Eine Verständnisfrage im Zusammenhang mit Subgruppen bzw. DCAs

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Liebe Kollegen,

ich bitte um euere Hilfe bei einem Problem das vor kurzem bei einem Konzert aufgetreten ist und das mich seitdem beschäftigt.

Ausgangssituation: Ich kann am Pult mehrere Eingangskanäle einer beliebigen Subgruppe bzw. einem DCA zuordnen. In meinem Fall bis zu 16 DCAs. Die DCAs werden dann auf einen Masterausgang geroutet und dort als Stereogruppe ausgegeben.

Frage: Gibt es bei Euch die Möglichkeit dieses Mastersignal wiederum einem DCA zuzuordnen? Und wenn ja, in welcher Situation nutzt Ihr diese Möglichkeit?

Kollegiale Grüße
Klaus Fugmann
 
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Der große Unterschied zwischen DCA und Subgruppe ist für den Anwender, dass über einen DCA kein Audiosignal geleitet wird. Es kann also ein DCA nicht „auf den Masterausgang geroutet“ werden. Mit dem DCA Fader verändert man den Pegel aller zugeordneten Kanäle gemeinsam. Das ist als wenn man mit vielen Fingern gleichzeitig die Fader dieser Kanäle bewegt.
und je nach Mischpult kann man entweder nur die Eingangskanäle, oder aber auch verschiedene Bustypen diesen DCAs zuordnen. Das WING oder SQ z.B erlaubt alles vom Eingang bis zur Matrix, das X32 nur Eingangskanäle und Mixbusse, jedoch nicht Ymain und Matrix. Es gibt Pulte, da kann man einen Kanal mehreren DCAs zuordnen, andere erlauben nur eine DCA Zuordnung. Das ist also von Fall zu Fall unterschiedlich.
 
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Soweit ist mir das klar. Ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt.

Ein Beispiel: Ich schicke mein Pausen-Musiksignal von Kanal 40 auf den DCA 8 und kann die Lautstärke so direkt regeln ohne in den Layer mit Kanal 40 wechseln zu müssen.
Am Wing kann ich nun das Signal vom Master 1 ebenfalls diesem DCA 8 zuordnen. Aus meinem Verständnis ist diese Möglichkeit aber ein Fehler denn damit bilde ich doch eine Endlosschleife. Gibt es einen plausiblen Anwendungsfall wo ich diese Verbindung herstelle?

Hintergrund: Ich hatte eine Veranstaltung bei der plötzlich die Gesänge total leise waren und ich sie auf keine Lautstärke gebracht habe. Durch Zufall habe ich den DCA 8 (dem normalerweise das Musiksignal zugeordnet ist) offen gelassen und plötzlich waren meine Gesänge richtig gut laut hörbar. Bei der Nachbetrachtung fiel mir dann auf das der Master 1 ebenfalls dem DCA 8 zugeordnet war. Ich kann nicht nachvollziehen wie dies passiert ist. Für mich war es in diesem Moment aber ein grundsätzlicher Fehler das diese Zuordnung überhaupt möglich ist.

Ich versuche zu verstehen wann ich diese Zuordnungsmöglichkeit überhaupt, in welcher Weise auch immer, benötige und nutzen kann.
 
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Ist eigentlich ganz einfach:
Für eine Situation mit einem Stereo Master macht das wenig Sinn. Für sehr große Systeme mit vielen Hangs, für die der Mischer einzeln Zugriff auf die Pegel haben möchte, aber trotzdem einen „Hauptlautstärkeregler“ braucht, ist eine Option, mehrere Master/Matrixsummen mit einem DCA steuern zu können, eine feine Sache. Ebenso sinnvoll kann das für ein Theater mit einer Vielzahl von verteilten Lautsprechern mit mehreren Zugriffen vom Pult aus sein. Weiter gedacht wird das für ein immersive audio system, bei dem es Prinzip bedingt gar keinen Master im bisherigen Sinn mehr gibt, sogar essentiell, eine Möglichkeit, alles lauter/leiser mit einem Regler zu haben und dann ist diese Option 'DCA für Master' ein ernstes Werkzeug.
Ansätze hierfür gabs übrigens schon zu Analogzeiten in richtig großen Pulten als sogenannte Grand Master. ;)
Passend hierzu ein Auszug aus dem manual des alterwürdigen XL4, so wie wir das dem guten Bob Doyle eingeredet haben als Verbesserungsvorschlag zum XL3:

The XL4 has 8 automute sub groups, 10 input channel VCA sub groups which include VCA sub group muting and 2 grand master VCA sub groups with VCA sub group muting.
Da es im WING vier Stereo-Master + die Matrix gibt, war es sehr naheliegend, das einzubauen. Der Fehler war das routing von Eingängen auf den selben DCA wie die Master und das ist wie immer ein Anwenderfehler.
 
Grund: kleine Ergänzung
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Danke für die Erklärung. Jetzt habe ich den Sinn verstanden. Bei Beschallungen in meiner Größenordnung ist das in 40 Jahren nie vorgekommen. Aber man lernt ja nie aus.
Grundsätzlich liege ich aber schon richtig das es sich um einen (Anwender)Fehler handelt. Denn so wie es aufgetreten ist macht es definitiv keinen Sinn. Wie gesagt ist mir nicht klar wie es zu dieser Zuordnung gekommen ist. Beim Auftritt habe ich mich ziemlich hilf- und ratlos gefühlt da ich nicht wusste wonach ich suchen muss. Aber nochmal Danke für die Erläuterungen.
 
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Man muss schon etwas nachdenken, und auch dann gibts für mich nur stark konstruierte Fälle, in denen es Sinn machen kann Kanäle von verschiedenen Bearbeitungsstufen gemeinsam einem DCA zuzuordnen. Eventuell weil man ein Piano mit mehreren Mikros abnimmt, diese dann in eine Subgruppe zusammenfasst, die dann das Einzelinstrument darstellt welche man mit anderen Instrumenten, die aber direkt von Eingangskanälen kommen, dem DCA dieser Instrumentengruppe zuweisen will. Da sind dann Eingangskanäle und Mixbusse zugeordnet. Beim Master fällt mir aber nichts ein.
ich finde es schon wichtig, in dem Zusammenhang die Funktion der Kanäle zu beachten. So ist es für mich nicht gut die FX Returns mit den Kanälen mit dem gleichen DCA zu steuern. Das sind zwar beides „Eingangskanäle“ aber wenn die Kanäle die den FX Send postfader speisen, mit dem FX Return gleichzeitig vom DCA geregelt werden dann ist das eben doppelt gemoppelt.
Wie gesagt ist mir nicht klar wie es zu dieser Zuordnung gekommen ist.
Das mag vielleicht an der Art und Weise liegen wie man diese Zuordnung beim WING machen kann. Man kann bei Kanälen sog Tags vergeben. So etwas ähnliches kennt man ja inzwischen aus den Sozialen Netzwerken, dort gibts ja diese Hash-Tags. Damit markiert man quasi eine Nachricht, hier eben einen Kanal. Und wenn der Name eines DCAs mit dem Tag des Kanals übereinstimmt, dann wird dieser Kanal dem DCA zugeordnet. Inzwischen haben die bei dem System herum geschraubt und wenn man jetzt einen DCA umbenennt dann werden auch die Tags der zugeordneten Kanäle umbenannt. Hat aber ein Kanal schon den neuen Namen als Tag, dann wird der dem DCA jetzt neu zugeordnet. Es ist fraglich ob das alles so sinnvoll ist, aber man sollte es wissen, sonst kommen plötzlich eben irgendwelche Zuordnungsprobleme zustande.
 
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Ja, das mit den TAGs könnte die Ursache und Erklärung für die unbeabsichtigte gleichzeitige Zuordnung von input und Master zu einem DCA gewesen sein. Im o.g. historischen Beispiel wäre dieser Routingfehler gar nicht möglich gewesen, da dem 'Grand Master gar keine Eingangskanäle zuordenbar waren.
 
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Darauf zielte meine Fragestellung im Grunde ab. Auch wenn es, rein theoretisch, Situationen geben könnte wo ich eine derartige Vermischung explizit haben möchte, erscheint es mir logisch rein softwaremäßig eine Vermischung dieser Ebenen zu verhindern. Ist ein DCA mit einem Eingang belegt kann ich einfach nur Kanäle aus der Eingangs-Ebene zuordnen. Ist der DCA mit einem Master belegt geht das eben auch nur mit einem weiteren Master. Wenn ich es richtig verstehe kann ich im Fall der Wing alles überall hin zuordnen. Die Verantwortung über die Richtigkeit liegt ausschließlich bei mir selbst.

Die Sache mit den TAGs habe ich mir noch nie so genau angesehen. Ich dachte immer das wäre eine reine Namensgebung. Aber ist schon klar. Ich gebe z.B. einem Gesangskanal den TAG "Vocals" und benenne meinen DCA1 ebenfalls "Vocals". Dann wird der Kanal dem DCA zugeordnet ebenso wie jeder andere Kanal der den TAG "Vocals" hat.
Korrekt wäre es dann aber, wenn ich den DCA umbenenne z.B. in "Vox" das die Zuordnung der Kanäle aufgehoben wird. Die TAGs der Kanäle mit zu verändern mag auf den ersten Blick bequem sein, ich finde es aber Missverständlich.

"Ich werd zu alt für den Scheiß" :)
 
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Wenn ich es richtig verstehe kann ich im Fall der Wing alles überall hin zuordnen. Die Verantwortung über die Richtigkeit liegt ausschließlich bei mir selbst.
Genau so ist es. Würden da Beschränkungen, wie du beschrieben hast, eingezogen, dann gibt es sicher einige die dann doch einen Anwendungsfall haben, wo das dann hinderlich ist. Beim X-Air kann man z.B einen Kanal nur genau einem DCA zuordnen. Ist sinnvoll wenn man das typische Klientel im Auge hat, kann aber im Spezialfall hinderlich sein.
Korrekt wäre es dann aber, wenn ich den DCA umbenenne z.B. in "Vox" das die Zuordnung der Kanäle aufgehoben wird.
Wenn man den DCA umbenennt, dann gibt es vom Pult eine Rückfrage ob man alle Tags global umbenennen will oder nicht. bei ersterem werden die geändert, wenn man aber nein sagt, dann bleiben alle wie sie sind, und die Zuordnung wird aufgehoben. (Die Zuordnung ist ja nur über die Tags realisiert)
 

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