Klar ist es wichtig und essentiell für einen Bassisten, zusammen mit dem Schlagzeuger das Fundament eines Songs zu bilden. Ich würde mir aber mehr unvergessliche Lines von Bassisten wünschen. Nicht immer nur Grundtongerammel. Ist ein Klischee, ich weiß. Aber vor allem in Bereichen wie Metal/Rock/Hardcore trifft es verteufelt oft zu.
Man muss halt auch die Musik und die Bandbesetzung sehen. Nehmen wir doch mal als Beispiel Bassisten wie Greg Lake (Emerson, Lake and Palmer), Jack Bruce (Cream) und Geddy Lee (Rush). Was haben diese Bands gemeinsam? Richtig, es sind Trios. Und zwar Trios, die jeweils aus drei Virtuosen oder wenigstens guten Musikern bestehen. Alle drei Bands waren oder sind Bands, in denen es wichtig ist, dass die Musiker allesamt gewisse Fähigkeiten haben. Und in allen drei Bands spielt auch der Bass eine markante Rolle. Mal im Support, mal im Melodiespiel, mal aber auch als Soloinstrument. Hat man jetzt aber ein Set mit Drums, Percussion, zwei Gitarren, Keyboard, Sänger/in etc. muss der Bass auch irgendwo als Kit funktionieren, kann aber natürlich auch mehr. Aber wie es bei justchords so schön heißt sollte man, nur weil eine Kuh fliegen kann, das nicht als Normalzustand betrachten.
Klar ist es immer wieder schön, wenn Bassisten durch markantes Spiel hervorstechen und das ist es doch irgendwo, was die meisten Bassisten auch wollen. Trotzdem ist mir ein stimmiger Grundtongroove in vielen Zusammenhängen einfach wichtiger als übertriebenes Gefuddel, denn das ist Sache der Gitarrenhelden.

Der wirklich gute Bassist glänzt imho dadurch, dass er das zum Song beiträgt, was den Song bereichert. Sei es Support, ein Grundtongroove, eine melodische Basslinie oder auch ein Solo. Das sollte natürlich auch für alle anderen Musiker (und Drummer) gelten.
So, genug gegen und für Klischees gekämpft. Das nennt sich nun unauffällig...
Gruß,
Carsten.