Schnarrt eine Stratocaster immer?

  • Ersteller Zebra777
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Schnarren hat nix mit dem Gitarrenmodel zu tun! Egal, ob Strat, Tele, Paula, ES usw., alle haben die gleichen Voraussetzungen und unterscheiden sich nur in der Mensur. Diese bestimmt, welche Zugkräfte auf die einzelnen Saiten in den entsprechenden Stimmungen wirken. Durch die längere Mensur bei Strat und Tele liegt eine höhere Saitenspannung vor, was eigentlich einem Schnarren entgegen wirken sollte (deshalb hier 09er Saiten und bei Paula 10er Saiten ab Werk).

Wenn eine Gitarre sehr zum "Schnarren" neigt, dann liegt das im Normalfall immer an schlecht abgerichteten Bundstäbchen. Doch selbst bei der günstigen Squier Bullet hat man da mittlerweile die Hausaufgaben gemacht und bei 1,5 mm Saitenlage (gemessen am 12. Bundstäbchen) sollte kein Scheppern zu hören sein.

Allerdings kann man jede Gitarre zum Saitenschnarren bringen. Je nach Saitenlage, Saitenstärke und Mensur reagiert die Gitarre auf einen übermäßigen "Anschlag" eher sensibel oder robust. Die Einstellarbeiten sollten diesem Ziel dienen, d.h. die bestmögliche Bespielbarkeit für den momentanen Entwicklungsstand bzw. die bevorzugte Spieltechnik bieten. Für Powerchords nutze ich z.B. auch eine höhere Saitenlage, um das "Scheppern" zu vermeiden.

Das Plek zu tauschen, halte ich für den falschen Weg, da man sich die "Unart" eines übermäßigen "downstrokes" damit nicht abgewöhnt. Natürlich soll in manchen Spielarten ordentlich attack zur Geltung kommen. Aber da muss man sich mit dem Instrument arangieren (höhere Saitenlage, höhere Saitenspannung durch dickere Saiten). Das Plek sollte hingegen bei den geforderten Spieltechniken ein Maximum an Sicherheit geben. Geschwindigkeit wird man mit einem weichen Plek nur in sehr seltenen Fällen erreichen.

Deshalb, Zebra 777, nimm es mir nicht übel, aber feile lieber noch etwas an deiner Spieltechnik bevor du die Fehlersuche bei den Gitarren auf die Spitze treibst. Jede Gitarre kann eben nur so gut sein, wie der Gitarrist darauf spielen kann. Deshalb nennt man es wohl auch Instrument. ;)

Gruß

Andreas
 
Jo ich werde genau auf meine Anschlagstärke achten ;-) Aber auch bei leichtem Zupfen entsteht eben dieses leichte Scheppern im 5. und 6. Bund bei gedrückter g+b-Saite (mit dem Zeigefinger Barre). Und laut Musicstore ist die Strat gut eingestellt. Die haben das Instrument ;-) ja letzte Woche begutachtet und lediglich den Hals noch ein bisserl mehr gekrümmt.

Gleich will ich mal nach Beyer in Bochum fahren und ein paar Gitarren anspielen. Ich berichte euch dann, obs schnarrt bzw. scheppert ;-)
 
schönen Gruß an den Andy :D hab da letztens 3 Tage am Stück alle ENGL Amps angespielt :p schöner Laden. Hab ich auch das meiste gekauft =)
 
Zebra777: Im 5. und 6. Bund merkst du es (bei einem möglichst geraden Gitarrenhals) besonders, wenn du die Saiten zu hart anschlägst, da hier der Abstand für die Saitenschwingung sehr gering ist (im gegriffen Zustand). :great:

Über den Hals stellt man demanch übrigens nie die Saitenlage ein, sondern gibt der Saite Raum für die Schwingung. Das wird leider oft falsch verstanden. "Eine leichte Halskrümmung schafft nämlich etwas mehr Raum für die schwingenden Saiten." (Zitat aus Martin Koch E-Gitarrenbau)

Also wird bei dir in der Tat jede E-Gitarre, die einen relativ geraden Hals hat, schnarren. Natürlich kannst du das jetzt noch in der Praxis auf 100 weitere Gitarren übertragen und diese als "fehlerhaft" bezeichnen (kann vielleicht auch zu einem Hobby werden :D) oder die Zeit ins gefühlvolle Gitarrenspiel investieren.

Gruß

Andreas
 
Ich kann die Saiten noch so sanft anschlagen und es scheppert dort trotzdem Andreas ;-) Habe ich doch längst versucht. Allerdings... es scheppert dann etwas leiser ;-)

Ich denke mal ich spreche im Shop jemanden an und der soll mal was dazu sagen... mal gespannt.
 
du könntest mit einem kleinen (kurzen) Alulineal deine Bundstäbchen prüfen ... oder irgendein Teil, von dem du weißt, dass es absolut gerade ist und dieses legst du immer auf 3 Bünde auf und kuckst, ob die alle gleichhoch sind.
 
Klar, Zebra777, bei deiner Gitarre könnten natürlich schlecht abgerichtete Bundstäbchen der Verursacher sein. Das kannst du bestens überprüfen, wie foxytom bereits beschrieben hat.

Aber denke daran, das gilt nicht für alle Gitarren, die beim Händler stehen. ;)

Wünsche dir auf alle Fälle, dass du bald die Ursache findest. Denn nichts nervt mehr, als ein unerwünschtes "Nebengeräusch" an der Gitarre und das schränkt oft die Motivation am Gitarrenspiel stark ein.

Gruß

Andreas
 
Jawoll, Strats schnarren! Wenn sie gesund und gut eingestellt sind, kann man diesen dreckigen Attack sehr gleichmässig in allen Lagen per Anschlag erzeugen. Gesund heisst: das Schnarren taucht nur kurz nach dem Anschlag auf, ist in der Abschwungphase nicht mehr hörbar und beeinflusst das Sustain nicht.

Das ist kein Makel oder Konstruktionsfehler, schon gar nicht liegt das an schlecht abgerichteten Bundstäbchen oder zu tiefer Saitenlage. Alles Quatsch. Das MUSS so!! Ähnlich wie das Brummen der Single-Coils, der stechend-schrille Stegtonabnehmer oder das Nachgeben des Tremolos beim Bending ist das ein kleiner, aber notwendiger Bestandteil des "typischen" Strat-Tons. Dieser Schmutz und diese vermeintlichen "unzulänglichkeiten" machen einen Grossteil des Charakters der Stratocaster aus.

Man hört's im übrigen bewusst nur, wenn man die Strat trocken spielt. Ich persönlich mach das sehr oft (fast nur - am Amp klingen Strats irgendwie eklig, finde ich...). Ich hab einen harten Anschlag, fette Pleks (Dunlop Stubby, 2mm) und freu mich, wenn's richtig schön scheppert. Das hat Eier....ich spiel schliesslich keinen Jazz.
 
Ja, so wie LostLover kann man das auch sehen. Erfrischender Beitrag und Jazz ist anders, ganz klar. :great:

Gruß

Andreas
 
Also falls es jemand interessiert:

Meine LP schnarrt jetzt nicht mehr. Hab den Trussrod 1/4 Umdrehung nach links gedreht, damit hab ich jetzt ca. 1 mm über dem 7. Bundstäbchen und die Bespielbarkeit ist super!
Schnarrt jetzt nur noch bei wirklich extrem harter Gangart :)
 
Also falls es jemand interessiert:

Meine LP schnarrt jetzt nicht mehr. Hab den Trussrod 1/4 Umdrehung nach links gedreht, damit hab ich jetzt ca. 1 mm über dem 7. Bundstäbchen und die Bespielbarkeit ist super!
Schnarrt jetzt nur noch bei wirklich extrem harter Gangart :)

das interessiert hier niemanden, hier geht es doch um Strats ! :cool:







Kleiner Scherz ;) :D
 
Meine schnarrt auch an den obersten Saite, wenn ich anschlage (meinetwegen wenn ich den dritten Bund halte). Wenn ich das Plek allerdings in stumpferem Winkel halte, ist es nicht so sehr, aber dennoch vorhanden. Habe am 12 Bund rund 2mm Abstand zwischen oberer Saite und Bundstäbchen. Ist das zuviel?

Model ist Squier Stratocaster

Kann leider nicht soviel rumbasteln dran da sie geliehen ist und ich nix kaputt machen will.
 
Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen und antworte nur auf deine Frage.
Ich habe noch nie eine vernünftig eingestellte Gitarre angespielt, die nicht schnarrt. Egal ob billig Epiphone oder sündteuere PRS - sie haben alle geschnarrt.
Man muss bei einer Gitarre einen Kompromiss zwischen Saitenlage und Schnarren eingehen. Bei gut verarbeiteten Instrumenten hast du einen höhere Toleranzschwelle, ab welcher Saitenlage die Gitarre anfängt zu sehr zu schnarren. In der Regel ist das Schnarren, wenn die Gitarre verstärkt angespielt wird nicht zu hören. Wichtig ist eher, dass jeder Bund schön abklingt und der Ton nicht abstirbt. Bei zu flachen Saiten, bzw. schlecht eingestelltem Hals kann es nämlich passieren, dass gewisse Bünde nicht mehr klingen. Das kann dann auch ein Verstärker nicht überspielen. Das einfache Schnarren ist eigentlich in den seltensten Fällen ein soundtechnisches Problem.
 
Jawoll, Strats schnarren! Wenn sie gesund und gut eingestellt sind, kann man diesen dreckigen Attack sehr gleichmässig in allen Lagen per Anschlag erzeugen. Gesund heisst: das Schnarren taucht nur kurz nach dem Anschlag auf, ist in der Abschwungphase nicht mehr hörbar und beeinflusst das Sustain nicht.

Das ist kein Makel oder Konstruktionsfehler, schon gar nicht liegt das an schlecht abgerichteten Bundstäbchen oder zu tiefer Saitenlage. Alles Quatsch. Das MUSS so!! Ähnlich wie das Brummen der Single-Coils, der stechend-schrille Stegtonabnehmer oder das Nachgeben des Tremolos beim Bending ist das ein kleiner, aber notwendiger Bestandteil des "typischen" Strat-Tons. Dieser Schmutz und diese vermeintlichen "unzulänglichkeiten" machen einen Grossteil des Charakters der Stratocaster aus.

Man hört's im übrigen bewusst nur, wenn man die Strat trocken spielt. Ich persönlich mach das sehr oft (fast nur - am Amp klingen Strats irgendwie eklig, finde ich...). Ich hab einen harten Anschlag, fette Pleks (Dunlop Stubby, 2mm) und freu mich, wenn's richtig schön scheppert. Das hat Eier....ich spiel schliesslich keinen Jazz.
Erfrischend! :D Dieses schnarren kriegst du mit jeder Gitarre hin, auch wenn sie 10000 Ocken kostet. Das ist letzten Endes nur Physik. Die Saite liegt soundsoviel Millimeter über dem Griffbrett, wie sehr muss ich sie misshandeln, damit sie möglichst oft nach dem Anschlag beim Ausschwingen das Griffbrett berührt?
Und dabei hab ich keinen harten Anschlag und spiele nur OHNE Plek. :p
 
Tja das ist mal beruhigend :)

War gestern bei Beyer in Bochum und eben erneut festgestellt, dass 98 % aller Gitarren egal welches Modell und welche Preisklasse schnarren (scheppern). Mal einen Tick mehr... mal einen Tick weniger. Hatte ne Gretsch in der Hand, die schnarrte fast gar nicht. Aber 1.400 €... ups ;-) Und ein sauschweres Monstrum. Natürlich toll verarbeitet.

Habe mir dann ne 3.000 € Strat von Fender gegriffen, da die vergessen hatten, die Glasvitrine wieder zu schließen, in denen die Edelteile stehen :) Nun das hätte eine Zwillingsschwester meiner Reverse Headstock 68er Vintage sein können. Schnarrte in den gleichen Bünden bei den gleichen Saiten :) Da ging mein Herz auf !! Warum??? Na weil es somit wohl "normal" ist.

Und die Tipps in diiesem Thread, es mal mit einer "vorsichtigeren" Spieltechnik zu versuchen (aslo nicht so stark anzuschlagen) warn auch gut. Habe jetzt ein etwas dickeres Plek, womit ich besser zurecht komme (1,5mm) und das bei leichterem Anschlagen das Scheppern meiner Strat in Grenzen hält :)
 
Mich würde mal brennend interessieren, wie hoch eure Reiter stehen bei euren Strat´s - damit ich mal einen vergleich habe. Bei mir sind D und G auf 100% (sind wegen der Krümmung nunmal die höchsten) und schnarren trotzdem ganz leicht bei harten Anschlägen. Das leichte Schnarren würde mich garnichtmal so sehr stören, aber was mich irritiert ist das die Saitenreiter auf maximum stehen, das Schnarren aber dennoch im "schlimmsten Falle" auftritt. Ich hätte eigentlich gedacht das die Reiter bei 100% höhe in der "Deppeneinstellung" sind, wo man dreschen kann wie man wollte und nix schnarrt...
:gruebel:
 
Zuletzt bearbeitet:
Also die d + g - Saiten sind ja aufgrund des gewölbten Griffbrettes an den Reitern ohnehin am höchsten eingestellt. Logisch... sie befinden sich ja ja auch am höchsten Punkt (Wendepunkt) des Halses. Während die Reiter ja parallel in der gleichen Höhe nebeneinander am Korpus befestigt sind.

Auch bei mir schnarren d + g am durchaus stärksten. Vor allem wenn sie zusammen gegriffen werden. Aber nach dem Antesten von unzähligen Gitarren in den Musikgeschäften und dank der netten Hilfe von zahlreichen Forenmitgliedern, die mich aufgeklärt haben ;-) ist dieses Scheppern völlig normal. Mal taucht es mehr auf, mal weniger, bei einigen sehr sehr wenigen Gitarren sogar fast gar nicht. Hatt mal ne Gretsch in der Hand, wo es fast nicht auftrat, aber die wog auch gefühlte 60kg.

D und G Reiter sind bei mir fast auf 100% der Höhe eingestellt. 1mm geht vielleicht noch dann ist Schluss mit lustig. Aber daran rumschrauben sollte man nur mit bedacht.
 
Meine Strat schnarrt nur bei den ersten 1-6 Bünden. Danach alles ok.
Seitenlage auch in Ordnung... muss ich eventuell einen neuen Sattel dranbasteln?
Oder kann man da noch fuschen?
Jemand einen Tipp woran es liegen könnte?
 

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