Ich lese nur interessiert mit, kann zur Werkstatt nichts beitragen. Unweigerlich kommen mir beim Lesen aber Fragen auf, da ich ja vor zwei Jahren etwa eine meiner Ibanez zum Neubundieren bei einem Gitarrenbauer hatte mit anschließendem Ergebnis:
- der Boden der Gitarre war zerkratzt (wegen einer offensichtlich ungeeigneten Auflage)
- der Neck-Pickups hatte sichtbare Schleifspuren
- die Neubundierung war angesichts der unbeschädigten Binding am Neck und generell hinsichtlich der Abrichtung tadellos, aber
- der 14te Bund stimmte an der h-Saite nicht, da schnarrte die Saite hörbar quietschend am nächsthöheren Bund.
Diese Schäden habe ich dann selbst behoben, da ich ohnehin aufgrund eines fehlenden Balkens massiv in die Gitarre eingreifen musste und bei der Gelegenheit waren diese zusätzlichen Arbeiten alle ok.
Aber so steht die Frage im Raum: Gitarrenbauer = Mensch vs. Maschine, z.B. Roboter/Pleken.
Jeder Mensch arbeitet unterschiedlich. Das geht vielleicht von (Achtung: bewusst idealisierte Annahme) "Selbständig in seiner Werkstatt in Ruhe und mit Zeit und Hingabe vor sich her werkeln" bis hin zum Kontext "Zeitdruck als Angestellter in einem Store, viel schaffen zu müssen". Hinzu kommt deren Ausbildung. Eine Maschine: Ja, sie kann wohl, wenn sie entsprechend programmiert ist, hochgenau arbeiten, wenn sie wiederum nicht ausgenudelt ist - also letztendlich steht auch hier nur der Faktor "Mensch", der diese mehr oder weniger (noch?) leistungsfähige Maschine oder einen "Roboter" programmiert hat.
Schlussendlich meines langen Sinnierens kein Sinn: Gibt es hier überhaupt ein Optimum an Qualitätskriterien für so eine Werkstatt, wie sie genannt wurde? Oder beißt sich das zwangsläufig mit dem Anspruch, den man an so eine Werkstatt stellt? Was vermittelt denn so eine Werkstatt werbemäßig von sich aus?