Gesangsaufnahmen - Wie viele Spuren

von MusicFanXL, 16.10.09.

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  1. MusicFanXL

    MusicFanXL Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.10.09   #1
    Hallo zusammen,

    Genre: Alternative Rock

    ich habe gehört, dass man für eine gute Aufnahme die Stimme immer mehrmals aufnehmen sollte.

    Beispiel: Strophe: 2 mal das gleiche singen--> ineinander mixen....Refrain: 4 mal das gleiche singen--> ineinander mixen etc.

    Meine Frage lautet: ist es auch möglich einen guten mix zu machen wenn man jede linie nur einmal einsingt?

    Kennt jemand beispiele wo die stimme 1x aufgenommen wurde oder 2x etc...?

    ist bei jeder guten rock-produktion die stimme mind. gedoppelt?



    danke und gruss

    ps. sorry für die komische formulierung, aber bin sehr müde...:)
     
  2. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikros Moderator HCA

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    Erstellt: 16.10.09   #2
    Hallo, MusicFanXL,

    natürlich ist es auch möglich, mit nur einer Gesangsspur gute Aufnahmen zu erzielen (die kann natürlich wiederum aus vielen Teilen zusammengesetzt sein). Wenn Du jedoch das Gefühl hast, Du möchtest mehr Druck im Refrain, steht es Dir selbstverständlich offen, den zu doppeln (also noch mal eine Spur drüberzusingen). Es gibt keine Faustregel, die verlangt, die Strophe müsse stets zweimal eingesungen werden, der Refrain viermal, oder sonstwie. Erlaubt ist, was gefällt und was klingt.
    Ganz im Gegentum: Ungeübte Sänger, die die "Doppel"-Spuren völlig anders phrasieren als die erste Spur, können Dir mehr Arbeit beim Mix machen als sonstwas. Da zischen die "ss", da klappern die "t"s...
    Daß - in Extremfällen (z. B. Queen, Bohemian Rhapsody) - schon mal bis zu 30 Vocal-Spuren auflaufen können, ist möglich, viel hängt vom Arrangement ab. Wer Bombast und/oder Chorsound will, kommt ums Doppeln nicht herum.
    Aber wirklich: Es ist kein unbedingtes Muß!

    Viele Grüße
    Klaus
     
  3. Hephaistos

    Hephaistos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.10.09   #3
    Kann hier jemand mal einen konkreten Tip geben wie man ein gedoppelte Gesangspur gut klingend rüber bringt?
    Mir ist aufgefallen, dass wenn ich zweimal genau das gleiche singe, ich ein relativ mieses "chorus" geräusch bekomme, wegen der abweichenden Intonation und gleichzeitig klingt es auch noch so wie Kammfiltereffekt/Phasenauslöschung...so metallisch als würde ich ein 2ms Delay drüber liegen.

    Liegt sowas nur an der schlechten Performance des Singens oder muss ich die Spuren im Stereobild auseinanderziehen oder wo ist das Problem?
     
  4. pico

    pico HCA-Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 17.10.09   #4
    von beidem etwas ;) - aber Pannen mußt Du das schon
     
  5. Phil_182

    Phil_182 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.09   #5
    Dazu möchte ich dann auch gleich noch eine Frage einwerfen:
    Wie macht man das ganze bei mehrfachen Aufnahmen dann mit Effekten etc.? z.B. Kompressor oder auch einfach EQ? Einfach auf beiden Spuren das gleiche oder versucht man auch hier die Räumlichkeit durch z.B. andere Hallparameter oder Präsenzen zu unterstreichen?
    Gruß Philip
     
  6. MusicFanXL

    MusicFanXL Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.09   #6
    Vielen Dank Basselch für die Antwort!

    Ja die restlichen Fragen sind auch interessant. Ich habe gehört bei 3 Stimmen sollte man eine eher rechts pannen, eine eher links pannen (diese beide einiges leiser als die Hauptspur, aber so, dass man sie gerade noch hört...) und die Hauptspur in die Mitte. Danach kann man alles auf einen kanal routen und effekte geben (alle gleich) oder evtl. unterschiedlicher hall...
     
  7. pico

    pico HCA-Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 17.10.09   #7
    EQ und Kompressor würde ich als Klangformung auf die einzelnen Spuren legen. Für den Reverb würde ich einen Effekt-Bus anlegen, die einzelnen Gesangsspuren darauf routen und auf diesem Effekt-Bus dann den Reverb und ggf. nochmal einen EQ und Compressor einsetzen. Jeder Spur einen eigenen Hall zu verpassen halte ich für sehr gefährlich, das gibt ganz schnell ein matschiges und diffuses Klangbild.

    Aber ich bin nun auch nicht so der große Vocal Spezi, daher ist das eher so aus dem Bauchgefühl :D
     
  8. paulsn

    paulsn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.09   #8
    folgende zeilen sind nicht das ende aller weisheit:

    ich versuche generell immer EIN ZENTRALES ELEMENT im mix zu schaffen. sprich eine leadvocal spur, bzw 2-3 wenn ich diesen dopplungs/chrous ähnlich effekt man tatsächlich haben will.

    vocals, die im mix nach hinten sollen, bearbeite ich daher auch anders. am besten geht das mit EQ und compressor. ich suche da immer nach der, wie ich es nenne, "aufs maul frequenz". das ist der bereich in einer stimme, bei der sie eben besonders durchsetzungsfähig ist und im klangbild nach vorne bzw nach hinten rutsch. meistens finde ich die zwischen 800 und 3000 Hz, ist abhängig von der stimme des sängers/der sängerin und der beschaffenheit des restlichen mixes.
    wenn man dieses frequenzband um 2-3 dB absenkt im verhältnis zur lead-spur ist schon mal viel geschen.
    sehr gut funktionieren auch optische kompressoren. ne mittlere ratio (3:1 oder sowas, je nach kompressor) einstellen und dann an der attack zeit rumdrehn. es gibt da einen punkt (meist seeehr kurze attack) an dem die stimme plötzlich gefühlte 2 kilometer weiter nach hinten rutscht. heisst natürlich im umkehrschluss, dass man das auf der lead-vocals spur nicht so machen darf ;)

    hall benutze ich für vocals eigentlich fast gar nicht mehr, nur noch delays. aber das ist wiedermal geschmacks-sache und hängt einfach vom song ab. rockige upbeat nummern, sind vielleicht eher ein fall für ein simples mono-delay, bedeutungsschwangere pianoballaden wollen nen 4 sekunden hall... kann man pauschal aber einfach nicht sagen.

    panorama drehst halt so hin, wie's spass macht. soll halt einfach zur nummer passen.

    edit: und noch was - dein einfachheit halber sollte man sich anfangs auf EINEN hall und EIN delay für alle vocal spuren beschränken. das reicht locker.
     
  9. MountainKing

    MountainKing Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.09   #9
    Ich persönlich glaube ja, dass Chad Kroeger (Nickelback) noch nicht EINEN Song veröffentlicht hat, in dem er NICHT jeden Gesangspart - egal ob Strophe oder Refrain oder Bridge - gedoppelt hat. Meine Vermutung ist, dass der auch Natura so spricht .... :D

    Etwas OT, aber doch irgendwie passend, oder? ich finde der Herr Kroeger ist ein gutes Beispiel für ausgeprägtes Doppeln in allen Ebenen.
     
  10. DICK-Records

    DICK-Records Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.10.09   #10
    Generell find ich es sehr angenhemn und einfach volelr wenn gerade im Refrain mehrere Spuren ineinader übergreifen, ich nehme sehr oft den Refrain 4 mal auf, verteile diesen im PAN und was EQ und Compressor angeht nehme ich unterschiedliche Einstellungen, bei der einen Spur etwas erhöhten Bass, bei der 3 Spur zum Bsp wiederum die Höhen in den Vordergrund, je nachdem... generell kann man auch gerade bei Meshpurgesangsaufnhamen viel mir Delay und Reverb spielen, oder auch mal geiel Filter einsetzen.
     
  11. ivarniklas

    ivarniklas Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.09   #11
  12. Hephaistos

    Hephaistos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.09   #12
    sehr zu empfehlen! Jedenfalls als Anregung wunderbar!
     
  13. Rockinharry

    Rockinharry Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.09   #13
    Bin auch nicht der Vox Spezialist, aber beim andicken einer Leadgesangsspur mit mindestens einer weiteren Gesangsspur im gleichen Panoramafeld, kann ein Deesser mit Extremeinstellung sehr gute Dienste leisten, was das Problem mit den S und Zischlauten angeht, sowie auch teils Popgeräuschen.

    Man stellt den Deesser so ein, das der Gesang in der Backgroundspur quasi nur noch lispelt. Der Rest ist wie oben bereits beschrieben, experimentieren mit Compressor, EQ und FX. Bei background Gesangsspuren ausserhalb des Panoramafeldes (der lead spur), kann man ebenfalls den Deesser ansetzen. Da muss man dann sehen, wieviel deessing nötig ist, um die background spuren mehr in den Hintergrund zu ziehen.

    Umgekehrt kann man ne plattgewalzte Vox Spur, mit ner drübergelegten leisen Flüsterstimme wieder etwas präsenter machen.

    Denke ich hab das alles vor etlichen Jahren mal in der Keys gelesen.
     
  14. krrrock

    krrrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.09   #14
    hab mich auch gerade ein bisschen mit unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des delays beschäftigt und bin überrascht, wie gut man so einen zur diskussion stehenden "dubble-tracking-effekt" mit einem passend eingestellten delay hinbekommt. Wählt man eine sehr kurze delayzeit (<30ms) und verschiebt das delay mit Mix 50:50 entsprechend, wird das signal sehr viel voller und eben ähnlich wie bei einer gedoppelten Spur, nur, dass man sich nicht mit der (potentiellen) Inkompetenz, des Sängers, das Gleiche nochmal zu singen, rumschlagen muss*gg*
     
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    Erstellt: 24.10.09   #15
    30ms nach links und rechts gepannt, klingt im ersten Moment sehr schön und breit, aber ist oft
    1. nicht Mono-kompatibel (erzeugt dann einen komischen hohlen Sound)
    2. Im Mix schwer zu orten, da der Klang nicht mehr aus der Mitte kommt

    Aber: if it sounds right, it is right.
     
  16. geebee

    geebee Registrierter Benutzer

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  17. krrrock

    krrrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.09   #17
    ich bin natürlich kein Spezialist auf diesem Gebiet, aber wenn man die Mono-kompatibilität beim doppeln gewährleisten kann, gibt es in diesem Fall doch sicher auch Möglichkeiten oder sind die Sachverhalte so verschieden? Im Prinzip ist das von mir beschriebe Vorgehen doch nichts anderes als eine Art "automatisches" dubbletracking. Breiterer Sound und schlechtere Ortbarkeit sind in dem Fall ja irgendwie 2 Seiten der selben medaille und wird beim dubbletracking ja auch in kauf genommen, oder?
    Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren:)
     
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