche noch ein wenig in die Möglichkeiten und Grenzen diese Gerätes ein.

    (2) Bedienelemente
    Ich beginne ganz Gross: Das Effektpedal beinhaltet grundsätzlich ein Tape Delay (Echo) und ein Reverb.

    Wenn ich nun von den Funktionen spreche und wörter wie Tonkopf, Schreibkopf, Magnetband... benutze ist das natürlich in diesem Gerät einfach so simuliert und nicht wirklich vorhanden :rolleyes:

    [Mode Select]
    Mit diesem Knopf wird die Funktion des Gerätes gesteuert: Je nach modus wird ein Tonkopf simuliert, der näher am schreibkopf oder weiter weg liegt, daraus folgt ein Längeres resp. kürzeres Delay. Es sind auch modes vorhanden bei denen z.B. 2 Tonköpfe gleichzeitig aktiviert sind.
    Zusätzlich gibt gibt es Modi wo der Reverb zugeschaltet ist und ein Modus für Reverb ohne Delay

    [Reverb Volume]
    Hier wird die Lautstärke des Reverbs festgelegt. (Natürlich nur bei Modi welche den Reverb zuschalten)

    [Bass & Treble]
    Diese zwei Knöpfe beeinflussen die Höhen- / Tiefenanteile des Echos und zwar nach der Feedbackrückfürung. Für mich eine Funktion die ich bei vielen anderen Delays vermisse und sich sehr brauchbar verwenden lässt. Wenn man die Höhenanteile des delays z.B. ein wenig senkt, rücken die Echos mehr in den Hintergrund und sind dann während des Spielens nicht so dominant aber in den Pausen doch zu hören. Oder man kann den Bass ein wenig rausdrehen damit es weniger Matscht in den unteren Frequenzen.

    [Repet Rate]
    Stellt die Geschwindigkeit des Magnetbandes ein: Delaytime :D Beim drehen dieses Knopfes hört man live die Verlangsamung des Bandes (tonhöhenänderung der Echos :) )

    [Intensity]
    Ist die Lautstärke des Feedbacks. Von 0 bis ca. 100%. (bei 0, genau ein Delay). Der obere wert spielt in diesem Gerät nicht eine grosse Rolle, das Feedback kann so hoch eingestellt werden, dass sich das Gerät durch die resonanz der Tonköpfe, des Bandes... aufzuschwingen beginnt und sich sättigt bis hin zur verzerrung des echos.

    [Echo Volume]
    Zimlich logisch; einfach das volumen des Echos :D

    [Input Volume]
    Das volume des Inputes (die Erleuchtung :great: ). Das Gerät hat einen Internen Vorverstärker welcher auch im Bypassmodus im Signalweg ist. Die qualität des internen eingangsverstärkers empfinde ich als gut. Natürlich gibt es Unterschiede im Klang, wenn sich das Gerät im Bypass im Signal befindent da es keinen True-bypass ist. Diese Unterschiede sind aber minim und für die meisten wohl vernachlässigbar wie man es sich von Boss mit den Bypass gewohnt ist... Ich habe aber das Gerät in einen Effektloop (little lehle) gelegt!

    [Fusstaster]
    Links: bypass
    Rechts: tap-taste (tappt das delaytemp - im Bereich des Gewälten Modus!)

    [Direct Schalter]
    Befindet sich auf der Rückseite und Mutet das Direktsignal... Am Effektausgang liegt dann nur noch das Echo.

    (3) Sound: Möglichkeiten & Grenzen
    Delay:
    Der Delay ist es, was das Gerät zur Besonderheit macht. Es ist kein normales Delay, welches das Eingangssignal zeitverzögert (ev. noch mit Feedback) wiedergibt. Es nimmt noch Klangveränderungen an den Echos vor.
    So gibt es die Sättigung des Magnetbandes und auch die Resonanzen und Signalverluste welche sich vor allem bei langanhaltenden Delays kenntlich machen (bei den soundbeispielen zu hören).
    Diese Klangveränderungen machen dieses Gerät spannend zu hören und geben den nötigen Charakter, egal ob es jetzt eine Simulation des RE-201 ist oder nicht. Es kommt "leben" in die Echos. Die sehr langen echos frieren nicht ein, werden dafür auch "abgenutzt" und der Klang geht schlussendlich in der Länge in den Tape-resonanzen, Sättigungen und Abnutzungen verloren, kann also nicht als looper für kurze phrasen genutzt werden. Die möglichkeiten der Delaylängen ist gut, es kann noch ein long-modus eingestellt werden um die Zeiten noch zu erhöhen, brauchte ich aber nicht. Die normalen Delayzeiten gehen auch bis zu kurzen Slapback-echos. Falls der Bypass gedrückt wird, werden die momentanen Echos noch weiter ausgegeben, es entstehen einfach keine neuen. (Kann nicht umgestellt werden)

    Reverb:
    Klingt nicht nach Federhall aber auch nicht nach einem Cleanen Plattenhall... Ich brauche den Reverb nicht (habe meinen Federhall im Amp) aber er macht auf micht einen Soliden, für Gitarre brauchbaren Reverb der ein wenig wie Feder ohne Federresonanzen kling oder vieleicht ein wenig nach Vintage-platte (wenn ich das so sagen darf , vintage ist ein dehnbarer Begriff und sagt nichts aus, aber ich hoffe ihr versteht... in den hörbeispielen ist auch eins mit nur Reverb dabei)

    nun gut, ich weiss nicht was ich vergessen habe (macht mich darauf aufmerksam)

    Kaufempfehlung natürlich. Sehr dynamisches, lebendiges Echo. Aber ev. in einem Effektloop wegen des Bypass. Kann auch stereo betrieben werden und durch den Direct On-Off Schalter auch als Sendeffekt oder z.B. mit einem Splitter.

    Anschluss 9v oder AA Batterien.

    Soundbeispiele sind rein technischer art, gitarre durch RE-20 direkt in die PC-soundkarte (motu ultra lite) .(normalisiert)

    Track1.mp3
    Track2.mp3
    Track3.mp3
    Track4.mp3
    Track5.mp3
    Track6.mp3
    Track7.mp3
    Track8.mp3
    Track9.mp3
     
  2. HellPaso

    HellPaso Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.08   #2
    sehr gute review, hab schon seeehr lange ein solches gebraucht :great:
    super sache! alles drinnen, was ich gerne wissen würde und die soundsamples sind geil!
    Kannste vllt. kurz sagen welche modes zu welchen samples gehören oder weißt du das nicht mehr?
     
  3. scheissPi-ber[]

    scheissPi-ber[] Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.08   #3
    Weiss nicht mehr so genau kann es aber so etwa raushören...
    Sample 1 & 2:
    Mode 1 || resp. 5 (reverb volume auf 0)
    #1 mit Treble tief
    #2 Treble hoch und bass tief
    Intensity 0
    Repetrate ca. 3 Uhr

    Sample 3-6:
    Warscheinlich alles Mode 3 || Mode 7 (ohne reverb)

    Sample 7
    Mode 4 || Mode 9 (ohne reverb)

    am Ende noch die Intensity ganz auf... (file ganz zu Ende hören)

    Sample 8
    könnte sein: Mode 7 mit ein wenig reverb....bin aber gar nicht sicher

    Sample 9
    Mode 12: nur Reverb

    noch einen Zusatz der mir bisher gar nicht eingefallen war und mit einem "normalen" Delay nicht unbedingt möglich ist:
    Multislapback Delay: durch die simulation von 3 Tonköpfen ist es möglich einen 3fach Slapback zu produzieren :D

    Die max delayzeit beläuft sich im normalen Modus auf 3s und im long modus doppelt so viel
     
  4. Rotti

    Rotti Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.08   #4
    Schönes Review. Ich habe das RE-20 ebenfalls neu. Die anderen Bandmitglieder sind auch ganz begeistert vom Sound. Sehr warm und natürlich. Der Reverb ist zwar nicht so dolle, aber im vorsichtigen Mix mit dem Echo, gefällt er mir gut.

    Das Echosignal selber ist nicht stereo. (Auch das Original nicht) Der Reverb wird genutzt um ein Stereosignal zu erzeugen. Steht irgendwo in der Bedienungsanleitung. Es ist daher kein Ping-Pong möglich.

    Die lustige Sache mit dem TAP-Taster ist vielleicht noch erwähnenswert. Wird der Taster länger gedrückt gehalten, erhöht sich automatisch Rate und Intensität. Lässt man den Taster wieder los, beruhigt sich wieder alles. Klingt ziemlich abgedreht.
     
  5. scheissPi-ber[]

    scheissPi-ber[] Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.08   #5
    Mit stereobetrieb wollte ich sagen, dass die ganze Ausführung des Effektes in stereo vorhanden ist, inkl. stereo-input (also auch z.B. für Keys). Was du dazugefügt hast, ist natürlich trotzdem richtig!


    Abgedreht und lustig -> ok. Ob brauchbar und wirklich essenziell für dieser effekt oder einfach nur ein werbegag...:confused: aber wieso nicht....
     
  6. Wowang

    Wowang Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.08   #6
    Hi

    da ich mir das Gerät zulegen möchte, mal ne Verständnisfrage.
    Sind Repeat Funktion und Taptaster nicht irgendwie doppelt gemoppelt oder wie ist das zu verstehen?
     
  7. scheissPi-ber[]

    scheissPi-ber[] Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.08   #7
    einerseits hast du recht mit "doppelt gemoppelt", da die beiden Kontroller den gleichen Wert ansteuern. Andererseits haben für mich beide die Berechtigung auf dem Gerät zu sein: Wenn es um das genaue Temp geht -> Taptaster, wenn es um ungefähre Einstellungen geht oder Einstellungen im Extrembereich hat der Drehknopf vorteile in der Bedienung
     
  8. mr moep

    mr moep Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.08   #8
    hey man. kooles teil, ne?
    ich hab auch schon n' review darüber geschrieben ^^
    Link is in meiner Signatur.

    Gibt auf jeden ne gute Bewertung.
     
  9. Wowang

    Wowang Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.08   #9
    Ahh so,
    also im Grunde genommen dasselbe, nur das Handling der Parameterverstellung ist eine andere - also klanglich keine Unterschiede.

    Gecheckt. Der RE20 ist mir:great:
     
  10. Veeti

    Veeti Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.10   #10
    wenn man zb 300ms oder ähnliches einstellen will wie geht das dann mit den boss re 20??
     
  11. thepams

    thepams Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.10   #11
    Garnicht oder vielleicht kann man in der Gebrauchsanleitung nachlesen welcher der Tonkopfe bei time Null 300 entspricht aber man würde es eigentlich live eintapen oder eben nach gehör mit dem regler einstellen. Es ist halt wie das Original.
     
  12. Veeti

    Veeti Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.10   #12
    ja aber wenn im internet steht stellt das und das an ms für den sound ein, dann kann man das nie mit den boss re machen.... weil wie willst du zb 335ms zählen?? oder eintappen?
     
  13. Retrosounds

    Retrosounds Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.10   #13
    Leider bei Delaygeräten ohne Anzeige kaum (besonders nicht exakt) machbar. Für manche Geräte kann man sich ein paar Kniffe zurechtlegen. Analoge Delays z.B. haben meist zwischen 500-600 ms, bei linearem Potentiometerwegen sollte damit etwa bei der Mitte des Regelweges der Mittelweg der möglichen Delayzeit liegen. Bei digitalen Geräten ist man eben bei den Regelwegen auf "an" und "aus" gebunden*, bei den BOSS Delays kann die nächste 0 oder 1 aber schon (den längeren Delayzeiten sei Dank) schon etwa 50 ms ausmachen. Wenn du wirklich genaue Delayzeiten brauchst empfehle ich dir eher das DD-20 oder das TC Nova Delay.

    *Die Delayzeit muss kurz gesagt immer ein mehrfaches der Samplefrequenz betragen
     
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