Factory Tour BEYERDYNAMIC

  • Ersteller hack_meck
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Um 23:00 wieder zu Hause in Celle zurück. War ein langer Tag mit sehr viel interessanten Eindrücken, Erkenntnissen und auch Anregungen, z.B. unbedingt mal ein Bändchen-Mikro wie das M160 ausprobieren!
 
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wie das M160 ausprobieren
...und am besten noch ein richtig altes davon... was fast bei allen Led Zeppelin Alben zur Anwendung kam. Ich wäre gerne dabei gewesen, schon weil ich zwei alte (aus den 60er) M260N habe.

Haben die was erzählt ob es immer noch möglich ist, alte Mikrofone hinzuschicken um sie mal checken und richten zu lassen?
 
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Schön, dass du gut angekommen bist!
Es war auf jeden Fall ein interessanter und kommunikativer Tag und ich habe es genossen mit Gleichgesinnten zu entdecken, zu diskutieren, zu klönen und die jeweilige Sicht aus einer anderen Perspektive erläutert zu bekommen!

Haben die was erzählt ob es immer noch möglich ist, alte Mikrofone hinzuschicken um sie mal checken und richten zu lassen?
Ja, wenn ich das richtig verstanden habe, ist das weiterhin in deren Servicecenter möglich.
 
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... schon weil ich zwei alte (aus den 60er) M260N habe.

Haben die was erzählt ob es immer noch möglich ist, alte Mikrofone hinzuschicken um sie mal checken und richten zu lassen?
M260 (die ohne den eingebauten Lowcut) sind mit die besten Mikros für aggressive Stromgitarren IMHO. Und ich denke daß es bei Beyer kein Problem ist, die Mikros zum durchgucken einzuschicken. Mir wurde da noch immer geholfen, egal wie alt die Schätzchen waren.

War ein sehr schöner Tag gestern! Ich habe viel gestaunt, welche Mengen an Liebe zum Detail, Handarbeit und Präzision da im Spiel sind.
 
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Moin,

Bevor es ans „Eingemachte“ geht (Bitte alle Bilder die gemacht wurden an hack_meck(@)musiker-board.de um sie von BEYERDYNAMIC frei geben zu lassen) hier nur ein paar kurze Eindrücke.

- Handarbeit wird in einigen Teilbereichen groß geschrieben! Dafür haben sie gut eingearbeitete Mitarbeiter/innen, die bis zu 9 Monate benötigen, um sich in die Besonderheiten der Fertigung an dieser Stelle rein zu fuchsen. Und dann verbringen sie auch gerne mal bis zu 45 Minuten, um aus den vorgefertigten Einzelteilen eine Komponente fertig zu stellen. Das ist anspruchsvoll, denn die Bauteile sind sehr, sehr klein und es muss fast durchgängig in diesen Produktionsschritten durch eine Lupe gearbeitet werden.

- Individueller Maschinenpark: Es gibt wenige Hersteller die Maschinen für den Bau von Kopfhörern und Mikrofonen am Markt haben. Daher hat BEYERDYNAMIC eine sehr kreative Abteilung, um genau diese selbst zu entwerfen, zu bauen und zu betreuen. Sie entstehen aus „Baukastensystemen“ und enthalten sowohl Arbeitsschritte als auch Kontrollstationen, die die Teilschritte der Produktion, die eine „Automation“ ermöglichen und davon profitieren, auch verwenden zu können. @GeiGit ist wohl in dem Genre zuhause und wird bestimmt noch was dazu sagen. Ich rede - hier ein Beispiel von Framus - von sowas.

Das Bild stammt aus diesem Beitrag, mehr von der Maschine und der Art und Weise bei Framus - auf die moderne Art - Gitarren zu bauen ==> https://www.musiker-board.de/thread...hen-der-hack_meck-bericht.530507/post-6443626

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- Produktpalette: Auch wenn sie eine Historie im Bau von Mikrofonen haben, sind Kopfhörer und Gaming/Office Kommunikationskopfhörer derzeit der „größer bediente Markt“. Auf der Mikrofonseite bauen sie hervorragende und bewährte Produkte, versuchen aber nicht jeder Nische und jedem Trend hinterher zu rennen. Highlights bei den Mikrofonen sind für mich die Bändchen, denn sie kommen in einem (Gehäuse-)Format welches ausreichend leicht und klein ist, um es in ganz vielen Anwendungssituationen zu verwenden. Bisher habe ich Bändchen immer mit Briquet Format verbunden.

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Soweit die erste Runde …

P.S. da wir bis zu 10 Personen hätten sein können, haben wir noch 3 Eintrittskarten für den Tag in Reserve. Damit könnt ihr zwar nicht den Tag wiederholen, aber auf ihnen ist ein Code der euch 15% Rabatt beim Einkauf im BEYERDYNAMIC Store gewährt. Schreibt mir ne PN - und ich sage euch, ob ihr schnell genug wart, um unter den ersten 3 Rückmeldungen zu liegen.

Gruß
Martin
 
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Beyer Dynamik,
da hätte ich noch vier Stück von.
Zwei im Originalkoffer mit allen Papieren und Zertifikaten auf die Seriennummern.
Zwei ohne Koffer und Unterlagen.
Garantie abgelaufen, ohne Rechnung.
Kleintuchel Anschluss.
Ich bin 1. Vorsitzender einer Karnevalsgesellschaft hier in Bochum. Bei Aufräumarbeiten sind mir kürzlich die Mikros in die Hände gefallen. Sie stammen aus der Zeit in den Siebzigern, als der Verein die Saalbeschallung selbst in die Hand nahm und auch die Künstler selbst aus dem Verein stammten. Sie wurden anlässlich einer Gala jährlich einmal eingesetzt. Diese Zeiten sind lange vorbei, da kommen Veranstaltungstechniker und Künstler werden gebucht.
Sie verschwanden in einem Sammelsuriumschrank in unseren Vereinsräumlichkeiten und ruhten sanft.
Ich mache selber noch Musik, habe aber keine Verwendung.
Meine bescheidene Frage. Gibt es noch einen Markt für alte Bändchenmikros?
Vereinsleben ist hart....
Blau-Weiss Günnigfeld 1969 e.V grüßt das Musikerboard

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Grund: Bilder - Einbindung angeglichen
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Gibt es noch einen Markt für alte Bändchenmikros?
Auf jedem Fall. Google mal mit der korrekten Bezeichnung (es gab mehrere Varianten) und sie müssten vermutlich und geschätzt so zwischen 250,- bis 500,- $ Wert sein. Begehrter sind die ohne fest verbauten High Pass Filter bei 80 Hz (für Nahbesprechungseffekt).

Ich habe zwei M260N hier aus den 60er. Sind genial für Amp-Aufnahme.

Ich finde übrigens die M260 sehr stabil gebaut. Zu finden waren sie früher in fast jedem (Behörden-) Konferenzsaal (und einige Schätze fliegen bestimmt noch rum in irgendwelchen Schubladen) So bin ich auch zu meine beide gekommen, sollten entsorgt werden. Sowas... :D

Vielleicht so zum einordnen: Der alte M160 klingt garnicht so sehr verschieden vom M260N und wurde für viele Led Zeppelin Alben verwendet.

Hier noch ein Link:
http://recordinghacks.com/microphones/beyerdynamic/M-260

Für Stimme (und Akustik-Gitarre) gehen die auch. Hier mit +10 dB Boost:


Oder hier für Wet/Dry vor dem Amp:


Deine @Frank57 sehe übrigens noch Top aus! Ah.. jetzt sehe ich auch die zweite Aufnahme mit Filter-Schalter.

Meine sehen so aus:
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Kleiner Tip noch: Meine haben beide einen Kleintuchel-Anschluss. Ich wollte sie original belassen und habe daher diese Kabel dafür gekauft (5m und 10m):
https://www.thomann.de/de/pro_snake_17852_sw_5m_tuchel.htm
 
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Diese mal vier. Schalter ist on off.
Datum 3 P 09 ?
Finde leider kein Kaufjahr.

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Grund: Bild eingebunden
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Keine Ahnung welches Jahr die gebaut wurden. Bin nicht so der Kenner, habe halt meine gefunden und mich etwas damit beschäftigt. Frag doch mal direkt bei Beyerdynamic nach..

Ich finde es auch schade, dass sie keinen Katalog über die älteren Modelle auf der Website haben...
 
Die Prachtstücke mal vorsichtig schütteln - in einigen Fällen ist der Resonator/Popschutz innen(*) locker und dann klappert das leicht. Die Frage ist offen, ob die Übertrager drin noch gut funktionieren.. (sonst klingen die dünn u/o leiser, hatte schon Exemplare, die waren mehr als 10dB auseinander...) und falls die komplett in Ordnung sind, sollten 250-max.350 Euro pro Mikrofon drin sein. Das mit den 500 ist eher der Preis von Angeboten, die nicht verkauft werden.
(*) das ist nicht gegendert
 
und falls die komplett in Ordnung sind, sollten 250-max.350 Euro pro Mikrofon drin

Ich falle nach hinten um!
Mit dieser Wertschätzung habe ich nicht gerechnet. Dachte so an 400 für alle vier.
Habe die Teile leicht geschüttelt, nichts zu hören und es krümmelt auch nicht. Alle Mikros geben laute von sich. Konnte sie Zuhause nur über den Gitarrenverstärker betreiben.
Werde mal den Durchgang messen, ob sie gleich liegen.
Datenblatt liegt vor, Electrical Impendance 200 Ohm. db kann ich nicht messen. Frequency Response Curve liegt bei +/- 3 db lt. Datenblatt.
Ich bin so mehr ein alter Gitarrist und nur ein mäßiger Techniker.
Im Vereinsleben sorge ich mich um die Technik und für den Karnevalswagen stehen 2 kräftige passive Boxen an.
Da werde ich mein Glück mit 1000€ versuchen.
Danke für deine Wertschätzung und Hinweis.
Frank
 
Grund: Zitat als solches kenntlich gemacht
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Werde mal den Durchgang messen, ob sie gleich liegen.
Bitte nicht. Da ist ein Übertrager drin, mit unachtsamer Anwendung sorgst du dafür, daß dessen Kern etwas magnetisiert wird, was die Übertragungsfunktion des kleinen Knödels beeinträchtigt.
Die muß man sachgemäß ausprobieren.
 
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Servus ...

Ich habe mal hier ==> https://www.musiker-board.de/media/albums/beyerdynamic.5656/ ein Album mit von beyerdynamic zugelassenen Fotos hinterlegt. Wenn ihr noch was zum Tag und den gesehenen Abläufen und Produktionsschritten hier für den Rest der User hinterlegen wollt, könnt ihr euch da gerne bedienen :) ...

Gruß
Martin
 

Die Beyerdynamic-Factory-Tour - mit dem Musiker-Board unterwegs

@hack_meck hatte gerufen - und wir sind gekommen.
Am 19. Juli 2023 fuhr ich kurz vor 10 Uhr auf den Besucherparkplatz der Firma Beyerdynamic GmbH & Co KG in Heilbronn
GoogleMaps
Internetseite beyerdynamic
Von den sechs Board-Mitgliedern kannte ich noch niemand persönlich. Also war ich entsprechend gespannt, wer sich hinter den Usernamen @dr_rollo, @reisbrei, @Frans13, @topo, @hack_meck und @maj7 wohl als reale Person verbergen würde?
Wir trafen uns an einem Regenunterstand auf dem Parkplatz, stellten uns gegenseitig vor und @maj7 machte ein Gruppenbild von uns, bevor wir gemeinsam den Eingangsbereich der Firma ansteuerten.
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An der Eingangstür hing noch das alte "Beyer"-Firmenschild, aus der Zeit, bevor ein ähnlich klingender Großkonzert die Firma dazu "überredete" an das "Beyer" noch ein "dynamic" anzuhängen.
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So, oder so ähnlich wurde es uns erzählt, nachdem wir unsere Besucherkarten bekommen hatten und die erste Info-Runde im "Studio" durch zwei kompetente und nette Mitarbeiter der Firma erhielten.
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Dort konnten wir auch verschiedene Mikrofone aus der Anfangszeit der Firma bewundern:

Beyer-Mikrofone​

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich davon die meisten Mikrofone noch nie gesehen hatte.
Falls euch die fast hundertjährige Story von Beyerdynamic interessiert, empfehle ich euch einen Blick auf deren Internetseite: Beyerdynamic-Story

Produktionsbesichtigung​

Als nächstes Stand eine Produktionsbesichtigung der Kopfhörer-Produktion an. Leider musste dabei meine Filmkamera im Rucksack bleiben und Fotos waren auch nur sehr begrenzt erlaubt und mussten später noch einen Freigabeprozess durchlaufen. Das fand ich wirklich schade, konnte es aber zumindest teilweise nachvollziehen, da die Prozesse und Anlagen, die uns da gezeigt wurden, wirklich sehenswert waren und manches Produktions-Detail eben nicht in der Öffentlichkeit des Internets gezeigt werden darf um am Lohnkosten intensiven Standort Deutschland auf weiterhin gewinnbringend Kopfhörer und Mikrofone herstellen zu können.
Die Führung übernahm ein junger, sympathischer Mann aus der hauseigenen Industrial-Engineering-Abteilung. Diese Abteilung ist bei Beyerdynamic ziemlich groß und baut die meisten Produktionsanlagen selbst! So konnten wir einige vollautomatische Anlagen für diverse Prozesse sehen. Das war für mich natürlich nicht nur als Hobby-Musiker, -Tontechniker und -Tüftler, sondern auch beruflich interessant, da ich als Industrial Engineer bei einem Industrie-Elektronik-Mittelständler für Sensoren und Schutzelektronik im „real life“ meine Brötchen verdiene.

Tauchspulenproduktion​

Als erstes schauten wir uns die Produktion der verschiedenen Tauchspulen an. Die Tauchspulen werden für Lautsprecher und dynamische Mikrofone benötigt. Letzten Endes braucht ja jeder Kopfhörer mindestens zwei Lautsprecher. In diesen Lautsprechern haben die Tauchspulen die Aufgabe des Antriebs. Je nach Frequenz und Amplitude ziehen sich die Tauchspulen tiefer in den Magnetspalt, oder stoßen sich aus ihm ab und bewegen damit die Membran (möglichst) exakt und schnell um die Ausgabekurve des Kopfhörerverstärkers so genau wie möglich in Luftschwingung zu übertragen. Bei dynamischen Mikrofonen ist das genau umgekehrt, hier bewegt die Luft die Membran und der Magnetspalt induziert in der Tauchspule ein möglichst exaktes (oder entsprechend "gefärbtes") Abbild als Wechselspannungskurve die dann über den Mikrofonvorverstärker verstärkt weitergegeben wird. Somit kommt es bei den Tauchspulen nicht nur auf eine exakte Form, sondern auch auf eine sauber ineinander liegende Wicklung mit gleichbleibender Wicklungszahl und relativ konstantem Widerstand an. Um das zu gewährleisten wird ein passender Lackdraht eines renommierten Herstellers verwendet. Er wird in der Anlage auf ein Alu-Drehteil gewickelt und dabei so erwärmt, dass die Lack-, bzw. Klebeschicht des Lackes der ineinander liegenden Wicklungen miteinander verklebt. Teilweise wird dafür auch ein flüssiger Kleber auf die Wicklung dosiert und ausgehärtet:
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Membranen Fertigung​

Um die Luft später in Schwingung zu bekommen, bzw. deren Schwingung aufzufangen, werden für die Tauchspulen natürlich passende Membranen benötigt. Diese werden aus einer dünnen Folie ebenfalls in einer Sondermaschine mittels heißen Stempeln und passenden Gegenformen geprägt, damit sie die exakte Form und gewünschte Festigkeit im Konus und Flexibilität in der Sicke erhalten.

Montage der Tauchspule auf der Membran​

Dann wird diese Tauchspule entweder vollautomatisch, oder von geschulten Produktionsmitarbeiterinnen auf die geprägten Kunststoff-Membranen positioniert und aufgeklebt. Auch die Drähtchen von Spulenanfang und Spulenende werden mit passendem Bogen geformt und nahe der Tauchspule innen, sowie auf dem äußeren Rand der Membran positioniert und verklebt. Dabei dürfen die Drähtchen weder zu locker, noch zu fest sein, damit sie später nicht auf der Membran, oder dem Grundträger aufliegen und Störgeräusche durch Berührungen erzeugen.
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Montage der Membran auf dem Grundträger​

Diese Membranen werden nun wiederum auf einen Grundträger positioniert und verklebt. Auf diesem Grundträger wird der Magnet mit dem Magnetspalt entweder verschraubt, oder eingeclipst.
Je nach Model werden dann die Drähtchen von Spulenanfang und -ende auf die Anschlußplatinen von Hand verlötet, oder maschinell verschweißt. Beim Handlöten ist natürlich absolutes Können gefragt, damit die Lackschicht des Drahtes ausreichend verbrennt und der darunterliegende Kupferdraht sauber verlötet. Etwas zu wenig Hitze, oder Lötdauer und der Draht bekommt keine ausreichende Verbindung. Etwas zu viel Hitze und der Draht brennt komplett, oder teilweise ab und bricht dann irgendwann später an der Lötstelle.
Bei den kleineren Serien wird die Membran auch noch von Hand lackiert.
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Am Ende kommen die verschiedenen Treiber in passende Trays. Die Großserien kommen dann zu einer vollautomatischen Anlage für die nächsten Schritte.

In diesem Blog-Beitrag über die Industrie 4.0 bei Beyerdynamic gibt es dazu eine interessante "offizielle Beschreibung" mit "offiziellen Bildern":
Industrie 4.0 bei beyerdynamic
Diese Bilder (und manchen Screenshot) habe ich hier für meine persönliche Prozessbeschreibung herangezogen (da ich ja keine eigenen Bilder machen durfte):

Manuelle Bestückung der Werkstückträger​

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An einem Bestückungsplatz werden die Treiber und die passenden Schallwände von Hand in die Werkstückträger (WT) auf dem Transportband der Anlage eingelegt. Sie fahren dann weiter zur Beschichtungsstation.

Lackierung der Membran​

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Damit die Folie der Membranen kein unerwünschtes Knistern erzeugen kann, wird sie mit einem passenden Speziallack beschichtet. Das passiert für die kleineren Serien ja in Handarbeit. In dieser Großserien-Anlage übernehmen diese Aufgabe zwei Hirata-Roboter mit der Präzision automatisierter Anlagen. Sie entnehmen den Treiber aus dem WT, sprühen in präzisen Bahnen den Lack auf die Membran und legen dann den Treiber wieder in den WT. Er fährt dann weiter zu einem Trocknungstunnel.

Trocknen​

Bei dieser Vollautomatisierung wird der anschließende Trocknungsprozess durch einen Trocknungstunnel auf wenige Minuten reduziert.
Bildschirmfoto-2019-04-04-um-09.34.17.png

Montage des Treibers in die Schallwand​

In der nächsten Station wird der lackierte Treiber in die Schallwand eingesetzt und verpresst.
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Automatische Prüfung und Beschriftung​

In der nächsten Station wird der Frequenzgang des fertigen Systems vollautomatisch in einer Messmaschine vermessen. Das System bekommt eine Seriennummer, unter welcher das Prüfprotokoll in einer Datenbank abgelegt wird.
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Beschriftung​

In der nächsten Station wird eine Beschriftung incl. 3D-DataMatrix-Code für die „gut-Teile“ auf die Schallwand aufgebracht. Sie enthält auch die Seriennummer.
Treibersysteme, welche die Prüfung in der vorherigen Station nicht bestanden haben, bekommen eine andere Beschriftung und werden später vollautomatisch aussortiert.
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Aussortieren und Ablage in Trays​

In der nächsten Station entnimmt ein Cobot die guten Teile und legt sie wieder in Trays ab. Die schlechten Teile wirft er in eine rote Ausschusswanne.
Hier sieht man auch die unterschiedliche Beschriftung des oberen i.O.-Systems und des unteren n.i.O-Systems.
Beispieltray

Exemplarischer Aufbau am Beispiel des Pro X​

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Falls es euch interessiert, wie z.B. der neue Tesla-Treiber aufgebaut ist, könnt ihr euch das hier anschauen: Tesla-Technologie
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Hier nochmal ein kleiner TikTok-Beitrag zu Manufaktur-Produktion eines Kopfhörers:

Handmontage der Kopfhörer​

Die restliche Montage der Kopfhörer geschieht größtenteils in reiner Handarbeit.
Screenshot_20230824_225218_Samsung Internet.jpg




Es wird also in einem manuellen Prozess der komplette Kopfhörer zusammengebaut, geprüft, verpackt und auf Paletten gestellt und in das beyerdynamic-Zentrallager transportiert.
Wenn ich es richtig verstanden habe werden bei den Premium-Modellen auch zwei messtechnisch ähnliche Treiber zusammengestellt und verbaut.
Am Ende des Tages durften wir im Studio auch alle Kopfhörermodelle im Vergleich anhören. Das fand ich sehr interessant, denn da waren durchaus hörbare Unterschiede im Klang und im Tragekomfort spürbar.
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Bevor ich in einem zweiten Beitrag über die Führung durch die Mikrofon-Produktion schreibe und poste, würde ich gern erstmal bei den Kopfhörern bleiben und den Rest der Truppe fragen, ob ich etwas falsch berichtet habe, oder ob ihr etwas ergänzen möchtet, oder besonders interessant fandet?
Also ihr Lieben @dr_rollo, @reisbrei, @Frans13, @topo, @hack_meck und @maj7.
:hi5:
Haut rein in die Tasten!
Natürlich dürft ihr auch gerne den Bericht über die Mikrofon-Produktion übernehmen. Der muss nicht von mir kommen.:engel:

Als kleine Ergänzung wäre da noch diese kleine Produktionsführung
Company Visit

Kopfhörer & Mikrofone direkt vom Hersteller | beyerdynamic
 
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Wow, sehr cooler Bericht. Fühl dich bekekst, ich darf grade nicht :keks:
 
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@GeiGit : super geschrieben. Toll!

Topo :cool:
 
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Sehr schön zusammengefasst. Dann sind die Bilder anscheinend jetzt freigegeben worden.
Der Besuch dort war sehr aufschlussreich und es war mal wieder sehr nett, die Kollegen hier real zu treffen.
 
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