Frage zum Widerstand einer Box in Bezug auf den Amp

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@bluesmaker: von mir gibts ein dankeschön für deine sehr gute erklärung. und da ich die grundrechenarten beherrsche, habe ich das jetzt endlich auch mal begriffen. die schulzeit ist schon ziemlich lange her :)
 
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Hallo Mr. Bullinsky,

das ist falsch! :(

wenn deine Boxen beide je 4 Ohm haben und Du sie normal (also parallel) anschließt, sinkt die Gesamtimpedanz auf 2 Ohm! :eek:

Du schreibst nicht welche Boxen Du hast, aber wenn die Boxen 4 Ohm haben, gibt es vielleicht auch direkt einen Ausgang für 16 Ohm. Anderenfalls kann man die Speaker auch so umlöten (bei 4 Ohm Speaker alle in Reihe, bei 16 Ohm Speakern zwei in Reihe und die zueinander parallel).

Wenn beide Boxen 16 Ohm haben, haben sie zusammen 8 Ohm.
1/Rges = 1/16 + 1/16
1/Rges = 2/16 = 1/8
Rges = 8

Du musst also am DSL aus dem Ausgang für 8 Ohm raus.

In den Zeiten in denen es noch keine Stereoboxen gab, konnte man einfach mehrere Boxen durchschleifen. Ob das bei deinen Boxen einfach möglich ist, weiß ich nicht. Mit Ohmmeter messen! Das Messgerät zeigt immer weniger an - also z.B. 6,7 Ohm bedeutet 8 Ohm).

Gruß
Andreas
 
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@bluesmaker: von mir gibts ein dankeschön für deine sehr gute erklärung. und da ich die grundrechenarten beherrsche, habe ich das jetzt endlich auch mal begriffen. die schulzeit ist schon ziemlich lange her :)

Ich danke Dir und auch Euch anderen für Eure positive Meinungen (naja, bis auf die eine nicht so positive Antwort) !

Wenn es Dir "telekaster" helfen konnte es zu begreifen, dann freut es mich und es hat seinen Zweck erfüllt.
Hier im Board wird sooo viel über Impedanzen gesprochen/geschrieben, Box 1 mit Box 2 kombiniert usw., da musste ich halt die alte Physik (und sie ist immer noch gültig) mal wieder ausgraben ...

Beste Grüße und Rock'on !

Bluesmaker
 
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Darkeminence
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Machst Du das eigendlich absichtlich? Ich meine unter dieses Wirrwarr aus Formeln "Alles klaro" zu schreiben? Wer soll den Mist denn verstehen?

sowas...man sollte dir kein bisschen mehr helfen, für so eine "dumme" antwort...wenn du das nicht verstehst, dann hilft vielleicht mal aufpassen inner schule oder beschäftigen mit physik und mathematik, das sind nämlich wesentliche faktoren im ampbau/umfeld/technikbereich...aber bitte, schließ ne 16 ohm an den 4 ohm anschluss, dann wirst ja sehen wie wichtig diese formeln sind und welches geld sie sparen!:mad:
 
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Herr_Mannelig
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Hagen
So, jetzt is aber mal genug auf dem Herrn Hooka rumgehackt worden, finde ich.
Pralle war sein Post nicht, aber er hat sich seit dem auch nicht mehr zu Wort gemeldet.

und Bluesmakers Post (#4) noch mal in kurz:
- Reihenschaltung:
Rges = R1 + R2 + ... + Rn
will heißen, dass alle Impendanzen addiert werden

- Parallelschaltung:
Rges = 1/ (1/R1 + 1/R2 + ... + 1/Rn)
Von jeder Impendanz wird der Kehrwert genommen (anstatt R/1 => 1/R). Diese werden dann addiert. Von diesem nun entstandenem Wert wird wieder der Kehrwert genommen.

Die Impendanzen von Boxen mit mehr als einen Lautsprecher lassen sich nur um den Faktor 4 verändern (wenn an nciht ganz krumme ungebräuchliche Zahlen haben will)
aus 4 mach 16 Ohm und umgekehrt
aus 2 mach 8
und aus 8 mach 32

mfg
Bastian
 
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So, jetzt is aber mal genug auf dem Herrn Hooka rumgehackt worden, finde ich.
Pralle war sein Post nicht, aber er hat sich seit dem auch nicht mehr zu Wort gemeldet.

und Bluesmakers Post (#4) noch mal in kurz:
- Reihenschaltung:
Rges = R1 + R2 + ... + Rn
will heißen, dass alle Impendanzen addiert werden

- Parallelschaltung:
Rges = 1/ (1/R1 + 1/R2 + ... + 1/Rn)
Von jeder Impendanz wird der Kehrwert genommen (anstatt R/1 => 1/R). Diese werden dann addiert. Von diesem nun entstandenem Wert wird wieder der Kehrwert genommen.

Die Impendanzen von Boxen mit mehr als einen Lautsprecher lassen sich nur um den Faktor 4 verändern (wenn an nciht ganz krumme ungebräuchliche Zahlen haben will)
aus 4 mach 16 Ohm und umgekehrt
aus 2 mach 8
und aus 8 mach 32

mfg
Bastian


Hi Bastian (und natürlich Hi Ihr !!!),

ich wollte mein Beispiel möglichst überschaubar gestalten und habe daher nur 2 Impedanzen angenommen. Mit den Kehrwerten bzw. Reziprokwerten (falls jemand das nicht weiss : das sind die 1/x-Werte ...) wollte ich zunächst nicht anfangen.

Natürlich ist die von Dir zitierte Formel: Rges = 1/ (1/R1 + 1/R2 + ... + 1/Rn) für die Parallelschaltung auch korrekt, ganz klar. Es liegt also bei einem jeden selbst welche Formel er für zwei parallel geschaltete Impedanzen anwendet entweder:

1) Rges. = R1 x R2 / (R1+R2) oder 2) Rges. = 1/ (1/R1+1/R2)


Nochmal für alle zusammengefasst:

Parallelschaltung:

entweder: Rges. = R1 x R2 / (R1+R2) (bei zwei Impedanzen)

oder: Rges. = 1/ (1/R1+1/R2+ ... +1/Rx) (für beliebig viele Impedanzen)



Reihenschaltung:

Rges. = R1 + R2 + ... + Rn (für beliebig viele Impedanzen)


Ich hoffe, es ist für Euch nachvollziehbar ... Ich musste natürlich auch auf die Alternativfomel von Herr_Mannelig eingehen. Sonst wird sich der eine oder andere die Frage stellen, wieso denn jetzt eine andere Formel ... ? ...

Ich denke, so sollte es klar sein. Und danke Dir Bastian an diese Ergänzung !

Bei Bedarf bitte bescheid sagen, natürlich kann ich auch nochmal Zahlenbeispiele dazu bringen.

Beste Grüße

Bluesmaker
 
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Hi,

ich möchte doch der Vollständigkeit halber (weil es ein definitiv wichtiges Thema ist und unter Umständen Schaden verhindert ...) nochmal ein Beispiel aus der Praxis bringen mit mehr al zwei "Widerständen" / Speakern *:

Beispiel: Ich habe 4 Speaker mit jeweils 4 Ohm und möchte diese parallel betreiben. Wie hoch ist der Rges. ?

Es handelt sich also um eine Parallelschaltung. Dafür stehen mir die beiden Formeln zur Verfügung:

1) Rges. = R1 x R2 / (R1+R2) und 2) Rges. = 1/ (1/R1+1/R2)

Da es sich um mehr als 2 "Widerstände"* handelt, kommt hier die Formel 2) zur Anwendung:

Rges. = 1 / ( 1/4 Ohm + 1/4 Ohm + 1/4 Ohm + 1/4 Ohm ) = 1 / (0,25 + 0,25 + 0,25 + 0,25) = 1/ (1) = 1 Ohm

* Für die Freaks unter Euch: Der Einfachheit halber tu ich so, als seien es "reinrassige" ohmsche Widerstände, klar ich weiss, da gibt es noch eine induktive Komponente ..., aber ich möchte es hier nicht unnötig verkomplizieren.

Beste Grüße

Bluesmaker
 
Cadfael
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Hallöli,

in wenigen Tagen werde ich eine mehrseitige PDF-Datei zum Thema Boxen veröffentlichen.
Ich sitze schon seit vielen Wochen an dieser "Sammlung".

Die Sammlng ist extra für Anfänger und Fortgeschrittene geschrieben!
Also Grundwissen - und die Ohmschen Gesetze so erklärt, dass vielleicht sogar Leute verstehen, die es in der Schule nicht begriffen haben.
Reihen- und Parallelschaltung, gemischte Schaltungen, Schaltungen mit Schalter werden mit Beispielen erklärt.

Ich gehe nicht in die tiefsten Tiefen der Physik (da ich auch kein Experte bin), aber als "Allround-Stümper" schaffe ich es vielleicht anderen Stümpern etwas Grundwissen zu verschaffen. :)

Zudem wird es darin um den Unterschied zwischen Röhren- und Transistorverstärkern (in Bezug auf die Boxenimpedanz), um Lautsprecherkabel (Aufbau und was wofür), Watt und ein paar Basteltipps gehen.

Gruß
Andreas
 
Bluesmaker
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Hi Andreas,

super Sache die Du da ankündigst ! Bin gespannt. Sowas kann das Board immer gebrauchen.

Beste Grüße

Ron
 
~El Guitarrero~
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Hey Super! Vielleicht verstehe ich das dann auch mal besser;):redface:!!! Stellst du das den in den FAQ-Bereich oder in diesen Thread hinein (oder in Amps&Boxen)???

Übrigens eine Frechheit, was Hook da von sich gegeben hat, selbst ich als Mathe+Physik-Muffel verstehe, dass ein wenig:screwy:. Allerdings finde ich es auch ein wenig ungerecht solche Sachen grundsätzlich den jüngeren hier in die Schuhe zu schieben, GeorgyPorgy (bin über dein entsprechendes Thema hierauf aufmerksam gemacht worden!). Ich bin z.B. auch erst 16 (ok, in 3 Tagen:rolleyes:), aber trotzdem versuche ich mich hier einigermaßen gut auszudrücken, und Fragen ordentlich zu stellen, oder möglichst:rolleyes: kompetent zu antworten. Und natürlich auch den fachlich besser versierten Leuten hier auch den Respekt zu zollen, den sie verdient haben. :great:



EDIT: Mhm GeorgyPorgy, ich habe mich wohl doch geirrt, ich hatte erst deinen ersten Beitrag gelesen und erst jetzt, also später gemerkt, dass du dich entschuldigt hast. Tut mir Leid, dass ich dir es sofort an den Kopf geworfen habe, trotzdem gilt meine Aussage natürlich immer noch an alle, die der Meinung sind "Die Jugend von heute....." ;)

Also, ich freu mich schon auf deinen Workshop, oder wie ich das jetzt auch immer bezeichnen sollte:)!

So far...

Max!
 
Cadfael
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Hallo Max,

Als "HFU" komme ich hier in einen Teil des "Backstage Bereichs".
Da habe ich gestern eine "Vorabversion" gepostet, damit die "wirklichen Kenner" (unsere "HCA"s) einen Blick darauf werfen und konstruktive Kritik üben können. Das haben sie dann auch gemacht. :great:
Meine Sammlung wurde nicht zerrissen, aber es gab viele gute und sinnige Anmerkungen.

Ich entschied mich, große Teile noch mal zu überarbeitet bzw. umzustrukturieren - was mich seitdem über 12 Stunden gekostet hat. :redface: :)
Ich denke aber, dass ich morgen die fertig überarbeitete Version wieder im "Backstage Bereich" vorstellen kann. Anfang bis Mitte nächster Woche wird da ganze dann online gehen. Ich werde es sowohl im Bass- als auch Gitarren-Bereich in den Amp-Unterforen zur Diskussion stellen. Danach wird das ganze wahrscheinlich in die FAQs übernommen.

Wenn ich es schaffe, dass auch nur zwei oder drei User endlich verstehen wie man selbst eine Parallelschaltung ausrechnet, hat sich die Arbeit gelohnt! :)
In Physik bin ich auf dem Gymnasium (vor 30 Jahren) nie über ein Ausreichend hinausgekommen. Als Muiker musste ich mich dann mit Parallel- und Reihenschaltung beschäftigen. Ein paar Jahre später hat mir das bei meiner Ausbildung zum Industriemechaniker ein Sehr Gut in "Steuern & Regeln" eingebracht. Musik kann also auch die schulischen Leistungen heben! :)

Gruß
Andreas
 
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guten abend,

Jeder gute Verstärker sollte in Lage sein, Fehlanpassungen jeder Art, wegstecken zu können.
Wenn nicht , dann müssen entsprechende Schutzeinrichtungen, oder Schutzschaltungen eine Störung oder gar Zerstörung ,auf Grund einer Fehlanpassung verhindern.
Wieso wird solch Geraffel überhaupt noch gekauft ,oder verkauft .
Und um Impedanzen sollte man sich auch keine Gedanken mehr machen müssen,
das muß klar und deutlich auf dem Gerät ,oder in der Betriebsanleitung beschrieben sein. Oft schafft auch ein Anruf beim Hersteller oder Vertrieb für Klarheit, oder ein Schreiben tut es auch .
Testet doch mal diesbezüglich den Hersteller oder den Vertrieb. Dann wird es sich zeigen
was die berühmte Kundennähe, die vielbeschworene, wirklich wert ist.

Im Übrigen hat "One Stone" absolut recht, ich denke der ist in technischen Fragen recht erfahren . Wie ich feststelle, meldet er sich gelegentlich zu Worte, manchesmal etwas ungehalten, macht aber nix.
Ihn zu fragen ist keine Zeitverschwendung.

Also bis demnächst
Günter Philipp
 
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Ich dachte diese spezielle Diskussion wäre vor 6 Monaten abgeschlossen gewesen. ;)
 
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Im Übrigen hat "One Stone" absolut recht, ich denke der ist in technischen Fragen recht erfahren . Wie ich feststelle, meldet er sich gelegentlich zu Worte, manchesmal etwas ungehalten, macht aber nix.

Das mit dem gelegentlich stimmt. Ich meide es, zu allem meinen Senf dazuzugeben, weils einfach Zeitverschwendung ist. Meistens will meine Meinung - und die der "höheren" Industrie in Bezug z.B. auf Endstufen und deren Schutzschaltungen - keiner hören, weil meine Meinung eben nicht dem Standard entspricht. Eine Endstufe muss kurzschlussfest, fehlanpassfest und leerlauffest sowie gegen kapazitive und induktive Lasten kompensiert sein. Aber das will keiner hören, weil dann das eigene Equipment ja schlecht dastehen könnte oder es wird gesagt ich hätte keine Ahnung, weil man das ja schon Jahrzehnten so macht, dass Röhrenamps beispielsweise ohne Lautsprecher kaputtgehen.

Das mit dem ungehalten stimmt auch, weil wenn ich zum hundertsten Mal schreibe, dass jeder Röhrenamp leerlauffest zu machen ist und dass das kein Aufwand ist und dass jeder Halbleiteramp kurzschlussfest sein muss und dass ein nicht kurzschlussfester Halbleiterverstärker ebenso Pfusch ist wie ein nicht leerlauffester Röhrenamp und ich immer wieder hören muss dass ich damit ja nicht Recht haben KANN, weil das Gerät X eben dahingehend nach meiner Definition "Pfusch" ist und das aber soooo lang schon von Gitarrengott Y und Z benutzt wird und der ja wissen muss, was er tut, dann reichts eben irgendwann.
Es mag arrogant klingen aber ich maße mir an zu sagen, dass die meisten Verstärkerentwickler von der Technik keine Ahnung haben und nur irgendwelceh RC-Glieder irgendwie in die Schaltung bauen, dass es klingt und von der restlichen Elektrotechnik nicht viel mitbekommen haben. Das trifft natürlich nicht auf alle zu (die PCLs klingen z.B. geil, auch wenns nur "Transen" - oder korrekt gesagt Halbleiterverstärker - sind und sie sind mit Sicherheit auch ordentlich durchdacht), aber leider eben auf viele.

Wie gesagt, ich wirke ab und zu arrogant. Aber ich kann einfach nur lachen, wenn sich Leute hier den Kopf über Probleme zerbrechen, die schon seit über 30 Jahren gelöst sind und nur weil die Gitarristen bzw. die Amphersteller dem Vintage-alles-neue-klingt-scheisse-Wahn verfallen sind diese Lösungen eben nicht zur Anwendung kommen. Beispiel Strombegrenzung bei Halbleiterendstufen oder mein Lieblingsbeispiel: SPEAKON!

Ihn zu fragen ist keine Zeitverschwendung.

Das nicht, aber man muss eben das Echo vertragen. Ich bin keiner, der irgendjemandes Hinterteil von innen begutachten möchte, sondern ich sage/schreibe, was ich denke...

Ich dachte diese spezielle Diskussion wäre vor 6 Monaten abgeschlossen gewesen. ;)

Diese Diskussionen werden nie abgeschlossen sein...

MfG OneStone
 
Cadfael
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Hallo Günter,

mein "großes" Motorrad hat auf seinem Drehzahlmesser einen Roten Bereich, der bei 11.000 Umdrehungen anfängt. Dann geht es noch weiter bis 13.000. Klar; die könnten das Motorrad auch mit einem Drehzahlbegrenzer ausstatten, der bei 11.000 Umdrehungen dicht macht.
Ich habe aber keine Lust ein paar hundert Euro mehr für ein Motorrad auszugeben, nur weil ein paar Idioten nicht verstehen, dass man den Motor nicht bis 13.000 Umdrehungen hoch jagt.
Und dann die dumme Aussage: "Die Maschine kann das doch!" :screwy:

Musiker scheinen da sogar wesentlich beratungsresistenter als Motorradfahrer zu sein?!
Wenn in der Bedienungsanleitung und auf dem Amp steht: "Mindestimpedanz 4 Ohm", dann hängt man keine 2,667 oder 2 Ohm dran! Wer das macht ist doof und wird mit einem kaputten Amp, nicht unter 200 Euro bestraft ...
Auch die Hersteller von Röhrenamps geben klare Anweisungen.

Nun darf (zumindest laut Gesetzt) nicht jeder Irre mit einem 150 PS Motorrad fahren. In Deutschland braucht man dazu zwei Jahre Fahrpraxis auf kleineren Maschinen oder man muss mindestens 25 Jahre alt sein. Zudem hat man irgendwann einen Motorradfahrlehrer gehabt.

Jeder Irre darf sich aber einen 1000 Euro (+) Vollröhrenamp kaufen und ohne die geringste Ahnung von der Materie und unter Missachtung der Bedienungsanleitung dran rum pfuschen. Da werden Gitarrenkabel als Boxenkabel missbraucht, 16 Ohm Boxen in 4 Ohm Ausgänge gesteckt. Und wenn der Amp dann hoch geht ist der Hersteller schuld.

Douglas Adams hat einmal geschrieben: "Wer glaubt etwas narrensicher konstruiert zu haben unterschätzt den Einfallsreichtung der Narren".
Genau das trifft auch auf Gitarrenverstärker zu! Jeder kann sich einen Amp kaufen ohne überhaupt etwas über den Unterschied zwischen Transitor- und Röhrenendstufe zu kennen. Und in Zeiten des Online-Kaufs kann nicht mal der Verkäufer im Musikgeschäft die wichtigsten Hinweise geben. Bedienungsanleitung? Ich bin doch ein Mann! Wozu brauche ich Bedienungsanleitungen?

Nein; die Hersteller sind es nur in Einzelfällen schuld!
In den meisten Fällen sind es die Musiker.

Die Mentalität hat sich geändert.
Wenn ich mir als Kind auf dem Spielplatz eine Platzwunde geholt habe (vor 30 bis 35 Jahren) haben meine Eltern gesagt: "Selbst schuld! Hättest Du eben besser aufpassen müssen!" Gleiches galt, wenn man bei Glatteis auf dem Gehweg ausrutzschte.
Heute werden Spielplatzbetreiber oder Gehwegbesitzer verklagt. Die hätten ja mit meiner Dummheit rechnen und mich schützen müssen!

Nein; so geht es nicht!
Hersteller haben Amps zu bauen, die bei sachgerechter Benutzung nicht kaputt gehen. Musiker haben ihr Equipment aber auch sachgerecht (nach Anleitung und den Naturgesetzen) zu benutzen!

Gruß
Andreas
 
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Hallo OneStone,

habe mein letztes Post geschrieben als deins noch nicht online war.

Wir sind zwar in einigen Dingen unterschiedlicher Meinung, aber bestimmt nicht so weit auseinander wie einige vermuten mögen. Auch in unseren beiden Posts vertreten wir verschiedene Blickwinkel, können aber wahrscheinlich trotzdem den Blickwinkel des anderen verstehen und auch gutheißen. :)

Ich würde Dich nicht als "arrogant", sondern als "an der Wirklichkeit verzweifelnd" beschreiben. ;)
Ich bin ja einige Jährchen (Jahrzehnte) älter als Du. Da habe ich gelernt mit Unabwendbarem umzugehen. Spätestens in 20 Jahren wirst Du verstehen was ich meine. :)

Wenn ich nun mal die Hersteller nicht ändern kann, muss ich von den Benutzern verlangen die Handbücher zu lesen, FAQ-Beiträge zu lesen oder sich Tipps von erfahrenen Musikern zu holen. Dabei sollte man aber nicht jeder Parole trauen, die jemand auf die Wand der Herrentoilette geschmiert hat.

Wenn wir am Jüngsten Tag vor dem Richter erscheinen werden, werden eine ganze Menge Amps ihre Stimme erheben und bezeugen, dass wir ihr Leben gerettet haben. :D

Netter Gruß
Andreas
 
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Hersteller haben Amps zu bauen, die bei sachgerechter Benutzung nicht kaputt gehen. Musiker haben ihr Equipment aber auch sachgerecht (nach Anleitung und den Naturgesetzen) zu benutzen

Andreas, du magst mit deinen Motorradbeispielen (die haben inzwischen übrigens meist einen Begrenzer, sogar ein 10 Jahre alter VW Golf hat einen...) und dem mit dem Sandkasten absolut Recht haben - ich habe auch auf diese Weise gelernt, dass Feuer heiß ist und 2m zum Runterspringen in jungem Alter sehr hoch sein könnten - und daher stimme ich dir da auch voll zu.

=================================================

Aber dein Vergleich passt dennoch nicht so wirklich.
Nehmen wir mal einen Röhrenamp. Der ist nicht leerlauffest und dazu noch so konstruiert, dass er bei fehlender Last zum Oszillator wird und sich selber abfackelt, auch ohne Eingangssignal (alles schon gesehen). Lassen wir mal das mit dem Oszillator weg und beschränken wir uns auf die Leerlauffestigkeit. Es widerstrebt schon der sinngemäßen Anwendung eines Verstärkers, diesen ohne Last zu betreiben, weil dann hört man ja nix.
Okay, soweit ist das eine sinnvolle Argumentationskette. :cool:

Aber wenn mal ein Stecker rausfliegt oder keinen Kontakt macht (Korrosion), weil diese Stecker faktisch veraltet und für die Anwendung verglichen mit modereren Steckverbindernormen einfach ungeeignet sind und es mal Zeit wird was neues einzuführen, was sich sonst schon bewährt hat? Dann liegt der Fehler klar beim Hersteller, der sich gegen das neue System sträubt.
Außerdem handelt es sich beim Musikerequipment im Gegensatz zu Home-HIFI-Systemen in Röhrentechnik um Geräte, die im Live-Einsatz ständig auf-und abgebaut werden. Somit muss mit eingeplant werden, dass Verkabelungsfehler auftreten können oder aufgrund von defekten Leitungen (Aderbruch z.B.) unvermeidbar sind und es ist eben ein Zeichen von Qualität und "Entwicklung mit Hirn", dass der Verstärker in so einem Fall nicht kaputtgeht. Der Hersteller sollte das Interesse haben, dass die Benutzer mit dem Gerät zufrieden sind und nicht permanent 3 Backups mitnehmen müssen, falls mal was abbrennt.:screwy:
Und dann gilt es noch die Frage zu beantworten, warum denn sogar Marshall inzwischen draufgekommen ist, die Verstärker leerlauffest zu machen? Der JVM irgendwas (ich kenn mich mit dem neueren Marshall-Zeug nicht aus) ist leerlauffest. Die ENGLs sinds auch, die neueren Peaveys auch meistens.
Mit Sicherheit nicht, weil das "ein paar hundert Euro mehr" kostet, das sind in der Realität nämlich nur zwei Bauteile mit einem Einkaufspreis von zusammen vielleicht 2-5 Cent. Also zwei Bauteile für zusammen 5 Cent verhindern, dass ein Röhrenamp beim Abklemmen der Last abbrennt. Erkläre mir mal jemand, warum man das nicht serienmäßig macht, wenn nicht um Defekte herbeizuführen, damit die Werkstatt Arbeit hat. Klanglich hat das nebenbei absolut keine Auswirkungen, weil die Schaltung wirklich nur dann zulangt, wenns für die Röhren(fassungen) und/oder den AÜ gefährlich wird.:great:

=================================================

Anderes Beispiel: Halbleiterverstärker. Warum bauen die Hersteller nicht einfach zwei Emitterwiderstände, zwei Strombegrenzungstransistoren incl. zweier Basiswiderstände für eben jene ein? Kostenpunkt zusammen wenns hochkommt 20-50 Cent im Einkauf. Aufwand zum Einbau: Absolut Null, weil das eh eine Bestückungsmaschine macht.
Und warum sind praktisch alle PA-Endstufen und inzwischen sogar schon viele Heim-HIFI-Verstärker kurzschlussfest? Mit Sicherheit nicht, weils zuviel kostet.
Auch hier gilt: Es geht nicht darum, absichtlich falsche Benutzung wie Überdrehen eines Motors zu verhindern, es geht vielmehr darum bei defekten Kabeln oder einfach Einstecken bei eingeschaltetem Amp (Klinken machen da meistens einen Kurzschluss!) einen Schaden am Gerät zu verhindern. Wer profitiert vom Schaden, wenn nicht die Werkstatt und der Hersteller, weil er was neues verkaufen kann?:gruebel:

=================================================

Um den Vergleich von dir nochmal anzuführen: Wenn ich beim Motorradfahren einen Motor in den unteren Gängen bis 13000 hochjage - am besten noch, wenn der Motor kalt ist - und ich dann den/die Kolben oder die Ventile aus meinem Knie oder Tank oder Helm ziehen darf, dann ist das persönliche Dummheit und man kann dem Hersteller absolut keinen Vorwurf machen. Aber wenn ich mich einmal verschalte und mit Gas einkupple, dann ist ein Begrenzer sehr sinnvoll...alternativ dann, wenn der Gang nicht sitzt - das kommt beim Motorrad auch mal vor.
Das kostet den Hersteller genau garnichts, so ein Begrenzer. Das ist eine Zeile Code, die man in die ECU schreibt. Entweder bei einer EFI - da stellt man eben einfach die Einspritzung bei zu hoher Drehzahl ab, dann geht der Motor vom Last- in den Schiebebetrieb über und spielt einfach nur Kompressor - oder bei einem Vergasermotor mit elektronischer CDI-Zündung da schaltet man eben die Zündung ab. Der Effekt ist der gleiche. Das kostet den Hersteller nichts außer dass einer die Zeile da reintippt, aber es erhöht die Fahrsicherheit und die Standfestigkeit des Fahrzeugs um Welten. :)

Sieh das jetzt nicht als persönlichen Angriff auf dich selbst, so ist der Post nicht gedacht. Aber vielleicht regt er den einen oder anderen mal zum Nachdenken an...

=================================================

Edit:
Wir sind zwar in einigen Dingen unterschiedlicher Meinung, aber bestimmt nicht so weit auseinander wie einige vermuten mögen. Auch in unseren beiden Posts vertreten wir verschiedene Blickwinkel, können aber wahrscheinlich trotzdem den Blickwinkel des anderen verstehen und auch gutheißen. :)

Ich bin primär Techniker, du bist primär Musiker. Die Prioritäten sind somit per Definition anders und auch das Fachwissen liegt woanders. Aber ein Forum ist dazu da um sich zu ergänzen und nicht um sich die Hirnkastl einzukloppen. Und ich denk das funktioniert bei uns beiden eigentlich recht gut :D

Ich würde Dich nicht als "arrogant", sondern als "an der Wirklichkeit verzweifelnd" beschreiben. ;)
Ich bin ja einige Jährchen (Jahrzehnte) älter als Du. Da habe ich gelernt mit Unabwendbarem umzugehen. Spätestens in 20 Jahren wirst Du verstehen was ich meine. :)

Das Dumme ist eben, dass ich Sachen mitbekomme, die einige Ecken über dem Gitarrenzeug hier stehen. Und seit ich weiß, was möglich ist, habe ich zu dieser Technik hier ein etwas...anderes Verhältnis. Mir geht es auch nicht darum, irgendwelche Hersteller als Deppen hinzustellen, das ist nicht mein Ziel. Mein Ziel ist es, die Leute selbst dafür zu sensibilisieren, was man machen KANN (verdammt viel), und welchen Aufwand das bedeutet (praktisch gar keinen) und dass sie vielleicht auf die Hersteller durch ihr Kaufverhalten oder sonstwie einwirken, dass diese eben ihre Geräte so bauen, wie man es eigentlich erwarten könnte. Mir kann das alles egal sein, denn ich habe da meinen eigenen Weg: Ich baue mein Zeug selber. Andere können das nicht und eben DESHALB würde ichs begrüßen, wenn die Hersteller ihren Murks mal einsehen würden...

Wenn ich nun mal die Hersteller nicht ändern kann, muss ich von den Benutzern verlangen die Handbücher zu lesen, FAQ-Beiträge zu lesen oder sich Tipps von erfahrenen Musikern zu holen. Dabei sollte man aber nicht jeder Parole trauen, die jemand auf die Wand der Herrentoilette geschmiert hat.

Das sehe ich genauso, siehe den Text da über dem Zitat. Nur wenn keiner sagt, dass es auch anders geht, dann akzeptieren die Leute immer das, was sie haben und streben NIE nach höherem, wenn sie selbst nicht das Fachwissen haben, das Höhere auch durch eigenes Nachdenken als möglich zu erachten.
Klingt hochgestochen und irgendwie beknackt aber ich denke ihr versteht was ich meine...

Wenn wir am Jüngsten Tag vor dem Richter erscheinen werden, werden eine ganze Menge Amps ihre Stimme erheben und bezeugen, dass wir ihr Leben gerettet haben. :D

Ich tue mein Bestes...

=================================================

Mit freundlichen Grüßen
Stephan alias OneStone

PS: Nebenbei sollte ich dazusagen: Hier bei mir stehen nicht nur leerlauf-und kurzschlussfeste Röhren- und Halbleiterverstärker sondern eben auch zwei VW Golf und zwei Suzuki SV650S mit Drehzahlbegrenzer :D und diverse Honda Dax/Monkey :)great:) und eine alte Kawasaki Z1 :)great::great::great:) ohne Drehzahlbegrenzer. Und alle leben noch...letztere ohne elektronische Schutzschaltungen durch Hirn des Fahrers und mechanische Überdimensionierung....
 

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