Frage zu Bassfalle und Breitbandabsorber

Akkan
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Hallo

Ich lese hier zwar schon eine ganze Weile, aber die richtige Lösung habe ich noch nicht gefunden bzw. ich habe noch ein paar Fragen dazu. Ich möchte meinen Regieraum und den Bandraum so weit es geht akustisch optimieren. Eins vorweg: ich bin kein Profi und will auch keiner werden. Ich habe nicht die Mittel, um die Räume an sich zu verändern, sondern muss aus dem was ich habe versuchen das Beste rauszuholen. Bisher mische ich in meinem Büro (unsymmetrisch und völlig frei von akustischer Behandlung) mit, für mich und für meine Bandkollegen, akzeptablen Ergebnissen. Daher denke ich, dass ich in den neuen Räumen zumindest dieses Niveau halten kann.

In meinem Regieraum B 3,14 / T 3,36 / H 2,10 (also fast quadratisch und niedrige Decke = schlechte Ausgangslage) habe ich das große Problem in den hinteren Ecken aufgrund von zwei Türen keine Bassfallen anbringen zu können. Darum wollte ich in den vorderen Ecken Bassfallen anbringen und zusätzlich die Ecken Wand/Decke bis Raummitte auch behandeln. Alle Bassfallen die ich bisher gesehen habe sind in dreiecksform. Ist das nur aus Platzgründen oder hat eine quadratische Form hier irgendwelche Nachteile? Da ich zwei Schreibtische als L stellen werde (auf dem Einem stehen die Boxen und Monitor symmetrisch zum Raum, der Andere dient als Abstellfläche für die Geräte), habe ich in der Ecke ca. 60 x 60 freien Raum. Wenn ich jetzt eine dreieckige Bassfalle baue bleibt die Hälfte des Raumes ungenutzt frei. Macht es Sinn diesen Raum zu nutzen und einen Würfel 60 x 60 vom Boden bis zur Decke zu bauen oder bringt das nichts? Und wenn 60 x 60 sinnvoll ist, sollte dann das komplette Volumen mit z.B. Sonorock ausgefüllt werden oder sollte dann auch ein Luftspalt zu den Wänden gelassen werden?
Wenn ich das richtig verstanden habe, nimmt man für eine Bassfalle ein Material mit ca 6kPa s/m und für die Breitbandabsorber ca. 16kPa s/m.
An der Wand hinter mir wollte ich dann Diffusoren anbringen oder sollte man aufgrund der fehlenden Bassfalle in den hinteren Ecken eher Breitbandabsorber einplanen?

Zu den Absorbern: ich habe geplant die Absorber 15cm tief zu bauen. Wie sollte das Verhältnis von Dämmmaterial und Luftspalt dahinter sein? Geht 10cm Thermarock 50 und 5cm Luftspalt? Ändert die Größe des Luftspaltes den Wirkungsbereich des Absorbers? Im Workshop von Bonedo wurde der Absorber mit einer Rückwand gebaut und sollte zwingend luftdicht sein. Ich habe es aber auch schon ohne Rückwand und nicht luftdicht gesehen. Was ist nun richtig? Bonedo nimmt im Workshop 7cm dicken Pyramidenschaumstoff und schreibt das das Material nicht dünner oder dicker sein sollte. Ich hatte bisher immer den Eindruck so dick wie möglich ohne den Raum zu sehr zu verkleinern. Zu dünn arbeitet dann ja vermehrt nur noch im oberen Frequenzbereich oder nicht?

Die Diffusoren würde ich dann wohl aus handwerklichen Gründen lieber fertig kaufen. ;-)

Danke im voraus.

Gruß
Kai
 
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Klar, wenn du den Platz hast und so viel Steinwolle kaufen kannst/willst, dann mach Absorber mit quadratischer Grundfläche. Warum nicht? :]

Zum Thema Abstand zur Wand:

Zuerst mal die Akustische Seite. Poröse Absorber wirken indem sie die Bewegung der Luft bremsen. Sie wirken also da wo die Schallschnelle am Höchsten ist. An den Wänden ist die Schallschnelle immer Null, denn die Luft kann ja (idealerweise) nicht durch die Wand schwingen. Du willst deine Absorber nun aber dort anbringen wo die Schallschnelle sehr hoch ist. Je nach Wellenlänge ist dieses Schnellemaximum nun mehr oder weniger weit von der Wand entfernt.

Für große Wällenlängen (=tiefe Frequenen) muss man recht weit von der Wand weg. Man kann nun entweder gaaanz viel Material direkt auf die Wand packen, oder man lässt einfach einen Luftspalt an der Wand weil da ja eh die Schallschnelle minimal ist. Es geht also weniger um den Luftspalt, sondern darum wie weit der Absorber in den Raum hineinragt. Bei Bassfallen will man dementsprechend auch so weit wie Möglich in den Raum hinein. Die Platzsparendste Variante ist eben schräg über die Raumecken zu gehen.

Ein anderer wichtiger (!) Aspekt ist Feuchtigkeit. Vorsicht bei Außenwänden. Steinwolle ist auch ein Wärme-Isolator. Wenn die Rückseite der Absorber nicht gut belüftet ist, kann sich Schimmel bilden!

Absorber mit fester Rückwand baut man wenn man sie als Trennwände nutzen will. Durch 10cm Steinwolle geht immernoch ziemlich viel Schall durch. Wenn du zB einen Kontrabass von einer Bassdrum trennen willst, dann hast du ohne Rückwand schlechte Karten. Deshalb nimmt man lieber eine schwere Rückwand und lindert dann die Reflexion mit porösen Materialien. Für Absorber die eh an der Wand hängen kannst du sie hinten offen lassen.
 
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Danke für die ausführliche Antwort. Dann werde ich die Bassfallen mit 2cm Luft zur Außenwand bauen, damit dahinter Luft zirkulieren kann.
Ich war nur ziemlich verwirrt, da es bei Bonedo um Breitbandabsorber ging die an die Wand sollen und dort gesagt wurde es muss zwingend 5cm Luft hinter den Absorber und es muss Zwingend luftdicht sein.
 
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Ja. Vom akustischen Standpunkt willst du dass das Volumen hinter dem Absorber abgeschlossen ist. Sonst bewegt sich die Welle teilweise einfach um den Absorber herum. Der Luftspalt ist akustisch nicht zwingend. Man kann sich nur leicht etwas Material sparen. Es ist besser 10cm dicke Steinwollmatten 5cm von der Wand weg zu hängen als sid direkt and die Wand zu machen. 15cm dicke Matten wären noch etwas besser ... aber noch besser wären dann 15cm dicke Matten 5cm von der Wand entfernt ... so geht das Spiel. ;)

Wie gesagt. Wenn du Außenwände hast (oder Kellerwände), dann pass auf dass Luft hinter die Absorber kommt. Schimmel ist kein Spaß.
 

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