Und wo bitte schön ist - gerade bei diesem Titel - das Problem, wenn man z.B. darüber diskutiert, ob ein Stück wie "Still got the Blues" als Grundlage für seine gitarrristischen Bluesstudien "richtig", "falsch" oder "gut geeignet" ist oder nicht?
Es doch völlig normal, effektiv und zielführend (!!!) zu Stücken (oder sogar "Stulen") zu raten, die man als "Ausganspunkt" nehmen kann und genauso von anderen abzuraten, weil sie in eine falsche Richtung führen....
Was soll daran falsch sein?
Dass das Ganze eventuell dazu führen könnte, lieb gewordene Klischees zu hinterfragen? Festzustellen, dass "der Blues" eben doch nicht so einfach, andere sagen "primitiv" ist, wie man es immer gerne glauben wollte?
Dass das Spielen dieser Musik sogar einiges an technischen, musiklaischen und intellektuellen Voraussetzungen braucht, obwohgl man doch immer glaubte, das wäre das einfachste, was es gibt?
Warum gerät man immer wieder sofort in eine Verteidigungsposition, wenn man erklärt, dass das ganze eben doch nicht so einfach ist, wie es sich viele machen?
Wenn man versucht, Hintergründe zu beleuchten, Irrtümer und Klischees wiederlegt, wie von mir in Post Nr. 81 versucht?
Und da ich mit dem Zauberer, der ja immerhin der TE ist, seit langer Zeit grundsätzlich auf einer Linie bin (in erster Linie mit unserer Liebe zum alten, klassischen Blues), glaube ich auch nicht, dass er mir da widersprechen würde!
Ich würde mir wünschen, dass die Versuche, die Auseinandersetzung mit dem Blues tatsächlich führen zu können, ohne dass fortwährend von irgendeiner Seite angemahnt wird: "Seht das doch lockerer! Fakten stören nur das Blues - Feeling!" und die Leute, die sich wirklich ernsthaft mit dem Thema befassen wollen, nicht in irgendeine Ecke von spiessigen, schubladen - verliebten, schlecht - gelaunten Spinnern zu rücken.
Ja, es gibt so Spinner wie mich - und ich glaube da auch für den Zauberer sprechen zu können - die das Thema eben nicht so "nebenbei" betrachten, sondern sich tatsächlich seit Jahr/ Jahrzehnten mit ihm beschäftigen.
Und die - ich gebe zu, der Zauberer ist da etwas "schmerzbefreiter" als ich - einfach genervt sind, wenn sie die alten Legenden und falschen Fakten immer und immer wieder lesen müssen und dafür angemacht werden, wenn sie zumindest die schlimmsten davon versuchen, gerade zu rücken!
Ab fasznierendsten finde ich ja aber in der Tat die User, die sich zwischendurch melden und das Niveau der Diskussion kritisieren, ohne jemals etwas produktives beigetragen zu haben oder überhaupt zu wollen.
Ob sie eventuell genau die sind, über die ich hier geschrieben habe.....?
Und nochmal: letztlich ist es mir egal, ob jemand Irish Folk in Wahrheit für klassischen Blues hält. Wenn es ihn glücklich macht.... .
Wenn es allerdings um Anfänger geht, meine ich, sollte man schon ein wenig präziser sein und - ja!!! - auch definieren, was Blues ist, was Blues ein kann und was Blues definitiv nicht ist.
Wie schon völlig richtig gesagt: im Ursprungsland des Blues, ist das kein Thema. Leider , und ich bedaure das sehr, ist es aber hier ein Thema!
(Nur so als Steilvorlage für alle, die jetzt schreiben können: "Weil es so Leute wie Dich gibt!")