Erkennen musikalischer Strukturen

von D3vgru, 08.05.16.

Sponsored by
Gravity Stands
  1. D3vgru

    D3vgru Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    08.05.16
    Zuletzt hier:
    8.05.16
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    0
    Erstellt: 08.05.16   #1
    Ich habe, als kompletter Musiklaie, angefangen mich mit Musik zu beschäftigen und mit dem Barock begonnen.
    Ich habe nun grundlegende theoretische Kenntnisse, ich weiss was Monodie, das konzertierende Prinzip oder die Affektenlehre ist, bin mir jedoch nicht sicher wie ich diese Kenntnisse 'in die Praxis' umsetzten soll. Einfaches Hören barocker Stücke nach Trial-and-Error-Prinzip bringt mich da kaum weiter da ich einzelne Merkmale und Strukturen noch nicht heraushören kann. Ich hoffe das ist soweit verständlich.
    Wie gehe ich jetzt am besten weiter vor?
     
  2. Be-3

    Be-3 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    28.05.08
    Beiträge:
    3.321
    Zustimmungen:
    2.188
    Kekse:
    31.628
    Erstellt: 08.05.16   #2
    Hallo D3vgru,

    willkommen im Board!

    Der Bereich der Musiktheorie besteht ja aus mehreren Unterdisziplinen. Eine davon ist die Harmonielehre, eine andere z. B. die Formenlehre.
    Die von Dir beispielhaft genannten Begriffe (Monodie, konzertierendes Prinzip, Affektenlehre) stammen ja eher aus der Formenlehre und beschäftigen sich mit dem grundelgenden strukturellen Aufbau eines Stückes, stilistischen Mitteln usw.

    Die Harmonielehre dagegen hat eher den harmonischen Gehalt zum Thema, ganz gleich, wie dieser zustande kommt (also wie die Instrumente zusammen spielen, wie ein Stück orchestriert ist oder an welche formalen Abfolgen sich ein Stück hält.


    Du hast es also eher auf Formenlehre abgesehen und möchstest in einem Stück die genannten Strukturen erkennen, also ein Thema heraushören, einen "Teilabschnitt" erkennen, um eine Struktur herausarbeiten zu können. Und Du möchtest die Anwendung bestimmter Stilmittel identifizieren.


    Trial-and-Error klingt so zufällig und konzeptlos, aber eines ist sicher: Zeit braucht es auf jeden Fall und viel Übung. So etwas ist nicht nur durch logisches Erfassen zweier Beispiele abzuhaken, sondern erfordert zweifellos eine tiefere Beschäftigung mit der Materie anhand möglichst vieler Beispiele.

    Das Stichwort "einfaches Hören" scheint mir der Schlüssel zu sein: einfach nur Hören im Sinne von "berieseln lassen" hilft nicht viel.
    Man muß tatsächlich bewußt hinhören!
    Am besten anhand eines bereits gelösten Beispiels (davon dürfte man ja genug finden). Wirklich bewußt zuhören und nachvollziehen, wann sich Teile wiederholen, wann Tonarten wechseln usw.


    Dann würde ich vorschlagen: fangen wir mal ganz einfach an. :)

    Jenseits aller Konventionen und hochtrabenden Analysen von Mammutwerken, könnte man sich mal ein relativ kurzes, simples Stück vorknöpfen. Nehmen wir doch mal einen Marsch, und um mich nicht dem Vorwurf des Militarismus auszusetzen, den wunderschön neutralen und bekannten Mainzer Narrhallamarsch :D, warum auch nicht? :p



    Von dieser Aufnahme ausgehend, könntest Du versuchen, "Teilabschnitte" A, B, C... zu identifizieren und zu benennen.
    Manchmal wird ein Teil wiederholt, der sich nur am Ende leicht unterscheidet. In diesem Fall würde man diese dann A und A' nennen, um zu zeigen, daß A nur leicht von A' abweicht.

    Versuche doch mal, anhand der verlinkten Aufnahme oben solche Teile zu identifizieren und ab besten mit Zeitangaben zu versehen, damit man sie der Aufnahme zuordnen kann.

    Das wäre mal der erste Schritt anhand eines überschaubaren Beispiels, Struktur-Elemente, d. h. wiedererkennbare Abschnitte, die sogar mehrfach auftreten, zu identifizieren.
    Danach sehen wir weiter, erst eimal muß dieser erste Schritt gemacht werden.

    Viele Grüße
    Torsten
     
Die Seite wird geladen...