Gitarren-"fills" für eigene Songs

von anti.held, 14.01.08.

  1. anti.held

    anti.held Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.08   #1
    Moin moin,
    ich schreibe seit Jahren eigene Songs, aber im Grundkonzept besteht das halt immer aus Text plus Begleitakkorde oder -riff. Nun würde ich gerne mal so kleine Gitarrenfills einbauen, wie das zum Beispiel Mark Knopfler bei "Brothers in arms" oder Christian Neander bei vielen Songs von Selig macht. Das macht die Songs einfach viel interessanter.
    N Kumpel von mir hat letzztens nen Song vorgespielt, wo sowas eingebaut war, aber der hat sowas erst im Kopf und setzt es dann um. Ich bin eher jemand der improvisiert und daraus Dinge entwickelt...
    Nun würde ich gerne wissen, wie ihr da ran geht. Bestimmte Skalen, bestimmte Fingersätze oder sowas, ich möchte mich in diese Richtung gerne weiterentwickeln, aber mir fehlen von mir aus ein wenig die Ideen.
    Ich hoffe ihr könnt mir helfen!
    Gruß
    Stoepsel
     
  2. Hans_3

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    Erstellt: 14.01.08   #2
    sorry, aber wie man mit Tonleitern bzw. Pentatoniken anfängt, wird hier eigentlich fast täglich aufs Neue gefragt. Da es andere Antworten als bislang nicht geben kann, schlage ich vor, dass Du Dich erstmal in das Thema und die zahlreichen bereits vorhandenen Antworten und Tipps etwas einliest:

    *linksammlung gelöscht - hat sich erledigt*
     
  3. anti.held

    anti.held Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.08   #3
    Soli improvisieren kann ich, das is nich das Problem. Hab schon für einige Songs Soli geschrieben und Pentatoniken kann ich auch, darum gehts mir nicht.
    Ich finde solche kurzen Tonfolgen, die auch oft nich aus irgendwelchen Pentatoniken stammen, deutlich schwieriger gut klingend in nen Songkontext zu integrieren und überhaupt erstmal zu finden.
    Hatte nur gehofft, irgendne andere Herangehensweise zu erfahren, um meiner Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Aber dann muss ich halt doch rumprobieren bis was passt...
     
  4. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 14.01.08   #4
    Verstehe...

    Beim Solieren entwickelst du sozusagen jede Idee aus der vorhergehenden und bist damit einem gewissen Fluss, solange du keine größeren Pausen einlegst.

    Fills hingegen entstehen ja sozusagen aus dem Nichts - davor ist nix zum weiterspinnen und danach kommt nix, mit dem man eine viellicht so gelungene Phrase kaschieren kann.

    .. aus dem Nichts? Aber das stimmt ja nur gitarrenmäßig. Greif also auf, was vor dem Fill läuft, z.B. hör auf den Gesang und versuch, in der kurzen Zeit, die Du dann hast, eine Antwort zu geben. Sprich mit dem Sänger, widersprich ihm oder sei seiner Meinung, führ seine Stimme fort, setz was dagegen usw.

    Geh mit dem Stück innerlich mit, lass dabei was in Dir entstehen (ja: Ideen kommen eben auch von innen, so wie Du es von Deinem Freund beschrieben hast). Wenn Du nämlich erst an der fraglichen Stelle ins Stück eintauchst, dann warst Du nicht im Flow und dann ist es bereits zu spät. DAs ist es auch, was Dein Kumpel vermutlich anders macht: Er ist schon vorher dabei. Deshalb braucht er auch nicht 20 Töne vorweg zu spielen, um den 21. und 22. zu finden.

    Stell Dir vor Du bist Paukist, hast Deine Noten vergessen und hast 5 Minuten Wartezeit bis zu Deinem einzigen Schlag am Abend. Warum wirst Du Deinen Einsatz trotzdem nicht verpassen?

    Übungen:

    # Spiel Deine sonstigen Soli und Impros mal ganz bewusst mit Pausen. Spiel 1, 2 kurze Phrasen, dann machst Du 1/2 Takt Pause und versucht, wieder reinzukommen (bzw. innerlich am Ball zu bleiben). Nächsten Gedanken spielen - kleine Pause - auf den Gedanken antworten - kleine Pause usw.

    # Probier das Call- und Answer-Spiel am besten Mal mit einigen Blues-Nummern - dort kommt dieses Gespräch zwischen Gesang und Fills am häufigsten vor und deshalb ist dort auch gut zu üben und lernen.
     
  5. anti.held

    anti.held Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.08   #5
    Okay, erstmal danke für die Tips, werd das mal ausprobieren. :great:
    Bei meinem Kumpel verhält sich das noch etwas anders, der improvisiert nicht sondern hat immer gleich den ganzen Song im Kopf und bei mir entwickelt sich das immer eher beim Spielen. Klar hab ich auch Ideen im Kopf, aber das is doch immer sehr stark Stückwerk.
    Naja, wie auch immer, werds mal probieren :)
    Gruß
    Stoepsel
     
  6. Hans_3

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    Erstellt: 16.01.08   #6
    Du hast es noch nicht so ganz gerafft ;) Zum Song gezielt(! - das war ja Dein Anliegen) improvisieren kannst Du nur, wenn Du wenigstens ansatzweise weißt, was im Song abgeht. Dein Kumpel weiß, was da los ist, Du hingegen nicht. UNd genau deshalb findest Du auch die gewünschten Licks nicht: Weil Du "improvisieren" mit "ich weiß net was los ist, aber ich versuch's halt" gleichsetzt.
     
  7. Der Seerrrräuber

    Der Seerrrräuber Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.08   #7
    Also wenn ich Fills schreibe die melodisch klingen sollen düdel ich tatsächlich immer solang in den Skalen rum bis was cooles rauskommt. Bei atonalen Übergangsfills (wie z.B. bei Opeth oft so) überlege ich mir vorher ein Rythmuskonzept über dass ich dann einfach iwelche Sachen spiel die ich mir vllt. vorstelen könnte, so geht das meist ganz schnell.
     
  8. Yberion

    Yberion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.08   #8
    Hier ist mal eine Idee meinerseits. Kann natürlich auch anders funktionieren, ist aber auch eine Vorgehensweise. Die Art, wie du Songs schreibst, hindert dich ja eigentlich trotzdem nicht daran, dir Fills auszudenken. Wichtig ist dann eben nur, dass du in der eigentlichen Begleitung einfach nicht so viel spielst, so dass eben dann noch Platz für die Fills ist. Und dann sollten die Töne, die für die Fills benutzt werden natürlich aus der zum Lied zugehörigen Skala stammen und auch noch Töne beinhalten, die in den jeweiligen Begleitakkorden vorkommen. Ein Songbeispiel für gute Fills ist meiner Meinung nach "Under The Bridge" von den Chili Peppers.
     
  9. anti.held

    anti.held Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.08   #9
    Erstmal danke für die Tipps, hab ein wenig rumprobiert und schon ein paar gute Ideen gehabt.

    Ich hab das Gefühl, wir reden aneinander vorbei. Natürlich muss ich ne Idee im Kopf haben, wie das klingen soll, was für ne Rhythmik, was für ne musikalische Grundrichtung und was am ehesten passen würde. Trotzdem schreibe ich Songs meist erst als Text, dann Akkorde dazu und dann die musikalische Ausarbeitung. Manchmal kommt auch das Riff zuerst, aber meist is das genannte die Reihenfolge. Von daher isses kein blindes Rumdaddeln ohne Konzept, ich bin nur selten zufrieden mit dem Ergebnis. Deswegen hatte ich nach Anregungen und Ideen gefragt, wie ich das verbessern kann. Das hat hier ja auch schon ganz gut geklappt. :great:
    Ich habe den Song nur meist nicht als Gesamtkonzept im Kopf fertig, bevor ich anfange zu spielen. Das entwickelt sich aus ner kleinen Grundidee heraus. Mein Kumpel hat hingegen das Problem, dass er oft ganze Songs im Kopf hat, sie aber nicht "artikulieren", also praktisch umsetzen kann. Das war der Vergleich den ich anstellen wollte. Ich glaube nicht, dass jeder Musiker seine Songs von vorneherein fertig arrangiert im Kopf hat. ;)

    Auf jeden Fall erst mal danke für die Anregungen :great:
    Gruß
    Stoepsel
     
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