[Gitarre]Fernandes Revival 62er Strat

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Review : Fernandes 62er Strat „The Revival“ (Baujahr 77/78)

Vorwort und Nachtrag: Dieser Beitrag sollte eigentlich ein ganz normales Review werden. Was daraus wurde, ich weiß nicht wie ich es nennen soll. ES hat sich selbst geschrieben. Als ich anfing, sagte ich zu meiner Frau, dass ich nur schnell ein paar Zeilen über meine Fernandes Strat schreiben wolle und als ich dann das Wort Fakten vor mir auf dem Monitor sah, wusste ich, dass ich über diese Gitarre keine Fakten mehr hatte, sondern nur eine Geschichte. Sie ist faktisch eine ganz normale Strat wie es sie tausendfach gibt, sie wurde von keinem berühmten Masterbuilder gebaut, sondern von einem unbekannten japanischen Handwerker der inzwischen selbst im Ruhestand ist. Das einzige was sie für mich einzigartig macht, ist ihre Geschichte und die Tatsache, dass es „meine Strat“ ist und das seit dreißig Jahren. Wer also hier einen Bericht über ein bestimmtes Stratmodell, oder japanische Gitarren in den 70er Jahren erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein und ist besser beraten, sich über einschlägige Fachmagazine zu informieren. Diese Geschichte hat weder einen Anspruch auf historische Genauigkeit noch enthält sie irgendwelche Neuigkeiten, sie ist eine schlicht erzählte Geschichte, wie ich sie in Erinnerung habe.

Allgemeines: Ich weiß, dass es Leute gibt, die der Meinung sind, gute Gitarren können nur aus den USA kommen. Das ist natürlich großer Unsinn. Da und dort gibt es gute und schlechte Instrumente. Und es gab Zeiten, da wurde von jeder Lieferung bis zu einem Viertel aller USA Strats wegen Qualitätsmängel zum Vertrieb zurück geschickt. Das war vor allen Dingen in der Zeit, als CBS meinte, man müsse aus Kostengründen eine Schraube einsparen, was zumindest den Vorteil hatte, dass man seinen Tremolohebel Zuhause vergessen konnte, man benutzte stattdessen einfach den Hals. Auch andere Änderungen, wie die Vergrößerung der Kopfplatte, die schlechte Fertigungsqualität bei den Fräsarbeiten an der Halstasche, sowie die Verwendung von billigem Spulendraht für die Tonabnehmer sind nur einige Bespiele dafür, wie eine ursprünglich perfekte Gitarre zum Massenprodukt gemacht wurde. Die Wahrheit ist, und darüber lässt sich wirklich nicht diskutieren, dass die Gitarren der Firma Fender in den Jahren 1968 bis Anfang der 80er die schrottigsten waren, die man für (viel) Geld bekommen konnte. In den ersten drei Jahren nach der Übernahme wurden noch alte Restbestände verkauft, aber zumindest zu der Zeit, ab der die Stratocaster zur „Jeder hat ´ne Strat“ Klampfe, die am besten in jedem Wal-Markt zu finden sein sollte, verkam, versuchte jeder vernünftige Gitarrist sich entweder auf dem durchaus noch gut sortierten Gebrauchtmarkt, für verhältnismäßig kleines Geld, eine „Alte“ zu besorgen, oder er sah sich einfach anderswo um. Heute wird für diese Gitarren wieder viel Geld bezahlt, die Gründe können nur nostalgischen Charakter haben. Das wurde Anfang der Achtziger Jahre etwas besser und änderte sich dann völlig, als CBS 1985 beschloss, sich wieder ausschließlich den so genannten „leichten Medien“ zuzuwenden und die Firma an ein paar Fenderleute und Investoren unter William Schulz zu verkauften. Und während die einen sich noch den Kopf zerbrachen, wo denn nun der Grund für die plötzlichen Umsatzeinbussen zu suchen sei, erkannten einige pfiffige Asiaten die Zeichen der Zeit, setzen sich ans Reis(s)brett und kopierten einfach die „gute alte Zeit“, als alles noch cool und easy war. Der Rest ist Geschichte. Aus dieser Zeit ist diese Fernandes 62er Strat „The Revival“ die damals in den Fuji Gen Gakki Werken gebaut wurde, während sich andere Kollegen der gleichen Company unter dem Namen Burny zusammen mit Tokai, mit ihren „Super Grade“ und „Love Rock“ Modellen, über die Absatzschwierigkeiten ihrer amerikanische Konkurrenten aus Kalamazoo Michigan Gedanken machten. Da ich aber weder US Patriot noch Snob bin, habe ich mich immer am Besten aus beiden Welten bedient und davon will ich hier berichten.

Doch zuerst noch diese kleine Anekdote: Ich war gerade 16, als ich Mitte der 70er Jahre in einem großen Münchner Musikgeschäft in Ausbildung war, als an einem kalten Novembermorgen ein junger Mann in den Laden kam. Er erklärte, in einem etwas holperigen Englisch, dass er aus der Tschechoslowakei komme, nur für ein paar Tage in München sei und einen Verstärker mit nach Hause nehmen wolle, da das Angebot hinter dem „Eisernen Vorhang“ doch recht mager sei. Was er daraufhin aus seinem Koffer, oder besser gesagt Karton holte, war wirklich nicht das, was man sich in einschlägigen Kreisen unter einer coolen E-Gitarre vorstellt. Er hatte nämlich einen telecaster-ähnlichen Hals auf einen lespaul-ähnlichen Body geleimt, die Saiten, die um Mechaniken von vier verschiedenen Herstellern gewickelt waren, endeten in einem uralten Gretsch Bigsby und ich bin mir sicher, dass einiges der Elektrik (zumindest der ein oder andere Schalter) aus einem sowjetischen Radio oder Funkgerät stammte. Bei den Tonabnehmern handelte es sich um einen OBL aus einer „Honner Gitarr“, wie er stolz erklärte, und zwei mit Klebeband zusammen gebündelten Singlecoils unbekannter Herkunft. Kurzum, das war das hässlichste Teil, das ich jemals in meinem Leben gesehen hatte. Inzwischen waren schon einige Verkäufer und Kunden zusammengekommen und beobachteten den Mann mit einer Mischung aus Verlegenheit, Belustigung und Neugier. Er schien sich jedoch nicht weiter daran zu stören und hatte sich nach prüfendem Blick in einen älteren Vox AC 30 gestöpselt.

Die folgenden 10 Minuten aber, sollte ich allerdings nie vergessen. Innerhalb weniger Sekunden hatte er die Saiten gestimmt, seine Einstellungen im Vox gefunden und spielte einen derartig abgefahrenen Blues, wie ich ihn nie wieder gehört habe.
Ein völlig abgedrehtes Medley aus Jimi H., Jeff Beck, Lee Hooker und weiß der Teufel für Sachen, in einem Wahnsinnstempo und Feeling. Zu unser aller Erstaunen hatte er sogar ein Fuzz in seine Gitarre verbaut und das in Zeiten, in denen nicht einmal die Besatzung der USS Enterprise an solche Gimmicks geglaubt hätte. Der Spuk verschwand so schnell wie er gekommen war, er lehnte das Angebot unseres Geschäftsführers, dieses „Ding“ gegen eine Gitarre im mittleren Preissegment zu tauschen, höflich aber bestimmt ab und verschwand, nachdem er sich lobend über den Vox geäußert hatte, mit einer Entschuldigung über seine finanziellen Unpässlichkeiten im Novembernebel.

An diesem Morgen begann ich zum ersten Mal über die Bedeutung der Worte Bescheidenheit, und „Understatement“ nachzudenken. Aber was hat diese Geschichte mit meinem Bericht zu tun? Gar nichts, sie fällt mir einfach nur manchmal ein. Wenn wieder mal über die ganzen tollen Custom Shop Sachen schwadroniert wird und darüber, dass „was richtig Gutes“ sowie nun mal erst ab 3000 Flocken zu kriegen ist. Man muss nicht unbedingt auf der Lohnliste von einem John English oder Todd Krause stehen, um eine vernünftige Gitarre zu bekommen, wobei man sagen muss, dass die Jungs wirklich einen guten Job machen. Bei Identitäten sollte man immer auf die Eigene achten. Außerdem möchte ich niemals auf einer Gitarre spielen, auf den der Name eines Kollegen steht. Bestimmt nicht um Rock ´n Roll zu spielen. Als ich vor ein paar Monaten hier in Berlin auf einem Konzert von Monte Montgormery war, der drei Stunden lang mit seiner alten, zerschossenen Akustikklampfe gezeigt hat, dass man auch damit rocken kann und ihn das „Guitar Player Magazin“ nicht umsonst zu den „Top 50 Greatest Guitarists Of All The Time“ gewählt hat, musste ich auch an diese jungen Tschechen denken und wie wenig man eigentlich braucht um gute Musik zu machen.

Die Gitarre: Ja, wie soll ich diese Gitarre beschreiben, sie ist seit vielen Jahren „mein“ Instrument und hat schon viele Kollegen und Kolleginnen kommen und gehen sehn´, von einigen hat sie etwas behalten, anderen hat sie etwas mitgegeben, immer mit dem Hintergrund, das ihr dieses Schicksal ganz gewiss erspart bleibt. Äußerlich und innerlich hat sie sich oft verändert, um mir zu gefallen, um Trends zu folgen und sich dann doch wieder auf das Wesentliche zu beschränken. Ich habe sie nie schlecht behandelt und obwohl sie mir durch viele Städte und Clubs gefolgt ist, kann ich bis heute keine wesentlichen Dings, Dongs oder Kratzer. Jetzt, wo sie die 30 überschritten hat ist sie so fit wie nie zuvor. Und es wird wirklich langsam Zeit ihr ein paar Zeilen zu widmen.

Die Fakten heute:
6 Saiten
6 stimmfeste Gotho Mechaniken
Body, zweiteilig Erle, mattschwarz Lacquer Nitro Finish
Hals, Stauffer Neck MN 25.5“ Mensur 648 mm
Sattel 41 mm gutes „C“ Sharpe
Fender Strat CS „Pro“ Rollensattel
Frets: 22 Neusilberbünde, eingemessen im Plekhaus Berlin
3-lagiges weises Pickguard
5 Wegeschalter, 1 x Volume, 1 x Midboost, 1 x Balance
Hals- und Mittelpickup – 69er CS Abigail Ybara (sounds like a smoker)
Bridgepickup – DiMarzio DP 187 W Cruiser Bridge
Japanisches Fender Type „Vintage Temolo“

Und so sah sie damals aus: Nach einiger Sucherei im Netz, habe ich dieses edle Bild von meinem Modell gefunden:

http://1.bp.blogspot.com/_mo0KuFyYn...lpojk/s1600-h/Fernandes+Stratocaster+pink.JPG

Gut, meine war in einem soften Babygrün „surf green“ lackiert und erinnerte mich farblich stark an die Badezimmerfliesen meiner Großtante. Aber ansonsten handelt es sich um das gleiche Modell, dass ich im August ´78, in tadellosem Zustand und leicht gebraucht, erwarb.


Die erste Begegnung: Gefunden haben wir uns eher zufällig. Es war vor vielen Jahren an einem fürchterlich heißen Augusttag. Ich wollte an diesem Tag alles andere als eine Gitarre erstehen. Ich war eher auf der Suche nach einen kühlen Plätzchen am Wasser und da der „Music Shop“ sowieso auf meinem Weg lag, machte ich einen kleinen Abstecher um mich noch mit diversem Kleinkram zu versorgen. Der Laden, der zu dieser Zeit u. a. den Deutschlandvertrieb für einen großen amerikanischen Gitarrenbauer aus Michigan hatte, lag damals in einer kleinen Seitenstrasse in München-Schwabing und hatte im hinteren Teil eine kleine Ecke wo die Gebrauchten und die Kommissionsware stand. Anfangs fiel sie mir eigentlich gar nicht auf, ich hielt sie für eine ganz „normale“ Strat, als mir beim näheren Hinsehen ein fremdes Decal mit der Aufschrift „Fernandes The Revival“ ins Auge fiel.

Obwohl ich der Meinung war, so ziemlich alles Brauchbare auf dem damals noch überschaubaren Markt zu kennen, war mir diese Firma völlig fremd. Was mich außerdem irritierte, war die Tatsache, dass die Gitarre dem Original wie ein Ei dem anderen glich, zweifellos eine 1:1 Copie eines frühen 60er Modells. Neugierig geworden nahm ich sie in die Hand, sie war angenehm leicht, Kluson Type Mechaniken, alles wie bekannt, bombenfester Hals, was damals, wie oben schon erwähnt, nicht selbstverständlich war; solide Verarbeitung.

Was mich weiter stutzig machte, war die Tatsache, dass der „Shop“, wie der Laden damals kurz genannt wurde, eigentlich für exklusive Ware bekannt war. Heute gehört der Laden zu einer deutschlandweiten Musikaliencompany mit fetter Internetpräsents und den üblichen „Geiz-Ist-Geil-Angeboten“. Also erkundigte ich mich, was es mit dieser Fernandes nun auf sich hat. Ich erhielt die kurze Antwort, dass es sich um einen Hersteller aus dem Land der aufgehenden Sonne handele und die Gitarren nur in Japan zu erhalten seien, weil es da seit einiger Zeit Schwierigkeiten und Rechtsstreitigkeiten mit „dem“ großen Konzern gebe. Mir war das ziemlich egal, meine politische Einstellung stimmte in dieser Zeit sowieso nicht mit dem Vorgehen wirtschaftlicher Monopolisten überein und so habe ich sie zum Test mit nach Hause genommen und am nächsten Tag für 320 DM erworben, was nicht direkt billig war, wenn man bedenkt, dass das Original, neu, nur wenig mehr als das doppelte kostete und eine 68er Strat, die ja zu dieser Zeit erst 10 Jahre alt war, oft für wenig mehr als 500 über den Tisch ging. Das Wort „Vintage“, im Zusammenhang mit E-Gitarren war zu damals noch völlig unbekannt.


Die ersten 10 Jahre: So beruht eine gemeinsame Zeit, die jetzt schon drei Jahrzehnte andauert, wie so oft im Leben, auf einer zufälligen Begegnung, was das Sprichwort „wer sucht der findet“, ganz simpel widerlegt. Was mir an dem Konzept der Stratocaster schon immer gefiel war ihre durchdachte, durch einfache Bauweise bedingte Robustheit. Und hier hatten die Japaner gut aufgepasst und nicht versucht aus wirtschaftlichen Interessen Dinge zu verändern, die damals immerhin auch schon mehr als 20 Jahre Bestand hatten und sich als gut erwiesen hatten. Heute würde man „never chance a runnin´ system“ sagen.
Das Zweite war die Tatsache die sich aus dieser einfachen Robustheit ergab: nämlich dass man diese Gitarre, mit etwas Geschick und Marterialkenntnis, dem eigenen Geschmack und Musikstil anpassen konnte, ohne etwas zu zerstören oder zu verändern, das man nicht wieder rückgängig machen konnte. Ich weiß, es gibt auch gegenteilige Beweise, aber im Großen und Ganzen war dieser Hintergrund dafür ausschlaggebend, dass ein ganzes Zeitalter davon geprägt war hat und immer noch ist: das Zeitalter der Replacementteile.

Nun, meine Fernandes Strat war eine ganz normale Stratocaster, mit einem Erlebody in den bekannten Maßen, zweiteilig mit einem moderaten Gewicht einem 21 bündigen Hals aus Ahorn und einem Griffbrett aus Rosenholz, lackiert, Bundstärken wie sie auch bei Fender in dieser Zeit üblich waren, gute greifende und stimmstabile Mechaniken der Firma Gotho und schließlich und endlich 3 Singlcoils die einen niedrigen Output haben, nix ist Reverse gewickelt, die aber trotzdem bei den üblichen Marschall, Vox und Fender Röhrencombos richtig fetzen können und den amtlichen Ton bringen, den man von so einem Instrument erwartet. Wir sind am Ende der 70er Jahre und bahnbrechende Entwicklungen, wie diese seltsamen lauten Combos die seit einiger Zeit aus Amerika eintrudelten und in den Läden für teueres Geld zu haben waren mussten erst einmal abgewartet werden. Ich spielte nun seit fast 8 Jahren Gitarre, hatte vor ungefähr einem Jahr meine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann in einem Musikladen, mit erheblicher Auswahl, abgeschlossen und meine erste Gitarre eine Fender Jaguar Bj. 68, die ich irgendwie doch sehr gerne gespielt hatte, und die eine, für diese Zeit absolut moderne Gitarre war, nämlich die einzige, auf der man auch mit parallel geschalteten Tonabnehmern „out of phase“ spielen konnte, hatte ich gerade für 850 Mark verkauft.

Ich hatte zu dieser Zeit ein älteres Bassman Top, ein Siverface mit einem grauen „grill cloth“, und bei dem mir heute noch die Haare zu Berge steh´n und nicht nur die. Über den Bassman und meine damalige 2 x 12“ Fender Box mit JBL „silver clone“ Speakern klang die Fernandes Strat so richtig blusig, das Tremolo blieb, bei nicht allzu deftigen Attacken halbwegs stimmstabil, mit klaren Obertönen und schmatzenden Bässen, den Volumepoti ein bisschen zurückgedreht und schon hatte man die tollsten Cleansounds und da ich beim Spielen schon immer gerne das Volume benutze, nicht nur um die Lautstärke, sondern auch den Sound zu kontrollieren, kam mir diese Eigenschaft sehr entgegen.
Ich spielte hauptsächlich Blues, mit Vorliebe Sachen von der James Gang, Roy Buchanan, der das Spiel mit dem Volumepoti perfektionierte, Tommy Bolin, Rick Derringer und immer wieder Steve Ray Vaughan, der für mich zu dieser Zeit der Größte war. Probierte aber auch immer gerne Traditional, Delta, Bluesrock und überhaupt alles was irgendwie mit Blues zu tun hatte. Ich bin heute noch der felsenfesten Meinung, dass ein Gitarrenspieler der keinen Blues spielen kann sich niemals Rockgitarrist nennen darf, die Frage ob er sich überhaupt Gitarrist nennen darf, würde hier sicherlich den Rahmen sprengen, sollte aber unbedingt an anderer Stelle geklärt werden. Ich spielte die Fernandes Strat hauptsächlich über ein ziemlich gutes Wah Wah mit Fuzz von Schaller oder Dunlop, so eines dieser gusseisernen Ungeheuer, die man ständig mit teueren 9 Volt Batterien füttern musste und die einem unweigerlich den Fuß brachen, wenn man sie fallen lies. Die Fernandes und das Wah verstanden sich prächtig und das Fuzz war so gut, dass ich es in Zusammenarbeit mit dem Volume als Leadkanal benutzte, außerdem ließen sich durch das Wah Pedal die Obertöne super steuern, leider nicht in Stereo aber man war noch nicht so anspruchsvoll und es klang trotzdem richtig geil. Für schmalzige Cleansounds hatte ich ein Small Stone und später einen MXR 100 Phaser, wie ihn Eddy van Halen benutzte. Dann gab es noch ein uraltes Echolette Bandecho, dass ich irgendwann gegen einen Thorens Plattenspieler eingetauscht hatte, ein Boss OD-1, und als tonalen Gimmick eine Talk Box, wie sie Peter Framton seit ein paar Jahren spielte. Die ganzen Sachen funktionierten prima mit der Fernandes, nur die Pickups hatten mir manchmal ein bisschen zuwenig Fett und so begann für die Gitarre eine Metamorphose, die erst nach 30 Jahren ihr Ende nahm, aber immer schön der Reihe nach …

Die handelsüblichen Fender Tonabnehmer waren meiner Meinung nach nicht so schlecht, wenn man sie über einen Marshall mit 4 x 12“ Box betrieb, da ich aber immer schon ein bequemer Mensch war, der gerne mit kleinem Gepäck reist und ich in meinen Leben nie über eine 2 x 12 Zöller `raus kam, machte ich mich auf die Suche nach einem adäquaten Ersatz. Meine schlichte Gitarrensammlung bestand zu dieser Zeit aus einer schwarzen 65er Telecaster die schon bessere Zeiten gesehen hatte und die ich durch eine Art „Sofortkauf“ vor dem sicheren Untergang bewahrt hatte, einer Gibson L6 mit Ahornhals und 6-kanalschaltung, sowie einer 12-saitigen Framus, die die Saitenlage einer E-Gitarre hatte (eine feine Gitarre), einer Ibanez Concorde Jumbo, mit der die Japaner den Amis Punkte auf dem Akustikmarkt abnehmen wollten und „Last but not Least“ eine 56er Gibson L3 Akustikgitarre, die ich von meinem ehemaligen Arbeitgeber erworben hatte und ausschließlich zum Slide spielen benutzte. Was mir fehlte war eine Stratocaster Rock ´n Roll Maschine, wie sie der Gary (Moses Mo) Moore von Mother´s Finest bei Mickey´s Monkey spielte. Ich hatte Mother´s Finest bei einem Rockpalast Konzert in der Grugahalle gesehen und war ganz verrückt nach der Band und dem Gitarristen.

Aber der Markt hatte nix tolles an Singlcoils zu bieten und Humbucker einzubauen verbot mir der Anstand, als irgendwann Ende der 70er ein gewisser Dave Schecter zusammen mit Tom Anderson begann hochwertige Replacementteile für Teles und Strats zu bauen, um an heimischer Front der Big Company den Kampf anzusagen. Die Dinger hatten richtig fette Magnetpoles, reverse gewickelte Mitteltonabnehmer, und absolut genügend Output um gegen jede Paula anzustinken. Nachdem ich die Pickups ausführlich auf einer sündhaftteueren Schecter Gitarre ausprobiert hatte, bestellte ich das Set „Monster Tone“ zusammen mit einem Messigsattel, den ich auf meine bevorzugte Saitenstärke 0.11 bis 0.52 einrichten lies und die Fernandes hatte ihre Jungfräulichkeit verloren. Die Schecter „Monster Tone“ PU´s ließ ich von einem befreundeten Gitarrenbauer zusammen mit dem Messingsattel einrichten und befreite die Gitarre bei dieser Gelegenheit auch gleich von ihrem hellblauen Lack. Bei diesem Custom Modell sieht man die fetten Magnetpole der „Monster Tone“:

http://www.schecter.co.jp/ml/index.html

Als plötzlich wunderschönes eng gemasertes Erlenholz zum Vorschein kam, verwarf ich alle Pläne einer Farblackierung. Sie wurde schließlich mit einem dünnen, matten Klarlack, mit dem normalerweise Violinen und Cellos bearbeitet werden, mehrmals versiegelt und ich hatte endlich meinen Player. Der Unterschied war frappierend, die Strat hatte plötzlich einen enormen Zuwachs an Mitten und in den Zwischenpositionen, seit kurzem verbaute auch Fender 5 Wegeschalter in die Stratmodelle, klangen Riff aber auch Single Notes viel druckvoller. Dieser Umstand führte dazu, dass ich meine anderen Gitarren immer mehr vernachlässigte, um mich schließlich von einem Großteil meines Equipments zu trennen und im Dezember 1978 auf den Landweg in Richtung Indien aufzubrechen. 3 Tage nach meinem 18ten Geburtstag machte ich mich, begleitet von einem langjährigen Freund und meiner alten Framus, die ich später in Matras gegen diverse Gewürze eintauschte, auf den Weg. Ich sollte meine Strat erst 6 Monate später wieder sehen.

Als ich Anfang Juni 1979 wieder in Frankfurt landete, die Russen und ein gewisser Ayatholla Khomeini hatten mir inzwischen den Rückweg abgeschnitten, hatte sich die Welt verändert und ich mich auch. Diese Veränderungen waren nicht schleichend erfolgt, sie waren ganz plötzlich da. Von England aus hatte sich eine grölende Menge aus jungen, bunten und zornigen Jungs aufgemacht, um den etablierten Gitarristen zu zeigen, dass drei Akkorde in irgendeiner Reihenfolge völlig ausreichend waren. Und in Deutschland, wo Musiker hauptsächlich dadurch auffielen, dass sie sich meistens, von einigen Ausnahmen abgesehen, recht unauffällig verhielten, brach plötzlich eine Neue Welle los, die sich für hiesige Verhältnisse langsam zum Tsunami entwickelte. München war für mich plötzlich zu einem Provinznest geworden und verabschiedete mich, zusammen mit ein paar Klamotten und meiner Fernandes Strat in Richtung Hamburg um näher am Puls der Zeit zu sein. Trotz allen neuen Trends, die Stratocaster hatte Hochkonjunktur. Gallagher ohne Strat, unvorstellbar. Blackmore spielte Strat, Robin Trower hatte eine, Niels Lofgren und Eddy van Halen begannen ihre Karrieren als Stratspieler, wobei vor allen Dingen Eddy ständig daran rumbastelte und sogar Frank Zappa hatte seine SG wieder in den Koffer gepackt und spielte Stratocaster. Clapton, dessen Spiel ich seit Jahren Ton für Ton wie Muttermilch aufgesogen hatte, spielte seine „Blackie“. Und so spielte auch ich mich mit meiner Fernandes „The Revival“ Strat durch die Achtziger Jahre. Und obwohl ich immer wieder mal eine Zeitlang Fender spielte; es war nur Neugierde und ich hatte zu keiner Zeit ernsthafte Ambitionen meine Fernandes gegen ein US Modell einzutauschen, aus Prestigegründen sowieso nicht. Sie hatte irgendwann Ende der Achtziger in der Frankfurter Werkstatt von Peter Coura neue und dickere Frets erhalten, hatte zwischendurch einen OBL Humbucker in Singleformat auf der Bridgeposition und ihre mittlerweile etwas ausgeleierten Kluson Types wurden gegen stimmstabilere Mechaniken der Firma Gotoh ausgetauscht. Aber im Grunde genommen hatte sich über die Jahre nichts Wesentliches geändert, schon gar nichts, was sich nicht mehr rückgängig machen lies. Trends kamen und gingen, aber meine Stratocaster schien dagegen immun zu sein.

Die Bühnenzeit und Holland: Nachdem ich mich einige Jahre im Norden herumgetrieben hatte, ich lebte inzwischen seit 2 Jahren mit meiner damaligen Frau in der Nähe von Utrecht und ein Dreigoudahoch hatte das Licht der Welt erblickte. Ich habe in dieser Zeit in Zwolle, wo ich damals in der Zweitband des belgischen Hermann Brood Gitarristen Danny Lademacher spielte, mehrmals Hermann Brood und seine damalige Frau Xandra getroffen. Ich hatte Hermann Brood bereits vor ein paar Jahren im Münchner Club Domilzil gesehen und bei dieser Gelegenheit Danny kennen gelernt, der als Gitarrist in Hermann`s Wild Romance Band spielte. Ich teilte mit Danny nicht nur die Liebe zum Bluesrock und sondern noch mehr die Liebe zu Strats, von denen er eine ganze Sammlung verschiedenster Jahrgänge hatte. Meine hat er trotzt mehrerer verlockender Angebote nie bekommen. Ich war ein großer Brood Fan und konnte aller Songs der Band im Schlaf spielen, als mich eines Nachmittags der damalige Manager der Band, Koos van Dijk anrief und mir mitteilte, dass Danny mit einer Lungenentzündung in einem Amsterdamer Krankenhaus liege, und mich bad, ihn bei drei Konzerten der Brood Band zu ersetzen. Hermann Brood hatte innerhalb kurzer Zeit sein Wild Romance Debut Album „Shpritsz“ heraus gebracht und es ist für mich noch immer eines der besten Rock´n Roll Alben, auf alle Fälle eines der ehrlichsten. In den Jahren in Holland spielte ich in vielen niederländischen Bandsund allein aus geografischen Gründen war man am Puls von London, wo wir immer wieder wilde Wochenenden verbrachten.

Die besagten Gigs waren 3 von 5 Konzerten in Holland, mit denen die Hermann Brood Band ihr neues Album „Go Nutz“ auf einer Promotour durch Deutschland, wo auch ein Auftritt im Rockpalast geplant war, Frankreich, Spanien, Italien und die Schweiz, einem inzwischen stattlichen Publikum vorstellen wollte. Die gesamte Tour war bereits seit Wochen restlos ausverkauft. So kamen die Fernandes und ich zu den höchsten Ehren, die uns beide im Königreich Holland ereilen konnten. Nachdem wir innerhalb weniger Tage das Setup abgestimmt hatten, folgten für mich und meine Strat drei supergeile Gigs, bei denen sich Hermann Brood nicht nur als exzentrischer Musiker sondern auch als Kumpel herausstellte. Wir waren an einem Abend in seiner Amsterdamer Wohnung, wo er uns stolz eine beeindruckende Sammlung eigener Bilder zeigte, von denen heute einige in großen holländischen Museen hängen. Danny Lademacher schuldet mir immer noch einen großen Gefallen. Ich sah Hermann Brood & His Wild Romance in den folgenden Jahren noch mehrmals bei Konzerten im „Schlachthof“ in München und der „Batschkapp“ in Frankfurt und hatte zu den Musikern noch lange Kontakt. Hermann Brood starb am 11. Juli 2001 durch einen Sprung von Dach des Amsterdamer Hilton. Ein „Rock ´n Roll Junkie“ war tot.

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Review: Fernandes Revival 62er Strat 2. Teil

Als ich Holland 1986 verließ reisten in meinem Gepäck neben meiner Fernandes Strat eine Gibson ES 175, eine 72er Telecaster Thinline, sowie die Interpretation einer 54er Tele eines holländischen Gitarrenbauers, der bei dieser Gelegenheit auch gleich die Tonabnehmer mit interpretierte – Minimalismus pur. Ansonsten besaß ich noch die Ibanez Concord, die von Jahr zu Jahr besser Klang und die ich vor fast 10 Jahren bei Cream Music im Frankfurter Bahnhofsviertel erworben hatte und eine 12saitige Martin DM 12, die ich irgendwann gegen die Gibson L3 eingetauscht hatte. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich niemals in meinem Leben mehr als tausend DM oder EURO für ein Instrument ausgegeben habe. Da ich viel unterwegs war, hatte ich Anfang der Achtziger meine Amplification umgestellt und spielte seither einen Combo der Düsseldorfer Firma Kitty Hawk, einen Junior der allerersten Serie, der mit seinem EV 12L zwar handlich, aber nicht unbedingt leicht war. Er war die perfekte Ergänzung zu all meinen Gitarren, und der ideale Partner meiner Fernandes Strat. Die Gebrüder Roy, die Ende der 70er und in den 80er Jahren mit dem Import von Mesa Boogie und Dumble Amps ihre Brötchen verdienten, begannen schon bald, sich die aus Amiland eingetroffenen Wunderwerke genauer anzusehen. Mesa, die Firma von Randell Smith, die jahrelang durch das Tuning von Fender Princeton Verstärkern glänzte, hatten in dieser Zeit mit dem Boogie Mark I ihren Siegeszug begonnen, aber Anfangs noch keinen festen Vertrieb in Deutschland und selbst Alexander Dumble schickte einiger seiner perfekten Wunderwerke über die Gebrüder Roy nach Deutschland. Also gab es hier viel zu gucken und die Ergebnisse spiegeln sich zumindest in den Kitty Hawk Amps der ersten Baureihen wieder.

Ich hatte selbst über die Jahre für kurze Zeit zwei Boogies und ab etwa 1992 einen Seymour Duncan Convertible 100, den ich von einem 2 jährigen Aufenthalt in den USA mitgebracht hatte und bei dem man Teile der Vorstufe in Modulform auswechseln konnte, aber meine Erfüllung fand ich in diesen, doch sehr amerikanisch klingenden Verstärkern nicht. Die Kitty Hawks der ersten Supreme und Junior Baureihe waren aus besten Materialien, point to point handverdrahtet und hatten, was in erster Linie den Supreme Standart betraf, eine sehr aufwendige Schaltung. Außerdem waren diese Verstärker mit einem Electro Voice EV 12L bestückt, so dass vor allen Dingen cleane Sounds in allen Lautstarken unheimlich dynamisch klangen. Ich entschied mich für den Junior, der mit seiner recht aufwendigen Schaltung, den NOS 5881 Röhren, einer Militärversion der 6L6GC, 60 Watt und den EV 12L, very british und super laut war. Ich benutze sowieso nur den Cleankanal, der zu den besten gehört, die ich jemals gespielt habe. Als Leadkanal spielte ich entweder einen Tube Screamer oder das DS-1 über den FX Loop direkt in die Endstufe. So sollte auch die Verstärkerfrage für die nächsten 25 Jahre geklärt sein. Irgendwann erwarb ich noch einen Kitty Hawk Ringleader, ein Sondermodell mit EL34 Endstufenröhren, von dem anscheinend nur eine Handvoll gebaut wurde, als Zweitamp und für Stereosachen. Mit diesen beiden Verstärkern hatte ich bis auf gelegentliche Röhrenwechsel und zwei oder drei ausgewechselten Poti nie Probleme. Und wenn, dann konnte jeder vernünftige Techniker dieses Problem im Handumdrehen lösen. Außerdem hatte ich das Glück, dass ich in Berlin, wo ich seit 13 Jahren wohne, einen ehemaligen Mitarbeiter und Techniker von Kitty Hawk kennen gelernt habe, der außer einem mit Ersatzteilen randvollen Keller, noch das totale Know-how besitzt und mir seit Jahren mit Rat und Tat zur Seite steht. Kitty Hawk Usern die Rat suchen, kann ich diese Adresse gerne zukommen lassen. Meine Fernades Strat reagierte erstaunlich feurig auf meinen Verstärkerwechsel. Besonders die Monster Tone, die einen recht hohen Output hatten, klangen zusammen mit dem EV12L, der jede Menge Headroom hatte, abwechselnd Clean wie Glocken, singend im Lead konnten sie wie Geigen klingen, Stustain ohne Ende. Ich kann Sounds schlecht beschreiben, aber ich glaube, das trifft am Besten. Um das hier noch einmal klarzustellen, auch die Kitty Junior, die mit der Bezeichnung Serie 1 von der Firma Roy angeboten wurden, hatten nur noch wenig mit dem ersten Junior der Bauserie Standart zu tun. Obwohl auch diese Amps durchaus noch als gut bezeichnet werden können, hatten sie schon andere Röhren, manchmal Celestion Speaker und eine, was die Schaltung betrifft, komplett andere Bauweise. Wer in dieser Richtung Rat sucht sollte sich am Gregor Hilden wenden, der ein bekannter Kitty Hawk User und Kenner ist. Für Kittys aus dieser Serie werden heute nicht unberechtigt sehr hohe Beträge bezahlt. Diese Standard Serie, mit ihrer Schaltung, die sich sehr an der von Alexander Dumble orientiert, zählt mit Sicherheit zum Besten was sich ein Bluesgitarrist und seine Strat wünschen können.


So kam ich mit meinem Equipment, wie ich es bis Anfang der 90er spielte, gut durch die Zeit von Disco, New Wave und Punk. Ich spielte in München, wo Proberäume so teuer sind, wie anderswo Vierzimmerwohnungen, in einer Bluesrockcombo. An einem Samstagabend, wir spielten in der Nähe von Augsburg in einem kleinen Club, als plötzlich nach einer Pause unser Trommler etwas angetrunken über die Bühne stolperte und mitten in meinen Gitarren landete. Der Schaden war erheblich, im Klartext, die Fernandes hatte direkt über dem Sattel einen Halsbruch. Hätte er meine Katze überfahren oder meine Frau geschwängert, das Gezeter hätte nicht größer sein können. Glücklicherweise gibt es seit einigen Jahren gute Drumcomputer bzw. sehr realistisch klingende Computersoftware wie den „Groove Agent“, sodass man zumindest im Studiobetrieb auf diese Unglücksraben verzichten kann.

Was nun? Austauschhälse gab es von vielen Firmen, aber ich hatte mich über die Jahre so auf meinen japanischen Stratocasterhals, eingespielt, dass ich zuerst einmal keinen ebenbürtigen Ersatz fand. Ich probierte alles was mir unter die Finger kam, von Schecter bis Mighty Mite, von Rockinger bis Fender, nichts verschaffte mir das Spielgefühl des alten Japanerhals. Völlig entmutigt betrat ich wenige Tage später das Lake Placid Guitars Munich, das damalige Schaffensreich von Andre´ Waldenmaier, der heute mit seiner Firma Staufer Guitars noch immer Wunder vollbringt. Ich habe jedenfalls nie wieder einen so kompetenten, talentierten und bescheidenen Gitarrenbauer kennen gelernt. Hier hing alles was in dieser Zeit exotisch war. PRS, eine neue amerikanische Firma deren erster offizieller Importeur Waldenmaier war, Anderson, feine Lake Placid Guitars Eigenbau Strats, dazwischen aber auch immer wieder Gitarren von Fenix und Starfield für Leute mit kleinem Geldbeutel und Boogies, wohin das Auge blickte. Boogies waren richtig im Kommen und jeder spielte einen, außer mir, und auch hier war Andre´ größter deutscher Stützpunkthändler. Außerdem standen hier die ersten Diezel Amps, gebrauchte, modifizierten Marshall Topteile, die Peter Diezel für Andre´ Waldenmaier getunt hatte. Der Laden war nicht groß, vielleicht 50 Quadratmeter plus Werkstatt, aber hier waren allerhand feine Sachen versammelt und ich spürte instinktiv, dass ich hier richtig war. Mit wenigen Worten hatte ich mein Problem dargelegt und nach relativ kurzer Zeit stand fest, dass es sich in diesem Fall nicht nur um einen Halsaustausch handeln konnte, sondern ein komplettes Freshup anstand. Ich erzählte von meinen nicht allzu langen Fingern, und dass mein erster Hals der einer Fender Jaguar war, die ja bekanntlich über eine 24“ Mensur und 22 Bünde verfügt. Natürlich war die Fender Jaguar alles andere als eine Rockgitarre, aber ich mochte schon immer dieses komfortable Griffbrett, das eine kurze 610 mm Mensur mit 22 Bünden hatte, was meinen wahrlich nicht langen Fingern sehr entgegen kam. Andre´ hatte sich in seiner Zeit bei Chandler Guitars in London darauf spezialisiert, Probleme beim Gitarrenbau zu lösen und in diesem Sinne Kollegen wie Mike Oldfield und Mark Knopfler bedient. Allerdings stellte sich das Problem mit der kurzen Mensur nach kurzer Zeit als schwer durchführbar aus, da hier unfangreiche Holzarbeiten anstanden, aber mein Wunsch nach 22 Saiten und schmalerem Griffbrett war ohne große Schwierigkeiten realisierbar.

Es wurden folgende Veränderungen vereinbart: der originale Body, wie mir endlich bestätigt wurde, bestand aus bestem, fest gemasertem Erlenholz und wurde mit mattschwarzem Nitrolack versiegelt. Die Fernandes sollte einen Hals bekommen, dessen Headstock wie der einer 62er Strat aussah, aber eine 25.5“ Mensur von 648 mm und 41 mm Sattelbreite und 22 Bünden hatte. Als Material wurde deutsches Ahorn und ein sehr dunkles afrikanisches Palisander ausgesucht, die Halsrückseite sollte dünn lackiert, das Griffbrett lediglich geölt werden. Als Bundstäbchen wählte ich einen mitteldicken Neusilberdraht. Ein Sattel aus Knochen wurde ausgesucht, der, wie die gesamte Gitarre, auf DÁddario XL Medium Top/Heavy Bottom der Größe 0.11, 0.18, 0.30,0.42 und 0.50 eingerichtet wurde. Die Saitenstärke, dieser Marke spiele ich bis heute auf meiner Fernandes. Das wunderbar kopierte Fender Vintage Tremolo, das von der Firma Gotoh für Fernandes hergestellt wurde blieb, lediglich die Federn wurden ausgetauscht. Das Tremolo selbst wurde neu justiert. Die Mechaniken der Firma Gotoh wurden auf den Hals montiert und leisten bis heute gute Arbeit.

Zwei Wochen später war es soweit. Mit einer Mischung aus Vorfreunde und Neugier betrat ich den Laden und siehe da, aus dem Rock ´n Roll Workin´ Horse war ein stolzer, schwarzer Schwan geworden. Sie war wieder da. Schöner, brillanter und schneller, ein für mich gefertigtes Signatur Modell. Die Schaltung war ebenfalls modifiziert worden, die Regler wurden ausgetauscht. Volume blieb Volume und während der eine Tonepoti nur noch die Mitten pusht, regelt der andere in den Zwischenstellungen des 5-wegeschalters die Balance der beiden PU´s, wobei er in der Mittelposition leicht einrastet. Alles klar? Der schmalere, Hals war anfangs noch gewöhnungsbedürftig, ich merkte jedoch bald wie ich fließender spielte. Hier gehen schnelle Akkordwechsel und schnelles Soli. Als ich schließlich die Rechnung bekam und sah, für welch´ ein beschämend kleines Geld Andre´ Waldenmaier dieses Wunder vollbracht hatte, fing ich an unserem Schlagzeuger zu verzeihen und steuerte die Hälfte der ohnehin geringen Halskosten bei. Der Betrag war trotz allem so niedrig, dass ich mich heute noch manchmal fragen muss, ob Andre´ sich hier nicht verrechnet hatte.

Der Trip nach Amerika: Am 19. Juli 1992, wir hatte 6 Wochen zuvor geheiratet, checkte ich zusammen mit der Fernandes und meiner neuen amerikanischen Frau auf einen American Airlines Linienflug ein und sollte die alte Heimat erst zweieinhalb Jahre später wieder sehen. Ich hatte mich, wie oft bei solchen Abschieden von einem Großteil meines bestehenden Equipments getrennt, sodass mich bei meiner Rückkehr lediglich die beiden Kittys, sowie die Ibanez Concord, die ES 175 und die 12-string Martin, erwarteten. Die USA, das Land der unerhört besten Gitarren, Amps, Effekten und Gitarristen/innen. Ich möchte auf diese Zeit nicht groß eingehen, da sie weder auf meine Fernandes noch auf mich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Lediglich ein 6 wöchiger Aufenthalt in New Orleans und einige Besuche im CBGB's einem New York waren einige der Highlights meiner US-Tour. Ich lernte in der Zeit eine Unzahl der besten Gitarristen kennen, die ich je in meinem Leben getroffen hatte. Allein der American Way of Life passte weder zu meiner damaligen und noch passt sie zu meiner heutigen Weltanschauung. Es war jedenfalls weder das “Love & Peace Paradies” noch irgendetwas anderes das mich interessierte. Kurz und gut, nach zwei Jahren in einem Vorort von Detroit, wo meine Schwiegereltern in einer, von Sicherheitsdiensten bewachten Rentnersiedlung, ihren Altersruhesitz hatten, mit eigenem Supermarkt, Schwimmbad und Ärztehaus, während außerhalb von Mauern und Stacheldraht Obdachlose, Junkies und kinderreiche, allein stehende Mütter in Crackhäusern Unterschlupf suchten, packte ich meine Habseligkeiten und verließ, ohne meine US Lady, die USA wieder in Richtung Heimat. Den einzigen guten Blues, den ich hier fand, war der Blues von schon immer unterdrückten Schwarzen. Der Bluesrock, den Südstaatenbands wie 38.Special, Molly Hatchet oder die Allman Brother Band spielten, war genau wie die Musik von Lynyrd Skynyrd meiner Meinung nach zuviel mit Country verwurzelt.

Die letzten zehn Jahre: Nachdem ich mich in einem ereignislosen Jahr in München wieder eingelebt hatte, lernte ich während eines Berlingigs meine große Liebe und heutige Ehefrau kennen. Als ich im September 1996 nach Berlin zog, war mein Equipment erheblich geschrumpft. Ich besaß noch die beiden Kittys, eine handvoll guter Pedale, die bis auf das ein oder andere immer wieder wechselten. Meine Ibanez Concord hatte ich an einen Sammler verkauft und mir stattdessen eine Yamaha APX 7C angeschafft. Für mich und meine graziösen Finger ist es „die Akustikgitarre“, und außer Brian Adams gibt es noch einige Kollegen, die diese Gitarre, die man am besten nur verstärkt spielen sollte, zu schätzen wissen, Sie hat ein auf zwei Tonabnehmern basierendes System, wobei der eine Piezo- und der andere mikrofonische Funktionen hat. Sie können schließlich noch untereinander gemischt werden. Aus den USA hatte ich mir eine Telecaster mitgebracht, die später noch einen feinen 21 bündigen Blackout deluxe Hals mit Jumbo Bünden und Joe Barden T Style PU´s erhielt. Für die kleine Hausmusik hatte ich mir noch einen Fender 12“ Red Knob mit 15 Watt zugelegt, der mit seinem 12“ Cannabis Rex noch heute bluest und rockt. Außer einer Orville Standard LP mit 60´s slim profile neck, einer Tokai Springy Sound mit U-stamped PU´s und einem Fender Precision Bass Japan, an denen ich mich seit einiger Zeit übe, besitze ich noch immer meine Fernandes, von der nur noch wenig Fernandes übrig geblieben war. Der Hals ist ein Staufer-Waldenmaier, die Pu´s kamen von Schecter, der 5-Wege Schalter war ein Schaller, die Tuner wurden schon sehr früh gegen Gotoh ausgewechselt. Und ich legte noch ein letztes Mal Hand an. Die Schecter hatten für mein momentanes Spielgefühl einfach zuviel Output. Sie waren unter der Bezeichnung Schecter F500T Ende der 70er von Tom Anderson als reine Rock PU´s gebaut worden und hatten das doppelte Output der regulären Fender PU´s. Ich besann mich auf das Ursprüngliche und tauschte Mitte der 90er das Schecter Set gegen ein Set 69er CS PU´s. Diese Tonabnehmer sollen von Abigail Ybarra, einer Fenderlegende, handgewickelt und signiert sein, jedenfalls haben sie ähnliche Outputwerte wie die üblichen American Strats dieser Zeit, nämlich sehr Niedrige. Das war für mich Anfangs schon eine große Umstellung, aber ich hatte auch wieder das Gefühl, mehr Kontrolle über meinen Sound zu haben. Es sind diese glasklaren, transparenten Höhen und die immer sehr druckvollen Mitten, die auf meiner Fernandes den fabelhaften Ton machen. Die ursprünglich von Andre´ Waldenmaier modifizierte Schaltung blieb. Außerdem wurde der Knochensattel gegen einen Rollensattel einer Fender CS Pro Closet ausgetauscht, den ich für 6,70 Euro bei Ebay ersteigert hatte. Er hielt das ohnehin stimmstabile Tremolo auch bei härteren Attacken on tune. Der Hals wurde bei bespannten Saiten im Plekhaus Berlin eingerichtet. Der Markenname plek steht für ein patentiertes Verfahren der maschinellen Bund-Bearbeitung auf Grundlage einer Messung des Griffbrettes unter Saitenspannung (Orginalton). Dann habe ich das für Puristen sicherlich Schlimmste getan, ich habe den Bridgepickup des 69er Set gegen einen DiMarzio DP187CR ausgewechselt. Der DP187 Cruiser Bridge hat mir schon Mitte der 90er gefallen, da auch er einen niedrigen Output und in der gesplitteten Stellung sehr nach den alten Strat´s klingt. Die Schaltung ist noch immer die gleiche, bis auf den Unterschied, das der DiMarzio in der 2 Position gesplittet und in der Position 3 als Humbucker mit dem Mittelpickup spielt. So sieht meine Fernandes, wie sie noch immer heißt, heute aus. Auch die beiden Kittys mussten gehen und heute versieht ein Engl Thunder Combo anstandslos seinen Dienst. Ich arbeite mehr als früher mit einem Freund in unseren Homestudios und spiele nur noch sporadisch alle zwei Wochen in einer Sessionband. Ich bin weiterhin dem Blues verbunden und entdecke jeden Tag etwas Neues, sodass ich nicht glaube, diese Art von Musik in diesem Leben noch zu erfassen. Mein Stil hat sich erweitert und ich spiele heute mehr eine Art Jazz Blues Rock und nutze die neuen Technologien. Vor allen Dingen die Arbeit im Studio und das Schreiben von Texten und Musik füllen mich völlig aus. Ich schreibe außerdem Filmmusik und Kinderbücher und gelegentlich ein paar Zeilen für das Musiker Board. Wenn ich herausgefunden habe, wie man Bilder einstellt, werde ich das gerne noch nachholen.

Ich hoffe, es hat Euch gefallen und war eine angenehme Sonntagabendlektüre.
 

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Wenn ich herausgefunden habe, wie man Bilder einstellt, werde ich das gerne noch nachholen.
Beim Beiträge erstellen / editieren runterscrollen und auf den Button "Anhänge verwalten drücken, dann die Datei auswählen und hochladen.

Übrigens ein Lob, es war wirklich eine sehr schöne, wunderbar geschriebene Sonntagabendlektüre. :great: Komplett beide Teile gelesen.
 
Armin H.
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Danke, hat auf Anhieb geklappt. So sieht sie nun heute aus,

good grooves
 
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wow -geil geschrieben. - wie war die concorde? -ich habe hier auch noch so ein Teil rumstehen BJ72 - wie Du schon sagst, die wird von Tag zu Tag besser.

nen thunder spiele ich übrigends auch...
 
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wow -geil geschrieben. - wie war die concorde? -ich habe hier auch noch so ein Teil rumstehen BJ72 - wie Du schon sagst, die wird von Tag zu Tag besser.

nen thunder spiele ich übrigends auch...

Ich habe gerade das Foto mit Deiner Kleinen gesehen, selbst die weiß was gut ist und hat sich gleich die Richtige geschnappt. Leider kann man das Holz nicht erkennen, von Fichte bis komplett aus Ahorn haben die alles in der Concord Serie verbaut. Ich hatte irgendwie das Gefühl, meine würde von Jahr zu Jahr erwachsener werden. Tut mir leid, dass ich die Gitarre nicht mehr habe. Auf alle Fälle behalten, Wertzuwachs wie bei allen guten (Japan) Gitarren aus den 70er und 80ern enorm. Die werden auch immer weniger und schau mal, was die Leute heute für Gitarren aus den 60ern hinblättern.

Aber jetzt werde ich mir erstmal Deinen "Warmouth - ich baue mir eine Strat", oder waren es nicht gleich mehrere, Bericht durchlesen. Beruhigend zu wissen, dass es auch an der Küste Anhänger dieser Gitarre aller Gitarren gibt. Dass es noch einen 2. Teil gab hast Du sicher gesehen?
 
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ja, ich hab den zweiten Teil gesehen & genauso gerne gelesen....

& klar... die Concorde geht nicht weg, ist ein Erbstück von meinem Vater. Das war meine zweite Gitarre, nach einer Oscar Teller Meistergitarre, die ich ebenfalls von meinem Vater hatte. - die habe ich Idiot damals gegen ein Paar Sancho Cowboystiefel getauscht... weil Konzertgitarre waren ja uncool.:screwy:
 
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Na ja, während die Sancho´s wahrscheinlich schon längst das Zeitliche gesegnet haben, freut sich der Besitzer der Teller, die übrigens bayerische Gitarrenbaumeister in der 3ten Generation sind, über eine gut klingende und mittlerweile wertvolle Gitarre. Schon die Teller Schüler Gitarren haben bis zu 500 DM
gekostet. That´s life ...
 
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Na ja, während die Sancho´s wahrscheinlich schon längst das Zeitliche gesegnet haben, freut sich der Besitzer der Teller, die übrigens bayerische Gitarrenbaumeister in der 3ten Generation sind, über eine gut klingende und mittlerweile wertvolle Gitarre. Schon die Teller Schüler Gitarren haben bis zu 500 DM
gekostet. That´s life ...


..ich weiss.... ich weiss ja... Jugendsünde!
 
Mr.Schnick
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Wunderschöne Geschichte, wunderschöne Strat und wundervoll geschriebenes, kurzweiliges Review!
Wirklich bemerkenswert, was sich hinter so einer unscheinbaren Strat alles verbergen kann.
Das ist der auch der Grund warum ich diesen Thread ausgegraben habe.
Ich finde den Beitrag (natürlich mit dem Teil 1) lohnenswert zu lesen.
Gerade in der heutigen Zeit, wo man im Preis nach oben keine Grenzen mehr kennt, gibt einem das Review doch etwas zu denken; und manchmal vergisst man dann, worauf es eigentlich ankommt...

Beste Grüße!

btw: Der Nitro-Lack ist göttlich :)
 
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Zum Nachdenken anregende, spitzenartige Geschichte. :great: :gruebel:

Leider kann ich Dich nicht schon wieder bewerten...

Gruß Michael
 
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Grad erst gesehen und gebannt gelesen. Eine tolle Geschichte und so viele Stellen an denen man denkt "verdammt, warum hat er die jetzt damals auch noch verkauft, die ist doch heute ein Vermögen wert", aber auf der anderen Seite ist das alles total egal, denn wer kann schon von sich behaupten in jungen Jahren DIE Gitarre seines Lebens gefunden und so viel mit ihr erlebt zu haben.

Mir hats wirklich gefallen. :)
 
Armin H.
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Nachtrag:

Ja, die gute alte Fernandes. Und wer denkt, dass die Geschichte hier schon zuende ist ... , hier die letzten Freshups. Vor etwa einen halben Jahr hatte ich das ungeheuerliche Glück einen der allerersten Allpart Necks, Anfang 80er Jahre, mit fettem 50s Profil, und nitrolackiert, inclusive light aged Kluson Antique Deluxe Tuner in die Hände. Der Hals macht wirklich glücklich. Auf einem neuen Pickguard sitzt nur ein sehr rassiger DiMarzio Tone Zone an der Bridge Position, während am Hals nun ein DiMarzio Cruiser Neck Dienst tut. In der Mitte leistet weiterhin der 69er CS von Fender treue Dienste. Für Puristen sicherlich ein Alptraum, für mich eine folgerichtige Entwicklung zur Allroundstrat mit für mich vorteilhaften Eigenheiten. Sie ist und bleibt meine No. One. Ich hatte nach einem Motorradunfall im Sommer 09 teilweise keine Hoffnung mehr, überhaupt noch einmal ein paar ansprechende Töne spielen zu können. Im Sebtember habe ich nun die letzte Operation, bei der noch ein Stück Stahl entfernt wird und ich muss sagen, es geht voran. ;)

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Hier noch einmal mit ihren beiden schwarzen Schwestern, einer 65NOS mit Kinman Blues Set, in der Mitte eine Les Paul Classic, hier noch mit Duncan P-90. Sie bekommt ebenfalls gerade ein Upgrade aus Faber Kit und Wolfetone Marshallheads. Ich finde es legitim, jedes Instrument, unter Berücksichtigung der eigenen Intressen, so lange zu modifizieren bis es passt. Bisher gab es noch nie ein Gitarre, bei der ich nicht zumindest die Pickups gewechselt habe. Allerdings versuche ich möglichst nichts zu unternehmen, das den Umbau in den Originalzustand behindern würde. Die beiden Strats, die außer einigen Äußerlichkeiten nur wenig gemein haben und auch recht unterschiedlich klingen, bedienen wirklich weite Bereiche, von Rock, Blues, Jazz und mehr. Vorzugsweise Röhrenamps, momentan ein Egnater Renagade, sowie ein Fender Champ. Ein einkanaliger Dumble Clone mit OD ein Ceritone Overtone ist in Planung. Beide Strats haben inzwischen eine Blackbox, die das Tremolo blockiert. :)

Das ist der Stand im Juli 2011, sie ist nun exakt 33 Jahre in meinem Besitz, meine mit Abstand Dienstälteste. Obwohl sie keine Fender ist, ist sie doch nach der Original 62er das dienstälteste 62er Modell. Fender baute dieser Zeit unter CBS Regie in noch mit großem Headstock und Dreipunkt Halsverschraubung. Erst viel später lies man die Alten Modelle wieder aufleben. Egal welche trents kommen und gehen, diese Sratocaster Modelle werden immer zeitlos bleiben. :)
 
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Armin,

ein Genuss, das zu lesen.

Arrangier' BITTE die drei Hübschen vor einen anderen Hintergrund, den auf dem Foto haben sie nicht verdient. :) ;) ;)

Ich kann Dich immer noch nicht bewerten.

Gruß Michael
 
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Ich finde es legitim, jedes Instrument, unter Berücksichtigung der eigenen Intressen, so lange zu modifizieren bis es passt.
Modifizieren ist aber schon bald untertrieben, jetzt ist ja eigentlich nicht noch das Tremolo und der Korpus (ohne Lackierung) original. ;)

Gefällt mir sehr gut, bis auf das Fender Decal....;)
 
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Modifizieren ist aber schon bald untertrieben, jetzt ist ja eigentlich nicht noch das Tremolo und der Korpus (ohne Lackierung) original. ;)

Gefällt mir sehr gut, bis auf das Fender Decal....;)

Na klar, das Decal. Aber das war schon vor 30 Jahren drauf und da Allparts ja das Lic. Fender Branding hat, mit dem netten Hinweis: "These necks are licensed to Allparts Music Corporation by Fender® Musical Instruments under a quality control trademark license.", da lass ich mal Gnade vor Recht ergehen und Fünf gerade sein. Sonst müsste ich ja glatt diese wunderschönen Haarhisse weg schmirgeln. ;) Das bringe ich nicht übers Herz.

Immerhin, der Body, teils mit Grundierung, der Input Jack, sowie das Tremolo, inzwischen beblockt, sind ganz klar Fernandes Guitars made in Japan. Der Body besteht, wovon ich mich mit eigenen Augen überzeugen konnte, aus zwei Teilen Sen Holz, dass sehr leicht ist, aber trotzdem eine hohe Dichte hat. Das klingt schon trocken sehr resonant. :)
 
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wunderschöne Geschichte ;)
 
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Schice, ich kann Dich immer noch nicht bewerten, Armin... Habe schon andere inzwischen bekekst, aber denksde... ;)

LG MM
 
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Ich hab die Geschichte vor 1 Jahr zum ersten mal gelesen und war so begeistert, dass ich seither ne Revival gesucht habe. Ich besitze seit 10 Jahren das Nachfolgemodell LE2 und die ist schon der Hammer. Im Mai habe ich meine Revival in 3TSB gefunden. Zur Zeit wird sie auf Fender Custom 69 PUs umgerüstet. Kurzes Feedback: Jedes Wort ist wahr: Für kleines Geld die authentistischste Vintage Strat, die man unter 1000EUR bekommen kann. Selbst die Tokais kommen da nicht ran (hatte sowohl eine Springy Sound, eine Silverstar und eine Goldstar).

Für mich ist 80er Tokai die Nr 1 bei Paulas und 80er Fernandes die Nr 1 bei Strats

vg meikii
 
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Liebe Fernandes und Stratocaster Fans und Freunde. Ich weiß, dass einige von Euch immer mal wieder mal nachsehen, was meine Alte* und No 1 so macht. Darum will ich schnell das bevorstehende Upgrade ansagen. Die Strat bekommt einen "richtigen" Humbucker ans Heck, in diesem Fall wird es ein Seymour Duncan Antiquity PAF. Ich habe die Antiquty Sets mit meinen beiden Edwards bekommen, aber da eine der Paulas gerade Wolfetone´s Dr. Vintage bekommen, war ein Set übrig.


Die Duncan Antiquty Serie gehört meiner Meinung nach zum Besten was derzeit an Vintage Pickups geboten ist. Ich kann es wirklich gut verstehen, wenn jemand keine 175 € für ein Pickup auf den Tisch blättern möchte. Ich denke da muss jeder selbst wissen, was er zu hören meint und was ihm das wert ist. Was ich aber jedem empfehlen kann, ist, das Set, wenn sich die Gelegenheit bietet, mal anzuspielen.

http://www.seymourduncan.com/products/electric/humbucker/vintage-output/1101405_humbuck/

Wenn die Operation beendet ist, werde ich noch ein paar Pics hochladen und falls ich mein Cubase hoffendlich demnächst beherrsche, gibt es auch mal ein paar Files.

*Nein, nicht meine Frau, der geht es aber auch gut.
 

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