[Gitarre] - Framus Diablo Custom

von yamcanadian, 05.03.06.

  1. yamcanadian

    yamcanadian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.06   #1
    Nach einer schwierigen Entscheidungsphase hab ich mich jetzt durchringen koennen - die Framus Diablo Custom ist meine.

    Angekommen ist sie (als einzige Gitarre in der Preisklasse :rolleyes: ) "nur" in einem GigBag von Warwick, der dafuer aber ordentlich haelt - und ein Hardcase hab ich ja eh noch zuhause rumfliegen.

    Erster Eindruck: Optisch der absolute Hau! Die Halskonstruktion erscheint mir etwas merkwuerdig, ich lasse mich aber spaeter belehren dass 2 Schrauben noch unter dem HotRail verborgen sind. Die Decke ist wunderschoen (noch deutlich schoener als auf den Fotos), ein paar dunklere Stellen sind zwar da, aber machen mir herzlich wenig aus. Almond Sunburst ist es uebrigens.

    Verarbeitung:

    Buende perfekt, Halsuebergang perfekt, Bedienelemente ausnahmslos sehr hochwertig (der 5-Way-Schalter vor allem!) und nicht selbst-verstellend (warum das wichtig ist, spaeter). Einziger Wermutstropfen: Bei starkem Klopfen auf die Gitarre surrt ein Teil des Tremolos ein wenig (soweit meine Ohren das lokalisieren koennen). Das kommt aber beim spielen nie vor, ist mir einmal zufaellig aufgefallen.
    Sehr guten Eindruck macht auf mich das Elektrikfach - einfach zu oeffnen, innen lackiert und verhaeltnismaessig aufgeraeumt - achja, von hinten sieht die Gitarre so schoen aus wie andere von vorne :D

    Der Hals ist zwar gewoehnungsbeduerftig - aber die Gewoehnung dauerte etwa 5 Minuten. Danach war ich nur noch fasziniert von der wunderbaren Oberflaeche (Ovangkol). Obwohl er durchaus etwas dicker ist (knapp unter LP, wuerde ich mal schaetzen ohne gemessen zu haben) nimmt die Spielgeschwindigkeit absolut nicht ab - eher im Gegenteil. Das Spielgefuehl ist wirklich sehr edel, das Griffbrett an sich ist auch sehr gut verarbeitet (Inlays gefallen, wenn man sie in echt sieht, sogar durchaus).

    Die Tuner sind Locking Tuner einer mir unbekannten Marke, die nicht gerade so aussehen als waere Saitenwechsel in 5 Sekunden ohne Werkzeug moeglich - gut, damit muss man dann halt leben.
    Stimmstabil ist sie auf jeden Fall extremst - seit 5 Tagen schon gibt's in einem wechselnd beheizten/nicht beheizten Raum absolut keine Verstimmung (im Bereich des hoerbaren, Perfektionisten stimmen natuerlich trotzdem vorm spielen einmal).
    Apropos Stimmstabilitaet: Leider hat die Gitarre ein (Wilkinson) Tremolo. Ich koennte echt gut drauf verzichten und es bereitet mir jetzt schon Aergernis - wenn man genau hinhoert schwingt ein leer angeschlagener Ton durchaus ein wenig hin und her - naja, wirklich nur wenn man genau hinhoert. Die Ibanez mit fester Bruecke hatte das uebrigens nicht. Immerhin stoert es nicht beim spielen, sondern ist schoen ergonomisch und schont die Schlaghand.


    PU's sind Jeff Beck, Vintage Staggered Reversed SC und ein Hotrail, alle splitbar ueber das Volumenpoti. Und das schoene ist: der Splittingmode klingt wirklich verwendbar! Bei meiner Fame Forum III klang der SC mehr wie ein mueder Humbucker + Brummen - hier kann man richtig schoen spritzige, drahtige Sounds zaubern, daher fiel die Strat dann auch raus in der Entscheidung. Mit dem 5-Way-Schalter kommt man auf 10 verschiedene Sounds - mit denen man auch durchaus was anfangen kann!


    Nun, zum wichtigsten:
    Der Sound.
    Schon trocken merkt man, wo der Hase laeuft - warm und voll, und Sustain bis der Arzt kommt (soviel werde ich sicher nie brauchen). Fuer eine Superstrat eigentlich schon sehr Paula-Like, evtl hat die Decke ja doch tonbildenden Einfluss?

    Mit einem Amp am Kabel, dann die Offenbarung.
    In der 1. Stellung (JB) ist die Gitarre sehr sehr crisp. Die Hoehen sind fast schon ueberbetont. Ein Glueck, dass der TonePoti sehr sehr effektiv ist und sich nicht von selbst verstellt - so kann man den Sound ein wenig zaehmen (fuer HiGain ist er aber auch ohne Tone-Veraenderung sehr brauchbar). Im SC-Mode ist diese Hoehenlastigkeit allerdings sehr von Vorteil, denn von dort kommt der charakteristische Sound. Ich will jetzt nicht von Tele-Twang reden - aber ein bisschen klingt es doch schon danach :D

    2. Stellung ist relativ Strat-Typisch - Softrock+Pop, ich komme!

    In der Mittelstellung geht dann vollends der Funk ab - nicht der Singlecoil, sondern die beiden HB's sind in Kombination hoeren - und Funky ist wirklich nicht uebertrieben! Auch hier macht ein Einsatz des Tonepotis aber Sinn.

    Hotrail+SC klingt aehnlich wie bei einer Strat (natuerlich vor allem im SC-Mode) - aber ich kann den Sound echt nicht gut beschreiben. Er ist extrem charakteristisch, wer es bei ner Strat mal ausprobiert hat, weiss, was ich meine


    Und nun, meine absolute Liebe:
    Der Hotrail.
    Hier offenbart sich eine ganz andere Saite (;) ) der Gitarre - basslastig wie Schmitt's Katze. Ich habe sowas zum letzten Mal an der PRS meines Lehrers gehoert - man denkt wirklich, das ist nen ganz anderes Instrument. Unendlich viel Bottom-End, man wuerde schon fast wieder ein wenig davon wegdrehen wollen - aber der SC-Mode tut auch hier seine Pflicht.
    Fuer Jazz-Soli ist der Hotrail allerdings noch ein wenig zu aggressiv - auch hier sagt der TonePoti "Danke", wenn man ihn ein wenig dreht, und dann klingt der Hotrail mit seinem enormen Bassfundament richtig passend fuer Jazz und cleane Balladen. Erstaunlicherweise ist das auch im Crunch-Mode und fuer Rocksolo meine bevorzugte PU-Stellung: Der Sound ist (mit voll aufgedrehtem Tone dann, natuerlich) richtig voll, und die Gitarre singt als waer's ihr letzter Tag. Wenn man hier den Tonepoti allerdings ganz runter geht, kriegt die Klangfarbe ganz andere Dimensionen - ich nehm's vllt bald mal auf, dann merkt man was ich meine :D

    Fazit:
    Sehr zufrieden! Eine sehr flexible Gitarre, die zwar primaer in Richtung Strat geht, aber auch volle LedZep-Sachen, Funk, Blues, Hardrock (System of A Down) durchaus zu meistern versteht.
    Ich geb meine nicht wieder her :)
     

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  2. PerregrinTuk

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    Erstellt: 05.03.06   #2
    Sehr schönes Review, jedoch solltest du nochmal erklören warum du dir neben dieser SZ, eine andere Gitarre geholt hast? Welche Vorteile hat die Framus, oder ist Ibanez besser?

    DNke
    Flo
     
  3. MAI

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    Erstellt: 05.03.06   #3
    Endlich mal wieder ein ausführliches Review! Du wirst die Locking- Mechaniken noch zu schätzen lernen, die sind nämlich wirklich praktisch.
    Diese Gigbag - Sache ist halt nur deswegen, weil in der ganzen Warwick - Framus Familie auch Gigbags selber produziert werden. Das ist nun für Framus günstiger, als von einem Fremdhersteller Koffer produzieren zu lassen. Aber ganz ehrlich:
    Wenn das Geld, daß der Hersteller beim Koffer spart, direkt in die Gitarre fließt, kann einem das ja nur recht sein.
     
  4. himmelkind18

    himmelkind18 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.06   #4
    hi
    sehr schönes review. und richtig geile gitarre. viel spaß damit.
    greetz
    himmelkind


    Aber seit wann spielen System of a Down Hardrock:screwy: . wär mir neu.:D
     
  5. -Sl4vE-

    -Sl4vE- Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.06   #5
    schönes review!
    gratulation :great:

    ich wollte mir auch schon ne framus holen, weil ich das was ich über die dinger gehört habe echt gut finde.

    das große "ABER":

    kein modell von framus gefällt mir vom optischen her.
    ich hasse die inlays, ich mag diese ganzen kleinen schalter bei den anderen modellen nicht. ich mag die potikappen nicht....keine ahnung...irgendwie zu ähh... "modern" :confused:

    ich glaube das is der grund warum ich auch keine ibanez gitarren mag :D
     
  6. the flix

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    Erstellt: 05.03.06   #6
    Klasse Review! Wenn ich doch nur das Geld dafür hätte.
    Aber das mit den Soundfiles wäre schon toll, wenn du das machen könntest.
     
  7. yamcanadian

    yamcanadian Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.06   #7
    Die Framus ist deutlich flexibler mit CoilSplitting und 5-Way-Switch
    Die Framus hat einen etwas schoener zu bespielenden Hals
    Die Framus ist einen Tacken aggressiver und direkter in der Wiedergabe - man kann es als hoehenlastig bezeichnen, aber wie gesagt mittels Tonepoti laesst sich das sehr gut zaehmen

    Die Ibanez ist ganz ohne Frage eine Spitzengitarre, und ich hab mich auch nicht leicht getan, aber am Ende entschied dann doch der Soundvielfalts-Vorteil.

    Sorry, irgendwas, was stellenweise haerter als Rock ist.

    Koennte passieren, hab Recording-Zeug auch grad wieder hier.

    Die Gitarre hat uebrigens eben ihren ersten "Auftritt" hinter sich - ein bisschen Jazz mit nem Kumpel beim Musikschulvorspiel, hat sehr gut geklappt :)
    Leider auch 2 neue Wermutstropfen, 1. das surrende Teil am Tremolo ist eindeutig als die einzige hervorstehende "Schraube" (hinter der Mechanik der G-saite, denke dass das die Intonationsschraube sein soll) entpuppt, 2.irgendeine Schraube + Mutter flog auf einmal lose im Elektrikfach herum - habe keine Stelle gefunden wo die hingehoert, da kriegt thomann wohl Mail von mir.
     
  8. smack1081

    smack1081 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.06   #8
    Schönes Review, schöne Gitarre.

    Ich hab die gleiche Gitarre mal von einem Bandkollegen geliehen, sie ist top verarbeitet, fühlt sich super an, sieht edel aus... Alles perfekt. Ich fühle mich mehr zu Fender hingezogen, bin halt mehr der Vintage-Fan, wer eine sehr moderne und ausgewogene Gitarre zu einem vertretbaren Preis sucht, dem sei die Framus allerdings auch von mir zum Testen empfohlen!

    Viel Spaß damit (*bewert positiv*, passiert ja leider zu selten, aber gute Beiträge sollte man auch hier im Forum bewerten!)

    Dave
     
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