Hammond XK3 gegen Roland VK8

von marktheshark, 09.12.06.

  1. marktheshark

    marktheshark Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.06   #1
    Hallo Folks,


    ich habe gestern mal wieder eine ausgiebige Testsession in punkto Hammondclons gemacht und wollte euch meine Erfahrungen mitteilen. Freue mich auf eure Anmerkungen. Angetreten sind Hammond Xk3 und Roland Vk8.

    Erster Eindruck:
    Beide Instrumente sind gar nicht mal so leicht. Wer also meint zum Hammondfeeling gehört schleppen wird nicht ganz entäuscht. Die Roland ist natürlich ein bisschen leichter (weil nur 61 Tasten). Die Hammond ist etwas schwerer. Sie hat ja noch die schwarzen Presettatsten und eine etwas höhere Gehäusetiefe. Insgesamt scheinen beide Kandidaten gut verarbeitet zu sein.
    Gleichstand.


    Tastatur:
    Hier hat die Hammond die Nase vorn. Die Tastatur spielt sich sehr angenehm und kommt meiner B3 schon recht nahe. Die VK8 ist etwas leichter, kommt aber auch nicht schlecht. Knappes Ergebniss.

    Habe auch mal den Nordstage angeworfen. Gut das ist eine andere Baustelle und vor allem für die interessant die auch ein nettes Fender Rhodessample brauchen. Die Tastatur ist mir aber viel zu leicht gewichtet um beim Klavierspielen Spass aufkommen zu lassen. Fürs Orgeln ist sie wiederum zu schwer. Insofern ist die Tastatur ein Kompromiss der niemanden gerecht wird.


    Sound:
    Folgende Sound habe ich bei beiden Kandidaten verglichen
    888000000. Der wichtigste Grundsound (meiner Meinung nach) für Comping wie solo. Ich benutze ihn meist ohne Percussion.

    888000005
    HIer kann man beim Solospielen so ein kleines bisschen Höhe und Glanz mitreinbringen.

    025543451
    Ein hoher Spacesound, den ich gerne mit schnellem Leslie verwende um leise Akkordpads zu legen. Bei ner B3 denkt man gleich landen die Ufos.:)


    Hammond einschalten und sich wundern. Das Teil klingt echt mies. Keyclick nervt, weil viel zu laut.
    Nix warm. Beim Sound 1 ist die Percussion viel zu laut. Gut ich spiele wie gesagt meist ohne perc, aber wenn dann bitte nicht so laut. Bei Sound 2 stellt sich der gewünschte Effekt ein und No.3 ist auch ok, das sirrt schön. Allerdings dauert mir das anlaufen des Leslies viel zu lange.
    Gut gefallen hat mir der Chorus in der C3 Stellung. Meine Lieblingsstellung (nach der Reiterstellung, ha ha, ha....)
    Insgesamt ist der Klang aber irgendwie nicht mein Geschmack.
    Nachdem ich aber in die Editmenüs abgetaucht bin und den Keyclick gebändigt habe und die Percussion leiser geschaltet habe. War es viel besser und hat Spass gemacht. Wenn man dann statt dem 122er Leslie ein 760 wählt, gehts auch mehr ab. Sprich in dem Instrument steckt Potential. Wahrscheinlich gewinnt es durch ein externes Leslie nochmal richtig.

    VK8: Der Sound direkt nach dem einschalten ist erstmal besser. Die 88800000 macht auch nicht viel Spass, Bei den anderen Zugriegeleinstellung sieht es besser aus. Der Chorus ist nicht so nett wie bei der XK3. Percussion fügt sich besser ein. Keyclick ist in einem vernünftigen Verhältniss. Leslie ist ok, nicht super, aber ok. In der ersten Runde punktet die VK8. Beim einstellen der Sounddetails zeigt sich die Hammond dann flexibler und gewinnt die 2.te Runde. Die Rolandorgel hat ein paar Regler auf der Oberfläche, bei der Hammond muss man ins Display schauen, dafür geht dann auch mehr.

    Die zusätzlichen Sounds der Roland, sind nicht wirklich toll. Wenn man aber mal schnell bei einer Probe ein E-Piano braucht ist es ok. Für die Bühne wäre es mir zu minderwertig.

    Beim Ufo-sound hat ebenfalls die XK die Nase vorne.

    Bedienung:
    2 Sätze Zugriegel, vorne und ein Chorus - Drehknopf. Hier gewinnt die Hammond. Das editieren bei dem kleinen Display ist ok. Ein grösseres Display hätte die Optik des Instrumentes eher gestört. Mir sind da schon zu viele LED´s und zu wenig Kippschalter.....
    Die Rolandorgel lässt sich jetzt aber nicht schlecht bedienen.

    Zerre, Kreischfaktor:
    Hier hat für mich die Vk8 eindeutig das Rennen gemacht. Die COSM Speaker simulation kommt wesentlich als die "Pseudo-Röhre" der Hammond. Wer also gegen die Saitenfraktion mit Deep-Purplesounds angehen will, hat bei der Roland VK die besseren Ausgangskarten.
    Richtig Kreischen tut die Hammond XK nicht so sehr. Hier würde ich gerne mal ein H&K Rotosphere ausprobieren. Was angenehm ist, das sich bei voller Verzerrung die Lautstärke nicht sehr erhöht. Man muss also nicht ständig nachregeln.
    Für böse Rockmusik vielleicht eher die VK8 bei Jazz/Funk eher die Hammond.

    Sexieness:
    natürlich die Hammond.

    Preis:
    XK ca 2600,-
    VK ca 1600,-

    Also gut 1000,- Steine mehr für die XK3. Das muss jeder entscheiden, ob ihm die Mehrausgabe das Wert ist. Ich würde sagen ja.

    Anders sieht es in der 2-manualigen Variante aus.

    XK3+XKL3= € 4000,-
    VK 88 = € 4750,00

    Das auch mal an die Leute, die ständig schimpfen das Hammond für ein Midikeyboard 1400,- Steine nimmt. Das machen die Firmen Roland und Korg bei ihren 2manualigen Stageorgeln auch bzw übertreffen das noch. Was mir richtig gut gefällt ist die Sache mit dem steckbaren untermanual. Hat man einen Gig wo man richtig Orgel spielt, nimmt man beide Manuale mit. Bei der Coverband, in der auch Rhodes und Piano gefragt sind, 1 Manual + 88er Hammertastatur. Super von den Möglichkeiten.

    So das wars von mir.


    Tonstudio mit reichlich Vintagekeys......
    www.markschwarzmayr.de
     
  2. stoennes

    stoennes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.06   #2


    Genau, die XK-3 kann man enorm anpassen. Und jede Hammond klingt bekanntlich anders, da kann man 'seinem' Sound nachhelfen. Mit einem externen Leslie wird es schwer, den Unterschied zur Echten herauszuhören, wenn überhaupt.

    Und noch mal was zum 'trockenen' Sound der XK-3, mono, ohne Hall und Leslieeffekt. Ich habe ihn über Kopfhörer mal mit dem trockenen Lineout meiner A105 verglichen, da ist der Unterschied in Sachen Keyklick und überhaupt nicht wirklich groß. Den reinen Hammondsound haben die Entwickler ziemlich gut hinbekommen.

    Gruß
    Stefan
     
  3. fetz

    fetz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.06   #3
    Danke für das Review! Wär mal interessant zu wissen, ob man einer XK und einer richtigen Röhrenzerre bzw einem 122er auch richtig gute Lord-Sounds hinbekommt, oder ob da die VK auch vorne liegt...
     
  4. goepli

    goepli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.06   #4
    Hallo,
    habe mich im Sommer nach ausgiebigem Test für die VK-8 entschieden, allerdings nur dem Umstand geschuldet, dass ich generell direkt über PA ohne Leslie-Box spiele.
    Da lag die VK-8 für mich vorne, wenn auch schweren Herzens, da ich mich bereits auf die XK-3 mental "eingeschossen" hatte.
     
  5. Manned

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    Erstellt: 20.12.06   #5
    Als ehemaliger Besitzer von XK3, VK-8m, sowie aktuell A100 und B4-II kann ich den Ausführungen von Marktheshark nur beipflichten. Einige Anmerkungen habe ich trotzdem noch: Der Chorus der XK-3 hat nach meinem Geschmack und auch im Vergleich zum Original (A100) einen Tick zuviel Amplitudenmodulation im Klang. Die VK-8 dagegen einen zu hohen Tonhöhenmodulationsanteil. Leistet man sich zur Roland aber das Soundside-Upgrade-Pack (Soundside - Multimedia Solutions) für knapp 50 Euro, dann kommt der Chorus der VK8 dem original doch recht nahe und übertrifft auch die XK-3 in doesem Punkt. Absolut flexibel in diesem Punkt ist aber die NI B4, weil man hier stufenlos zwischen Vibrato und Chorus regeln kann und somit die auch beim Original vorhandenen Unterschiede im Chorus (50er, 60er 70er Jahre) recht gut hinbekommt.
    Trotzdem: wenn man vor dem Instrument sitzt, kommen Haptik und Spielgefühl der XK-3 dem Original doch am nähesten - wenngleich in der Summe doch noch ein gehöriges Stück fehlt !

    Manne
     
  6. K.P.

    K.P. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.06   #6
    Du weisst ja dass man die Freqenz des Vibratos der XK-3 regeln kann ?
    Ich muss dir allerdings Recht geben daß das Ergebnis besser sein könnte.
     
  7. Manned

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    Erstellt: 20.12.06   #7
    Ja das weiß ich schon. Allerdings hat die Vibrato- bzw. Chorusfrequenz mit den Anteilen von Amplituden- und Frequenzmodulation nichts zu tun, sondern bestimmt nur, wie oft in einer Sekunde eine Tonschwingung erfolgt.
    Bei der XK-1 habe ich gelesen, dass man hier den Amplitudenanteil regeln kann. Vielleicht meldet sich ja mal ein XK-1 Besitzer zu Wort und teilt uns mit, wie sich das auf den Klang auswirkt. Hier wäre ein Klangbeispiel natürlich genial !

    Manne
     
  8. K.P.

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    Erstellt: 20.12.06   #8
    Manne
    wusste ich nicht ! Man lernt immer wieder was dazu !
    Wenn dies das Übel der XK-3 ist und dies bei der XK-1 machbar ist ,sollte
    Hammond-Suzuki dies aber nachbessern.
    Ich gehe mal davon aus dass dies rein Softwaremäßig geregelt wird.
     
  9. stoennes

    stoennes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.06   #9
    Auf Anfrage hatte mir Herr Falkenstein mal mitgeteilt, daß 2007 möglicherweise ein Softwareupgrade für die XK-3 kommt, das würde dann zur Musikmesse bekanntgegeben.

    Gruß
    Stefan
     
  10. colourisred

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    Erstellt: 20.12.06   #10
     
  11. K.P.

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    Erstellt: 20.12.06   #11
    Na da binn ich ja mal gespannt und hoffe :)
     
  12. Manned

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    Erstellt: 21.12.06   #12
    ....Dann setz Dich mal nacheinander vor beide Orgeln. Allein die Tastatur der XK-3 vermittelt ein ganz anderes Gefühl als die der Roland. Auch Zugriegel und Vibratodrehknopf reflektieren eine ganz andere Haptik als bei der VK8. Dies liegt dann weniger am Firmenlogo, sondern wohl an den rund 1000 Euro, die die XK-3 mehr kostet und daher aufwändiger gebaut ist. Für den Puristen, für den Das Spielen einer Orgel mehr ist, als nur das pure Betätigen von Plastiktasten das einen Ton hervorruft, kann das schon schon einen gewaltigen Unterschied ausmachen. Fraglos liegt in diesem Punkt die XK-3 deutlich näher an den alten Ladies - und genau das ist es wohl, was Marktheshark mit "Sexieness" meinte.

    Was Good old Laurens dazu meinen würde - und hier gebe ich Dir uneingeschränkt Recht - werden wir wohl nie erfahren. Allerdings lässt die Tatsache, dass er den Anschluss von Lesliekabinetten an seine Orgeln gerichtlich verbieten lassen wollte, weil der Klang seiner Instrumente dadurch seiner Meinung nach dadurch vollkommen verfälscht würde, doch einige Rückschlüsse zu, in welche Richtung seine Aussage bezgl. moderner Clones mit seinem Namen drauf gehen würde.... ;) ;) ;)
     
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