Hi,
ich bin seit ca. 14 Tagen Besitzer einer Furch Durango. Es handelt sich um die Dreadnought-Version mit Cutaway (jedoch ohne Pickup). Bezhalt habe ich 700€ inkl. Gigbag. Die Decke ist aus Zeder und Boden und Zargen aus dem mir bislang nicht bekannten Holz Sapelli (funiert).
Ein erster Erfahrungsbericht:
=> Optik und Verarbeitung:
Die Gitarre hatte mir beim Anspielen im Laden gleich gut gefallen. Super verarbeitet und durch den wohl sehr dünn aufgetragenen Lack fühlt sich das Gerät sehr holzig an. Das Design ist modern/minimalistisch und das Holz dominiert. Die Gitarren die ich sonst in der Preisklasse ausprobiert hatte kamen alle im Detail lange nicht so wertig rüber.
=> Bespielbarkeit
Die Saitenlage ist relativ flach eingestellt, wobei da glaube ich noch ein wenig Optimierung drin ist. Der Hals ist super grade und durch das Cut kommt man gut an die hohen Lagen. Halsbreite am Sattel ist rund 45mm was mir als angehendem Finger-Picker aber gewohntem Plektrum-Spieler als Kompromiss sehr entgegen kommt. Der Korpus ist recht groß.
=> Sound
Jetzt wird es interessant: Der Sound ist recht weich und die Gitarre bringt viele Obertöne. Man kann damit schöne Sound-Tepiche hinlegen und der Sustain ist schier endlos. Jedoch im Vergleich zu meinen beiden Fichtendeckenklampfen (400-600€) bringt die Durango weniger "Knackigkeit" im Ton. Das ist solo mir zwar egal bzw. ich genieße den leichten Ton und den Sustain. Im Duo oder Trio mit Gesang und Bass/Percussion ist die Durango aber nicht sehr durchsetzungsfähig bzw. "matscht" deutlich leichter im Bandsound (unverstärkt) als zum Beispiel meine
Ibanez* Artwood. (Vielleicht sollte ich mal im 11er-Saitensatz für die hohe E-Saite eine 12er ausprobieren?). Dafür verzeiht die Gitarre aber auch so manchen Fehlgriff bzw. tendiert finde ich zur Schönfärberei, was auch mal ganz entspannend sein kann. Mal schauen ob sich da auch noch mehr Ton entwickelt. Zeder soll da ja nicht so viel Potential wie Fichte haben.
=> Mögliche Mods:
=>=> Die Decke ist wirklich verdammt weich. Ich habe mit den Fingernägeln schon zwei kleine Macken unter dem Schalloch reingehauen. Damit die Decke ungestört schwingen kann, hat Meister Furch auf ein Pickguard verzichtet. Da mir aber ein wenig weniger Schwingung eigentlich ganz recht wäre und ich das Ding sonst bald zu Kleinholz spiele, werde ich mir ein Pickguard basteln müssen (hat da hier jemand mit Erfahrung???)
=>=> Zweiter Gurt-Pin vorne (Warum baut man immer noch Gitarren ohne????)
=>=> Pickup sollte auch noch rein. Shadow Nanoflex wird es wahrscheinlich
Fazit:
Coole Gitarre für das Geld: klingt teuer, sieht teuer aus und spielt sich super.
Ob ich mit Zeder in meiner Combo auf Dauer glücklich werde muss sich aber noch zeigen. Solo aber auf jeden Fall empfehlenswert.