Floyd Rose Tausch geplant - Ein paar Fragen

jrn
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Hi,

ich plane aktuell bei einer meiner Gitarren einen Austausch des Floyd Rose Systems. Verbaut ist bei beiden ein Floyd Rose 1000, getauscht werden soll es gegen ein Schaller Lockmeister. Sollte soweit kein Problem sein, die Maße stimmen ja überein und es sollte quasi ein 1:1 Tausch sein, aber trotzdem habe ich noch ein paar (einfache?) Fragen:

- Müssen die Höhenstellschrauben/Bolzen auch getauscht werden oder sind die des FR1000 gut genug? Falls diese getauscht werden müssen: Ist das gut selbst machbar? Da bin ich mir noch am unsichersten...

- Gleiche Frage für die Kralle die die Federn hält: Gut genug oder Tausch zwingend erforderlich? Prinzipiell ja kein Problem, allerdings ist da ja das Erdungskabel dran gelötet und ich habe keinen Lötkolben :poop: :rolleyes:

- Das was mich am meisten verunsichert: Der Radius. Das Lockmeister hat einen 12" Radius und ohne Unterlegscheibe 16". Nun hat die eine Gitarre die in Frage kommt einen Compound Radius 12" - 16" und die andere Gitarre hat einen 13,7" Radius. Muss ich dabei etwas beachten oder soweit unproblematisch?

Danke schonmal für das Beantworten der Fragen :)
 
Dr Dulle
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Die Federkralle würd ich so lassen da die sich so gut wie nicht abnutzt. Die Bolzen dagegen sind zusammen mit den
Messerkanten des FR, der Teil der am stärksten belastet wird. Ich würde die tauschen zumal die mit ca 25€ incl Hülsen
nicht die Welt kosten. Die Hülsen muss man mMn nicht unbedingt tauschen, sie sollten aber kein Spiel im Holz haben.
Zum Problem mit dem Radius kann ich nix sagen.
 
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Irondeath
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funktioniert das 1000er denn nicht gut? eigentlich ist es ja ein ofr, nur in korea hergestellt. ob da das lockmeister überhaupt eine aufwertung ist, ist fraglich.
 
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Richie_Stevens
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Ich würde zum FR auch nur die Höhenstellschrauben tauschen, zumal die ja beim Lockmeister mit dabei sind. Vielleicht auch mal den Klemmsattel anschauen wie gut der noch aussieht und funktioniert. Ich habe den mit ausgewechselt.
Zum Radius kann ich leider auch nichts sagen.
Zu dem 1:1 Tausch: Ich hatte das Lockmeister damals als Ersatz für ein FRII installiert. Da scheuerte die Armaufnahme in der Ferderkammer am Holz bzw. dem Lack. Da musste ich dann ein wenig wegfeilen.
 
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bagotrix
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Hi,

die Bolzen sollte man schon tauschen, denn die Härte des Materials von Bolzen und Messerkante wird von den Herstellern meist bewusst aufeinander abgestimmt, um den Verschleiß nicht zu stark werden zu lassen

Was den Radius angeht, so würde ich in beiden Fällen das Trem ohne Unterlegscheiben verwenden.

Es erscheint ja erstmal naheliegend, eine Bridge mit dem identischen Radius des Griffbretts zu verwenden bzw. einzustellen - das ist aber bei den meisten Gitarren keineswegs die beste Wahl. Der Radius der Bridge wird bei einer guten Einstellung eigentlich immer flacher sein als der des Griffbretts.

Der Grund liegt darin, dass man die tiefen gegenüber den hohen Saiten praktisch immer mit zunehmend höherer Saitenlage einstellen muss, um eine schnarrfreie (bzw. -arme) Bespielbarkeit zu erhalten. Die umwickelten Saiten schwingen ja schon aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften weiter aus, und meistens schlägt man sie speziell beim Rhythmusspiel auch einfach härter an.

Bei einer Les Paul und den meisten anderen Gibsons kann man ja den Radius an der Bridge gar nicht verstellen. Die wurden mit einem Soll-Radius des Griffbretts von 12" entworfen, der auch weitgehend eingehalten wird. Trotzdem hatte die Tunomatic von Anfang an einen Radius von 14", weil die Saitenlage damit besser abgestimmt werden kann.

Bei einem 13,7" Griffbrett (sehr exotisch, wer baut denn sowas...?) dürften die 16" damit auch ein guter Wert sein.

Bei einem Compound Radius muss man auch etwas gegen die Intuition gehen - hier könnte man jetzt auf die Idee kommen, an der Bridge einen Wert zwischen 10" und 16" anzustreben. Tatsächlich müsste man rechnerisch sogar eher noch über den obersten Wert hinaus gehen, da sich die zunehmende Verflachung des Radius nach dem letzten Bund ja weiter fortsetzt. 16" ist allerdings schon so platt, dass es nicht nötig sein dürfte, den Radius etwa durch Unterleger an den äußeren Saitenreitern noch flacher zu machen. Wir sind da in einem Bereich, in dem eine weitere Erhöhung des Radius schon rein mathematisch zu immer kleineren absoluten Höhenunterschieden führt.

Die Höhendifferenz zwischen mittleren und äußeren Saiten in den hohen Lagen ist zwischen Vintage-mäßigen 7,25" und den heute bei Strats oft verwendeten 9,5" beim Nachmessen (und mMn auch im Spielgefühl) größer als zwischen 9,5" und 12", obwohl der Radiusunterschied im zweiten Fall sogar um 0,25" größer ist.

Gruß, bagotrix
 
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jrn
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funktioniert das 1000er denn nicht gut? eigentlich ist es ja ein ofr, nur in korea hergestellt. ob da das lockmeister überhaupt eine aufwertung ist, ist fraglich.

Doch, funktioniert sehr gut und zuverlässig. Ich habe nur des Öfteren gelesen, dass das Schaller neben dem Edge das Nonplusultra sein soll und ich würde meine Gitarren gerne etwas nach persönlichem Befinden aufwerten und zunächst erst mal an einer Gitarre testen ob sich der Austausch lohnt. Auch wenn das FR1000 seinen Dienst sehr zuverlässig verrichtet, sind es Kleinigkeiten die man besser machen könnte. Zum Beispiel finde ich generell die Feintuner und die Überwurfmutter zur Befestigung des Hebels immer etwas schwergängig und das könnte meiner Meinung nach besser gehen (auch nach Anwendung von Schmiermittel).

Bei einem 13,7" Griffbrett (sehr exotisch, wer baut denn sowas...?) dürften die 16" damit auch ein guter Wert sein.

Gruß, bagotrix

LTD hat diesen exotischen Radius bei der Black Metal Serie... warum auch immer.
 
KickstartMyHeart
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Ich habe nur des Öfteren gelesen
Dagegen hilft der Tausch auf jeden Fall: Du kannst Dir ein eigenes praktisches Bild machen, ob es dann auch in der Realität FÜR DICH so ausgeht.

Das meiste ist schon gesagt worden: Ja, es ist ein direkter drop-in und Du könntest in der Tat auch die Bolzen einfach drinlassen. Wenn Du aber schon das Lockmeister hast, würde ich persönlich alles austauschen. Die Bolzen lassen sich einfach rausdrehen, die Inserts sind schon etwas aufwändiger, aber auch selbst machbar, wenn man es unbedingt will (muss aber nicht).

Was den Radius angeht, werden Floyds schon seit jeher mit einem 12" Radius gebaut. Kramer hat seinerzeit die Exklusivrechte gehabt - aber kein einziges Modell mit 12" Radius. Also hat man sich mit einem "Faux" 10"-Radius beholfen und einfach einen Shim unter die inneren vier Saitenböckchen gelegt, um damit "etwas runder" zu kommen. Daraus folgt, dass Du vollkommen beliebig den Radius selber dadurch auch bestimmen kannst - ich würde in beiden geschilderten Fällen auf eine "circa" 14"-Variante gehen. den nativen 12" Radius bekommst Du entsprechend mit Shims an den beiden Außenböckchen auch flacher. KEINE ANGST: Da wird nix wackelig.

Ich frage jetzt gar nicht, was und warum. Ich bin sogar soweit gegangen, dass ich auf eBay reihenweise originale Floyds aus den Jahren zwischen 1983 und 1986 gekauft habe, um sie für Projekte zu verwenden und ich habe in der Tat nur auf einer einzigen noch verbliebenen Gitarre aus der Zeit ein 2008er OFR. Das ganze Korea-Gebimmel habe ich immer verkauft. Ja, die sind gut, aber ich finde immer, bei den alten OFR flutscht alles etwas besser. Das Lockmeister habe ich selber noch nie ausprobiert, habe aber bislang nur Gutes darüber gehört. Insofern "go for it" mach Dir ein Bild darüber.

Vom Qualitätslevel (wenn wir bei OFR bleiben und Edge außen vor lassen) wäre mein Voting 1. OFR "1984", 2. OFR/Lockmeister, 3. FRT1000 - das 1984 ist aber auch schweineteuer mittlerweile.

Eventuell solltest Du auch mal in Richtung des Blocks schauen: Ich habe selber eine lange Experimentierphase mit Messingblöcken hinter mich gebracht, um zu lernen, wo es gut passt und wo es einfach nur zu viel ist (Pappel eher ja, Maple eher zu schrill).
 
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