GEMA vs. VGWM

von Bassking, 16.11.06.

  1. Bassking

    Bassking Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #1
    Hallo!

    Für meine Band steht demnächst die Entscheidung GEMA oder nicht an.
    Nun habe ich beim googlen allerdings eine (für mich auf den ersten Blick) sinnvollere Alternative gefunden:
    http://www.vg-werbung.de
    Die Abrechnung bei denen ist viel genauer.
    Ein Beispiel:

    Morgen abend veranstalte ich ein Konzert, bei der auch EINE Gemapflichtige Band spielt. Für 60 Minuten Musik von denen muss ich knapp 110 Euro abdrücken für 110 qm² bei 5 Euro Eintritt.
    Von diesen 110 Euro sieht die Band selber bestimmt nicht viel und die restliche Musik ist gemafrei.

    Wäre diese Band jetzt bei VGWM gemeldet müsste ich nur ca. 2 Euro pro gespieltem Song bezahlen. Was dann bei 30 Euro oder so enden würde.

    Ich gehe davon aus, dass das auch mir als Musiker zu gut kommen würde, da das System anscheinend viel transparanter und praxisnäher ist.

    Hat jemand Erfahrungen in dem Bereich? Oder ist jemand schon bei der VGWM?

    Vielen Dank

    Bassking
     
  2. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.11.06   #2
    Wenn bei dir Musik aufgeführt wird die bei der GEMA gemeldet ist, dann musst du auch Geld an die Gema zahlen, oder nicht?
    Du kannst auch bei der GEMA pro Titel abrechnen.
     
  3. M-Zee

    M-Zee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #3
    Hi Bassking,

    das Aufkommen der VGWM ist momentan noch sehr niedrig. Ich denke, dass - sollte diese Entscheidung anstehen - für Urheber, die im Wesentlichen durch Live-Aufführungen Tantiemen erwarten können - eine Mitgliedschaft bei der VGWM wesentlich unattraktiver ist als eine solche bei der GEMA. Zumindest gilt dies für den jetzigen Zeitpunkt. Sicherlich ist das eine subjektive Einschätzung von mir, die ich aber begründen kann.

    1. Die VGWM muss sich allein auf die Meldemoral der Veranstalter bzw. der eigenen Mitglieder verlassen, da der Außendienst bei Weitem nicht so umfangreich aufgestellt ist wie der der GEMA. Will heißen, nicht angemeldete Veranstaltung = hinter dem Geld her rennen und das vermutlich noch selbst.

    2. Der Veranstalter wird aus der Gewohnheit heraus an die GEMA melden, wenn überhaupt. Kommt man als VGWM Urheber jetzt damit, bei dieser (auch noch - dazu gleich mehr) anzumelden, wird der wahrscheinlich durchdrehen. Gerade DANN ist nach meiner Einschätzung zu erwarten, dass das der letzte Gig war, den Ihr da gespielt habt.

    3. Es geht dem Veranstalter wenn überhaupt ja nicht um GEMA-freies sondern prinzipiell um nicht geschütztes Repertoire. Spielt jetzt eine weitere Band Cover oder deren Komponist ist selbst GEMA-Mitglied, darf der Veranstalter an beide Verwertungsgesellschaften zahlen.

    4. Es gibt bisher wenig namhafte Urheber, die Mitglied der VGWM sind. Entsprechend niedrig ist der Bekanntheitsgrad. Das wird - davon gehe ich aus - auch weiterhin so bleiben, allein schon aufgrund der GEMA-Vermutung, die es ja weiterhin gibt. Wenn nun eine relativ unbekannte Band mit Ihren Eigenkompositionen VGWM-Mitglied wird, so müsste der kleine Club Vergütungen entrichten. Aus welchem Interesse heraus sollte er statt der "freien" Band eine ebenso unbekannte VGWM Band engagieren?

    5. Das Haupttätigkeitsfeld der VGWM ist das der Senderechte. Das der Aufführungsrechte ist sicherlich ein Stiefkind. Sollte eine Mitgliedschaft bei der VGWM erwogen werden, so sollte das nach meiner Auffassung lediglich dann geschehen, wenn zu erwarten ist, dass die Musik gesendet wird. Also in ERSTER Linie, Airplays und die Verwendung des eigenen geistigen Eigentums zu Werbezwecken angedacht wird bzw. für Nutzer entsprechend attraktiv ist.

    Soweit meine Einschätzung, die wie gesagt sicherlich subjektiv ist, aber wohl nicht jeglicher Grundlage entbehrt ;)

    Viele Grüße
    Marc
     
  4. M-Zee

    M-Zee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #4
    Hi Boerx,

    nein, sorry das ist falsch! Zumindest kann ein Veranstalter nicht pro Titel abrechnen. Der Live-Musik Tarif der GEMA macht keine Unterscheidung, ob ein oder 500 GEMA-pflichtige Werke wiedergegeben werden. D.h. 1 GEMA-pflichtiges Werk = GEMA-pflichtige Verabstaltung, die zu lizenzieren ist.

    Es gibt allerdings Bereiche wo das möglich ist. Bei audiovisuellen Produktionen (z.B. Filme mit Musik) wird sogar pro angefangener Minute abgerechnet.

    Lediglich die Tantiemenausschüttung erfolgt pro Werk an den Urheber.

    Viele Grüße
    Marc
     
  5. Bassking

    Bassking Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #5
    Das ist echt schade, das die VGVM keine Konkurrenz darstellt. Wie sollte sie das auch machen können, bei der Monopolstellung die die GEMA innehat.
    Das ist echt nen beknacktes Tarifsystem.
    Nach Größe des Raumes und nach Eintritt, aber bitte nicht nach Anzahl der Titel...
    Und auch beim Eintritt:
    Eine Kategorie bis 4 Euro, eine bis 6, wer also 5 Euro nimmt (das ist nicht selten) darf das gleich Zahlen, obwohl er ja eigentlich einen Euro weniger pro Person verdient.
    Können die das nicht prozentual machen?
    Naja, genug gemeckert. Am besten gemafrei bleiben, die wirtschaften eh nur in ihre eigene Tasche.
     
  6. M-Zee

    M-Zee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.11.06   #6
    Naja, die GEMA stellt die Tarife ja nicht willkürlich auf, sondern handelt sie mit führenden Verbänden in D aus. Nach dem Eintrittsgeld wird aufgrund des geldwerten Vorteils durch das geistige Eigentum der Urheber immer berechnet werden müssen, denke ich und das ist auch gut so (macht die VGWM ja auch). Die Größe der Räume wird ja deswegen berücksichtigt, weil die Öffentlichkeit lt. Urheberrechtsgesetz eine große Rolle spielt. Um diese Größe am besten zu bemessen, hat man sich eben für die Raumgröße entschieden. Mit der oft diskutierten Alternative der tatsächlichen Personenzahl wäre dem Veranstalter Tür und Tor für falsche Angaben geöffnet...

    Nach der Anzahl der Titel zu berechnen wäre sicherlich gerechter, da gebe ich Dir recht. Faktisch ist das aber nicht möglich, da wird auch die VGWM noch hinterkommen (spätestens wenn größere Labels Mitglied werden), da Bands insbesondere beim Covern sowas von selten Setlists ausfüllen, und auch die Veranstalter da nicht hinterher sind. Außerdem ist die Möglichkeit, damit Schmuh zu treiben weitaus größer als bei der momentanen GEMA-Praxis. Für die Urheber ist es in jedem Fall nach dem GEMA-Verfahren garantiert am Besten. Für die Veranstalter eher nicht. Wäre hier ein größeres Verantwortungsbewusstsein, sähe das Ganze nach meiner Auffassung aber schon anders aus!

    Dass die GEMA in die eigene Tasche wirtschaftet, ist ihr aber gesetzlich verboten! Sie arbeitet komplett ohne Gewinn! Der Wasserkopf ist vielleicht etwas dick... :)

    Grüße
    Marc
     
  7. Bassking

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    Erstellt: 17.11.06   #7
    Also ist es quasi so:
    Ich zahl 100 Euro für 1 Stunde GEMA Musik, die Band an dem Abend bekommt so ca. 10 Euro, 90 Euro gehen dann in Verwaltung und vmtl. in einen großen allgemeinen Geldpot.
    UND noch dazu bezahl ich die Band noch ein weiteres Mal für ihre Lieder, da sie ja Gage bekommt. Super.
     
  8. M-Zee

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    Erstellt: 17.11.06   #8
    Wenn die Band bei der Veranstaltung die einzige ist, kann sie Nettoeinzelverrechnung beantragen und bekommt ca. 80% der Vergütung ausgeschüttet. Die GEMA-Vergütung zahlst Du für die Nutzung des Eigentums der Band. Die Gage zahlst Du den Menschen in der Band für ihre Darbietung also ihren Auftritt ;)

    Grüße
    Marc
     
  9. Bassking

    Bassking Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.06   #9
    Das ham die schlau definiert. Im Grunde nutzt doch eigentlich die Band ihr Eigentum um bei mir aufzutreten ;)
     
  10. M-Zee

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    Erstellt: 17.11.06   #10
    Nun, die Definition war von mir :-)

    Im Prinzip hast Du schon recht mit Deiner Aussage. Es geht aber letztlich auch darum, dass in der Regel Veranstalter auch mit dem Muskmaterial eine Atmosphäre schaffen und einen "geldwerten Vorteil" erzielen wollen. Wenn nun dafür urheberrechtlich geschütztes Material verwendet wird, muss dafür eben auch noch gezahlt werden. Doof, wenn Urheber und Band im Prinzip die gleichen Personen sind. Aber das kann man doch als Veranstalter mit den Bands auch gagemäßig berücksichtigen... (also abziehen ;) )

    Grüße
    Marc
     
  11. Bassking

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    Erstellt: 18.11.06   #11
    War leider meiner erste Veranstaltung mit einer GEMA Band, sonst hätt ich gar nicht soviel Gage garantiert. Leider wars nicht ordentlich voll. Aber es gibt ja diese Missverhältnisklausel, so dass ich hoffentlich nicht die komplette Gebühr zahlen muss.
     
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