[Gitarre] Review LÂG Imperator I66-DRD

von eini, 09.03.16.

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  1. eini

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    Erstellt: 09.03.16   #1
    Habe vor 2 oder 3 Jahren das -soweit ich weiß- preisgünstigste Modell der französischen Firma Lâg über einen kleinen gewerblichen Ebay-Händler neu erworben -

    die Lâg Imperator I66-DRD (Imperator66-DarkRed).


    Um Euch das Weiterlesen schmackhaft zu machen: Dieses Instrument hat eine solide Grundsubstanz und tadellose Verarbeitung!
    (mit einer Ausnahme, dazu später mehr)

    Der offizielle Verkaufspreis lag zu der Zeit bei 189,- oder 198,- ??, ich hab sie fürn günstigeren Straßenpreis bekommen.

    Es handelt sich dabei um ein Les Paul - artiges Instrument mit einigen recht unüblichen Details.

    Bilder sind ganz unten zu sehen.

    Hals aus Mahagoni, geschraubt mit vier Halsbefestigungs-Muffen.
    Er ist nicht geschäftet wie z.B. bei Epiphone. Es ist stattdessen an der Kopfplatte - von da ab, wo sie hinter die Halsfussdicke herausragt - ein Stück angeleimt. Diese Verbindung ist so gut gemacht, dass man sie nur an der Mitte der Halsrückseite sieht; auf der Vorderseite (auch naturlackiert) ist noch Deckholz aufgeleimt.

    Ungewöhnlicherweise läuft zwischen den Mechaniken noch eine plane, niedrige Verdickung mit geschwungenem Umriss ganz durch, einteilig mit dem Deckholz, endet in einer Verlängerung des Kopfplatten-Endes, schickes Design! Ein anderes Teil der Verdickung wird durch die dazu nahtlose Truss-Rod-Abdeckung gebildet, ebenfalls aus Mahagoni.

    An der Les Paul - Schwachstelle, dem Hals-Kopfplatten-Übergang, ist eine mäßige Verdickung, wo der Daumen auch eine gute Auflage finden kann. Sehr gut.

    Korpus laut Angabe - zumindest zur betreffenden Zeit - Linde. Habe den Eindruck, als ob´s n Tick festere Linde ist als normal, da die Schrauben dafür recht gut fassen.
    Ist deckend lackiert, und ich habe mir nicht die Mühe gemacht, in irgend ner Fräsung den Lack abzukratzen.

    String-Through Body, Hardtail-Bridge à la Strat ohne Tremolo.
    Deshalb logischerweise keine abgewinkelte Hals-Korpus-Verbindung (Kopfplatte natürlich schon).
    Und flache Korpusdecke.

    Das Besondere am Korpus in leicht abgewandelter LP-Kontur:
    Taillierungen für Bauch und Armauflage! Die fürn Bauch aber weniger ausgeprägt als bei ner Strat.
    Gefällt mir.
    46 mm Dicke mit deckender Lackierung (die ich nicht so mag, sieht irgendwie billig aus, ist aber tadellos ausgeführt)

    Schwarze Hardware.

    2 Volume, 1 Tone, Toggle am oberen Horn. Buchse an der Zarge.


    Bespielbarkeit:

    Die Gitarre war perfekt eingestellt.
    Halsprofil liegt gut in der Hand, Dicke kann ich jetzt nicht messen mit Saiten drauf,
    Breite: 43 mm am Sattel, 56,5 mm am letzen, dem 21. Bund. Gibson-Mensur.
    Bünde perfekt abgerichtet sowie abgerundet, also super Saitenlage möglich.

    By the way - was ist denn nochmal ein D- und was ein C-Profil ?

    Die Mechaniken sind gut brauchbar
    (Die original Kluson-Mechaniken meiner Gibson LP von 2012 habe ich z.B. ausgetauscht, verstimmten sich ständig).

    Korpus-Halsrückseiten-Übergang :
    Das obere "Horn" geht geschwungen - ohne Knick in der Kontur - in den unteren Cutaway über, die Korpusdicke ist dort nicht verjüngt, nur ebenso wie rundum abgerundet - also nicht so kantig wie bei ner Tele.
    Die "Kante" des Halsfußes folgt genau dieser Kontur in etwa 2 mm Abstand
    - wobei man das nur auf Seite der dünnen E-Saite als Kante bezeichnen kann, der Halsfuß ist auch nur etwa 2 mm dicker als der Hals davor.

    Spielt sich echt gut, dieser Hals!
    Gleichmäßig gerade, kein Verzug.


    Klang:

    Die Gitarre hat ein sauberes und ausgewogenes Klangbild. Präzise irgendwie, und nur positiv gemeint -
    - anders gesagt: differenziert, transparent und rund.

    Auch schon mit den originalen Humbuckern, steht "Belcat" drauf.
    Sind wahrscheinlich keramische (Neck 7,7k, Bridge 8,3k).

    Für mich persönlich klang die Gitte damit zu klinisch, unorganisch, deswegen hatte ich die Gitarre einige Monate beiseite gestellt.
    Seit ich ein Set Tonerider ACII (Alnico II, um die 8 kohm) eingebaut habe, ist sie eine meiner am häufigsten gespielten Lieblings-Gitarren geworden
    (eine andere ist z.B. ne 2012er US Les Paul Spezial mit P90, flache Decke ohne Ahorn, faded Red, meine einzige teure Gitarre).

    Mit diesen Pickups zusammen ist sie sehr vielseitig einsetzbar, kann nicht nur gut abrocken, sondern auch richtig jazzig klingen.


    Und nun der Wermutstropfen :

    Die Elektrik - cheap crap !

    Das eine Poti hatte schon am Anfang Aussetzer, wenige Tage später wars Schrott.
    Den Toggle musste ich inzwischen auch tauschen, Wackelkontakt, und Hebel hatte in Mittelstellung mehr Spiel als üblich.
    Die Kabel von Toggle und PU´s hatten mächtig Überlänge, unsaubere Verlötungen auf Anfängerniveau (Deswegen vielleicht das Poti zu heiß geworden?)

    Das E-Fach ist jedoch mit Abschirmlack ausgepinselt, der Deckel mit Alufolie versehen.

    Habe alles neu gemacht, da ich das Wiring eh modifizierte beim PU-Tausch ("Roman´s Wiring Mark II", siehe Link unten). Deswegen auch ein viertes Poti auf dem Foto.


    Keine Ahnung, aber ich vermute mal, dass die Qualitätsstreuung ansonsten eher gering ist, da die noch wenig bekannte französische Gitarrenmanufaktur wahrscheinlich bemüht ist, am Markt Fuss zu fassen.
    Und das ist schwierig (die Musikläden haben ihr gewohntes Sortiment, begrenzten Lagerplatz, der Kunde kennt Lâg meist nicht), und wohl seit einiger Zeit zunehmend schwierig wegen der Vielzahl an Billiganbietern mit zunehmender Qualität.

    Deswegen wünsche ich den Lâg-Leuten viel Erfolg!

    (und, nein, ich stehe mit denen in keinerlei Verbindung! Werde dem deutschen Vertrieb jedoch n Link zu diesem Review mailen - als konstruktive Kritik)


    Fazit: Die Investition zum Austausch von E-Komponenten lohnt sich, dann hat man eine echt wertige Gitarre!

    Gruß
    Roman
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