falsche Stütze bei hohen Tönen

Tsala

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Hallo Vokalisten,

ich habe ein kleines technischen Problem bei meinen höheren Tönen.

Wenn ich knapp unter dem Umbruch ins Falsett singe, ich sage mal eine halbe Oktave, versagt meine Stütze.
Heisst also ich singe dann automatisch im Kehlkopf was nat. nach 20-30 sec. anfängt wehzutun.
Wenn ich dann versuche meine Stütze wieder herzuholen falle ich oft ins hauchige und verwende zu viel Luft. Hat hier jemand eine kleine Übung parat wie ich üben kann in hohen
Tönen einzusteigen ohne das ich mich z.B: im Song erst Hochsingen muss?

Cheers,

Tsala
 
Cörnel

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Hallo Tsala,
ich ahne, dass du diese hohen Töne sehr mit Kraft singst denn der Übergang von einem zum anderen Register sollte nicht schlagartig sein. Kannst du diese Töne denn leise singen? Wenn nein, dann ist die "Stütze" erst einmal gar nicht das Hauptproblem sondern die fehlende Verschlankung und die Registermischung. Auch ein Hörbeispiel wäre nützlich.

Falls es jedoch doch die Stütze ist, so kann ich dir nicht weiterhelfen, weil nach meiner Methode die ich gelernt habe es darauf ankommt, die Kehlkopfmuskulatur in Einklang zu bringen und eine Stütze vor allem Probleme bereitet (Die Stütze ist die Illusion, die Kontrolle über ein unkontrollierbares System zu erlangen). D.h. in diesem Fall überlasse ich Bell, Ice und Co. den Vortritt, weil sie hier besser erklären können und eine Vorstellung von Stütze haben.



Grüße
Cörnel
 
moniaqua

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Cörnel;4472663 schrieb:
Hallo Tsala,
ich ahne, dass du diese hohen Töne sehr mit Kraft singst denn der Übergang von einem zum anderen Register sollte nicht schlagartig sein.
Das ahne ich auch (erweitert auch auf die tiefen Töne) und passt auch meiner Meinung nach auch zum Hauchigen und zu fehlender Stütze. Es will zu viel Luft raus. Diese Luft sollte unten bleiben, im Bauch. Ähnlich wie ein Tannenbaum, der unten weit ist und oben schlank.

Klar, Verschlankung und Registermischung ist auch ein Faktor.
Hast Du Gesangsunterricht, Tsala? Wenn ja, Dein GL sollte Dir dabei helfen können. Meiner gibt mir immer schöne Bilder (von Blenden und von Wäscheleinen usw.). Es sollte der Hals weit sein, drunter (Brustbereich) kann man u.U. quetschen (mir hilft z.B. die Vorstellung, mein Körper sei eine Zahnpastatube, die auf Höhe der Brust gequetscht wird). Ziel ist jedenfalls, den Luft-Druck vom Kehlkopf zu nehmen und (bei mir) den Stimmsitz nach vorne zu bringen.
 
Bell

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Cörnel;4472663 schrieb:
ich ahne, dass du diese hohen Töne sehr mit Kraft singst denn der Übergang von einem zum anderen Register sollte nicht schlagartig sein. Kannst du diese Töne denn leise singen? Wenn nein, dann ist die "Stütze" erst einmal gar nicht das Hauptproblem sondern die fehlende Verschlankung und die Registermischung.

Ich tippe auf dasselbe Problem: Du beherrscht die Registerübergänge noch nicht und müsstest diese Töne tatsächlich schlanker nehmen, anstatt sie mit voller Kraft anzusingen. Versuche mal, sie zu stöhnen bzw. zu seufzen (also ganz weich anzusetzen).

Cörnel;4472663 schrieb:
Falls es jedoch doch die Stütze ist, so kann ich dir nicht weiterhelfen, weil nach meiner Methode die ich gelernt habe es darauf ankommt, die Kehlkopfmuskulatur in Einklang zu bringen und eine Stütze vor allem Probleme bereitet (Die Stütze ist die Illusion, die Kontrolle über ein unkontrollierbares System zu erlangen). D.h. in diesem Fall überlasse ich Bell, Ice und Co. den Vortritt, weil sie hier besser erklären können und eine Vorstellung von Stütze haben.

Hm. "Die Stütze ist die Illusion, die Kontrolle über ein unkontrollierbares System zu erlangen". Das ist eine interessante Aussage.
Es kommt wirklich immer darauf an, nach welcher Methode man singen gelernt hat bzw. noch viel mehr darauf, an welche Methode der Gesangslehrer glaubt. Ob die der Weisheit letzter Schluß ist, kann uns ohnehin niemand sagen. Manche Lehrer behaupten, dass es keinen Sinn hätte, ohne isolierte Atemübungen die Stütze zu trainieren, andere halten gerade solche Übungen für kontraproduktiv bzw. sinnlos. Und alle spüren der geheimnisvollen Stütze nach....
Man muss schauen, mit welcher Methode man am besten klarkommt. Die Stimme sollte sich dann aber in Laufe einiger Wochen oder Monate verbessert haben (z.B. mehr Stimmumfang, bessere Tragfähigkeit, besserer Registerausgleich).
 
Tsala

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Ich habe gestern noch versucht es anzusingen und Stütze war wohl doch die Falsche Wortwahl. Es ist mehr das die Hohen Töne meinen Körper nicht verlassen sondern im Kehlkopf quetschen.

Hast Du Gesangsunterricht, Tsala? Wenn ja, Dein GL sollte Dir dabei helfen können. Meiner gibt mir immer schöne Bilder (von Blenden und von Wäscheleinen usw.). Es sollte der Hals weit sein, drunter (Brustbereich) kann man u.U. quetschen (mir hilft z.B. die Vorstellung, mein Körper sei eine Zahnpastatube, die auf Höhe der Brust gequetscht wird). Ziel ist jedenfalls, den Luft-Druck vom Kehlkopf zu nehmen und (bei mir) den Stimmsitz nach vorne zu bringen.

Genau das ist es! :D
Ja, ich habe Gesangsunterricht, aus Finanziellen Gründen aber nur Zweiwöchig oder weniger. Ich werde sie auf jeden Fall darauf ansprechen.
Könnte man hier zur Übung den Korken im Mund (Im Gegensatz zu vielen hasse ich ihn nicht) anwenden?
Oder ist der bessere Stimmsitz nur eine Nebenerscheinung, bzw eine Vorraussetzung des gut artikulierten Sprechens?

Ich habe es auch mit mäßigem Erfolg versucht in den hohen Tönen nach "unten" bzw in die weite zu denken.

Ich habe heute zum ersten mal seit langen wieder eine Probe nach einer ruhe- und techniklernphase und irgendwie Schiss mir meine Stimme wieder zu überbeanspruchen.
Wenn ich die Stimme so hinbekomme das sie sitzt, dann Sitzt sie meistens ca eine Stunde. Aber irgendwie ist das "Hinsetzen" ;) das Problem.

Du beherrscht die Registerübergänge noch nicht und müsstest diese Töne tatsächlich schlanker nehmen, anstatt sie mit voller Kraft anzusingen.

Ich wollte keinen Registerübergang singen, eher die hohen Töne der Kopf-gemischten Stimme ( Physiologisch gesehen und hoffend, dass ich alles richtig benannt habe :D ).
Aber ja, eben durch dieses Problem kann ich den Registerübergang auch nicht üben.
Im Falsett habe ich diese Probleme übrigends nicht mehr. Stimmlich bin ich Bariton. Welche Art (wenn man das noch verwendet) kann ich aber noch nicht genau Sagen da sich bei mir gerade viel in der Stimme tut.

(Die Stütze ist die Illusion, die Kontrolle über ein unkontrollierbares System zu erlangen)

Finde ich auch sehr Interessant. Würdest du sagen das dadurch, dass du deine Kehlkopfmusulatur sauber .. ich sage mal "hälst"... der richtige Luftfluss automatisch einstellt?
 
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Vali

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Hallo Tsala,

So wie du das beschreibst, klingt das danach, dass du entweder deinen Hals dicht machst und dir die Töne im Halse stecken bleiben oder dass dein Stimmsitz nach hinten rutscht.
Für letzteres kenne ich die Übung einen Ton auf m zu summen, dass es an Lippen und Nasenspitze kitzelt. Versuche das vorne zu behalten und dann öffnest du den Mund und singst o (mmmmmooooo). Versuche den Stimmsitz vorne zu behalten. Ist er dir nach hinten gerutscht, dann fang nochmal von vorne an. Bleibt der Stimmsitz beim mo vorne, hängst du ein a (moa) an und versuchst ebenfalls den Stimmsitz vorne zu behalten.
Für ersteres Problem hilft tief und weit denken schon. Aber vielleicht ist es bei dir zu wenig. Vielleicht solltest du dazu passende Bewegungen machen. z.b. den Arm mit Überzeugung nach vorne strecken, als ob du den Ton gegen die Wand werfen würdest, oder so. Einfach mal ausprobieren, was dir hilft.
Wahrscheinlich hat das bei dir sogar geklappt, also die Kehle ist weit geworden, aber zu viel Luft dringt raus. Dann singst du wahrscheinlich schon so mit zu viel Luft und Kraft. Für hohe Töne brauchst du aber viel weniger Luft. Wahrscheinlich drückst du von unten doch zu viel und verwechselst das mit Stütze. Stütze ist eben nicht das Auspressen von Luft mit aller Kraft, sondern das Gegenteil, du lässt nur so viel Luft raus wie du brauchst. Deshalb zielen die Atemübungen darauf aus, dass du Atem hälst und dosiert raus lässt und nicht mit aller Kraft pustest, was das Zeug hält.
Einigen hilft es dieses Gefühl bei den Atemübungen auf den Gesang zu übertragen. Allein deswegen haben diese Übungen ihre Daseinsberechtigung. Manch anderen helfen die vielleicht nicht, aber das kann man nur herausfinden, wenn man die Übungen mal macht. Wenige Menschen stützen automatisch richtig und brauchen keine Atemübungen. Dazu sollte man sie mal singen lassen und wenn man sieht, dass sie es können, kann man sich die Atemübungen sparen.

Die Korkenübung ist für die Artikulation und hilft wenig, was Stimmsitz anbelangt.
 
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Das hört sich gut an, wir sofort ausprobiert :) (Keine Gnade für Mitbewohner)

Ich habe vor Gesangsunterricht mit viel zu viel Kraft gesungen, daran habe ich aber schon viel gefeilt, sodass dies eigentlich Stimmen sollte. Gut möglich das ich aber dadurch woanders wieder Fehler mache, jetzt weiss ich ja worauf ich achten muss.

Danke für die vielen Erläuterungen, Cörnel, Bell, moniqua und Vali. :great: Helfer in der Not :D
 
Cörnel

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Finde ich auch sehr Interessant. Würdest du sagen das dadurch, dass du deine Kehlkopfmusulatur sauber .. ich sage mal "hälst"... der richtige Luftfluss automatisch einstellt?

Absolut. Wenn die Muskulatur in Harmonie ist, so arbeitet sie wie ein guter Motor und der verbraucht wenig Benzin, d.h. der Sauerstoffverbrauch wird so optimiert. Aber zu dem Thema hatten wir vor einigen Wochen (um Neujahr herum) sehr ausführlich etwas.

Aber wie oben schon gesagt wurde: Es gibt sehr viele Theorien, es gibt sicherlich Sachen, die definitiv falsch und richtig sind, nur mit der Atmung und Stütze, da ist es noch eine heikle Sache... vielleicht werde ich die Aufklärung ja mit meiner Staatsarbeit leisten und den Streit über die Stütze weltweit beenden. Cörnel der Friedensstifter. :rolleyes:
 
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Cörnel;4477558 schrieb:
vielleicht werde ich die Aufklärung ja mit meiner Staatsarbeit leisten und den Streit über die Stütze weltweit beenden. Cörnel der Friedensstifter. :rolleyes:

Wenn Dir DAS gelingen sollte, dann wärst Du gar ein Kandidat für den Friedensnobelpreis ;)
 
Tsala

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Cörnel;4477558 schrieb:
Absolut. Wenn die Muskulatur in Harmonie ist, so arbeitet sie wie ein guter Motor und der verbraucht wenig Benzin, d.h. der Sauerstoffverbrauch wird so optimiert. Aber zu dem Thema hatten wir vor einigen Wochen (um Neujahr herum) sehr ausführlich etwas.

Ich habe das bei der Probe ausprobiert und ich muss sagen, dass es gerade bei den kopfgemischten Tönen recht gut funtkioniert.
Leider bei den Tiefen noch nicht, aber da kann man ja noch drann arbeiten. Ich suche mir mal den Thread um Neujahr heraus und beschäftige mich näher damit.
Technik soll ja unterstützen und nicht den Ausdruck ersetzen.

Cörnel;4477558 schrieb:
Aber wie oben schon gesagt wurde: Es gibt sehr viele Theorien, es gibt sicherlich Sachen, die definitiv falsch und richtig sind, nur mit der Atmung und Stütze, da ist es noch eine heikle Sache... vielleicht werde ich die Aufklärung ja mit meiner Staatsarbeit leisten und den Streit über die Stütze weltweit beenden. Cörnel der Friedensstifter. :rolleyes:

Bei mir scheint es zu funktionierten, ich drück dir dir Daumen :)
 

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