Equipment-Fragen für Homerecording als Sprecher & kleine Akustik-Session

von Bogy, 28.08.10.

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  1. Bogy

    Bogy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.08.10   #1
    Hallo,

    ich möchte mir ein kleines Homerecording Studio einrichten und hab da einige Fragen sowohl zum Equipment als auch verschiedene allgemeine Fragen, da ich wenig bis gar keine Ahnung von der Materie habe.

    Was will ich eigentlich machen?
    Ich möchte zu Hause Sprachaufnahmen für Funkspots oder verschiedene Beiträge aufnehmen.
    Da ich auch Akustikgitarre spiele und singe möchte ich natürlich auch hier etwas in annehmbarer Qualität aufnehmen.

    Zunächst zu meinem aktuellen Equipment:

    Ich habe ein Mac Book Pro (late 2008) mit 2 GB RAM und Logic 8 darauf. Als Interface nutze ich von M-Audio die FW400 und als Mikro habe ich im Moment ein T-Bone SC 450 von Thomann.

    Für ein Feedback zur Konstellation Laptop+Logoc+FW410 (oder zu den einzelnen Parts) wäre ich natürlich auch dankbar.

    Ich habe bereits verschiedene Tipps von befreundeten "Tonlern" (z. T. Ton-Ing.) bekommen. Aber sie kannten auch nicht jedes Mikro oder jeden Vorverstärker aus eigener Erfahrung.

    Ich möchte nun das Ganze in einen etwas professionelleren Bereich anheben. Für die Highend-Schiene fehlt mir schlichtweg das Geld, außerdem mache ich es ja nicht hauptberuflich, also wäre es sowieso Verschwendung.

    Mit meinem bisherigen Equipment bin ich eigentlich ganz zufrieden. Das SC450 hat einen etwas wärmeren Klang, ist also nicht ganz so neutral wie deutlich teurere Großmembranmikros, aber es rauscht recht stark. Das heißt die erste Anschaffung sollte ein gutes Mikro sein.

    Preislich würde mir natürlich das Neumann TLM 102 sehr gut gefallen. Ich befürchte allerdings, dass es evtl. den Ansprüchen nicht ganz genügen könnte. Also vom Equipment her möchte ich schon in der Lage sein, eine professionelle Sprachaufnahme abliefern zu können. Ich bin zwar nicht Christian Brückner, aber das kommt vielleicht noch ;). Doch zu diesem Mikro habe ich aus meinem Bekannttenkreis bisher leider gar keine Meinung einholen können.
    Die Alternative zum 102er wäre das altbekannte TLM 103. Dieses wurde schon von einigen Freunden empfohlen und ich kenne Sprachaufnahmen, die mit diesem Mikro gemacht wurden. Für meinen Geschmack sehr gut.

    Da das 103er etwas teurer ist stellt sich mir einfach die Frage, ob das 102er für meine Zwecke nicht ausreicht.

    Vielleicht hängt die Mikro-Entscheidung auch vom Gesamt-Ensemble des Equipments ab. Bisher konnte ich mir zwar ein gewisses Halbwissen aneignen, aber Halbwissen gilt ja eher als gefährlich...
    "Mit dem 103er brauchst Du für ne Sprachaufnahme nicht zwingend einen Vorverstärker. Da reichen die Plugins von Logic / Pro Tools aus."
    Im Vorfeld wurde über den Goldmike 9844 und den Mindprint Envoice MKII diskutiert. Wobei der Mindprint wieder rausfiel, da der Kompressor wohl eher suboptimal sei.

    Die Frage ist nun: Stimmt die Aussage über das Weglassen des Preamps? Oder brauch ich den nur beim 103er nicht, beim 102er schon? Rein vom Budget her würde ich dann mit dem 103er ohne Preamp günstiger als mit dem 102er + Preamp fahren.

    Das nächste Thema wären die Monitore. Da habe ich bisher gar nichts und alles was ich weiß ist, dass Kopfhörer zum Mischen ein absolutes No-Go sind. Mal davon abgesehen, dass mein DT770 eine sehr starke Basswiedergabe hat und ein darauf abgemischter Sound natürlich viel zu höhenlastig wäre.

    Mein Halbwissen dazu: Aktiv sollten sie sein, Genelec wurden empfohlen, Bi-Amping ist wichtig. Ich würde gern für ein Pärchen bis 500 € ausgeben. Gern günstiger. Aber komme ich mit dem Budget hin? Für meine Bedürfnisse benötige ich natürlich keine Highendboxen zum Preis eines Gebrauchtwagens wie sie in professionellen Tonstudios eingesetzt werden. Außerdem habe ich auch keinen Raum, den man als Tonstudio bezeichnen könnte.
    Hier hätte ich gern genaue Marken- / Produktempfehlungen, da ich außer Genelec nur die Marke Tannoy kenne.

    Zum Schluß noch eine andere Frage. Was ich schon oft gesehen und gelesen habe war die Stereoabnahme einer Akustikgitarre mit zwei (gleichen) Großmembranmikros. Da ich mir weder vom 102er noch vom 103er ein Stereoset leisten kann, eher eine rethorische Frage. Was bringt mir das genau? Bzw. Kann ich auch die Mikros mischen. Also beispielsweise eines der Neumänner und mein altes SC 450 nehmen? Damit hätte ich zumindest noch einen ganz anderen Sound, der in einer Mischung wiederum recht interessant sein könnte.

    Wenn ich mal das Equipment zusammen habe, werde ich die Einstellungen in Logic von einem Freund vornehmen lassen, der mir die Presets (Kompressor, EQ, etc.) auf meine Stimme anpasst.

    Ich weiß, es sind viele Fragen, aber ich bin da ein absoluter Neuling.

    Schon mal vielen Dank vorab.
     
  2. ars ultima

    ars ultima HCA Recording HCA

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    Erstellt: 29.08.10   #2
    Ich weiß nicht, ob du das was falsch verstanden hast, aber die Aussage ist ungefähr so sinnvoll wie "Man braucht kein Mikro, die PlugIns von Logic reichen da aus". Ein Vorverstärker ist ein Gerät, welches das schwache Mikrofonsignal auf Arbeitspegel bringt (und Phantomspeisung liefert). Der ist antürlich auf jeden Fall notwendig. Momentan benutzt du da den Vorverstärker, der im FW410 eingebaut ist. Natürlich gibt es da dann auch Qualitätsunterschiede, und es kann sich vielleicht lohnen da einen besseren zu nutzen. Aber man kann da jetzt nicht pauschal sagen, ob man einen "braucht" oder nicht. Man bearbeitue aber ja die Aufnahmen mit Kompressor, EQ etc. Da kann man im Prinzip heutzage alles mit PluGIns machen. Manche nehmen da dann aber gern was analoges - und eben schon vor der Aufnahme. Da kann man dann einen sogenannten "ChannelStrip" nehmen - der Mindprint Envoice wäre so einer. Im Gegensatz zum Goldmike, welcher ein reiner Vorverstärker ist. Ein Channelstrip ist eben (daher der Name) quasi ein kanal aus einem Mischpult. Also zum einen ein Vorverstärker, aber eben auch schon EQ und Dynamiksektion. Generell hat das immer den "Nachteil", dass der Sound dann ja schon verändert aufgenommen wird und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Aber in der Tat ist eine gewisse Vorkompression durchaus verbreitet. Zumindest auch bei Sprachaufnahmen auf höherem Niveau. Aber "notwendig" ist es so gesehen nicht.

    Deshalb hast du ja auch im Recording-Starter-Forum diesen Beitrag erstellt. Allerdings ist deine gefragte Budgetklasse nicht mehr so "einsteigermäßig" und du fragst ja auch recht konkret nach Monitoren und Mikros. Da solltest du wohl auch in die entsprechenden Subforen kucken, gerade im Monitorforum sind da ja schon viele Threads zu Themen wie "Suche Monitore im Bereich 500€".
     
  3. Bogy

    Bogy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.10   #3
    Danke für die Antwort und den Tipp mit den Subforen. Ich werde da mal stöbern.
    Die Preamp-Geschichte hab ich wohl etwas missverständlich formuliert. Natürlich braucht ein Großmembranmikro einen Vorverstärker. Den liefert mir im Prinzip eben das FW410. Es ging viel mehr um eine zusätzliches Gerät zur Klangbeeinflussung. Also ein Gerät wie den genannten Goldmike, der rein den Klang verbessert / verändert oder etwas wie den Mindprint, der die Vorkompression mitbringt (wobei gerade die beim Envoice MKII nicht gut sein soll).

    Trotzdem wäre ich natürlich für weitere Antworten dankbar.

    1. TLM 102 vs. TLM 103 (hab da zwar schon einen Thread gefunden, gab aber keine konkrete Vergleichsbewertung)
    2. FW410 ausreichend? Ich liebäugle etwas mit dem Apogee Duet. Wäre allerdings im Moment nicht in meiner Budget-Planung drin. Aber wenn das M-Audio Interface nix taugen sollte und ich keinen Preamp benötige, könnte ich das Geld ja dann z. B. in den Apogee stecken.
    3. Die Pre-Amp Frage steht immer noch im Raum. Es geht hier vielleicht nicht unbedingt gleich um eine Geräteempfehlung. Ich denke ich brauche da eher eine technische Aufklärung warum oder warum nicht. Also Vor- und Nachtteile eines Vorverstärkers oder Channelstrips. Bin ja grundsätzlich eher ein Freund davon mit echten Rohdaten zu arbeiten. Also Das unverfälschte Material nachzubearbeiten. (Bsp. Fotos, da mach ich den Sepia-Effekt lieber am Rechner "drauf" als direkt in der Kamera)
     
  4. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 29.08.10   #4
    Das TLM 102 ist ein richtig gute sMikro für Sprache. Mir gefällt es vom Sound her sogar fast noch besser als das TLM 103. Ich habe es selbst für Sprachaufnahmen. Das t.bone 450 ist eine ganz andere Liga. Im Vergleich dazu geht mit dem TLM 102 die Sonne auf.
    Einen Vorverstärker braucht man heute nicht mehr unbedingt, da die Interfaces in der Regel recht gute Vorverstärker verbaut haben. Außer man möchte einen bestimmten Sound (Neve, Avalon oder UA). Das ist dann aber eine ganz andere Preisklasse als ein GoldMike etc., der ein sauberes Signal liefert, den ich aber heutzutage auch nicht mehr kaufen würde. Da würde ich zu guten Interfaces greifen. Das Duet von Apogee hast Du ja schon erwähnt, das Babyface von RME wäre auch einOption. Das kommt dieser Tage heraus. Ich arbeite seit neuestem mit einem Fireface UC und bin damit sehr zufrieden.
    Aber vielleicht bist Du mit Deinem Interface und dem TLM 102 schon am Ziel Deiner Träume angelangt. Ich schicke Dir per PM mal einen Link zu einem Vergleichstest von Budgetmikrofonen, bei dem das TLM 102 der Testsieger war. Das Referenzmikro war ein U 87.
     
  5. Bogy

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    Erstellt: 29.08.10   #5
    So, hab mir mal die ganzen Files durch gehört. Vielen Dank nochmal.
    Wie soll es anders sein, natürlich hat mir das U87 am besten gefallen, aber das liegt weit außerhalb meiner Preisregion...
    Das TLM 102 klingt dagegen sehr steril. Im Vergleich nicht ganz so schön offen (keine Ahnung wie ich das genauer beschreiben soll...)
    Das Rode NT 1000 und das Blue Bluebird klingen ebenfalls nicht schlecht.
    Schade, dass das TLM 103 nicht in dem Vergleichstest dabei war. Hätte mich sehr interessiert. Bisher hab ich nur gehört, dass es vom Klang her eher in Richtung U87 geht. Kann man das so stehen lassen?
    Ich befürchte zwar, dass ein Mikro wie das U87 gar keine Fehler verzeiht, im Gegensatz zum TLM 102. Ich denke, kleinere sprachliche Diskrepanzen verzeiht es eher. Aber andererseits ist es natürlich für mich als Sprecher so besser, denn ich höre die Probleme eher und kann gezielt daran arbeiten...
    Da Du das 102er und das 103er kennst würden mir mehr Details zu
    helfen.

    Ich werde bei Gelegenheit allerdings so oder so mal zu einem Händler gehen und sowohl Mikros als auch Boxen testen.
     
  6. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 29.08.10   #6
    Das TLM 102 schmiegt sich sehr natürlich an die Stimme. In den Höhen finde ich es offener als das TLM 103. Wenn Du mehr Druck haben willst, musst Du zum TLM 49 greifen, aber das ist ja schon wieder um einiges teurer.
     
  7. Bogy

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    Erstellt: 12.11.10   #7
    So, ich hab mir noch mal einen Test beim Soundland in Fellbach gegönnt und zugeschlagen.
    Getestet hab ich das TLM 103, ein Rode für ca. 300 €, ein AKG im gleich Preissegment und ein Mikrotech Gefell M930.
    Nachdem ich vom TLM 103 gänzlich enttäuscht war hab ich mich für das M930 um gleichen Preis entschieden.
    Das TLM 103 klang irgendwie "tot". Sehr steril, kaum Bässe, kaum Höhen. Dieses "Offenheit" wie beim U87 in Deinen Vergleichsfiles war überhaupt nicht vorhanden. Das 103er hat mich ein bisschen an einen schalltoten Raum erinnert. Ein sehr komisches Klangerlebnis. Dagegen war das M930 eine Offenbarung. Ich möchte nicht sagen, dass ich es auf eine Stufe mit dem U87 heben würde, dazu fehlt mir der direkte Vergleich, aber zwischen dem 103er und dem M930 lagen Welten, obwohl sie preislich gleich waren.

    Also wer sich preislich im Bereich eines TLM 103 bewegen kann, der sollte auf jeden Fall das Mikrotech Gefell M930 antesten. Knackige Bässe, starke Höhen, sehr offen für meinen Geschmack und meine Stimme absolut genial!
     
  8. Bogy

    Bogy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.11   #8
    Nachdem bei meinem Interface (M-Audio FW-410) der Line-In seinen Geist aufgab hab ich von einem Freund die Firebox von PreSonus gekriegt.
    Vermutlich war der Line-In schon länger defekt, aber da ich bisher immer den Mic-In genutzt habe ist mir das erst aufgefallen, als ich mir den Kompressor (TC-01 https://www.thomann.de/de/sm_pro_audio_tc01.htm) gegönnt habe und so erstmals den Line-In brauchte.

    Kompressor und neues Interface habe ich mit einem Freund zusammen kurz getestet und für gut befunden.
    Mich würde allerdings interessieren wo dann doch die Unterschiede zwischen dem FW410, der Firebox und dem Apogee Duett liegen. Preislich sind da auf jeden Fall Unterschiede da.
    Apogee ist ja für die DA-Wandler berühmt, aber macht das für meine Aufnahme-Sessions so einen großen Unterschied?
     
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