Erinnerungskultur

von mYa, 07.08.08.

  1. mYa

    mYa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #1
    So, jetzt noch ein neuer Text von mir.
    Es ist Version 7 des Urtextes. :)

    Könnt unsern Weg in der Wüste sehn,
    nur langsam verweht der Sand,
    ließt uns einfach so stehn,
    ohne Aussicht auf das Land.

    Sind wie Wasser im Fluss verlorn.
    Fragst Du Dich, was ist geschehn.
    Jeder böse Gedanke neu geborn
    Wie solln wir nur so weiterlebn?

    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir

    Refrain:
    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das geliebte Land.
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn.

    Unsere Knochen verfauln in der Fremde
    Welche Mutter hat noch einen Sohn?
    Sehen bereits das Ende
    greifen noch nach den Thron

    Verkaufen unsre Seele
    an den Herrn
    Verschmähen unsre Freunde
    warfen sie ins Meer.

    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir

    Refrain:
    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das geliebte Land.
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn.


    Ich schreib in der Regel für mich selber immer ne Deutung auf dem PC zu den Text, wenn wer Probleme beim Deuten hat, poste ich die gerne noch dazu.
    Würde mich über Meinungen freuen. Danke :)

    (hoffentlich ist der Text nicht zu schlecht, nachdem ich für "Jugend ohne Gott" so gelobt wurde, hab ich etwas Bammel :o)
     
  2. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #2
    Hallo mYa,
    da isser ja schon, der nächste Text,
    das hatte ich beim Posting für "Jugend ohne Gott" übersehen.
    Ich finde auch diesen Text gut gelungen, er ist zwar im Gegensatz zum anderen Schemenhaft, undeutlich- rätselhaft manchmal wie eine Fata Morgana, und doch von einer deutlichen melancholisch-apokalyptischen Traurigkeit, wie ich sie gerne mag.
    Ich habe bloß etwas Sorge, wenn so ein junger Mensch wie du das formuliert, dann sehne ich insgeheim einen Hoffnungsgedanken herbei, den du aber nicht hergeben willst.
    Mit dem Schlußsatz des Refrains ist es entgültig aus.
    Es kommt nichts mehr - das ist hart.
    Ich hatte beim Schreiben Phasen, wo ich dachte, es sei egal, was aus uns wird, es käme nur auf die Provokation an. Polarisieren sei alles.
    Dann später habe ich konsequent versucht, immer eine Tür offen zu lassen, eine Spur Optimismus im großen Desaster zu hinterlassen.

    Heute frage ich mich verstärkt, wen ich erreichen konnte und kann.
    Mit einem textlichen Vortrag ein gutes Gefühl zu hinterlassen, ein positiver Gedanke, eine hoffnungsvolle Frage oder ein spekulativer Ausblick ins Hellere sind mMn wichtiger als die
    "Genauso- so- ist- es ; alles Scheiße- Zustimmung der Hörer.
    Man muß nicht gleich ins Comedy- Fach abrutschen, aber echte Freude an der Musik hat auch etwas mit der Freude am Leben zu tun.

    Egal wie du dich entscheidest- authentisch musst du sein.

    Am Mut zur Ehrlichkeit mangelt es dir jedenfalls nicht und auch deine Fähigkeit, packend zu formulieren und tolle Bilder zu finden ist für meine Begriffe erstaunlich.
    Erst recht, wenn man dein Alter bedenkt.

    einige Sachen möchte ich aber noch am Text anmerken:


    Der Text ist gut, du hast es aber nicht nötig, auf Allgemeinplätzen herumzuhängen, und Phrasen zu dreschen.
    Häng dich rein- das wird was.
    Grüße
    willy
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.08.08   #3
    Ich kann willypanic nur zustimmen - gleiche Stellen, ähnliche Anmerkungen, eventuell etwas andere Ausrichtung ...

    Und nein - ich möchte vorerst Dein Interpretationshilfe zum Text nicht lesen.

    x-Riff
     
  4. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.08.08   #4
    Noch mal konkreter:

    Könnt unsern Weg in der Wüste sehn, etwas schludrig formuliert, die erste Strophe
    nur langsam verweht der Sand,
    ließt uns einfach so stehn,
    ohne Aussicht auf das Land.

    Vorschlag:
    Kannst Du den Weg in der Wüste sehen
    langsam verweht ihn der Sand
    wir blieben einfach so stehn,
    ohne Aussicht auf das Land.

    Finde den Vorschlag von willypanic gut, letzte Zeile würde ich eventuell noch etwas anders drehen: blind für das gelobte Land oder so ...


    Sind wie Wasser im Fluss verlorn. Ganz starkes Bild, toll! dito!
    Fragst Du Dich, was ist geschehn. Diese Zeile ist ein Füllsel, ersetze sie:
    Vorschlag: "Wo ist die Flut, was ist geschehen?"
    dito. geschehn reimt sich eh nicht sonderlich toll auf weiterlebn ...
    Jeder böse Gedanke neu geborn etwas unrund, aber gut. dito
    Wie solln wir nur so weiterlebn?
    Da fehlt mir ein bißchen die innere Stringenz und Klarheit ...

    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir bisschen anstrengend, die Wiederholung, aber sinnig

    Refrain:
    Wir versinken im Wüstensand, "Wüstensand" ist scheiße zu singen, oder?
    vergessen das geliebte Land.
    evtl das gelobte Land?
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn. Der Refrain ist etwas schwach im Vergleich zum Rest.
    und zum Schluß wäre ein winziges Türchen ins Helle gut: z.B.: " doch wir werden ständig neu geboren"
    Mich packen die beiden letzten Zeilen nicht wirklich ...

    Unsere Knochen verfauln in der Fremde derbe aber gute Steigerung
    Welche Mutter hat noch einen Sohn? ausgelatscht siehe Pink "dear Mr. Presi" für mich lyrisch eine No-Go-Area ... schwülstig, überkommen, Weltkriegslyrik
    Sehen bereits das Ende
    greifen noch nach den Thron welcher Thron?
    Kipp einfach die Mutter/Sohn-Zeile - dann wirst du auch hier flexibler. Störe mich aber nicht an dem Thron. Das Bild drückt für mich aus, dass obwohl man schon verloren ist, doch noch so machtgierig ist, dass man nichts mehr anderes sieht - ist für mich stimmig ... Wie wärs mit:
    Unsere Knochen verfauln in der Fremde
    Die Fürsten sterben schon
    Vor sich nur noch das Ende
    die Hand noch nah am Thron


    Verkaufen unsre Seele
    an den Herrn
    Verschmähen unsre Freunde
    warfen sie ins Meer. Hey, hier hast du keine Lust mehr gehabt?
    diese Strophe musst du überarbeiten, da sind jetzt noch ein paar starke Bilder nötig, bevor sich Bridge und Ref. wiederholen.

    Hier wechselst Du unvermittelt in die Metaphernwelt der Religion. Vorher hast Du den Thron am Wickel - was eine andere Metaphernwelt ist. Gleichzeitig kommt nicht klar rüber, für was diese neue Metapher steht, was es aussagen soll.
    Und ich finde zudem: Wüste ist das eine Bild - Meer ist das andere Bild. Da würde ich gar nicht wechseln, außer es geht Dir um wirkliche Gegensätze und andere Welten. Sowohl die Welt der Wüste als auch die des Meeres stehen aber für Fremde, für das Falsch Sein - da macht ein Wechsel imho keinen Sinn und verwirrt nur.


    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir

    Refrain:
    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das geliebte Land.
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn.


    Ganz klar: es sind einige wunderbare und kräftige Bilder, ein offenes Tableau und klasse Bezüge.
    Aber einige Bilder passen nicht zueinander (Wüste/Meer) und einige Gedanken und rote Fäden sind noch nicht so klar, wie sie sein könnten.

    Kann es sein, dass dieser songtext - oder dieses Gedicht? - nach einer Vorlage (ein Buch, ein Film) entstanden ist und dass man vielleicht einige Schwierigkeiten damit hat, wenn man die Vorlage nicht kennt?

    x-Riff
     
  5. sepia-toned

    sepia-toned Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #5
    Also für mich (und ich hoffe das ist jetzt nicht völlig falsch interpretiert) klingt das Ganze stark nach Exodus - Auszug aus Ägypten und deshalb finde ich auch die Bilder insgesamt stimmig. Meer und Wüste, Mütter ohne Söhne usw.
    Es klingt wie eine Geschichte über jemanden, der sich aus der "Sklaverei" befreit und im Schwebezustand, der darauf folgt, den Glauben an das, was er wollte, verliert.
    Vielleicht ist die Deutung überhaupt nicht in deinem Sinn...wenn das so ist, gibt der Text immerhin einiges her ;)
     
  6. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #6
    Ich möchte eigentlich noch nicht auf den Thread antworten und auf die Beiträge eingehen. Weil ich erst den Text verbessern will, aber da will ich was loswerden. Das hatte ich auch zuerst, "das gelobte Land". Aber das gelobte Land heißt das versprochene Land (von geloben, Wikipedia hats gesagt) und bezieht sich darauf, dass den Juden ja ein Land versprochen wurde lt. Bibel (Problem mit den Palästinänsern (ohje, falsch geschrieben?)).

    Das folgte, dass eine Version meines Textes total falsch interpretiert worden wäre, nämlich total judenfeindlich. Ich posts mal, distanziere mich davon aber, weils aus nem Denkfehler herauskam.

    Version 2 mit Anmerkungen bzg. "gelobtes Land", wie mans falsch verstehen KÖNNTE!

    Könnt unsern Weg in der Wüste sehn,
    nur langsam verweht der Sand,
    ließt uns einfach so stehn,
    ohne Aussicht auf das Land. Juden bekommen einfach das Land nicht

    Sind wie Wasser im Fluss verlorn.
    Fragst Du Dich, was ist geschehn.
    Diese Gedanken sind neu geborn.
    Denn alles wird letztendlich verwehn.

    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir
    Klingt falsch interpretiert als ob Juden böse Antichristen, Heiden, ähnliches wären!


    Refrain:
    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das gelobte Land. (gelobtes Land, versprochenes Land)
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn.

    Unsere Knochen verfauln in fremder Erde
    Welche Mutter hat noch einen Sohn?
    Wie ne aufgeschreckte Herde ??? WIE greift ne HErde nach den Thron...Sinnfehler
    greifen wir nach den Thron ???

    Verkauften unsre Seele- an unsren Gott Besonders diese Zeilen (die ich ja etwas verändert habe, wären total nach hinten losgegangen
    Verschmähten unsre Freunde - mit viel Spott
    Warum seid ihr anders? Warum seid ihr so?
    Ihr seid die Falschen - sowieso ??? blöd

    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir

    Refrain:
    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das gelobte Land.
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn.


    Also nur jetzt so zwischenrein. Blöde Version mit kleinem "Unwissen", was zu dieser bösartigen Version führte.

    Auf eure Anmerkungen gehe ich nachher/morgen ein. Muss noch den Text verbessern!

    :)
     
  7. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.08.08   #7
    Alles klar - dann bin ich mal gespannt ...
     
  8. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.08   #8
    So, hab mich jetzt nochmal an den Text gewagt. Ich hoffe, ich habe eure Anmerkungen soweit gut umgesetzt. Manche konnte ich nicht unterbringen. Habe aber mich drum bemüht. Falls ihrs doch ganz dringend findet, etwas davon doch noch umzusetzen oder euch was anderes neues stört: bitte sagen.
    Der Text bezieht sich übrigens auf keinen Text oder so. Ist eigentlich nur einen Text darüber, wenn man in einer Gruppierung "verloren" geht und stehen gelassen wird.
    Hab noch ne Bridge reingemacht, bin noch nicht ganz zufrieden. Aber...lest einfach mal =)

    Titel: Erinnerungskultur

    Vers 1

    Kannst Du den Weg in der Wüste sehen
    langsam verweht ihn der Sand
    ließt uns einfach so stehn,
    ohne Aussicht auf das Land.

    Sind wie Wasser im Fluss verlorn.
    Fragst Du Dich, was ist geschehen.
    Jene alten Gedanken neu geborn.
    Wie wir nach Vergebung flehen.

    Prechorus:

    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir

    Chorus:

    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das geliebte Land.
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn.

    Vers 2:

    Unsere Knochen verfauln in der Fremde
    Das Leben ist so fern
    Sehen bereits das Ende
    Hörten jene Worte so gern.

    Gaben uns Dir hin
    versanken tief in Dir
    alles gab einen Sinn
    doch nun verzweifeln wir schier.

    Prechorus:

    Anstatt zu glauben, wissen wir
    Anstatt zu wissen, glauben wir
    Anstatt zu erinnern, vergessen wir
    Anstatt zu verstehen, verlernen wir

    Chorus:

    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das geliebte Land.
    Wir sind heut verlorn,
    werden niemals neu geborn.

    Bridge:

    Wir gaben Dir unsere Seele
    Wir gaben Dir unseren Schrei
    Du gabst uns Hoffnung
    Doch nun sind wir entzwei

    Trotz unsrer Treue
    Obwohl unsrer Kraft
    entließt du uns alleine
    in endloser Nacht

    Chorus:

    Wir versinken im Wüstensand,
    vergessen das geliebte Land.
    Wir sind heut verlorn,
    morgen vielleicht neugeborn

     
  9. jonas krull

    jonas krull Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.08   #9
    Hi

    also ich hab bei den titel: Erinnerungskultur so an Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg gedacht
    und obwohl ich nicht glaube das du in die rechte ecke gehörst und willst
    kam für mich son bisl der gedanke auf (gerade bei der neuen version) dass es son bisl is wie son klagender nazi der adi anklagt sich umgebracht und "sein volk" allein gelassen zu haben.

    Ich distanzier mich gaz klar vom rechten winkel
    aber irgendwie kamen mir die gedanken.

    der text gefällt mir übrigens sehr gut.

    gruß
    der dekan

    und entschuldigung wenn du dich beleidigt fühlst.. war sicher nicht meine absicht
     
  10. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.08   #10
    Irgendwie ist der Text scheisse. Irgendwie lassen sich immer so Sachen reininterpretieren. :(
    Am Besten ab in die Mülltonne kloppen.
    Bin absolut nicht rechts (wobei als links würde ich mich auch nicht bezeichnen. Ich bin eigentlich einfach liberal. Alle sollen sich lieb haben, jeder soll soviel Freiheit haben, dass er die Freiheit des Nächsten nicht betastet, etc., das übliche eigentlich :) )

    Mit Erinnerungskultur meine ich, dass man sich "erinnert". Z.B. an den Holocaust oder andere Völkermorde und daraus "lernt".
    In meinem Text geht es darum, dass langsam "vergessen" wird (die Spuren im Sand werden verweht). Denn wir, "die Zukunft", werden einfach alleine mit der Vergangenheit gelassen (welche doch soweit entfernt scheint, auch wenn sie eigentlich noch momentan ist) und geraten da in einen Konflikt. Sind wir schuld? - Nein!? Erinnerung, wieso? und wenn, wie?
    Wir sind alleine und verlieren den Blick "auf das Land". Das Paradies. Weltfrieden. Freundschaft, alles.
    Mit "jenen alten Gedanken neugeborn", meine ich Nazi-Gedankengut z.B.

    Der Prechorus spricht von der Widersprüchlichkeit unseres Handelns, wie wir uns in uns selbst verlieren und von der Umwelt manipuliert werden quasi. Also, was soll man noch glauben bzw. was glaubt man zu wissen und ist jenes Wissen vielleicht nur glauben, etc.

    Chorus, denke ich, erklärt sich von selbst.

    "Unsere Knochen verfauln in der Fremde
    Das Leben ist so fern
    Sehen bereits das Ende
    Hörten jene Worte so gern."

    Erste Zeile bezieht sich darauf, dass meiner Meinung nach, jeder Mensch nach Harmonie sich sehnt, der eine mehr der andere weniger. Ich finde, es ist unnatürlich Hass gegenüber Menschen zu haben (gut, manche mag man einfach net, aber das hat - denke ich - weniger mit dem faschistischen Gedankengut/schlecht der Nazis zutun) und darum verfauln wir in der Fremde, wo DAS Leben eben fern ist, das Ende aber nah.
    "Hörten jene Wort so gern". Klar, erklärt sich von selbst.

    Bridge erläutert den "Untergang". Quasi wir geben alles und bekamen am Ende nix außer Qual, Schmerz, etc. (Gruppierung löst sich auf).

    Und der letzte Chorus, hat übrigens einen kleinen Hoffnungsfunken: Neu geborn. Neu werden, sich verändern. Grundgedanken ändern.

    Eigentlich hast du recht, das Lied KANN aus der Sicht eines Nazis sein (ich bin keiner - nur nochmal zur Erinnerung ;) )...
    Aber kann auch auf andere Gruppierungen sich beziehen.
    Was ich sagen will: Man darf nicht vergessen (wozu muss die Vergangenheit ja gut sein - auch wenn sie schmerzlich ist) und sich blind wem anschließen nur aus Frust. Es ist ein endloser Strudel den man nur schwer entfliehen kann...ach, ich verheddere mich da irgendwie...mh...dummer Text - sorry an die, die keine Erklärung wollen....
     
  11. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.08   #11
    Hallo mYa,
    jetzt lass mal den Mut nicht sinken,
    der Titel ist ja bei dem Song mMn sowieso überflüssig und lenkt in die falsche Richtung ab.
    Wenn man ihn nicht kennt, würde man auch nicht auf eine Verbindung zu Faschisten kommen, denke ich.
    Ich finde deine Erweiterungen und Änderungen gut.
    Du solltest den Text jetzt unbedingt ruhen lassen, guck ihn dir in vier Wochen noch mal an.
    Schreib was Neues.
    Grüße
    willy
     
  12. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.08.08   #12
    Wie wäre es mit dem Titel: Vor uns die Wüste?

    Wäre aber auch dafür, es erst mal sacken zu lassen. Manchmal braucht es einfach länger - zumal bei einem solchen Thema. Dass Texte mehrdeutig sind, ist durchaus eine Qualität - wenn Du das Gefühl hast, bestimmte Interpretationsrichtungen sind durch die Offenheit möglich und Dir gleichzeitig unlieb, kann man noch mal durchgehen und nach den Worten/Formulierungen/Bildern schauen, die in eine falsche Richtung führen und Alternativen dazu suchen.

    Möglicherweise hast Du Dich aber auch vom Eigentlichen Stück für Stück weiter entfernt - dann wäre ein ganz neuer Ansatz auch eine Überlegung wert. Im Moment habe ich das Gefühl, es wäre ein bißchen wie ein "totes Pferd zu reiten" an dem Text ohne Abstand weiter zu arbeiten. Aber das ist auch kein Drama - eher etwas, was immer mal wieder vorkommt und einen nicht groß irritieren sollte.

    x-Riff
     
  13. jonas krull

    jonas krull Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.08   #13
    Sry Mya... wollt ich dir auf keinsten unterstellen.
    und dich verwirren wollte ich auch nicht.
    aber generell "gruppierungen" trifft es ja ganz gut.
    wenn dem einen da nazis dem andern kommis und dem nächsten ökos einfallen
    is doch schon mal die richtung da.

    aber ich würd auch sagen.
    leg den text erstmal weg.
    und dann guckstn dir in der nächsten oder übernächsten woche nochma an.
    oder wenn dir so zufällig was einfällt^^
    z.B. hab ich an meinem letzten textansatz (post ich gleich ma) auch am anfang vol lange gegrübelt.
    dann bin ihc nach hause gefahrn (war beim bassisten) und hab da ma ebend schnell die strophe z.T. übern haufen geworfen und wie ich find verbessert.

    lauf erstmal durche welt und schau dich um und dann guck noch ma auf das geschriebene


    gruß

    der dekan
     
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