Gitarrist will sich mit Jazz beschäftigen

von ginod, 19.06.07.

  1. ginod

    ginod Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.06.07   #1
    ALso ich habe bereits mir JAzz mal angehört und es klingt echt cool, doch ich frage mich warum es so klingt und was die besonderheiten sind. Was sind genau diese Jazzchords, und wie funktionieren sie welchen Aufbau haben sie ? .
    Gibt es ein Jazz Schema oder spezielle Jazz Skalen ?

    Könnt ihr mir gute Beispielssongs mal hinschreiben. Ich brauche JAzz für ein Musikstudium , wasi ch in einigen jahre anstrebe . Falls ich nicht auf Popakademie genommen werde oder so :-D
     
  2. Bellini

    Bellini Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.06.07   #2
    Jazz ist sehr komplex, gerade wenn man sonst nur Popmusik gewohnt ist. Mit einigen Skalen und einzelnen Akkorden ist die sache damit leide rnoch nicht getan. Es gibt aber grundlegende harmonische Unterschiede die man sich anfangs schonmal aneignen kann:

    Im Jazz werden die Stufen einer Tonleiter bei der Harmonisierung in Vierklänge eingeteilt. D.h. man hat bei einer D Dur Tonleiter die Akkorde:

    Dmaj7 Em7 F#m7 Gmaj7 A7 Bm7 und C#m7b5

    I ii iii IV V vi vii°

    Die Kadenz ii - V - I ist im Jazz übrigens sehr oft vertreten, spiel sie doch mal.

    Es wird auch eher in Stufen "gedacht" als in Funktionen (korrigieren wenn ich hier falsch liege), da im Jazz der Charakter der Kirchentonarten (Modi) wichtig ist (Ionisch, Dorisch, Phrygisch etc.)

    Instrumentation, Rythmus und die Improvisation sind natürlich auch charakteristisch für den "Jazz-sound". Wenn du dich intensiv damit befassen willst, empfehl ich dir die Harmonielehre von Sikora zu kaufen, da ist alles recht gut und leicht verständlich beschrieben.
     
  3. ginod

    ginod Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.06.07   #3
    gut das hat mir doch schonmal ziemlich weitergeholfen. Die 4 Stimmigen Akkorde werden zwar auch oft beim Blues verwendet. aber es hilft mir schonmal weiter. Das mit den Kirchentonleitern ebenfalls. I und 5 Stufe sind auch sehr hilfreich.

    Ich bin zwar schon schlauer, aber wie sollte ich mich nun dem Jazz nähern ? Welche Rythmusabläufe sindtypisch für Jazz bzw. welches Jazzstück ist zu empfehlen. Beim Blues gibt es ja das Bluesschema also 4 Takte , 2 Takte, 2 Takte, 1 Takt ,1 Takt
     
  4. DLGuitarman

    DLGuitarman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.06.07   #4
    Wenn du es wirklich ernst meinst, kann ich dir nur die "Neue Jazz-Harmonielehre" von Frank Sikora ans Herz legen. Er erklärt alles von Grund auf gut verständlich und praxisorientiert, ein tolles Buch (ich habs hier rumstehen). Ist die Investition wert (nicht nur für Jazzer!). :)

    Edith: Ah verdammt, ich hab das im Post meines Vorposters total überlesen :o
     
  5. iron_net

    iron_net Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #5
    Sowas wie ein "Standard-Jazz-Schema" gibt es leider nicht. Viele Jazz-Klassiker sind reharmonisierte Songs aus Musical und Filmmusik, andere stammen aus der Big Band/Swing-Ära. Wenn Du einen Einstieg in den Jazz finden willst. würde ich Dir spontan "Satin Doll" empfehlen. Dieser Standard ist harmonisch recht einfach, enthält aber viele II-V-Abfolgen und jazzige Tritonus-Substitute.

    http://www.robertovillari.it/music/Manuale/Esercizi/SatinDollANNOTATED.gif
     
  6. mk1967

    mk1967 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.07.07   #6
    Hm, wenn Du es jetzt nicht obereilig hast, würde ich sagen, neben der Theoriebüffelei vor allem: hören - hören - hören.

    Irgendwelche Leute behaupten wahrscheinlich immer noch, Jazz sei vorwiegend Musik für den Kopf. Genausogut könnte man wahrscheinlich sagen, daß Rock oder Soul Musik für den Kopf wär.

    Solltest Du Gelegenheit haben, irgendwo was an CDs, LPs etc. auszuleihen, würde ich da starten, und mich einfach hineinstürzen. Das Gefühl dafür, was sich zu hören lohnt, und was weniger, kommt früher oder später von alleine.
    Und dabei kriegt man bestimmt so gut wie beim Lesen mit, wie meistens die Reihenfolge der Solisten ist, wann 4-, 8-, 12- oder 17taktige Wechsel mit dem Schlagzeug kommen, wie die Tonbildung und Phrasierung abläuft und wat noch alles.

    Parallel würde ich mich dosiert mit Büchern schlau machen, die jetzt vielleicht nicht jeden Akkord erläutern, aber erzählen, was für Musiker wichtig waren/sind, wo die her kamen, wie sie abfuhren und was noch alles. Und dann mal gucken, wie die sich so anhören (sozusagen).

    Wo Du nach wichtigen Leuten/Stücken etc. fragst - es gibt Hunderte. Mir fiele mal so ein (fangen wir mal mit Deinem Instrument an):
    Wes Montgomery (Gitarre), Four on Six, West Coast Blues
    Charlie Christian (git): Live Sessions at Minton's Playhouse 1941
    Charlie Parker (sax): fast alles
    Sonny Rollins: LP "Saxophone Colossus"
    Joe Henderson: Recorda me und alles andere von der LP "Page One"
    Miles Davis: LPs Kind of Blue, Milestones, alles von seinem ersten und zweiten Quintett, Bitches Brew, In a silent way
    Charles Mingus: LPs "Mingus-Ah-Um", "Mingus at Monterey" etc. etc.
    Wayne Shorter: LPs "JuJu", "Speak no evil"
    John Coltrane: noch mal fast alles
    Benny Goodman: "Avalon", "I got rhythm", Carnegie Hall Concert 1938
    Duke Ellington: endlos viel, "Sophisticated Lady", "Take the A train",
    Louis Armstrong: "West End Blues" 1928
    Fats Waller: Berge von Zeug aus den 20ern
    James P. Johnson, Jelly Roll Morton: dito

    Es ufert halt einfach aus (und deshalb finde ich solche Listen einfach nur begrenzt sinnvoll), und es wird dadurch noch mehr, daß es sich auch lohnt, ganz tief in uralten Sachen zu graben, weil die Tradition auch in neuen Geschichten oft heute noch weiterlebt.

    Um's kurz zu machen:
    Falls Du an Ausleih-CDs nicht rankommst, würde ich mal im Radio auf die Suche gehen. Man muß eigentlich nur wissen, wann die Sendungen laufen. Je nachdem wo Du wohnst, könnte das Angebot gut aussehen:

    http://www.wdr.de/radio/jazz/

    http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/jazz/-/id=659242/1snziau/index.html

    http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=5978

    http://www.dradio.de/portale/musik/
    Dahinter verbirgt sich u.a. der Deutschlandfunk, der ein sehr gutes und kompetentes Jazzprogramm macht und (wie der Name schon sagt) in ganz Deutschland zu kriegen ist.

    Außerdem gibt's auch für jeden Tag Programmhinweise in den Zeitschriften Jazzthing und Jazzpodium.

    Mit ein bißchen Hörerfahrung kann man dann wahrscheinlich doppelt soviel mit Harmonielehre und dem ganzen Zeug anfangen, als wenn man nur liest...

    Michael
     
  7. Harlequ1n

    Harlequ1n Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #7
    Als Gitarrist der sich schon länger mit dem Thema Jazz beschäftigt möchte ich dir Al di Meola ans Herz legen. Zu seinen Hochzeiten galt er als bester Gitarrist der Welt und hat in erster Linie Fusion, also Jazz mit Elementen anderer Genres gemacht. Sein Album Casino ist momentan neben dem neuen White Stripes Album (bin nämlich auch kein echter jazzer ^^) mein absoluter Favorit.

    zu MK1967s gutem Tipp gibts natürlich noch eine tolle Erweiterung: Gehe auf Jazz Konzerte! Eine Musik die so stark von der Improvisation und dem Experiment lebt, kann man meiner Meinung nach am besten auf Konzerten erleben. Ich habe das Glück, dass es bei mir in der Gegend (In Rüsselsheim) wöchentlich kostenlose Jazzkonzerte gibt, zu denen ich versuche fast immer zu gehen. Nicht nur weil ich Jazz gerne höre, sondern auch, weil das alles für einen aktiven Musiker einfach ungeheuer "lehrreich" ist...das klingt ein bisschen absurd, aber ich bin mir sicher einige hier können mir da zu stimmen. Ich muss immer direkt an meine eigene Gitarre, wenn ich aus dem Konzert komme.
    Also eine Auseinandersetzung mit dem Jazz lohnt sich echt für jeden Musiker. Auch für die auf Popakademie ^^
     
  8. mk1967

    mk1967 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.07   #8
    jau, das stimmt - hatte ich glatt vergessen ;)
     
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