Falsett oder was?

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mrtoxic
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Hey Leute,
mir ist schon lange her aufgefallen, dass ich irgendwie einen komischen Übergang ins Falsett habe..
Wie soll mans erklären.. Meine Bruststimme geht deutlich höher als der anfang des Falset (der die das? :D).
Wenn man das aufmalen würde:
(grün=Brust rot =falsetto)

----------------------------

.................--------------------

:D Ich hoffe man versteht mich.
Die Frage ist jetzt, wie kann ich einen sauberen Übergang antrainieren? Irgendwie stört mich das, vor allem wenn ich dann viel zu hohe Töne mittels Belting treffen muss.

Mir fällt gerade eben eine andere Frage ein...
Ich habe nach oben hin eher mehr (bin männlich) Möglichkeiten als nach unten.. Wenn ich tief singe, hört sich das komisch an.. Kann man eine tiefere Stimme genau so normal trainieren, damit das sich normal anhört?

Vielen Dank schonmal :)
 
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Foxx
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Das ist vollkommen normal. Zwischen Rand- und Vollstimme gibt es keine absolute und klare Nahtstelle, beide Register überlappen sich - bei manchen Sängern sogar sehr weit.

Die Frage ist, was genau du trainieren willst. Für einen fließenden, möglichst unhörbaren Übergang empfehle ich Slides von oben nach unten, ggf. auf Lippenflattern. Dadurch kann man sich daran herantasten, an welchen Stellen ein bruchloses Wechseln leicht fällt und von dort aus arbeitet man sich nach oben oder unten. Ein anderer Ansatz ist, für beide Register zu lernen, wie man sie klanglich einander anlehnt, also wie man in der Vollstimme nach oben hin kopfig und "schlank" singt oder eben die Randstimme in den tieferen Lagen "erdet".
 
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broeschies
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Dass sich die Stimmodi in gewisser Weise überlappen ist eigentlich nur eine etwas trügerische Erscheinung, die hauptsächlich durch verschiedene Lautstärken verursacht wird (du schreibst ja selbst du triffst die hohen Töne mittels "Belting"). Dabei ist erstmal wichtig, dass Falsett nach der Ansicht, die heute meist vertreten wird, kein gewünschtes Register, sondern eine oft als Fehler eingestufte Technik ist, bei der die Stimmlippen zu weit geöffnet sind.

Die beiden Stimmodi, die hauptsächlich beim Singen verwendet werden, sind Modalstimme und Randstimme (oft auch als Kopfstimme bezeichnet). Diese beiden Modi überlappen sich bei konstanter Lautstärke nicht. Der Übergangspunkt liegt aber je nach Lautstärke an einer anderen Stelle. Der Punkt, an dem du beim recht leisen Singen (so leise wie möglich, am besten unter Sprechlautstärke) in die Randstimme wechseln musst, ist der eigentliche Beginn deiner Kopfstimme (auf deinem Diagramm dürfte das der am weitesten Links liegende rote Strich sein).

Bis zu diesem Punkt singst du in deiner Modalstimme (also im Bereich der grünen Striche). An diesem Punkt angekommen hast du aber zwei Möglichkeiten um höher zu gehen: Entweder du bleibst auf der gleichen Lautstärke und gehst in die Randstimme (gehst also die rote Linie weiter), oder du erhöhst die Lautstärke und die Spannung an den Stimmlippen, dann gehst du die grüne Linie weiter. Ab einer bestimmten Lautstärke nennt man das dann "Belten". Es ist aber eigentlich ein kontinuierliches Prinzip: Je lauter du singst, desto weiter oben liegt der Übergang zur Randstimme.

Beim Üben musst du dir dieses Prinzip klar machen. Den Übergang zu trainieren funktioniert am besten auf recht leiser Lautstärke (Sprechlautstärke). Versuch auf keinen Fall lauter zu werden. Wenn du den Übergang an dieser leisen Stelle gelernt hast, dann ist es leicht hinterher wieder die Lautstärke hinzuzufügen und damit die tieferen Kopfstimmentöne wieder in Modalstimme zu singen. Für mich persönlich die beste Übung für den Übergang ist die Nay-Übung:
http://www.youtube.com/watch?v=SN2XXiVPNmw
Dabei ist es aber wirklich SEHR wichtig darauf zu achten, den Mund nur nach unten zu öffnen (nicht in die Breite) und das "a" als "ä" zu Übersetzen, also im Deutschen "näi" zu sagen.

Zu den Tiefen muss ich dir leider sagen: Während die Höhen "trainierbar" sind, sind die Tiefen in der Regel naturgegeben, d.h. nicht in dem Ausmaß erweiterbar wie die Höhen. Es gibt ein paar Techniken (Untertongesang, Vocal Fry) mit denen man sehr tief singen kann, die werden aber von vielen Leuten nicht mehr als "echtes Singen" angesehen. Es kann aber sein, dass sich deine Tiefen nur deshalb "komisch" anhören, weil deine Stimme nicht gut trainiert ist.

Den tiefsten Ton, den man noch gut singen kann (mit der richtigen Technik), kann man meiner Meinung nach gut finden über das Lippen-Flattern, das Foxx genannt hat ("brr" machen wie ein Kutscher). Versuch auf dem Brr so tief wie möglich zu gehen. Der tiefste Ton, den du so erreichen kannst, ist auch der tiefste, den du noch "wohlklingend" singen kannst. Wenn du versuchst tiefer zu gehen wirst du nicht mehr genug Luft haben, um das "brr" zu produzieren. Gesanglich wirst du an dieser Stelle dann zu hauchig.
 
Foxx
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Die beiden Stimmodi, die hauptsächlich beim Singen verwendet werden, sind Modalstimme und Randstimme (oft auch als Kopfstimme bezeichnet). Diese beiden Modi überlappen sich bei konstanter Lautstärke nicht. Der Übergangspunkt liegt aber je nach Lautstärke an einer anderen Stelle.
Dem würde ich nicht zustimmen wollen. Das widerspricht nicht nur meiner eigenen Erfahrung als Sänger, sondern auch meinen Beobachtungen bei anderen Sängern. Es ergibt für meine Begriffe auch keinen Sinn. Warum sollten in der Randstimme nur Schwingungsfrequenzen möglich sein, die bei gleicher Lautstärke in der Vollstimme nicht funktionieren? Abgesehen davon ist Lautstärke in diesem Kontext ein relativer Begriff. Redest du vom tatsächlichen Schalldruck? Redest du von der wahrgenommenen Lautstärke? Letztere ist auch frequenzabhängig, da die Sensibilität unseres Gehörs nicht linear ist.


Klar ist, dass man in jedem Register nach oben hin zwangsläufig lauter wird, weil die Stimmlippenspannung für höhere Töne zunimmt und der Atemdruck höher sein muss, um sie noch zum Schwingen zu bringen. Aufgrund der geringeren Schwingmasse ist bei gleicher Tonhöhe für die Randstimme ein geringerer Atemdruck notwendig, das ist richtig. Insofern ist es ja auch, wie du schilderst, vollkommen logisch, dass man, wenn man so leise wie möglich singt, an einem gewissen Punkt in die Randstimme muss. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass die Randstimme von dort aus nicht noch weiter nach unten führen kann und es heißt auch nicht, dass man jenseits dieses Punktes einen Ton bei höherer Lautstärke sowohl in Rand- als auch Vollstimme singen kann. Aber daraus zu schlussfolgern, dass es keine Überlappung gibt und sich nur der Übergangspunkt ständig nach oben oder unten verschiebt, halte ich für nicht zutreffend.
 
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Dem würde ich nicht zustimmen wollen. Das widerspricht nicht nur meiner eigenen Erfahrung als Sänger, sondern auch meinen Beobachtungen bei anderen Sängern. Es ergibt für meine Begriffe auch keinen Sinn. Warum sollten in der Randstimme nur Schwingungsfrequenzen möglich sein, die bei gleicher Lautstärke in der Vollstimme nicht funktionieren? Abgesehen davon ist Lautstärke in diesem Kontext ein relativer Begriff. Redest du vom tatsächlichen Schalldruck? Redest du von der wahrgenommenen Lautstärke? Letztere ist auch frequenzabhängig, da die Sensibilität unseres Gehörs nicht linear ist.


Klar ist, dass man in jedem Register nach oben hin zwangsläufig lauter wird, weil die Stimmlippenspannung für höhere Töne zunimmt und der Atemdruck höher sein muss, um sie noch zum Schwingen zu bringen. Aufgrund der geringeren Schwingmasse ist bei gleicher Tonhöhe für die Randstimme ein geringerer Atemdruck notwendig, das ist richtig. Insofern ist es ja auch, wie du schilderst, vollkommen logisch, dass man, wenn man so leise wie möglich singt, an einem gewissen Punkt in die Randstimme muss. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass die Randstimme von dort aus nicht noch weiter nach unten führen kann und es heißt auch nicht, dass man jenseits dieses Punktes einen Ton bei höherer Lautstärke sowohl in Rand- als auch Vollstimme singen kann. Aber daraus zu schlussfolgern, dass es keine Überlappung gibt und sich nur der Übergangspunkt ständig nach oben oder unten verschiebt, halte ich für nicht zutreffend.

Mit Lautstärke meine ich tatsächlichen Schalldruck, der direkt mit dem Atemdruck korelliert. Daher stimmt es im Prinzip mit deiner Aussage überein. Wenn man höher will muss man entweder den Atemdruck erhöhen (Tendenz zur Vollstimme) oder die Schwungmasse verringern (Tendenz zur Randstimme).

Also ich persönlich kann die Randstimme von meinem Break (etwa bei c') nicht mehr weiter nach unten führen. Wenn ich das versuche, rutsche ich entweder ins Falsett ab, oder es wird halt Vollstimme draus. Ich kann auch nicht einen Ton oberhalb des Breaks von der Rand- in die Vollstimme überführen ohne dabei den Atemdruck (= objektive Lautstärke) zu erhöhen.

Die subjektive Lautstärke (die wie du schon schriebst frequenzabhängig und nicht-linear ist) unterscheidet sich weit weniger bei Gebrauch von Rand- und Vollstimme, weil die Frequenzen, die für die subjektie Lautstärke wichtig sind, gerade durch die Randstimmenanteile erzeugt werden. Von daher ist es wohl tatsächlich möglich bei (subjektiv) nahezu gleicher Lautstärke sowohl Rand- als auch Vollstimme zu verwenden. Dennoch meine ich, dass man unterhalb des Passagio nicht mehr in der reinen Randstimme singen kann ohne hauchig zu werden.

EDIT: Zudem wird die Diskrepanz- zwischen Rand- und Vollstimme mit zunehmender Höhe größer, was den Atemdruck angeht. Meinen höchsten Vollstimmenton a#' z.B. kann ich in Vollstimme nur noch mit sehr sehr hohem Druck (bzw. sehr sehr starker Stütze) rauskriegen, während er in Randstimme ganz locker geht.
 
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Also ich persönlich kann die Randstimme von meinem Break (etwa bei c') nicht mehr weiter nach unten führen.
Hab mich gerade mal ans Klavier gesetzt. Wenn ich leise von unten hochkomme, wie beschrieben, ist der Bruch ungefähr bei h (beim Lippenflattern findet der Wechsel tiefer statt, so zwischen f und g und ist dann unhörbar). Von dort kann ich die Randstimme runter bis H führen. Die untersten Töne werden hauchig, das stimmt.
 
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Hab mich gerade mal ans Klavier gesetzt. Wenn ich leise von unten hochkomme, wie beschrieben, ist der Bruch ungefähr bei h (beim Lippenflattern findet der Wechsel tiefer statt, so zwischen f und g und ist dann unhörbar). Von dort kann ich die Randstimme runter bis H führen. Die untersten Töne werden hauchig, das stimmt.

Möglicherweise ist meine Randstimmentechnik einfach nicht so gut. Ich ende immer irgendwie in einer ausgedünnten Vollstimme. Obwohl, vielleicht "fühlt" es sich auch nur so voll an und ist in Wirklichkeit Randstimme...
 
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mrtoxic
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Vielen vielen Dank euch für die schnellen und ausführlichen Antworten!
Ich werde mir mal alles anschauen und die Übungen machen.. Mal schauen was rauskommt :)
 

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