Herstellermarken und die Schlagzeuger

von splasssh, 10.07.07.

  1. splasssh

    splasssh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.07   #1
    Liebe Drummergemeinde
    Sicherlich kennt jeder von euch die Fragen: Welche Marke ist besser / die beste? Was würdet ihr empfehlen? etc. Nach nun fast einem Jahr Aktivität meinerseits hier im Forum habe ich mich mal hingesetzt, um diesen kleinen Beitrag bezüglich Bevorzugung von Marken im Schlagzeugbereich zu schreiben. Jeder kennt diese Fragen und hat sich sicherlich auch schon oft darüber aufgeregt. Ich werde ( hoffentlich mit Erfolg :)) dieses Thema mal zusammenfassend auf den Punkt bringen.
    Um anzufangen, erwähne ich hier erstmal etwas, worüber sich wohl jeder Schlagzeuger im Klaren ist, nämlich, dass das Equipment bei wenigen anderen Musikinstrumenten so eine große Wichtigkeit besitzt wie beim Drummen. Des Weiteren ist die Ausrüstung beim Schlagzeug spielen sehr kostspielig, was ebenfalls ein immer wiederkehrendes Thema hier im Forum ist und besonders Anfängern Probleme bereitet. Ich erwähne das hier, um die Bedeutung der Herstellernamen im Schlagzeugbereich zu verdeutlichen.
    Nun zur zentralen Frage: Welche Marke ist die Beste?
    Diese Frage wird hier im Forum immer wieder gestellt. Sei es in Verbindung mit Kessel- und Hardwareherstellern, Cymbalherstellern oder auch Stickfabrikanten. Um das in Zukunft zu vermeiden, hier mal eine ganz neutrale Stellungnahme zu dieser Frage.

    In vielen Fällen, wird von den Nutzern als Antwort auf diese Frage, die eigens bevorzugte Marke genannt, was aber keinerlei Aufschluss zur gestellten Frage gibt. Eine solche Antwort kommt meist daher:
    - Dass jeder natürlich selber "gutes Equipment" verwenden will und daher auch auf die Qualität, der von ihm bevorzugten Herstellern, besteht und somit meist auch die Qualität der Konkurrenz herabspielt. (Hierzu verweise ich als Beispiel auf das Thema "sticks teure oder billige?"; )
    - viele Nutzer versuchen, ihren Vorbildern bewusst oder unbewusst nachzueifern (was nicht verkehrt ist), durch die Nutzung derselben Hersteller etc. (Ich will dieses Verhalten hier keineswegs verurteilen, da ich selber nicht besser bin :)) Dabei meist das Motto "Was die Stars benutzen kann ja nicht schlecht sein".
    Man sollte sich jedoch ständig die Frage nach Differenzen mit dem Vorbild stellen! Denn ich denke, man will nie 100% wie sein Vorbild sein.
    - Dass man selber Sympathie mit Marken empfindet, die man von Beginn der eigenen Karriere an, benutzt hat. Wenn man beispielsweise immer Sticks der selben Marke verwendet, denke ich, dass sich in solchen Fällen Sympathie mit derselben Marke entwickelt, da man nie von dieser Marke enttäuscht wurde. Hier liegt das Problem jedoch daran, dass man dieses Gefühl oft auf andere projizieren will und dabei aus der bevorzugten Marke, die "beste" Marke macht.
    - Dem wohl wichtigsten Punkt: Dem eigenen Geschmack!
    Dieser ist sehr wichtig zum eigentlichen Schaffen von Musik, da jeder Musiker individuell ist, ein anderes Gehör und einen eigenen Musikgeschmack besitzt. Wenn wir alle denselben Geschmack hätten, dann würde das Musizieren sicherlich nicht denselben Wert besitzen. Was ich damit sagen will ist, wie auch schon häufig in den verschiedenen Themen, bezüglich der Wahl von Equipment, erwähnt: Was dem Einen gefällt, muss noch lange nicht dem Anderen gefallen, auch wenn es zum Spielen der selben Musikrichtung verwendet wird. Der Rat der Kollegen kann uns eine Idee vom Sound vermitteln, doch das Antesten, besonders bei teurem, hochqualitativem Equipment, ist unumgänglich, wenn man wirklich den eigenen Geschmack voll und ganz treffen will.

    Dies sind, wie es mein kurzes Brainstorming ergeben hat, die Punkte, die mir am häufigsten bei meinen täglichen Besuchen hier im Forum (meist als stiller Leser:rolleyes:) aufgefallen sind. Für weitere Ausführungen und Ergänzungsvorschläge bin ich natürlich offen. Das hier soll lediglich eine kleine Stellungnahme meinerseits sein.

    Um meinen kleinen Beitrag abzuschließen möchte ich noch einen Kommentar zum Thema Herstellermarken geben. Ihr kennt es sicherlich alle: eine kleine Abneigung, begründet oder selbst manchmal unbegründet, gegen einen oder mehrere Hersteller. Manchmal kann man sich für eine Marke einfach nicht begeistern. Diese Abneigung hat oft die unterschiedlichsten Ursprünge wie zum Beispiel, dass man die Endorser, die die ungemochte Marke vertreten, nicht leiden kann. Oder auch den Namen der Firma oder dessen Geschichte. Es mag banal klingen, doch dies sind Fälle die auftreten. Oder auch ein weiterer Grund, der mir noch einfällt, ist der, dass man das Symbol einer Marke oder einer Serie nicht mag.
    Ich schlage zur Lösung des Problems ganz einfach folgendes vor: Beim nächsten Mal, wenn ihr ein Set oder ein Becken testen geht, nehmt einen anderen Schlagzeuger, Musiker oder Freund mit, oder fragt einfach einen Verkäufer euch einige Klangeindrücke zu liefern. Diesen Klangeindrücken lauscht ihr dann, ohne zu wissen um welchen Hersteller oder Serie es sich dabei handelt und zwar mit geschlossenen Augen, um euch wirklich alleine auf den Sound zu konzentrieren, denn im Grunde ist es doch der Sound der zählt oder? Basierend auf diesen Eindrücken formt ihr dann euer Urteil. Vielleicht werdet ihr ja dabei einmal positiv überrascht werden ;):great:

    Was die Stickwahl angeht: Solltet ihr einmal ein Paar Sticks entdecken, die euch von der Form oder vom Tip her besonders zusagen, dann riskiert es doch einfach mal, diese zu testen, ganz unabhängig vom Urteil anderer oder vom Markennamen.
    Es kann ja gut sein, dass ihr einmal von einem Hersteller enttäuscht worden seid, doch ich denke, dass es selbstverständlich ist, dass es dem betroffenen Hersteller unmöglich wäre, sich auf dem Konkurrenzmarkt zu beweisen, wenn er wirklich immer so schlechte Qualität liefern würde, wie ihr es einmal erlebt habt. Kurz gesagt: Die bekannten Hersteller aber auch die Newcomer, die sich derzeit erfolgreich auf dem Schlagzeugmarkt tummeln, werden alle ihre Kompetenzen haben, denn sonst gäbe es sie schon lange nicht mehr ;)

    Hiermit beende ich meinen kleinen Beitrag. Ich hoffe, dass er euch gefallen hat und ihr mir in manchen Punkten zustimmt. Ich freue mich auf eure Reaktionen, Ergänzungen oder Kommentare. :)
     
  2. GieselaBSE

    GieselaBSE HCA Eigenbau Drums HCA

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    Erstellt: 11.07.07   #2
    Seehr schön ausgeführt.
    Das sollte in die FAQ übernommen werden:great:
     
  3. splasssh

    splasssh Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.07   #3
    Oh das freut mich, dass sich mal jemand das durchgelsen hat. Ehrlich gesagt war es mein Ziel einen kleinen Wegweiser zu schreiben, auf den man dann in passenden Situationen hinweisen kann. Ob er nun in die FAQ aufgenommen wird liegt an unseren Mods. Ich verlasse mich da auf euer Urteil und das der Mods.
     
  4. kiNk

    kiNk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.07   #4
    Huhu,

    ich kann GiselaBSE nur zustimmen, sehr saubere Arbeit :great:

    ...ab damit in die FAQs ;)


    liebe Gruesse

    kiNk











    vive la....=D
     
  5. duke:drum

    duke:drum Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.07   #5
    lustig, ich habe mich immer wieder selber in dem text erkannt.

    sehr gut.:great:
     
  6. Ern

    Ern Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.07   #6
    Ich kann Duke-Drum nur zustimmen, was die Selbsterkenntnis angeht.

    Nur eines: Die Sache mit der Schöhnheit der Lgos ist so ne Sace. Manche (ich auch ein bisschen), sind nur glücklich, wenn ihr Set - einschließlich Becken - auch gut aussieht. Und wenn man den Look von einem Logo halt absolut scheiße findet, wird man damit nicht glücklich sein, egal, wie das Becken klingt.

    Klingt jetzt vielleicht etwas extrem. ich denke niemand wird so dumm sein und ein absolutes Traumbecken NICHT kaufen, weils nich so aussieht, wie ers sich wünscht, aber ganz vergessen darf mans auch nicht.
     
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