[Effekt] - Line6 Über Metal

von SkaRnickel, 29.06.06.

  1. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.06   #1
    1. Daten
    2. Anwedungsbereiche
    3. Bedienung
    4. Sound
    5. Fazit

    [​IMG]

    1. Daten

    Mein Übermetal erstand ich bei Musik Schmidt für 93€. Es ist mit Batterie- und Netzbetrieb ausgestattet, doch Batterien halten nicht sehr lange bei diesem Treter. Er ist ein Modell der Line 6 Tonecore Serie, Und verfügt über folgende Regler:

    Level - Lautstärke
    Scoop - Beschneidet oder boostet die Mitten, je nach Wunsch
    Gain - Verzerrungsgrad
    Bass - Bassregler
    Mid - Mittenregler
    Treble - Höhenregler

    Zusätzlich über die 3 Grundsounds Metal, Pulverize und Insane, und ein zweistufiges Noisegate. Gebaut ist es wirklich SEHR robust, man traut sich wirklich auch mal fester draufzutreten, und man hat schon Berichte gehört, nachdem das Pedal vor Wut (Über die kurze Batterielebensdauer) durch einen Raum geflogen ist; und danach noch Fehlerfrei arbeitete.

    2. Anwendungsbereiche

    Alles was Metal heisst oder irgendwann mal so hieß kann damit gespielt werden. Von Black Sabbath über die Hairspraymetal Zeit, über Metallica bis NuMetal. Dafür sorgen die verschiedenen Grundmodelle des Pedals.

    3. Bedienung

    Hier gab es die ersten Probleme: Die Regler sprechen derart scharf an, und jeder der 6 Regler beeinflusst den Sound so enorm, dass ein genaues einstellen zum Balanceakt wird. Wie später noch zu hören sein wird, verändert der Scoop Regler den kompletten Sound, und bietet somit noch einige andere Möglichkeiten. Die Batterieklappe wird mit einem Druck auf zwei knöpfe an der Seite geöffnet, ist etwas schwergängig, aber so schwach auf den Fingern sollte man als Gitarrist eh nicht sein.

    4. Sound
    Folgendes Szenario: Der einigermaßen Erfahrungslose junge Tim bekommt zu Weihnachten das gewünschte Pedal. Glücklich geht er in sein Zimmer, um das Pedal an seinen (bis dahin) geliebten MG 15 anzuschließen und ihn somit etwas aufzuwerten. Im Gegensatz zur "Marshall" Zerre ist er überwältigt, und probiert direkt alle Modi und Lautstärken aus, um seiner Familie ein fröhliches Weihnachten zu bereiten :D .
    Ein halbes Jahr später: Der mittlerweile nicht mehr so heiss geliebte MG 15 zerrt wieder alleine fröhlich vor sich hin, das Pedal liegt daneben, nur noch selten im Gebrauch. Was ist geschehen?

    Ob ich nun bessere Ohren habe, oder ob sich mein Geschmack geändert hat, weiss ich nicht. Mir fällt nur mittlerweile auf, das bei allen Modi immer ein "zischen" im Hintergrund dabei ist. Ausserdem "singt" es kein bisschen, klingt etwas trocken und steril. Obwohl ich immer noch Metal spiele, mehr denn je um genauer zu sein (Lamb of God, so weit es geht Black Dahlia Murder und etwas Metallica) gefällt es mir vom Grundsound nicht mehr. Der Marshall rauscht zwar mehr, aber er "atmet" einfach mehr, und brüllt eher statt zu sägen. In folgenden Soundsamples, welche im großen und ganzen bis auf etwas Bassverlust den wahren Sound widerspiegeln, könnt ihr euch selbst eine Meinung bilden. Aufgenommen, wie gesagt durch den cleanen Kanal des MG 15 und mit einer Epiphone SG 400 CH. Wenn nicht ausdrücklich gescooped, ist ein mittiger Sound eingestellt, da ich gescooptes nicht wirklich so gerne spiele.

    Die Samples gibt es hier:

    http://www.badongo.com/file/978670

    Wissen: Leicht angescooped, Pulverize.
    Der Pulverize Modus ist bei mir fast im Dauerbetrieb. Hier im Beispiel eines New Metal Riffs von System Of A Down, kommt ein für mein Empfinden sehr Metalliger Sound, welcher aber leicht trocken wirkt.

    Riecht nach Jugend : Solo, Pulverize.
    Für Soli ist das Pedal in meinen Ohren schlichtweg nicht zu gebrauchen. Es ist kein wunderschöner Leadsound, es ist ein kreischen und sägen.

    Todesblumen : Stark gescooped, Insane.
    Insane ist nur für gescoopte ultra Nu Metalsounds zu gebrauchen, matscht leicht, und hat unnötig große Bassreserven.


    Autobahn in die Hölle: Nur leicht verzerrt, Metal.
    Der Metal Modus. Für Classic Metal, leicht verzerrtes, Punk, aber auch die alten Metallica gut zu gebrauchen, kommt aber recht Basslos daher.

    Der Sandmann : Stark verzerrt, Metal.
    Wieder der Metal Modus, diesmal stärker verzerrt.

    Scoop Demo
    Stellt die große Bandbreite des Pedals dar.

    Gain Demo
    Zeigt die Veränderung beim aufdrehen des Gain Reglers. Ich selbst habe ihn nie über 2 Uhr stehen.

    5. Fazit

    Wenn man auf den Sound steht, ist das Pedal schon etwas feines. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten und großes Klangspektrum lasen sich positiv und negativ auslegen, und gebaut ist es wirklich wie ein Panzer. Das Noisegate ist wirklich praktisch, und unheimlich Effektiv, ebschneidet aber leider ausklingende Töne, was für Noisegates aber normal ist. Unterm Schnitt für 93€ ein guter Effekt für die brachial Metal Fraktion.




     
  2. Rockka

    Rockka Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.06   #2
    Klasse Review :great: !

    Habe es jetzt auch ein halbes Jahr gehabt und ist grade bei ebay.
    Aus den Gründen in deinem Review.

    Gut Objektiv geschrieben.!
     
  3. frantic

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    Erstellt: 29.06.06   #3
    Super Review!

    Wenn ich mir die Sounds so anhöre bin ich froh das ich mir das Teil nicht angeschafft habe...
    Hatte aber genau den Eindruck schon beim kurzen Anspielen im Laden!
     
  4. Humming bird

    Humming bird Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.06   #4
    Mich haben die Overdrive/Distortion-Pedale von Line 6 ein bisschen enttäuscht!!!
    Die anderen Pedale finde ich super, vorallem der Verbzilla!!!;)))
     
  5. Domo

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    Erstellt: 30.06.06   #5
    zu erwähnen ist noch, dass das noisegate, besonders auf stufe II, sehr schnell anspricht, was besonders für schnelle palm mute riffs sehr cool kommt, da diese dann schön druckvoll klingen. und trotzdem würgt das noisegate beim solo o.ä. den ton nicht ab. klasse!

    (und vielleicht noch was: dank des schnellen noisegates kann ich sogar mit meiner vollakustischen jazzgitarre hi-gain spielen! sehr geil!)
     
  6. kuB

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    Erstellt: 01.07.06   #6
    Solche objektiven Reviews braucht das board. Sogar mit Samples. :great:

    Örks, nur jetzt müsste ich wieder nen mods anschreiben, damit das in die Metal Zerrpedal-Liste reinkommt. (siehe Sig) Kannst ja dort schon mal den Link posten. Vllt. erbarmt sich so schon ein Mod.
     
  7. SkaRnickel

    SkaRnickel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.12.06   #7
    Nachtrag zum Review:

    Ein halbes Jahr ist vorbei, des Übermetal ziemlich genau 1 Jahr in meinem Besitz. Und was soll ich sagen, es läuft wieder voll durch. Entweder mein Gehör ist schlechter geworden, oder mein Geschmack hat sich geändert, aber ich denke ich habe einfach die richtigen Einstellungen gefunden. Was auch ein bisschen hilft, ist dass ich zurzeit meinen Amp mehr aufdrehen kann, wodurch das ganze unheimlich an Dynamik gewinnt. Wollte nur noch mal einen kleinen Nachtrag bringen, damit es nicht mehr ganz so schlecht dasteht.
     
  8. Leichenwald

    Leichenwald Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.08   #8
    kannst du mir vielleicht per PN genauere einstellungen für fetten sound zu deinem Tonecore geben ? Ich bin leider total überfordert mit dem teil :(
    mfg
    leichi
     
  9. SkaRnickel

    SkaRnickel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.08   #9
    Das kann ich hier auch öffentlich posten ;)

    Den "famosen" Scoop Regler lass mittig, mit dem verändert man den Sound genau betrachtet nur vom Zischen zum Rauschen. Die Mitte ist da das kleinere Übel.
    Am EQ waren die Mitten bei mir immer recht weit drinnen, soweit ich weiss, Bässe und Höhen ein wenig mehr.. Der Gain Regler lässt die Wahl zwischen "trocken" und "undefiniert" zu, da sucht man sich am Besten auch den Mittelweg...

    Ich spiele übrigens das Pedal nicht mehr, ich spiele auch keinen Metal mehr. Aus meiner "MEHR GAIN!!!11elf" Phase bin ich raus, das Pedal gefällt mir absolut garnicht mehr...
     
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