Frage zu Stimme doppeln

von kakashix, 03.11.09.

  1. kakashix

    kakashix Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.09   #1
    Hallo,

    also ich habe mich mal daran gewagt, meine Stimme zu verdoppeln, aber irgendwie hört sich das am Ende an als ob ein Chor singen würde, also
    als ob mehrere das gleiche Lied singen würden.

    Jetzt wollte ich fragen was ich falsch mache? Ich habe mir den Tutorial durchgelesen zu Stimme verdoppeln, aber irgendwie will das bei mir noch nicht klappen.
    Ich habe zuerst meine Mainvoice erschaffen, danach habe ich mir meine Mainvoice angehört und das ganze nochmal neu aufgenommen.
    Dann habe ich die zweite Stimme an der ersten angepasst, aber es hört sich wie im Chor an. Jetzt wollte ich Fragen was ich falsch gemacht habe?
    Vielleicht liegt es daran das ich beide Stimmen gleich laut gesungen habe?

    Bitte um Hilfe
     
  2. 901

    901 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.11.09   #2
    Du musst 100% genauso singen, wie beim ersten Take. Das ist schwierig und kann nicht jeder. Wenn es sich sogar wie ein Chor anhört, fällt mir nur der Spruch eines guten Freundes ein:

    ÜBEN HILFT LEIDER!
     
  3. TonioBasstronaut

    TonioBasstronaut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.09   #3
    901, ein Chor singt sehr oft Unisono, er sagte ja er hat gleich gesungen ;)

    Was genau erwartest du dir denn vom doppeln? Es ist nur natürlich, das die aufnahme bei mehreren aufgenommenen Stimmen sich auch so anhört, ansonsten würde man ja einfach die Main-Spur kopieren und nicht umständlich nochmal einsingen.
    Wie genau klingt es? Chor kann vieles sein. Ist der Sound dir zu "breit", zu dominant, singst du in einer anderen tonlage beim doppeln?
     
  4. Stifflers_mom

    Stifflers_mom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.09   #4
    ein Chor klingt aber wie ein Chor und nicht wie eine einzige (mächtige) Stimme, weil in Chor aus mehreren Personen besteht, die jeder eine andere Stimme, andere Aussprache, Artikulation usw. haben. Daher bestehen zwischen JEDER menschlichen Stimme zeitliche und spektrale Unterschiede.

    Wenn man doppelt (mit dem selben Sänger und der selben Stimme wohlgemerkt ;)) kann man wenn man gut ist 2-mehrere so gut wie gleiche Takes hinbekommen.

    Wenn man das nicht so gut hinbekommt, gibt es z.b. die Möglichkeit, eine Hauptstimme zu nehmen und die anderen Dopplungen 1. leiser 2. im panorama zu verteilen.
    Auch gibt es den Trick, Verschlusslaute (p, t, k) nur bei der Hauptstimme klar zu artikulieren und bei den restlichen möglichst wegzulassen oder nur ganz leise auszusprechen.

    Aber wenn es wie beim Problem hier angesprochen wie ein Chor klingt, liegts höchstwahrscheinlich an der Intonation....
     
  5. Fish

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    Erstellt: 04.11.09   #5
    Mit einem übertrieben eingestelltem Deesser kann man ein künstliches "lispeln" erzeugen. Das hilft auch manchmal bei der Zweitstimme damit diese besser zur ersten "passt".

    Gruß

    Fish
     
  6. Navar

    Navar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.09   #6
    Diesen Effekt wird man bei mehreren Stimmen immer haben, es sei denn man hat entweder einen fantastischen Sänger, oder man verwendet Software zum Angleichen. Selbst Profi - Sänger haben damit so ihre Probleme, besonders dann wenn auch noch sehr viel Gefühl in der Performance steckt, das lässt sich nie wirklich genau so wieder doppeln.

    So... das waren die schlechten Nachrichten :-)
    Man kann aber schon ein paar Dinge tun...

    - bei der Aufnahme im Loop arbeiten. Das hilft manchmal, einen Haufen guter Takes zu bekommen, oftmals sind dann auch 2-3 hintereinander dabei, die sich recht ähnlich sind. Hierbei sollte man rausfinden, wie lange man am Stück aufnehmen kann, ohne die Stimme zu überbeanspruchen. Danach setzt man sich entspannt hin und geht die Takes durch.

    - Im Mix: was sollen die zusätzlichen Stimmen bewirken? Fülle, tatsächlich ein Dopplungeffekt, räumliche Verteilung im Stereobild? Nicht jede Passage muss auch wirklich gedoppelt werden. Lead Stimmen sind wichtig und müssen auch geortet werden können. Übertriebene Dopplung lässt das verschwimmen, besonders wenn man sie im Mix zu sehr aufzieht. Für die Fülle reicht es oftmals wesentlich dezenter zu arbeiten und die Stimmen soweit mit reinzubringen, dass man sie vor allem dann merkt, wenn sie nicht mehr da sind. Außerdem muss man sich genau anhören, ob es durch die Dopplung nicht zu Überbetonungen kommt, gerade scharfe und harte Laute sind hier besonders anfällig. Da ist es auch nicht schlimm die Dopplungsstimmen im einem EQ deutlich zu beschneiden und in kritischen Bereichen einzuengen. Ein typischer Effekt ist, ich nenn ihn mal "Kircheneffekt". Wenn man mal in der Kirche war und zugehört hat, wie die ganze Gemeinde singt, wird man sicherlich feststellen, dass das Ende einer Gesangszeile oftmals komplett verschwimmt. Hört man besonders gut bei "t" und "s" Lauten. Jeder hört natürlich unterschiedlich auf und dadurch entsteht ein lang anhaltendes "essssssssss" oder "t t t t ttt" :-) (schwer zu beschreiben). Das kann einem auch beim Recording passieren und ist nichts ungewöhnliches, nur gerade diese Laute will man nicht überbetonen, das wird leicht unangenehm und unnatürlich. Hier sollte man deutlich editieren, so dass die Einsätze und Ausklänge von der eigentlichen Leadstimme dominiert werden und nicht durch die Dopplungen verschwimmen. Hier ist viel Handarbeit im Ein- und Ausfaden gefragt.

    Stimmen editieren und Mehrstimmige Arrangements im Mix einzubinden ist ne Friemelarbeit, da kommt man selten drum herum. Wichtig ist hier, dass man schon versucht im Aufnahmeprozeß eine optimalen Weg zu finden, möglichst viele gute Takes zu erhalten aus denen man auswählen kann. Ich habe immer wieder erlebt, dass Sänger ein paar Takes am Stück brauchen, um sich wieder auf die richtige Intonation einzustellen und dann oft ein paar Takes hintereinander kommen, die sich relativ ähnlich sind und mit denen man arbeiten kann. 1 Take singen - Pause - 1 Take singen - Pause hat zumindest bei meinen Aufnahmen selten gut funktioniert.
     
  7. 901

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    Erstellt: 04.11.09   #7
    Wenn man ein Hörbeispiel vom unfreiwilligen "Chor" hätte, würde sich leichter eine passende Empfehlung ableiten lassen.
     
  8. kakashix

    kakashix Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.09   #8
    Ich habe nicht nur bestimmte Parts gedoppelt.
    Sondern ich wollte das ganze Lied doppeln, weil man dadurch in die Stimme noch kräftiger kriegt bzw. mehr Volumen reinbringt, oder wie man das auch nennen mag.

    Aber am Ende hat es sich so angehört, als ob ich meine Mainvoice einfach kopiert hätte und sie einfach nur etwas auseinandergezogen hätte
     
  9. ivarniklas

    ivarniklas Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.09   #9
  10. kakashix

    kakashix Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.09   #10
    Danke für die Antworten.
    Wäre es eigentlich auch angebracht wenn ich die Zweitstimme etwas leiser stelle als die Erststimme? Weil ich habe die Lautstärker so gelassen. Es kann vielleicht auch daran liegen das ich die Erststimme und Zweitstimme gleich laut hatte
     
  11. Navar

    Navar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.09   #11
    Klares Jap auf jeden Fall :-)
    Du kriegst bei Stimmen niemals genau gleich, dadurch entstehen eben diese Choreffekte, was ein echter Chor ja auch nutzt. (da aber mit Absicht) Wenn du möchtest, dass deine Lead - Stimme etwas raumgreifender und voluminöser ist, ohne dass sich der Dopplungseffekt in den Vordergrund drängt, musst du sehr dezent mischen. Das heißt: Die Lautstärkenverhältnisse im Mix sollten so sein, dass es vor allem dann auffällt, wenn es nicht mehr da ist. (als Anhaltspunkt zu verstehen)
    Dabei ist es wichtig, dass du im Mix arbeitest, denn erst mit der restlichen Instrumentierung zusammen lässt es sich wirklich beurteilen.

    Eine mögliche Vorgehensweise (nur ein Vorschlag! so könnte man vorgehen, keine so-muss-es-sein-Empfehlung!):
    - Du lässt den Mix laufen, Leadstimme ist positioniert und von der Lautstärke her gut im Mix.
    - Dann schiebst du die Dopplungsstimmen vorsichtig dazu bis du sie wahrnimmst und ziehst den Regler einen Hauch zurück.
    - Dann schaltest du abwechselnd die Dopplung dazu und wieder weg und beurteilst den Effekt.
    - Evtl. hörst du die Dopplung selber extrem raus, weil dein Ohr jetzt darauf konditioniert ist. 5 Minuten Pause und nochmal reinhören.
    - Je nach Dynamik im Song kann es sein, dass du die Dopplungen auch dem Mix anpassen musst (Automation).... Beispiel: zurückgenommene Strophe und krachiger Refrain. Dabei immer dynamisch denken, also was ist in diesem Part im Song wichtig.
     
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