Grundlagen Gehör

von MathiasL, 29.08.06.

  1. MathiasL

    MathiasL HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 29.08.06   #1
    Hallo Zusammen!
    Ich will im folgenden einige Grundprinzipien erläutern, sowie ein paar
    elementare Übungsformen herausgreifen.
    Ich kann hier beim besten Willen nicht alles aufschreiben, was es zu sagen gäbe, zumal
    Gehörbildung, bzw das Üben, eine recht individuelle Sache ist, bei der die Arbeit
    von Mensch zu Mensch, also Schüler –Lehrer, nicht zu ersetzen ist.

    Das Gehör ist sehr sensibel und im Grunde wenig belastbar.
    Die Konzentration die beim angestrengten Hören aufzuwenden ist, ist beträchtlich.
    Ergo kommt recht schnell Ermüdung. Man merkt dies meist, wenn man sich an einer
    Stelle fest beisst und nicht weiterkommt.
    Beim Mischen ist dies oft besonders problematisch,weil man den Mix verschlechtert
    wenn man nicht aufpasst und zu lange gearbeitet hat.

    Auch jeder, der schon mal viele Stunden zu spielen hatte, wird festgestellt haben, dass
    da manchmal krasse Fehler passieren, die man sich eigentlich gar nicht erklären kann.
    Das ist alles nachlassendes Gehör und das ist auch kein Wunder, denn es wird ja unablässig mit Schall zugedröhnt.(Und dann nat. noch nach dem Gig,..oder beim Nachhausefahren,..)
    Ich höre z.B. beim Autofahren niemals Musik, ich bin froh, wenn mal Ruhe ist.

    Tonales Hören:

    Hierbei geht es um gefühlsmäßige Schwerpunkte, bzw. Unterschiede in
    der Spannung der Töne zum Grundton oder noch anders: deren Gewichtung.
    Ein Melodiediktat beispielsweise funktioniert NICHT, indem man die Intervalle
    von Ton zu Ton bestimmt, sozusagen horizontales Hören, sondern indem
    man jeden Ton in seiner Bedeutung zum Grundton in Beziehung setzt, vertikales
    Hören also.
    Um die grundlegenden Effekte des tonalen Hörens klar zu machen, bleiben wir zunächst
    sinnvollerweise in Dur und um der Einfachheit willen in C-Dur. Kopfarbeit ist nämlich
    hier zunächst überhaupt nicht angesagt.

    Wenn wir uns mal folgende kleine Tonfolge betrachten bzw. singen: C-D-B-C,
    und die Töne schön lange aushalten, stellen wir fest, dass die Töne D und B
    IRGENDWIE um den Ton C kreisen.Man stelle sich z.B vor, es seien Monde,
    die um einen Planeten kreisen. Es gibt sie, sie bleiben in ihrer Position, aber wäre da nicht die
    Schwerkraft, würden sie doch zu gerne in den Planeten stürzen.
    So fühlt es sich bei der Note B so an, dass sie zum Grundton hinstrebt und zwar mit
    Vehemenz. Nicht umsonst heisst dieser Ton ja auch Leitton.
    Das D hingegen hat die Tendenz abwärts zum C zu fallen, auch gerne über den Umweg nach B, wie in unserer kleinen Tonfolge.

    Man kann nun diese Gefühlszustände durch Training sehr gut kultivieren, sodass
    quasi ein inneres Assoziationszentrum aufgebaut wird.
    Ein paar Bilder, die natürlich alle frei gewählt werden können:
    Die Terz klingt sehr süßlich, fast schon kitschig oder: Honigtopf....
    Die Quarte ist außerordentlich wackelig und droht ständig, in den Honigtopf zu fallen,..
    Die Quinte löst das Gefühl der Urspannung aus, des absoluten Dranges, sich
    mittels eines Quintfalls in den Grundton hin aufzulösen. Wir kommen gar nicht umhin,
    automatisch den Dom7 unterbewusst ’’mitzuhören’’, auch wenn nur ein Ton
    erklingt.
    Die Zielsetzung ist natürlich, irgendwann das direkte Bestimmen eines Tones, ohne Zuhilfenahme von Bildern/Assoziationen etc, indem dieses Zentrum übergangen werden kann. Es wird keine Hilfestellung mehr benötigt.
    Dies macht Assoziationen etc. aber keinesfalls hinfällig.
    Es gibt nämlich immer verschiedene Anforderungszustände. Man könnte also
    z.B 100% sicher Dur von Moll unterscheiden, aber eben keine
    2stimmige Melodie aufschreiben, sodass man hier, wenn man dann in den Bereich der
    Leistungsgrenze kommt, jede Methode benutzen darf, die zum Ziel führt.
    Und das sind eben die Assoziationen, Gefühle, Gefühlswerte, Spannungen/Gewichtungen.
    Auch das Ausschließungsprinzip ist, hin und wieder, absolut praktikabel.


    Empfohlene Übungen:

    1)Tonleiterstudie: C-D-B-C // C-F-E-C // C-A-G-C // B-C (Oktave über der Anfangsfigur)
    Dann wieder abwärts: A-G // F-E-D-C

    Jeden Ton lange aushalten und sauber intonieren. Bilder entwickeln, Gewichte erfühlen,..
    Es steckt sehr viel hinter dieser kleinen unscheinbaren Melo (Meister Joda lässt grüssen) .

    2) Lieder aus dem Kopf aufschreiben.
    Hierzu nimmt man am besten zunächst Kinderlieder oder ganz einfache Melos,
    z.B. Bruder Jakob, Ghetto Superstar, Oh Tannenbaum, Big big girl in a big big world, etc...
    Auf KEINEN Fall ein Instrument zu Hilfe nehmen, sondern des Werk zuende bringen ,
    egal wie! Erst DANACH überprüfen und sich mit den Fehlern auseinandersetzen.
    z.B. Wie konnte ich ‘ne Terz hören, wenn’s doch eine Quinte war ?
    .Dies weist auf individuelle Schwächen hin,...daran arbeiten,..am Ende
    dieses ganzen Prozesses das Lied noch mal aufschreiben, und zwar sehr sauber. Dann
    nat. absolut fehlerfrei.

    3) Telefonnummern singen (oder Börsenkurse, wenn’s beliebt).
    Die Zahlen stehen für die Stufen. Für Null und Neun muss man sich was einfallen lassen.
    Kann jeder machen, wie er will.


    Nicht Tonales Hören:

    Dies kann Atonal bedeuten, aber auch z.B. Intervalle bestimmen, was man nicht zwingend
    als Atonal bezeichnen kann, weil hier teilweise auch tonale Effekte eine Rolle
    spielen können. Der Unterschied in den Anforderungen ist der, dass man
    sich eben nicht unbedingt vor dem Hintergrund einer Tonart bewegt, wenn
    man z.B. einen Tritonus erkennen soll.

    Ich möchte mich an dieser Stelle zunächst auf das Hören von Intervallen beziehen
    und diese erst mal grob vorsortieren und in drei Bereiche aufteilen.

    1) Intervalle mit harmonischem Gehalt: Terzen und Sexten
    2) Intervalle mit einer Spannung/Dissonanz: Sek/Sept/Tritonus
    3) Intervalle die weder einen harmonischen Gehalt haben, noch eine Spannung darstellen. Also: Oktave/Quinte /Quarte

    Wir sehen hier mal ein Beispiel für das Auschliessungsprinzip: es wird z.B. eine
    Quarte gespielt. Der Hörer erkennt zunächst nicht direkt, was es ist, sehr wohl aber,
    dass hier keine Reibung vorliegt, noch empfindet er ein deutliches Dur/Moll Gefühl.
    Er darf dann ruhig zum Schluss kommen, was dieses Int. zunächst NICHT ist, um sich dann
    viel entspannter um die verbleibenden Alternativen zu kümmern.

    Die exakte Bestimmung darf sich dann wieder allerlei Hilfsmittel bedienen.
    Liedanfänge sind beliebt und funktionieren gut.
    Aber auch wieder Bilder, z.B. Quinte als hohler Baumstamm, bei dem das Mark fehlt,
    oder von mir aus gerne auch Filme über das alte Rom , bei welchen die Fanfare das Grosse
    Fressen der Löwen einläutet.
    Der Tritonus wiederum entweder als Bestandteil eines Dom 7 Akkordes, oder als
    Rahmenintervall des verminderten Dreiklangs, oder als Liedanfang ’’Maria...’’

    Empfohlene Übungen:

    1) Intervallreihen singen.
    a) Sekundreihe: grosse/kleine Sekunden aufwärts/abwärts
    b) Terzreihe : grosse /kleine Terzen aufwärts /abwärts
    c) Quinten/Quarten/Tritonuns ,genau wie bisher
    d) Sexten
    e) Septimen

    Immer den ersten und letzten Ton gleich, um die Intonation zu überprüfen.
    Vorher notieren!
    Wer grosse und kleine Septimen problemlos und gut intoniert aufwärts und abwärts singen kann, darf sich bereits eines recht guten Levels erfreuen.


    2) Drei und Vieklangsumkehrungen von EINEM Ton aus singen:zb

    C-E-G (C-Dur Grundstellung).......C-Eb-Ab (Ab-Dur,1te).....C-F-A (F-Dur 2te)


    Oder maj7:C-E-G-B,.....C-Eb-G-Ab (Abj7 1te) usw


    3) Intervalle innerhalb einer Oktave

    Prinzipiell ist zu sagen, dass das Üben am Klavier am besten scheint, da
    der Klang eher neutral ist. Eine Gitarre klingt z.B. in den Lagen bzw. auf den
    verschiedenen Saiten anders und das kann das Hören zunächst mal zusätzlich erschweren.Wer kein Instrument hat, soll bitte beim Singen bleiben!!,...dies ist nämlich eigentlich gar kein Nachteil, sondern eher die Hardcore Variante des Übens.
    Alle Nichtpianisten können dagegen einfach die Augen schliessen, und die Hände
    Überkreuz dann einfach auf die Klaviatur legen, bzw wahllos immer zwei Tasten
    drücken.
    Ein guter Pianist weiss dann sicherlich trotzdem, was er da gerade drückt, es
    bleibt ihm also auch zunächst nur das Singen, bzw. das Üben zu Zweit, oder das
    Organisieren von Übungscd’s o.ä.



    4) Intervalle über mehrere Oktaven

    Hier gelten keine neuen Erkenntnisse oder Effekte. Man sollte die gleichen
    Bilder /Assoziationen verwenden wie vorher auch.Sie sind allerdings nicht mehr
    so deutlich wahrzunehmen.
    Umgekehrt könnte man sagen, man muss sein ’’Sichtfeld’’ auf die nächst feinere
    Auflösung einstellen.
    Intervalle schnell und sicher über mehrere Oktaven zu hören .liegt schon ungefähr in dem
    Anforderungsbereich einer Aufnahmeprüfung für eine Musikhochschule.


    Abschliessend:

    VOR allen genannten Übungen steht erst mal das sichere Nachsingen bzw intonieren eines
    EINZIGEN Tones, auch und vor allem, wenn er sich nicht in der Tonalge befindet, die man stimmlich besitzt. In diesem Fall muss man den Ton durch Oktavieren in seine Lage bringen.
    Gerade diese Aufgabe ist für manchen anfangs gar nicht so leicht.
    Intonieren üben!!: einen Ton ganz bewusst möglichst stufenlos nach oben oder unten
    Pitchen,während man den zu intonierenden Ton gedrückt hält. Ja: Es SOLL
    fürchterlich klingen, wenn man um die exakte Frequenz herumsingt,
    bekommt man ein GEFÜHL dafür, wie geil es ist, genau zu treffen.
    Da ist dann absolute herrliche Ruhe.

    Einrichten einer Art Warnsystem, um überflüssige Fehler zu vermeiden.
    Es passiert in der Tat häufig, dass jemand eine Melo notiert und sich schon in den
    diversen Details verstrickt hat, ohne zu bemerken, dass er in einer völlig falschen Taktart
    denkt.Ich benutze gerne das Bild eines Teleskops, bei dem man immer wieder mal
    ran oder wegzoomen kann.
    Gerade am Anfang eines Hörvorgangs sollte man sich erst mal ein paar grunsätzliche Dinge
    klarmachen, um sein Spielfeld abzustecken,bevor man ins Detail geht.
    Im Grunde ähnlich dem Ausschliessungsprinzip.

    Grüße!
     
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  2. Fingers Freddy

    Fingers Freddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.06   #2
    Schade dass das hier wahrscheinlich so wenige lesen, toller Workshop! :great:
     
  3. Dragekonge

    Dragekonge Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.09.06   #3
    Ich muss echt sagen Respekt, Super Formuliert und super erklärt. Unser Musik Lehrer geht ähnlich vor um uns an das Thema herannzuführen, aber jetzt verstehe ich die Zusammenhänge noch ein wenig besser und das ganze ergibt ein wenig mehr sinn.

    MFG Alexander
     
  4. walking gills

    walking gills Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.06   #4
    Schöner Workshop!

    Ich gehöre allerdings zu den "manchen", für die schon das saubere singen ein Problem darstellt. Gibt es noch mehr gute Möglichkeiten das zu üben, wie eine Taste/Saite anschlagen und den Ton nachsingen?
     
  5. MathiasL

    MathiasL Threadersteller HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 16.09.06   #5
    Nö!,sorry but,...weniger als Singen wäre ja NICHt Singen,...und weniger als einen Ton anschlagen ,wäre ja KEINEN Ton anschlagen,....also ich befürchte ,da gibts nix Bunte mässiges wie Gehörmeister in nur 14 Tagen,...

    Du solltest aber,da wiederhole ich mich ,Dir sehr viel Zeit lassen ,und es in aaaller
    Ruhe angehen.Also Rechner /tV/Handy etcpp AUS,und dann am besten nat. mit kompetenter Unterstützung.
    Der Punkt ist wirklich häufig der,dass man versucht die gestellten Aufaben zu SCHNELL
    bewältigen zu wollen,frei nach dem Motto,..''uff,bin froh wenns vorbei ist''

    Versuche ,so paradox es klingt,es auszukosten ,was Du zunächst nicht kannst.
    Wenn Du in Ruhe lange genug dran bleibst,wirst du schon merken ,wann Du dann
    finally richtig liegst.
    Ab diesem Zeitpunkt bist Du nicht mehr aufzuhalten,ausser Du beschliesst ,nicht mehr zu üben.

    Zazit: Es gibt keine geheimnisvolle Masterübung,...Der ZENTRALE Punkt
    ist die AUSFÜHRUNG!!!....aber das ist ja eigentlich eine Binsenweisheit,oder?

    Grüße!
     
  6. walking gills

    walking gills Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.09.06   #6
    ok, danke. ;)
     
  7. Apfelsaft

    Apfelsaft Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.07   #7
    DANKE!!!
    Mann, bin ich dir dankbar für diesen Workshop, das ist so genau das, was ich gesucht hab, so was braucht die Welt!!!
    Das trifft so dermaßen den Kern dessen, was ich mir anzueignen brauche, um wirklich spielen zu können, danke, danke, danke!!!
     
  8. Para-Dox

    Para-Dox Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.07   #8
    Da ich z.Z sowieso nicht gross spielen darf, hab ich jetzt vor ner Stunde mit der Gehörbildung angefangen.

    Solange hats nun gedauert, bis ich schön Bilder für die einzelnen Intervalle vor mir hatte.

    C-D = Ein Flugzeug startet, kommt aber nicht weg vom Boden (C)
    C-B (tief) = Flugzeug crasht wieder hinunter auf den Boden (C)
    C-E = EIn Clown steht da, so wie man Ihn kennt. Einfach süss und stimmig :)
    C-F = Ein Clown hat nen Witz gemacht und macht jetzt das was typisches für Ihn, was er aber nicht ganz hinbekommt
    C-G = Ne Trauerweide die im Wind flakert, sie strahlt was ruhiges aus
    C-A = Zwei Leute, sie blickt plötzlich erschreckt auf, da etwas nicht stimmt
    C-B = Jemand schreit weil er erschreckt wurde :p
    C-C = Ein sich küssendes Liebespaar

    Ich hoff ich hab mir richtige Bilder geschaffen, ich geh weiter üben :D
     
  9. MathiasL

    MathiasL Threadersteller HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 14.05.07   #9
    Hi Paradox!

    Sorry für meine späte Antwort, denn Dein Beitrag hätte schon längst eine Antwort verdient.
    Grundsätzlich nämlich klasse und richtig was Du sagst bzw tust. Hoffe Du kommst vorwärts!

    Ich finde ein paar Deiner Bilder allerdings etwas umständlich.
    Vielleicht möchtest Du ja einige Anregeung aufnehmen.
    Nat. kannst Du alles wählen was Du willst, solange es funktioniert.
    Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade die Beratung bei der Auswahl der Assoziationen den Schüler schneller weiterbringt.

    zur Quarte: Da verstehe ich Deinen Satz sogar nicht. Sehr gut:die Verbindung
    zur Terz.Aber was hättest Du gegen meinen Vorschlag aus dem Artikel?
    Das Bild unterstreicht in meinen Augen viel besser die ''Wackeligkeit''
    der Quarte.

    zur Quinte: hohler Baumstamm, durch den man durchgucken kann.
    Vielleicht etwas griffiger?, sprich, das Mark also die Terz, fehlt.
    Irgendetwas LEERES also...

    zur grossen Sexte : löst bei mir immer etwas Stimmiges aus.Entweder als
    Rahmenintervall eines Durdreiklanges in der 2ten Umkehrung,
    oder eines Molldreiklangs in der ersten.Beides jedoch viel eher
    Zustände von Ruhe als von Erschrecken.....

    ..und unterschätze nicht die direkten Bezüge zu Musik, also zb den Klassiker
    Liedanfänge vorstellen.Grosse Sexte:my bonnie........

    was meinste?

    Grüße!
     
  10. moniaqua

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    Erstellt: 16.07.07   #10
    Hey, der gefaellt mir.

    Eine kleine Ergaenzung, grad fuer die Mathematiker in uns ;) :

    Sehr hilfreich, auch um lernen, vom Blatt zu lesen, war fuer mich die Methode, die mir meine erste Gesangslehrerin gezeigt hat:

    Tonleiter(n) rauf und runter singen, und zwar auf 1,2,3,4,5,6,7,1
    Und natuerlich Intervalle singen, 1-2-1, 1-3-1, etc. Ruhig in verschiedenen Tonarten.
    Und dann sind wir schon wieder bei den Telefonnummern :-)

    Unter Lieder, die man uebt, diese 1, 2, 3 etc schreiben, bezogen auf den Grundton der Tonart, in der das Lied geschrieben ist.

    Also, "Alle meine Entchen" in C waere dann
    1 2 3 4 5 5 6 6 6 6 5 6 6 6 6 5 4 4 4 4 3 3 2 2 2 2 1
     
  11. roofonfire

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    Erstellt: 16.07.07   #11
    Hi Mathias, danke für die Tipps. Echt gut. Gerade, dass Du auch konkrete Assoziationen anführst und erläuterst.

    @moniaqua: Wie wurde bei der Methode Deiner Gesangslehrerin ein Invervall nummeriert, das nicht rein/groß war?

    Grüße
     
  12. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.07.07   #12
    Erstmal - es war iirc nicht die Methode meiner Gesangslehrerin, sondern sie hat sie mir gezeigt ;)

    In einer Dur- bzw Molltonleiter sind ja die Intervalle festgelegt. Musst Dir natuerlich klar drueber sein, ob Du Dur oder Moll singst. Weicht ein Ton in einem Lied ab von der Tonleiter, klatschte einen Pfeil rauf/runter dahinter, je nachdem, ob er hoeher oder tiefer ist, als er sonst waere. Oder wegen meiner auch ein # oder ein "b".
     
  13. roofonfire

    roofonfire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.07   #13
    @moniaqua: Ok, liegt natürlich nahe :rolleyes:
     
  14. relact

    relact Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.07.07   #14
    Ein toller Einstiegs-Thread, den Du hier geschrieben hast! :great: Bin grad drüber gestolpert (ohne mir ernstlich dabei weh zu tun ;)), als ich auf der Suche nach Hilfestellung bei Mehrstimmigkeit war .... leider ... wie Du schon sagst, kannst Du nicht alles aufschreiben, was es zu sagen gäbe .. warum ich auch nicht fündig wurde ...

    Gibt es eine spezielle Hilfestellung oder Technik beim Heraushören von mehrstimmigen Gesangsparts?

    Ich höre die Hauptstimme in der Regel sehr schnell und gut .. allerdings hab ich große Probleme, wenn es um weitere Stimmen geht. Die Hauptstimme gräbt sich so sehr in mein Ohr, dass ich mich sehr stark davon ablenken lasse und darum große Probelem habe, weitere Stimmen zu hören.

    Konkret arbeiten wir gerade rund 25 Beatles Nummern aus ... für ein Programm, das in der 2. August Hälfte bühnenreif stehen muß. Text, Akkorde, Gitarrenparts und Hauptstimmen haben wir mittlerweile tutti completti rausgehört und die Dinge sitzen jetzt bei mir.

    Das Raushören der 2. und 3. Stimme macht mir grad große Mühe ... für alle Tips und Hilfestellungen *wie ich mein Ohr dazu bringen, die Karaoke-Version ;) zu hören* bin ich dankbar.

    Greetz relact
     
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  15. MathiasL

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    Erstellt: 16.07.07   #15
    ..auf gehts:

    erstmal mit Zweistimmigkeit beginnen, also eben ein Intervall.

    Am besten: Vor einer Klaviatur sitzen, die Hände überkreuzen, damit man auch ja nicht
    ahnen kann, was man drückt( pardon an alle Klaviergenies), Augen schliessen! und sich
    in aller Ruhe voll in den Klang versenken.Dann die Töne nachsingen, dann überprüfen, wenn nötig.

    Sollte sich herausstellen, dass man daneben lag, NICHT ein anderes Beispiel wählen, sondern die Töne einzeln anspielen, nachsingen, und dann den jeweils gewählten Ton zu BEIDEN am Klavier gehaltenen Tönen intonieren.

    Solange weitermachen, bis man problemlos beim Nachsingen zwischen den Tönen
    hin und herspringen kann. Bild: Stationstasten beim Radio.

    Nächste Schritte liegen auf der Hand: Dreiklänge/ Vierklänge in enger /weiter Lage
    (sogenannte drop-voicings) , Umkehrungen derselben, Übungsausführung bleibt gleich.

    Lecker und schräg: blind 3 - 5 (zunächst empfohlen) Töne gleichzeitg drücken, also
    gerne und bewusst völlige Disharmonien, Ausführung bleibt gleich.
    Dabei evtl beachten, dass man nicht gehört wird. Wenn man da ne halbe Stunde in einem Klang hängt, kann das schon mal die Umwelt nerven:-)

    Grüße!
     
  16. moniaqua

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    Erstellt: 16.07.07   #16
    Saach ma, nachdem er von "wir" spricht - waer's da nicht g'schickt, die machten das zu zweit? Dann weiss der Hoerende bestimmt ned, was der andere spielt ;)
     
  17. MathiasL

    MathiasL Threadersteller HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 16.07.07   #17
    ,..logo!,..sorry,..ich vergass,...nat. ist zu zweit üben ne super Sache.
    Ich bin gedankenloserweiser vom anderen Fall ausgegangen, der eben häufiger vorkommt,
    bzw davon, dass jemand täglich ne minimum halbe Stunde trainiert.
    Das lässt sich selten gemeinsam einrichten...
     
  18. relact

    relact Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.07.07   #18
    Wenn ich Dich richtig verstehe ... soll ich nicht primär die Gesangslinie der zweiten und dritten Stimme heraushören, sondern zunächst jeweils die Harmonie und den Akkord jeder einzelnen gesungenen Silbe!!

    Ich glaube, das macht jetzt meine Sackgasse zur Autobahn!

    Der Ansatz gefällt mir außerordentlich gut ... :great:

    Wie wahr! Das würde ich als Meta-Prinzip des Übens hier posten! Diese Bemerkung ist so eine Art Variante von: meine Nachbarn haben keine Ahnung wer John Marshall ist ... aber sie hassen ihn! Wobei ich bei dieser Variante eher nicht davon ausgehe, dass eine einzelne Harmonie über eine halbe Stunde analysiert wird. ;)

    Das find ich aber lieb von Dir, dass Du uns gemeinsam zum Üben einteilst! ;) Die Idee, Blinde Kuh am Klavier zu spielen ... hat einen gewissen Charme...!

    Das ließe sich gut mit der Reise nach Rom kombinieren ... wer die Stimmen bei Ende der Musik nicht errät, verliert seinen Sessel und muss im Stehen Klavier spielen ... :D

    Wie gedankenlos von Dir! *entsetzt-bin* ;)

    Wir sehen uns ein-, zweimal die Woche ... und weil zu zweit üben eine super Sache ist .... in der Regel zu dritt ... beim Beatles Cover Projekt sogar zu viert ... aber ausarbeiten und üben tut jeder seine Teile zu Hause. Beim Proben muss das schon sitzen.

    Also hast im Grunde recht ... alleine daheim üben ... und die Familie und Nachbarn nerven ...

    DANKE für Eure Hilfe! Ich hab jetzt eine konkrete Idee, wie ich das angeh! :great:

    Greetz relact
     
  19. moniaqua

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    Erstellt: 18.07.07   #19
    Hmmmm. Wenn ich so denke, genau in die Richtung trietzt uns unser Chorleiter auch immer. Der erzaehlt uns oefter mal was von Schwarzen Akkorden oder Neapolitanern und das soll jetzt dissonant klingen oder das nicht - da bleiben wir durchaus auch mal auf einem Ton aeh, Akkord :o stehen, bis er sauber ist.

    Ja, gell? :D Stell ich mir huebsch vor, beide mit Tuechlein um die Augen ;)
    LOL Da entstehen noch ganz neue Spiel-Ideen...

    Im Prinzip bin ich bei Dir. Nur vier Ohren hoeren vielleicht manchmal mehr als zwei ;) Muss ja keine Dauereinrichtung sein.
     
  20. relact

    relact Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.07.07   #20
    gelle! :) da bin ich mit großer begeisterung und leidenschaft dabei!

    die vier ohren meiner beiden band-freunde-kollegen hören auf anhieb zweite und dritte stimmen ... das sind unbeschreibliche talente auf dem gebiet ... da hab ich großen aufholbedarf ... drum werd ich das jetzt üben, üben, üben ... nachdem wir nur mehr fünf wochen zeit haben und ich davon drei wochen im ausland bin ... muß ich da alleine durch ... mit portablem cd spieler (vorgänger des mp3 players, datiert auf antike oder mittelalter) auf den bergen der alpen und im sand von griechenland ...

    ... damit andere feriengäste auch was von der schönen musik der beatles haben ...

    PS: ich denke, dein chorleiter meint damit nicht die einwohner von neapel ... weil die sind nicht schwarz :D ... eher maffia mäßige sextakkorde ;)
     
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