GL ist "tontaub" - was soll ich machen?!

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Fainted

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Abend zusammen,

ich singe seit einem halben Jahr unter "professioneller Hilfe" bei einer GL, selbst Musik studiert und an Operetten als lyrische Sopran-Sängerin mitwirkt aber auch Kammermusik betreibt. Unter der Woche unterrichtet Sie an einer örtlichen Musik-Schule.
Gleich mal vorneweg sie hat fast nur weibliche Schülerinnen, was auch dem geschuldet wohl ist weil die meisten Jungs sich nicht trauen zu singen, ferner noch Gesangsunterricht zu nehmen...
Das mal zur Vorgeschichte.

Wir haben erstmal mit dem Grundzeug angefangen wie das jeder von euch so im Regelfall kennt:
erste Stunde vorsingen und erste Übungen zur Atmung. Dann kam das mit der Stütze, Resonanzräume, Skalen, Vokalisen rauf und runter. Ich hab ihr einfach vertraut und zu hause die Übungen auf dem Piano nachgemacht.
Was mir ein wenig seltsam vorkam war das ich irgendwie das Gefühl hatte ich singe die Töne harmonisierend aber nicht so richtig exakt der Tonhöhe.
Mir wird schon mulmig das ich das erst jetzt begreife das hier was nicht simmt. (laut meiner GL liegt nämlich meine Vocal-Range bei a3 - A5... :()
Ihr hört richtig, meine tiefste passable singende Note ist ein A unter dem Mittel C !! Bitte vergibt mir ich hab mich vorher nie mit Noten auseinander gesetzt, ich wusste gar nicht welcher (Frauen-Stimm-Typ) dieser Range zugeordnet wird.
Ich hab halt einfach ihr vertraut.

Wir haben immer wieder versucht die Skalen runter zu singen, aber mein Kehlkopf ist mit tiefen Noten einfach überfordert, ich verliere auch sehr stark die Gewichtung / Kontrolle was unterhalb dem C ist.
Sie meinte immer nur ich habe eine gute Höhe, eine leicht-lyrische Stimme und jeder hat so seine Range... (dachte mir auch innerlich sie ist GL und erfahrene Sängerin und ich bin der Anfänger..)

Ganz krass wurde es nun als ich mir einen Song aussuchen sollte, ich entschied mich für die Pop-Ballade von "Stay with me - Sam Smith". (Stück hat eine Vocal-Range von Mittel C - bis a´) Dachte dann erst noch: Hää so tief kann das gar nicht sein schließlich hat Sam Smith auch ne sehr hohe Stimme...
Als ich dann das Piano-Tutorial angeschaut habe hats bei mir geschnallt das meine GL tontaub ist, und das meine Range niemals a3 - A5 sein kann.
Das war nun das erste was ich mal gegoogelt habe und siehe da es ist die Vocal Range von Mezzo-Sopranos :ugly: und sicher keine Tenoren-Range außer man wäre ein Counter-Tenor aber dafür taugt mein Falsetto gar nicht :engel:


Bin dann natürlich letzte Stunde gleich zu meiner GL und hab sie darüber aufgeklärt, entsprechend groß ist nun meine Frust und Enttäuschung.
Da meine GL meinte meine Vocal-Range wäre so hoch haben wir auch das Thema "Kopfstimme" nie groß eingebunden, stattdessen hat sie lieber mir vermittelt wie man den Raum erweitert um die Bruststimme so hoch wie möglich zu ziehen...
Jetzt wo ich meine wirkliche Range kenne merke ich das ich die Kopfstimme brauche sonst kann ich einige Songs gar nicht singen.

Sie war erstmal perplex und meinte ich würde falsch liegen, ich klinge einfach höher als die anderen Schüler (die wahrscheinlich Baritöne sind und auch bei hohe Noten tiefer klingen...).
Außerdem wäre das normal das Männerstimmen einfach 1 Oktave tiefer klingen....

Bin gerade echt überfordert, habe ihr gesagt sie wird ja wohl als Sopranistin auch mit anderen Tenören auf der Bühne stehen, dann wird sie ja wohl wissen wie hoch ein Tenor C´´ klingt.


Bin echt überfordert, leider gibt es in meiner ländlichen Gegend keinen anderen Gesangsunterricht...
Was mach ich denn jetzt?
 
drowo

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Hi, ich habe mir deinen Post zweimal durchlesen müssen und komme nach dem zweiten Mal zu dem Schluß dass du wahrscheinlich ein Mann bist. Das wird nämlich nicht so klar. Also, deine GL hat schon recht, der Tenor klingt eine Oktave tiefer als er notiert wird. Das ist jetzt nicht Umgangssprachlich zu verstehn "das klingt irgendwie tiefer" sonder man unterscheidet zwischen klingender und transponierender Notation. Soll heißen: der Tenor wird im Violinschlüssel notiert aber das C auf der ersten unteren Hilfslinie ist nicht das Schloß C / Middle C / C4 / c' sondern das ungestrichene kleine c / C3 / "One Octave below Middle C". Diese Verwirrung ist leider recht weit verbreitet, du bist in diesem Monat schon der dritte dem ich das schreibe.

Machmal sieht man unter dem Violinschlüssel eine kleine 8vb (Ottava bassa) stehen, vor allem wenn die Noten aus einer Notationssoftware kommen aber in den meisten Papiernoten wird das schlampigerweise weggelassen, "weil das ja eh jeder weiß". Also Kopf hoch, deine Range ist im "Concert Pitch" A2 - A4. Das ist völlig in Ordnung.

Edit: doch im unteren Teil wird erwähnt das es um Tenor geht. Aber erstmal dachte ich "was will das Mädel denn? die Range ist doch prima für einen Sopran" ;-)

Edit 2: Und "stay with me" ist somit am oberen Ende deiner Range.
 
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nasi_goreng

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Hi,
gerade bei Gesangsunterricht ist das Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern wichtig.
Wenn Du jetzt schon kein Vertrauen mehr hast (und ihr sogar Tontaubheit unterstellst) glaube ich nicht, dass es noch etwas bringt mit ihr zusammenzuarbeiten.
Du wirst dieses Mißtrauen bei jedem Problem mit ihr im Hinterkopf behalten und es werden immer wieder Zweifel kommen.
Ich würde mir jemand anderen suchen.
 
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Fainted

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Ja ich bin ein Mann und wie gesagt ich weiss nicht mit Kopfstimme ist jetzt so ne Sache. Brauchen ich die Kopfstimme schon, allein deswegen weil ich höhere Töne nur noch wirklich schmettern kann (H/C) aber da ist auf Dauer auch nicht das wahre und sicher auch noch nicht der Sinn für einen Anfänger...
Theorethisch endet meine Passagio schon bei G4, da denke ich auch sollte der Übergang zur Kopfstimme da sein...

Das mit anderen Lehrer suchen wird schwer, die wohnen alle 100km weg...
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Oder ich sing dann halt im Falsetto weiter, aber das klingt halt einfach nicht so toll.. ich check das halt nicht mit der Kopfstimme das die so schön voll und resonant klingt...
 
drowo

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Ich glaube du hast deine GL mit "Männer klingen tiefer" einfach misverstanden, sie hat wohl einfach den Unterschied transponierende versus klingende Notation gemeint. Hab ein bisschen Vertrauen.
 
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Silvieann

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Hallo @Fainted,
also zunächst einmal ein herzliches Willkommen hier im Forum!
Was Du über Deinen Gesangsunterricht schreibst, hört sich für mich doch alles sehr vernünftig an, Atmung, Stütze, Räume erweitern, Vokalübungen.
Als Mann im Alter von 23 Jahren, richtig?, bist Du sicherlich aus dem Stimmbruch heraus und solltest Deine normale Männerstimme gefunden haben. Tenöre werden oft eine Oktave höher notiert, ohne das dazuzuschreiben, wie @drowo hier auch schon geschrieben hat.
Hier: http://www.sengpielaudio.com/Rechner-notennamen.htm findest Du die amerikanische und deutsche Schreibweise der Töne, es gibt ja auch eine Reihe von Apps, wo man sich Töne unterschiedlicher Tonhöhen anhören kann, da kannst Du dann ganz alleine herausfinden, wie Deine Range ist - obwohl sich dabei auch einige ganz schnell um eine Oktave vertun.
Aus irgend einem Grund scheinst Du in Panik über Deinen Gesang verfallen zu sein. Deshalb möchte ich Dich gerne nach Deinen Zielen fragen und welche Musikrichtung Dir vorschwebt. Manchmal sind es sehr ehrgeizige Ziele, die auf einmal unerreichbar scheinen und einen dann in Panik versetzen können.
Deshalb: Was willst Du erreichen mit Deinem Gesang? Was willst Du eventuell später einmal wo singen?
Es gibt ja durchaus einige bekannte Sänger, die sich erst mit Mitte 20 oder so auf Gesang konzentriert haben ...
 
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Fainted

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Ich will POP singen, und was ich erreichen will? Zumindest das meine Stimme nicht ins Falsett umbricht.
Wie habt ihr denn eure Range nach oben verlängert, mir gehts nicht darum morgen schon die krassesten hohe Töne zu schmettern. Sowas braucht jahre bis sich das gut und richtig dehnt.

Ich hab das Gefühl ich kann nur Brust- und Falsetto?? Habe hier auch schon oft gelesen die Noten im Falsetto dürfte man in der Kopfstimme auch packen, also wäre das bei mir ein G in der 5. Oktave.
Habe leider alles versucht ich spüre aber keine Vibration im Kopf obwohl der Stimmsitz richtig sei meint meine GL.

War heute bei einer anderen GL die aber 100km weit weg wohnt, sie meinte manche haben gar keine Kopfstimme? Stimmt das???!!!
Sie sagte nur für 6 Monate GU wäre mein Range sehr hoch die meisten Männer kommen nichtmal soweit in der Bruststimme...
Was heisst das jetzt für mich?

Ich kann keine 100km jedesmal fahren das kostet alles zuviel...
 
Matthaei

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Zumindest das meine Stimme nicht ins Falsett umbricht.

Um das zu erreichen, musst du eigentlich genau an den Dingen arbeiten, die deine GL schon bereits mit dir macht, also Stütze, Stimmsitz, Resonanzräume, Atemtechnik,..... Das braucht Zeit und Übung. Auch der Bruch im Grenzbereich, wo du von Bruststimme zur Kopfstimme wechselst, muss evtl. erst mal "ausgebügelt" werden.

Meine Erfahrung ist aber auch, dass es ist vielschichtiger ist, als einfach nur Falsett oder gebelltete Kopfstimme zu singen... Man kann z.B. beides ineinander überlaufen lassen, etc... aber um das zu können braucht es vor allem Kontrolle, die man erst mal erlernen muss.

Wiederum kann man aber auch nicht alles direkt bewusst kontrollieren. Das Unterbewusstsein spielt auch eine Rolle, durch Übungen werden auch gewisse automatismen antrainiert. Gerade Atemtechnik und Stütze sind etwas, über das man im Laufe der Zeit immer weniger nachdenkt.

Eigentlich ist Singen lernen nicht anders, als ein Instrument spielen zu lernen.

Wie habt ihr denn eure Range nach oben verlängert, mir gehts nicht darum morgen schon die krassesten hohe Töne zu schmettern.

Habe hier auch schon oft gelesen die Noten im Falsetto dürfte man in der Kopfstimme auch packen, also wäre das bei mir ein G in der 5. Oktave.
Habe leider alles versucht ich spüre aber keine Vibration im Kopf obwohl der Stimmsitz richtig sei meint meine GL.

Auch hier, üben üben üben... Je näher du zum Ende deines Range kommst, desto wichtiger wird bspw. die Stütze, damit die hohen Töne frei fließen können und nicht auf den Hals gehen. Erst dadurch kannst du sie in die gebelltete Kopfstimme bringen.
Aber auch die richtige Körperhaltung muss erlernt werden. Ich habe z.B. jahrelang den Fehler gemacht unterbewusst meinen Kopf zu "hoch" zu halten und habe mir dann insbesondere bei hohen Tönen die Luft abgeschnürrt. Mir wäre das selber nie alleine aufgefallen und ich hatte meine vermeintliche Grenze schon akzeptiert, als meine neue GL mich mal darauf aufmerksam gemacht hat. Wiederum bei tiefen Tönen hat mir geholfen mich einfach lockerer hinzustellen und die Knie nicht durchzudrücken.

Btw. eine Vibration im Kopf ist mir noch nie aufgefallen ;-)

Sie sagte nur für 6 Monate GU wäre mein Range sehr hoch die meisten Männer kommen nichtmal soweit in der Bruststimme...
Was heisst das jetzt für mich?

Das du anatomisch schon mal gutes Material mitbringst! ;-)

Ich kann keine 100km jedesmal fahren das kostet alles zuviel...

Diese Entscheidung kann dir keiner Abnehmen. Wir kennen ja auch deine GL nicht.
Grundsätzlich musst du dir die Frage stellen, wie schon gesagt wurde, ob du ihr vertrauen kannst/willst.
Geht es nicht, dann wird dir wohl nichts anderes Übrig bleiben, als dich umzuorientieren.

Vielleicht war es aber auch einfach ein Mißverständnis. Das kommt vor... Manchmal redet man aneinander vorbei! Vielleicht hat @drowo recht und sie meinte die Notation,.. ich bin darüber auch schon mal gestolpert...und hab mich gewundert ;-)
 
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Hi @Fainted,

Ich bin auch der Meinung das du mit einer Brustrange bis A4 schon mal wirklich gesegnet bist. Die meisten schaffen es nach 6 Monaten GU so bis zum F4. Das du danach ins Falsett mußt ist OK, das diese noch dünn ist weil untrainiert ebenfalls. Du bist talentiert, aber kein Wunderkind. Hat bei mir auch Jahre gedauert. Trainier erst mal deine gemäßigte Range und mach die Übungen, deine GL wird dich dann schon an die hohen Töne heranführen. Der Vergleich mit dem Instrument lernen ist schon richtig wenn auch schwer vergleichbar. Nach 6 Monaten Klavierunterricht kann ein Klavierschüler gerade mal "Alle meine Entchen" spielen (ich übertreibe natürlich), aber das in 8 Oktaven. Ein Sänger kann recht schnell komplizierte Melodien singen, aber der Ausbau der Range ist hier die Herausforderung.

Deine(n) 100km-GL halte ich für genauso vertrauenswürdig wie die jetzige GL. Oder hältst du sie immer noch für "ton-taub"?
 
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Hallo Fainted, auch von mir ein herzliches Willkommen

Wenn Du jetzt schon kein Vertrauen mehr hast (und ihr sogar Tontaubheit unterstellst) glaube ich nicht, dass es noch etwas bringt mit ihr zusammenzuarbeiten.


Hmm ... gegen Misstrauen (sorry, Fainted) aufgrund mangelnder Information hilft aber meist auch kein Lehrerwechsel. Offensichtlich scheint es sich hier nur um eine häufige Verwechslung zu handeln, die mit jeder/m GL hätte passieren können.

Ob sie eine gute/passende GL ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Aber wäre sie tatsächlich "tontaub", hätte sich das wohl rumgesprochen und sie würde kaum ihren Beruf ausüben können.

Bin echt überfordert, leider gibt es in meiner ländlichen Gegend keinen anderen Gesangsunterricht...
Was mach ich denn jetzt?

Die Lage ist nicht hoffnunglos. GU ist für Popgesang keine Pflicht, sondern eine Option. Es steht dir offen, dir das Singen ohne Unterricht anzueignen, wie schon viele berühmte Sänger es vor dir getan haben, angefangen bei Frank Sinatra*, Elvis** über die Beatles bis Freddie Mercury**. Gerade für misstrauische Schüler ist der autodidaktische Weg manchmal für beide Seiten der bessere. ;)

Eigentlich ist Singen lernen nicht anders, als ein Instrument spielen zu lernen.

Hmm - najaaaaa. Wie hat es Shana mal so schön formuliert? "Beim Singen muss man sich das Instrument erstmal bauen". Während zB ein Klavier schon fertig inkl. aller Töne und Resonszräume. Ich finde, das beschreibt den Unterschied sehr treffend.

*Sinatra hatte laut unterschiedlicher Quellen nie eine professionelle Gesangsausbildung und konnte auch später nur rudimentär Noten lesen. Nach einer Doku auf Arte hatte er aber durchaus kurz Unterricht bei einem heruntergekommenen Professor – allerdings war seine Karriere zu der Zeit schon im Gang. Mit dem Lehrer brachte er später sogar eine Gesangsschule als Buch heraus.

** Elvis und Freddie hatten zwar keinen GU, sangen aber in ihrer Kindheit im Chor.
 
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Gib mal nicht zuviel auf diese "Vibration". Sowas spüre ich auch nicht, obwohl ich definitiv auch in meiner Kopfstimme singe. Unser Chorleiter meint auch fast immer, dass es im Kopf vibrieren soll - hat es bei mir noch nie. Ernsthaft, ich wäre beunruhigt, wenn es bei mir im Kopf vibrieren würde ...
Für mich ist es ein Ausnutzen der Resonanzräume, die ich zur Verfügung habe. Und da jeder Mensch leicht anders ist, sind auch diese Resonanzräume bei jedem etwas anders, da kommen auch dann die unterschiedlichen Stimmen und Klänge. Ich meine, hier hilft viel ausprobieren und üben. Ich kann inzwischen in meiner Kopfstimme richtig laut singen. So laut, dass meine Familie meistens wegrennt, wenn ich in lauter Kopfstimme singen will ...
Aber bei mir war und ist es weiterhin immer wichtig, dass meine Gesangslehrerin meinen Stimmsitz kontrolliert. Es ist auch manchmal so, dass ich merke, dass etwas nicht stimmt, aber nicht weiß, wie ich es korrigieren kann - sie macht das im Nu. Und es hilft mir dann auch, diese Übungen immer wieder zu hause zu machen, auch wenn sich das manchmal als unnötig oder fast wie Zeitverschwendung anfühlt. Ich muss sagen, dass ich durch den Gesangsunterricht immer mehr auch selbst steuern kann, ich habe nach oben hin ein paar singbare Töne gewonnen, wenn auch meine tatsächliche Range sich bisher nicht erweitert hat.
Und probiere selbst einfach was aus, was Dir Spaß macht. Solange nichts weh tut ...
Auch meine Lautstärke hat sich geändert. Ich kann jetzt im Chor so singen, dass man mich heraushört. Das ist natürlich nicht gewünscht, aber zuletzt war es so, alle anderen der Stimmgruppe sollten lauter singen, ich besser leiser ...
Ich an Deiner Stelle würde vermutlich bei der Gesangslehrerin erst einmal bleiben. Für mich hört es sich so an, dass sie weiß, was sie tut. Du mußt Dich allerdings auch darauf einlassen, sonst wäre es Geldverschwendung und Zeitverschwendung.
 
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Matthaei

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Hmm - najaaaaa. Wie hat es Shana mal so schön formuliert? "Beim Singen muss man sich das Instrument erstmal bauen". Während zB ein Klavier schon fertig inkl. aller Töne und Resonszräume. Ich finde, das beschreibt den Unterschied sehr treffend.

Das ist eine schöne Formulierung.
Allerdings, rein anatomisch gesehen sind deine Resonanzräume auch schon vorher festgelegt, du kennst sie halt nur noch nicht. Dein Tonvorrat ist durch deine Stimmbänder auch physikalisch vordefiniert, du kannst sie nur nicht sofort alle ohne Training herauskitzeln.

Das ist beim Gitarrespielen aber auch der Fall. Hier hat die Fingertechnik (Druck, Fingerposition, Fingerkuppenposition etc.) einen nicht unwesentlichen Einfluß auf den Ton, obwohl das Instrument an sich schon vorgegeben ist.

Aber das sind Haarspaltereien einer Analogie, die eigentlich nur sagen will:
Es braucht seine Zeit und Erfahrung, bis man gewisse Sachen mit seiner Stimme anstellen kann. ;-)
 
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Hier hat die Fingertechnik (Druck, Fingerposition, Fingerkuppenposition etc.) einen nicht unwesentlichen Einfluß auf den Ton

Das ist alles richtig. Aber ein ganz wesentlicher Unterschied bleibt, dass man Saiten, Tasten, Hände und Finger sehen und als Lehrer zur Not auch anfassen kann. Man kann fast alles auch visuell vormachen. Das geht beim Stimmapparat nicht. Da kann man höchstens die Körperhaltung oder Mimik korrigieren.
 

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