Also dann...
G.A.S. - Bilanz 2025
inkl. der üblichen, schon wieder viel zu langen Multi-Reviews...
Beginnen wir bei der G.A.S.-Bilanz vom letzten Jahr:
Famous Last Words:
Wie im letzten und vorletzten Jahr hab ich den ""Luxus"", dass die primäre Arbeitsfläche läuft – ich kann also nach Herzenslust rumexperimentieren und zu einem soliden Basis-Setup zurück kehren, wenn was erledigt werden muss. Das war in den Jahren davor oft nicht wirklich der Fall. Insofern, kein Druck, nur Ideen.
Nun ja. Einige (konstruktive!) Gespräche mit den Nachbarn und einen bösen Brief von der Hausverwaltung später wurde das ehemalige Studio bereits ab Januar 2025 zum Stauraum. Die diesjährigen An- und Abschaffungen stehen also – nicht nur, aber vor allem – im Zeichen, aus anderthalb Quadratmetern im Wohnzimmer das beste zu machen. Dazu sei gesagt; akustisch ist der neue Ort nicht nur besser (Sofa!), sondern vor allem nachbarkompatibel. Selbst lauter aufgedreht als zuvor um halb 2 morgens gab es weder vorher noch nachher eine gröbere Reklame.
Gekauft
- IKEA UTVISNING Gamingschreibtisch
- IKEA Alex Schubladenkorpus
In schwarz, denn dass es den Tisch im nahen Ausland auch mit Holzimitat gegeben hätte (was ich deutlich bevorzugt hätte), fiel mir leider zu spät auf.
Das ganze hebt Monitore und Bildschirm erstmals auf eine zweite Ebene. Wovon die Ohren profitieren, krampft der Nacken, meine Physiotherapeutin mag diesen Aufbau überhaupt nicht. Allerdings gabs immerhin einen 1a-Bürostuhl aus der Wohnungsauflösung von Oma geschenkt (Statik-Stromschläge inklusive), womit dem ollen TrippTrapp nach fast 20 Jahren den Ruhestand gegönnt werden konnte (so ab 30 darf man sich auch mal dem "bewusst unangenehm, um Positionen zu ändern"- Konzept entziehen), insofern ist zurücklehnen nun auch eine Option (vor allem wenn man die jetzt am Bildschirm mit installierte Nintendo Switch nutzt, was ich viel zu wenig tue...)
Warum erwähne ich das? Nun, Ergonomiewechsel nach zweieinhalb eingespielten Jahren (und noch viel mehr mit dem alten Tisch als solchen) sind natürlich nicht ohne (und wahrscheinlich die grösste Veränderung, im Gegensatz zu neu angeschafftem (aber oft mitnichten "neuem") Musik-Gear). Ausserdem kam mit dem neuen Schubladensystem auch die Idee, absolut alles (sofern physisch möglich) in ebendieses zu verpacken, um der Studioecke mittelfristig ein standardisiertes Set zu geben (statt über die gesamte Wohnung verstreutes "wo steht das eigentlich". Was darüber hinaus da ist, ohne sich durch Grösse zu rechtfertigen (Gigbags, Gitarre, Bass, ect.), ist mittelfristig angezählt.
- Novation Launchkey 49 MK3
- 2x Novation Launchkey 61 MK3
Weiterer Vorteil des Tischs; endlich Keyboard auf Tischhöhe unterschieben können. Da wurde vorher so dermassen viel Platz verschwendet, unglaublich. In der Praxis gab es dann aber ein Problem mit dem letztjährig geplanten Wechsel von MK3 auf MK4. Denn; zum unterschieben müssen die Wheels draussen bleiben – und der ganze MK4-61er war schon so hoch, das wäre echt knapp geworden. Und zu laut ist diese MK4-Tastatur immer noch (und aufpassen, das wird gleich noch wichtig).
Also flugs zurück auf die bewährte MK3-Serie. Da der 61er auf dem Tisch zunächst etwas wuchtiger wirkte, testweise einen 49er im Abverkauf geholt. Hat sich bewährt, bis zum Punkt wo der Pitchbender nach nur fünf Monaten zunehmend ausstieg. Also ab in die Reparatur das Teil und den vorhandenen 61er drunter gelegt – mit der Feststellung von; ja, wird zwar an den Rändern knapp, aber die Oktave zusätzlich will man irgendwie doch nicht missen.
Alles gut bis zu diesem Oktobertag, wo man ausversehen Eistee ins Keyboard leerte (diese kack Saugverschlüsse aber auch). Während dem Trocknen (läuft noch) das ebenfalls auf Vorrat gekaufte Backupmodell ausgegraben, installiert und... wow, ist das alte Gerät durchgerockt. Na ja, fünf Jahre, 300 Euro, das wars mehr als wert. Also direkt von der Heizung in den Ruhestand. Gutes Teil.
Okay, jetzt ist aber der Gigbag leer, also neues Backup- /Live-Modell geholt beim so ziemlich letzten Händler der noch eines hatte. Ausgepackt, angedatscht und... klack klack! Hä? Was ist das für eine Tastatur? Haben die da die schlechte vom MK4 37er eingebaut?
Nun, nicht ganz, eher andersrum. Aber ja, entweder der Zulieferer oder Novation haben auf so ziemlich den letzten Metern des Serien-Runs noch was geändert. Denn kurz darauf kam ein brandneuer 49er als Ersatz des alten direkt von Novation zurück... und hatte dasselbe Problem! Klack Klack Klack.
Es ist nicht völlig unspielbar – das sind die kleinen MK4s auch nicht (bei den grossen gabs ja nochmal ne ganz andere Tastatur). Aber fliegender Wechsel zwischen der guten alten und der neuen? Unmöglich. Und so werde ich 2026 wohl auf der Jagd nach ein paar gebrauchten, aber nicht allzu zerrockten MK3-Launchkeys sein, denn eine wirklich andere Option sehe ich, abseits eines brachialen Systemwechsels, irgendwie noch nicht. Weder NI noch Arturia noch Novation selbst oder irgend sonst eine Bude liefern alles mit, was ich aktuell day-by-day nutze.
- Focusrite Scarlet 8i6 3rd Gen
- Focusrite Scarlet 4i4 3rd Gen
Der nächste Systemwechsel, praktischerweise ebenfalls noch im Abverkauf, ursprünglich vom Gedanken angetrieben, ein zweites Stereo-Input-Paar für einen weiteren Klangerzeuger brauchen zu können. Im direkten Vergleich zum davor benutzten Arturia Minifuse 4 war der Klangunterschied dann so erschreckend massiv (und ich hab ohnehin schon was an den Ohren), dass die ganze Serie kurzerhand rausflog. Das 4i4 erledigt den Job jetzt live.
- Sequenz Synthesizer Bag MP-LARGE-MSG
- Schlagwerk Basic Shakers Set
Halleluja, endlich eine Tasche die man normal aufmachen kann. Ersetzt den bisherigen Sequenz-Bag bravourös und war fürs Jam-Set mit dem 37er ein nicht allzu oft benötigter, aber jedesmal nützlicher Transport (und auch sonst gerne mal für Peripherie genutzt).
Die Shaker hab ich gekauft, um beim 4i4 über die Versandfrei-Grenze zu kommen. Sind cool.
Aus den Kleinanzeigen um die Ecke, völlig spontan. Optisch ein Gewinn in der Bude, in der Praxis aber halt das typische "Klangerzeuger, an dem du schraubst und ihn dann live mit RePro substituieren musst" – und dann kann man auch gleich mit RePro anfangen. Immerhin mit null Verlust weiterverkauft.
- Sennheiser Accentum Open Black
Nur so halb Musik-Gear, aber da die in meiner Thomann-Liste auftauchen... jedenfalls suche ich seit Jahren nach einer zukunftstauglichen Anschlusslösung für die ungefähr jährlich Ersatz benötigenden Apple Airpods 2, die immer schwerer und wenn überhaupt nur zu Mondpreisen zu kriegen sind. Ganz wichtig; Klopfsteuerung (für unterm Stirnband unterwegs) und offen, denn mit geschlossenen In-Ears wird mir aus medizinischen Gründen recht schnell schwindlig.
Sennheiser bedient hier eine Nische, das ist mir klar, die Masse will In-Ear. Aber neben okayem Klang (etwas basslastig) gibt es eine furchbare Touch-Steuerung, die unterm Stirnband selbstständig laut-leise-laut-leise-vorwärts-rückwärts-play-pause macht, sowie grottige Mikrofone, neben denen die in den Airpods wie Hi-Fi Klingen.
Ganz furchtbares Zeug und eigentlich nur hier, weil die auf Kleinanzeigen zu tun mir vorkommt wie jemanden abzuziehen und ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Währenddessen sehe ich die nächsten Airpods-2 aus irgendeiner Ramschkiste für 150 am Horizont. Vielleicht doch mal 4er testen... hmpf...
Hab mein Macbook fallen lassen. Als Überbrückung (und vor allem weil bei einem fast komplett auf Apple-Care erneuerten Rechner das Problem weiterhin besteht) gabs im Abverkauf (sie erkennen ein Muster) einen viel zu günstigen Rechtsunten-Fastvollausbau-Macmini, der mich jetzt beim Arbeiten an den Schreibtisch fesselt, als positiver Nebeneffekt aber immerhin ein paar Multicore-Leistungsupgrades mitbringt (und besseren Schlaf). Ja, mit Serum 2 - Spektralsynthese kriegt man ihn ohne Probleme zum brennen und auch sonst merkt man, dass es kein M4 Max ist... aber die Leistungssprünge, die Apple gerade jedes Jahr macht, sind ja nicht nur im eigenen Konzern faszinierend. Für mich vollkommen ausreichend im Moment.
- Novation Launch Control XL MK3 (zurückgeschickt)
- Novation Launch Control XL MK2
Untergeschobenes Masterkeyboard = an Pads und Fader komm ich ran, Potis wird mühsam, jedenfalls ohne rausziehen. APC40MK2 und Launchpad Pro MK3 ebenfalls im umbaubedingten Vorruhestand, also hab ich mir da über den Sommer erst mal mit einem alten Launch Control beholfen (der kleine, von dem es schon längst einen Nachfolger geben sollte), bis dann im Oktober der Testlauf des neuen MK3s anstand.
Kurzfazit; nein. Novation macht mit dem neuen einiges richtig (sieht vor allem viiieeel besser aus), aber auch einiges falsch. Gerade der Wechsel der Bedienlogik nervt derart, dass ich mir im Abverkauf (ha ha) ein älteres MK2 geholt habe (weil mein langjährig genutztes MK1 irgendwo verliehen und verschollen ging). Vor allem passt der mattschwarze besser in die Optik als der alte graue und trotzdem noch auf die altbewährte K&M-Mouse Rest (der 3er ist leicht grösser).
Nicht die alte Kombi, aber die war auch irgendwie Overkill (auch weil ich dieses Jahr viel weniger loop-based gearbeitet habe), und gerade wenn man am Piano arbeitet definitiv gut, sowas zu haben.
Was noch? Ach ja, Software (chronologisch):
- Xfer Serum 2
- NI Komplete Collectors 14 -> 15 Upgrade
- AAS Lounge Lizard 4 -> 5 Upgrade
- TAL-EQ
- Cableguys Shaperbox 3 Upgrade
- Arturia V-Collection X -> 11 Upgrade
- Korg Collection 4 -> 6 Upgrade
- Baby Audio Plugin-Plan 1€-Black-Friday-Testmonat (abbestellt)
- Wavesfactory Cassette
- Soundpacks von Luftrum, u-he & The Unfinished
- Cherry Audio Blue 3
Das meiste davon ist denke ich selbsterklärend.
Serum hab ich mir nach fast 10-Jahren Pseudoboykott geholt, einfach um mal reinzufühlen. Schwieriger Einstieg damit gehabt, meine bisher genutzten Digitalsynths wird er wohl nicht einfach so ablösen können wie zunächst befürchtet. Aber schon sehr cooles Teil an und für sich... und der neue Benchmark fürs "Prozessor braten".
TAL-EQ klingt gut und sieht ansehnlich aus. Wollte schon immer einen grafischen EQ, aber die meisten hatten immer irgendwas, das mich gestört hat, von daher war dieser Release überraschend willkommen (und bringt mich jenseits der Freebies zurück ins TAL-Lager, hab die meisten von ganz früher weiterverkauft, war einfach zu sehr Roland für meinen Geschmack).
Baby Audio machen cooles und innovatives Zeug, das hat der Demo-Run gezeigt, haben aber auch einen der beschissensten Licencer aufm Markt. Bin schwer versucht, 2026 darüber sogar den ganzen Hersteller abzustossen, inkl. den Sachen die ich bereits von weit früher als perpetual Licence habe. Bis auf Spaced Out werde ich vermutlich auch nichts davon so wirklich vermissen... aber schade ist es schon irgendwie...
Wavesfactory Cassette dann so der Black-Friday-Kauf des Herzens, nach jahrelangem rumspielen mit der Demo. Schönes kleines Tool.
Cherry Audio dagegen unfreiwillig, weil sich die alte Blue3 beim Rechnerwechsel zwar installieren, aber nicht mehr registrieren liess. Das neue Update der neuen Besitzer hat aber einige nette neue Details (u.a. Performance-Page) – und den ollen Hammondclone braucht man sowieso.
Gewollt und nicht gekauft
Ach, was weiss ich. Zwischen Impuls und Impulskontrolle liegt mittlerweile so wenig Zeit und das Gehirn sorgt danach zuverlässig fürs Vergessen. Thank you, next.
Verkauft
Wieder viel zu wenig. Der Keller plus das damals-Studio-jetzt-Stauraum - Zimmer würden schreien wenn sie könnten...
Immerhin; Take 5 mit null Verlust und beide MK4-Novations nur mit verkraftbaren Abstrichen. Trotzdem, 2026 muss mehr gehen.
Abschussliste
Alles in der Signatur und noch viel mehr. Und so langsam wirds auch mal dringend, denn irgendwann kommt so der Herr will und wir noch leben doch noch der Wohnungswechsel und ich habe kein Interesse an unnötigem zusätzlichem Ballast. Aber das gilt nicht nur für Musik-Gear.
2026
Mein rechter rechter Platz ist frei (geworden), seit das Studiologic den Weg aller Dinge (Keller) gehen durfte oder eher musste, weil die fehlenden Boxen im neuen Aufbau noch nerviger als vorher schon wurden (ich hätte einfach das RD88 behalten sollen) und die Tastatur und/oder das Bedienfeld nach nur etwas mehr als zwei Jahren schon deutlich geklackert haben (an den Punkt hin, wo es störend wurde). Mal gucken ob ich da eigentlich noch Garantie drauf hätte...
Anyway, der Platz rechts am Tisch wäre zu haben und ich plane den auch wieder zu besetzen. Vorzugsweise mit einem kompakten Piano, aber finde mal eins...
Roland könnte ein RD-07 oder RD-73 o.ä. vorstellen und ich würde es blind kaufen. Nord Electro 7 wohl eher weniger (Stichwort fehlende Lautsprecher), aber wenn die da eine TP40 verbauen, könnte das GAS übernehmen. Ansonsten spiele ich mit den Ideen CK61 oder gar Piaggro, um auch mal wieder was für unterwegs zu haben. Und auch der MODX-M7 als pseudotriumphale Rückkehr zur Workstation ist noch nicht ganz aus dem Rennen.
Aber eigentlich will ich (trotz überraschend ernüchterndem Anspielen im Laden) immer noch ein Expressive-E Osmose. Ein sehr günstiges fast ungebrauchtes aus den Kleinanzeigen ist mir dank fehlender ins-Auto-spring - Fähigkeit gerade erst am Wochenende durch die Finger. Na ja, kommt Zeit kommt Staat kommt Gurkensalat – eigentlich müsste ich
vorher aus der Abschussliste Geld machen... also vielleicht eine gute Übung in Geduld...
Ausserdem brauche ich über kurz oder lang einen neuen Laptop. Für die Elektro-Clubsachen darf jetzt nochmal der 2018-Intel ran, selbstredend mit einer sortierten Auswahl an sparsamen Plugins. Beim Rest kann ich mich dieses Jahr dankbarerweise zunächst zurück lehnen. Ob der alte M2 15-Zöller nochmal (repariert) zum Einsatz kommt oder eher den nächsten Laptop via Kleinanzeigen finanziert, bleibt offen. Als Alleinrechner brauche ich ihn nicht mehr, im Gigbag passt er nicht rein und würde einem 14er oder 13er den Weg frei machen... vorzugsweise ersterem, weil ich mit drei USBs (plus Magsafe-Strom) ohne USB-Hub auf die Bühne könnte. Mal sehen, weil am liebsten hätte ich eigentlich erst beim anstehenden Redesign zugeschlagen... eventuell wirds jetzt aber vorher im Abverkauf (wo sonst) irgendein M4 oder so... bei den neuen RAM- & SSD-Preisen eventuell auch der klügere Weg.
Was noch? Omnisphere 3, aber das eilt nicht (hab auch noch 1er gespielt, als der 2er schon längst draussen war). Daneben bräuchte ich mittelfristig mal einen neuen Studiokopfhörer, der alte Sennheiser hat jetzt seine zwei Dekaden drauf, da darf man sich schon mal gönnen (diesmal mit weniger unpraktischem Kabel bitte). Und mal sehen, ob ich bei den nächsten Luftrum-Sales wieder so stur nein sagen kann wie diesen Dezember oder eher ja wie im Juli.
Last but not least; das neue Setup funktioniert, aber in Stein gemeisselt ist auch was anderes. Eventuell überkommt mich mit dem neuen Laptop auch wieder die Aktionswut und der Gamingtisch samt Monitoren jeglicher Art fliegt raus und weicht einer Arbeitsplatte, auf welche ich dann wieder kleines Midikeyboard plus Laptop lege (oder auch einfach einen Sequential Fourm, weil das ist neben dem Osmose so ziemlich das einzige Gerät, auf das ich wirklich G.A.S. habe, vor allem wegen diesen Poly-AT-Keys). Das ist mir
schon einmal passiert, hatte was entlastendes und irgendwie schmachte ich etwas zu regelmässig das eine Video davon an.
Na ja. Auf ein finanziell erträgliche(re)s und weniger von Backup-Pannen geprägtes 2026. Over & out.