mahlzeit,
ich oute mich gleich zu beginn als einer der beschimpften. also mischer.
ich hab mir mal die ganze diskussion durchgelesen. sehr interessant. und das gelesene deckt sich ziemlich mit einer problemstellung die mir immer häufiger auffällt. aber dazu später.
grundsätzlich ist das mit dem sound auf konzerten ja immer so ein eiertanz. das ganze ist halt sehr subjektiv. das, was der eine gut findet, ist für den anderen der letzte mist. ebenso ist das mit der lautstärke.
ich mach den job nun seit fast 30 jahren und das in ziemlich unterschiedlichen größenordnungen. vom 200er club als local tech bis zu einigermaßen großen hallen mit tourproduktionen oder touren mit örtlichem equipment, sowie open air festivals, sowohl als bandmischer als auch als örtlicher techniker, der dann die ganzen "vorbands" betreuen darf.
die probleme sind unglaublich vielschichtig und -fältig. das fängt bei den bands an und hört beim lieben geld und engen zeitplänen auf. mit allem was es dazwischen so gibt.
ganz vorweg mal 100% zustimmung für mix4munich: so ein konzert ist manschaftssport. da müssen sich alle in den dienst der sache stellen. da ist nicht der mischer scherge der band, und die band nicht der dienstleister des mischers. das funktioniert nur, wenn alle gemeinsam an der sache (dem konzert mit entsprechend gutem sound) arbeiten. da kann es für die band durchaus sinnvoll sein auch mal dem mischer zu glauben was sinnvoll ist, und was nicht. auf der anderen seite bestreite ich aber auch nicht, daß es durchaus kollegen gibt die denken sie sind die allwissende instanz. aber da ist eh alles zu spät.
die probleme die bestehen, sind meiner meinung nach aber immer die gleichen, in abhängigkeit der verschiedenen venues., die lösung fängt aber immer an der quelle an: der band.
die band muss sich halt im klaren sein, was sie will, und daraus lösungen ableiten. diese lösungen können aber immer nur für die jeweilige band funktionieren, da gibt es (fast) keine patentrezepte.
nur ein paar grundregeln sollte jede band beherzigen. ein grundwissen über sein hobby (oder manchmal auch mehr) ist nie verkehrt. so sollte ein drummer schon wissen, wie er sein schlagzeug stimmen kann, und was allein das schon zu einem guten sound beiträgt. die verhältnisse in der band müssen stimmen, und die aufstellung auf der bühne muss sinnig sein.
dazu der schon so oft erwähnte leitspruch: ein mischpult ist kein klärwerk. die quellen müssen gut sein. und dann eine idee, wie die band auf der bühne klingen muss, damit sich ein gemeinsames spielgefühl einstellen kann. denn nur so funktioniert die band auch nach aussen.
und als wichtigster grundsatz überhaupt: wie ich in den wald hineinrufe, so schallt es auch heraus.
das ist das, was hier auch schon angesprochen wurde: anstand. nur würde ich das viel weiter oben in der liste ansiedeln. gute kinderstube ist für den start in einen tag, den man erstmal gezwungenermaßen, zusammen verbringen muss, extrem wichtig. wenn mir eine kapelle gleich zu anfang quer kommt, kann die unter umständen halt nur mit einem standard job rechnen. wenn man sich aber erstmal nett begrüßt, sieht das alles doch auch schon viel freundlicher aus. und je nach erfahrungsstand kann der eine vom anderen durchaus noch was lernen.
vielleicht muss man sich als band mal gedanken machen, warum der sound nie so ist, wie man sich das so vorstellt. das hat oft einfach nur damit zu tun, ob, und wie ich meinen wunschsound kommuniziere. woher soll ich als örtlicher wissen, was auf der bühne passiert. mit chance hab ich mal einen rider bekommen, der halbwegs stimmt. ich habe nicht immer die zeit mich im vorfeld mit den bands zu beschäftigen, die ich in der nächsten zeit betreuen soll. auch wenn das vielleicht der idealfall wäre. also muss man einfach drüber reden. mit einer band, die wortlos den saal betritt, ihr zeug auf die bühne göbelt und einfach loslegt, ist das schwer...
aber nun zurück zum anfang. um diese probleme mal anzugehen, gibt es inzwischen einige angebote für bands, die neu/unzufrieden/ratlos/neugierig sind. ich meine mix4munich bietet sowas an, und ich fange auch an, mein wissen zu vermitteln um zu versuchen eine bessere kommunikation zu ermöglichen. zusammen mit der music artist academy in hannover gibts seminare, auf denen man vielleicht einiges lernen kann um unsere seite und problemchen etwas besser zu verstehen.
https://www.facebook.com/musicartistacademy.
schönen sonntag
p.s. und um auf die eingangsfrage zurückzukommen: ja, es soll auch solche kollegen geben.