Evolution der Kawai-Tastaturen? (CN-Serie) ...und der Klangerzeugung

von backonstage, 02.06.19.

Sponsored by
Casio
  1. backonstage

    backonstage Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.02.07
    Zuletzt hier:
    8.06.19
    Beiträge:
    56
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    331
    Erstellt: 02.06.19   #1
    1. Vorweg: Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, ob es okay ist, hierzu einen neuen Thread aufzumachen. Vor ein paar Wochen hatte ich ja hier bereits einen Thread gestartet, da ich mich derzeit nach einem Kawai CN-Modell umsehe. Die jetzige Frage ist aber schon ein bisschen anders, finde ich, und da sind die Gepflogenheiten von Forum zu Forum verschieden. Die einen sagen "Für sowas auf jeden Fall einen neuen Thread", die anderen "immer den alten Thread weiterverwenden". Also, falls das hier falsch ist, bitte ich die Moderatoren um Entschuldigung und es ggfs. zu verschieben.

    2. Nachtrag, ich merke gerade, wegen der langen Vorgeschichte (nicht die eigentlich Frage) wird der Beitrag lang, und nicht jeder liest heutzutage gern so lange Texte, daher ggfs. bitte nach unten scrollen, wo es um die eigentliche Frage geht)

    Ich war jahrelang (sehr zufriedener!) Besitzer eines alten CN270 (hab es später innerhalb der Familie weiterverschenkt). Ich bin kein echter Pianist, sondern dudel nur ein bisschen Liedbegleitung und Improvisation vor mich hin, aber das CN270 fand ich sowohl von der Tastatur als auch vom Sound immer total sympathisch. Natürlich deutlich leichter als echte Klaviertastaturen, aber angenehm smooth zu spielen (oder Orgel-Glissandi zu machen usw.), und in dem Klaviersound konnte ich stundenlang über Kopfhörer (aber auch über die Speaker) ins Träumen kommen... somit machte ich mich später nach dem Verschenken auf die Suche nach dem gleichen Modell, jedoch: Im Gegensatz zu meinem sehr gepflegten Piano, waren andere auf dem Markt altersbedingt schon SEHR mitgenommen, sodass sie rausfielen.

    Ich schaute mich auch mal im Musikladen um zwecks Neukauf um (zwischen verschiedenen Marken), und da blieb ich auch am CN27 kleben: Komplett neue, ebenfalls gute "echtere" Tastatur (Ivory Touch ist mir aber ziemlich schnuppe, ich hab auch nix gegen meine gewohnen glatten Plastiktasten)... Bedienung sehr spartanisch, neu etwas teuer (und kommt für mich s.u. aufgrund der Ausstattung nicht in Frage)... na ja, mal weiter auf dem Gebrauchtmarkt geschaut.

    Plötzlich fand ich auf ebay-kleinanzeigen ein CN22 (super gepflegt, sehr wenig gespielt) für 500 €, welches ich dann ziemlich spontan kaufte, weil es mir einfach super gefiel (und auch immer noch gefällt).
    Leider fiel mir erst zu Hause auf:
    • Das CN22 hat keinen Line-Eingang, d.h. ich kann nicht einfach ein Playback o.ä. daran anschließen und dazu spielen/üben.
      (das gilt m.W. sogar für den heutigen Nachfolger CN27 genau so, weshalb ein CN27 für mich nicht in Frage kommt, und ein CN37 find ich auch nicht so toll mit diesem großen, etwas seltsamen Bedienpanel links der Tastatur)
    Die anderen modellbedingten Punkte kannte ich bereits beim Kauf, sind nur nicht sooo optimal:
    • Die Bedienung über die Funktionstasten ist nicht immer schnell und intuitiv (aber okay...)
    • Transponieren geht nur um je 6 Halbtöne nach oben oder unten (Umdenken, ab welchem Intervall es runter statt hoch springt), einfach intuitive +/- Halbtöne wäre schöner
    • die Effekte sind beim CN22 immer starr zugeordnet, bei höreren Modellen kann man sie nach Belieben kombinieren
    • Die Klangregelungen (Brillianz, also quasi Equalizing) sind beim CN22 nur recht begrenzt und unübersichtlich, was gerade eingestellt ist
    • ...ein paar mehr Knöpfe und Display finde ich nicht verkehrt (ist aber Geschmackssache)
    • ...ebenso wie ein USB-Anschluss direkt an den PC, bringen höhere/jüngere Modelle auch mit.
    Das klingt jetzt nach viel Kritik, aber eigentlich mag ich mein CN22 wirklich SEHR, nur der erste Punkt (kein Line-In) ist für mich wirklich ein Wermutstropfen... ich war blind davon ausgegangen, dass die CN alle einen Line-In haben (ohne es nachzuschlagen oder beim Kauf zu checken), weil ja sogar mein uraltes CN270 schon so etwas hatte. Ich möchte wirklich sehr, sehr gern eine Line-Quelle daran anschließen können, auch um zu Songs zu spielen oder ggfs. (mit vorgeschaltetem Mini-Mixer) auch mal über die interne Box singen oder Gitarre zupfen zu können. Außerdem diente mir mein altes CN270 immer auch sehr praktisch als Ersatz für eine Stereo-Anlage, hatte für mein Wohnzimmer einen satten Sound und volle Bässe.

    • Ein Line-In ist für mich also ein Muss!
    • (subjektiv) angenehme Tastatur und gute Piano-Sounds selbstverständlich auch! (Da kommen für mich bisher einfach immer nur Kawai-Samples in Frage)
    • die anderen o.g. Sachen (z.B. USB-to-Host, EQ/Brillianz, frei zuzuordnende Effekte, Display) wären auch schön

    Nun aber (so mehr oder weniger) zum eigentlichen Thema, und zwar geht es vor allem um die Tastatur, aber auch um die Einzelheiten der Klangerzeugung auf Grundlage der Samples, im Vergleich einiger Modelle untereinander.

    Daher (und weil ich jemanden wüsste, der ggfs. mein CN22 dann übernehmen könnte) machte ich mich dann auf die Suche nach einem "vergleichbaren" Modell - und stieß auf ein zwar schon älteres aber fast unbenutztes und daher quasi "neuwertiges" CN41, welches zu kaufen ich fest entschlossen war. Als ich einen weiteren Weg fuhr, um dies abzuholen und "nur mal kurz anspielen" wollte, ob alles in Ordnung ist, kam mir die Tastatur seltsam "schwer" vor... und irgendwie nicht so "sympathisch" wie ich es vom CN270 oder CN22 kannte (das CN41 liegt chronologisch ja dazwischen, wenn auch deutlich näher am CN22). Waren vorgenannte Pianos bei mir immer "Liebe auf den ersten Blick", so wurde ich mit der Tastatur des CN41 nicht so ganz warm... Das ist eine AHA-IV-E, während das CN22 eine AHA-IV-F hat... "So what?" hatte ich mir bis dato gedacht... ist vielleicht wie ein "Versionsunterschied von 4.5 zu 4.6", das könne so viel nicht sein, wenn ich ja "schon in Version 1.0 verliebt" war ;)

    Die Tastatur des CN41 fühlte sich irgendwie "weniger lebending" an als vom CN22 und sogar CN270, irgendwie schwerer, aber nicht auf eine schöne Art (ich denke, die vorgenannte AHA-IV-F wäre unter professionellem Vergleich VIEL zu leicht, daher wäre schwerer ja eigentlich gut). Ich kann das gar nicht recht beschreiben, aber da ich jemand bin, der gerne bewusst sehr "soft" spielt, sodass gerade eben ein Ton kommt, kam es mir vor, als müsste ich beim CN41 immer erst einen winzigen "Mindestwiderstand" überwinden, bevor die Taste in Bewegung kommt, also nicht ganz "frei" schwingt...

    Fragen:


    1. Hat mich da mein spontaner Eindruck getäuscht, oder ist die AHA-IV-E-Tastatur wirklich "unschöner" zu spielen als ihr direkter (heute bereits wiederum überholter) Nachfolger AHA-IV-F? Die AHA-IV-E ist gar nicht graduated, oder?

    2. Hab ich (später) richtig gelesen, das CN41 hatte noch gar kein 88-Tasten-Sampling? ... (hatte das CN270 dann "hööööchstwahrscheinlich" genau so wenig ;) aber vermutlich ne ganze Menge Processing, die sich sehr "wohlwollend" auf den Sound auswirken. Dieses "Wohlgefühl" hatte ich beim CN41 nicht direkt... kann aber auch damit zusammenhängen, dass ich nach wie vor irritiert von der anderen Tastatur war und in dem Moment erstmals ganz plötzlich zweifelte, ob ich das sicher geglaubte Piano überhaupt kaufen wolle... das hat mich an einem Tag, an dem vorher sowieso schon viel schiefgegangen war, einfach spontan überfordert und gefrustet, weil das total unerwartet kam)
    Kann man irgendwo eine für Laien verständliche "Version History" zum Sampling und zum Sound Processing nachlesen? (Oder kann das hier jemand in wenigen Worten beschreiben?)

    Worauf das alles hinausläuft: Ich hab mich die letzten Tage ziemlich geärgert, dass ich das preislich günstige, top-erhaltene CN41 entgegen all meiner Erwartungen nicht gekauft habe (jetzt ist es weg), aber war das vielleicht sogar "gute" Intuition, und ich sollte, statt jetzt krampfhaft zu versuchen, doch noch irgendwo ein CN41 zu finden (auf das ich mich eingeschossen hatte), (viel) eher ein CN42/43 (oder noch CN32/33) suchen? Hat Kawai von CN41 zu CN42 doch einen deutlichen Sprung gemacht? (Beim CN41 hab ich z.B. gesehen, dass hier und da die Furnierfolie abzublättern begann (und nachträglich auch Negatives dazu gelesen), was bei meinem CN22 nicht ansatzweise der Fall ist, die Oberfläche wirkt mega solide => Also auch äußerlich bessere Verarbeitung zwischen den beiden Generationen?)


    Sorry noch mal für den vielen Text, aber ich dachte, die Hintergrundinfos zu meiner Situation sind nicht verkehrt.
    Würde mich freuen, wenn dazu jemand etwas sagen kann :)
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  2. Freefloater

    Freefloater Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    15.04.19
    Zuletzt hier:
    17.06.19
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    9
    Kekse:
    308
    Erstellt: 02.06.19   #2
    Ein paar Knöpfe und Display findest du nicht verkehrt aber das CN-37 mit seinen line in Anschlüssen und seinem Bedienpanel mit Knöpfen und Display findest du nicht toll? Was genau willst du denn? Ich habe mir vor 2 Wochen ein Kawai CN-27 gekauft und finde die Tastatur und den Klang sehr gut. Ein line in Anschluss hat es nicht aber den brauche ich auch nicht. Mit deinen Wünschen kommt eigentlich kein anderes als das CN-37 infrage. Was also suchst du dann wenn nicht das?
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  3. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

    Im Board seit:
    15.12.09
    Beiträge:
    11.658
    Zustimmungen:
    4.279
    Kekse:
    53.102
    Erstellt: 02.06.19   #3
    Die Spezifikationen zu den genannten Modellen kann man bei Kawai nachlesen, einfach die Modellangabe googlen und auf den Kawai-Link gehen.

    Abgesehen davon, dass ich bei Kawai nur die RH-Compact aus dem ES110 und (natürlich) die Grand Feel Tastaturen mag, hat sich über die Generationen bei Kawai wie bei den Anderen viel zum Besseren entwickelt.
    Die Vorliebe für die AHA IV-E Tastatur gründet sich vermutlich auf die Vertrautheit damit.

    Eine relativ leicht spielbare Hammermechanik bei sehr guter Kontrolle bietet die Roland PHA-50 Tastatur. Sie ist außerdem schön leise und wird ab dem Roland HP-601 verbaut. Das interessantere Modell ist m.E. aber das darauf folgende Roland 603A.

    Bleibt man bei Kawai, bietet das angesprochene CN42 die "Progressive Imaging" Engine mit Einzeltastensampling beim Grand Piano-Klang.
    Hinsichtlich der Hammermechanik dauerte der Anschluss an die Mittelklasse bei Kawai für meinen Geschmack allerdings noch etwas.
    https://www.kawai.de/products/archive/cn42/

    Gruß Claus
     
  4. Vintersol

    Vintersol Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.11.17
    Zuletzt hier:
    19.06.19
    Beiträge:
    195
    Zustimmungen:
    86
    Kekse:
    1.177
    Erstellt: 05.06.19   #4
    Warum hälst du dich nur in der CN Serie auf? Was bist du denn preislich bereit auszugeben? Preis/Leistungstechnisch ist das CA-78 das für mich beste Instrument von Kawai. Es hat kein nerviges Soundboard, die neueste Klangerzeugung, hat die (von vielen gelobte) Grand Feel 2 Tastatur und alle Anschlüsse die du brauchst. Das Touchpanel ersetzt komplett alle Knöpfe und lässt sich bei Bedarf dunkel schalten.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  5. backonstage

    backonstage Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.02.07
    Zuletzt hier:
    8.06.19
    Beiträge:
    56
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    331
    Erstellt: 07.06.19   #5
    Na ja, also ich finde das Panel des CN37 nicht allzu übersichtlich. Außerdem wollte ich die Option nicht ausschließen, tatsächlich mal (ohne weitere PA) darüber zu singen, oder mit jemandem gemeinsam darüber evtl. etwas Gitarre zupfen zu lassen. Da fühlen sich 2x40W Leistung (CN41 und CN42) vielleicht noch etwas besser an als die 2x20W des CN37.
    --- Beiträge zusammengefasst, 07.06.19, Datum Originalbeitrag: 07.06.19 ---
    Meine Frage ging u.a. ja auch darum, wieviel Unterschied zwischen der AHA IV-E und der AHA IV-F besteht. Die AHA IV-F kenne und liebe ich. Von der nur wenig älteren AHA IV-E war ich etwas enttäuscht... und wollte daher hier einholen, ob ich mir das vielleicht nur an dem Tag eingebildet habe oder ob es schon einen deutlichen Unterschied zwischen beiden gibt.
     
Die Seite wird geladen...

mapping