Hilfe beim Akkordeonkauf vom "Bastler" (600 - 2000 €)

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Poden
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Servus miteinander!
Vor einer kleinen Weile ist es mich überkommen: Ich möchte Akkordeon Lernen. Instrumente und Musik sind bei mir schon ewig ein Thema der Sehnsucht und ich möchte endlich Musik mit Noten und allem drum und dran lernen.
Ich bin seit 2 Wochen hier im Forum (lesend) unterwegs und habe mittlerweile ungesund viele Stunden damit verbracht Threads zu durchforsten. Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Ich weis gar nicht mehr was ich alles gelesen habe und kann nicht mehr unterscheiden was für Anfänger und was eher für langjährige Akkordeonspieler relevant war. Nicht ganz unschuldig waren die ganzen Tasten vs Knopf diskusionen.

Was allerdings hängengeblieben ist, ist, dass es einfach kaum Sinn macht ein gebrauchtes ohne Erfahrung privat zu kaufen, darum bin ich vor ein paar Tagen in das einzige Musikhaus in der Umgebung gefahren das auch eine Akkordeonwerkstatt hat. Es hat einen wirklich guten Ruf und de Chefe selbst ist Akkordeonist mit feuer und flamme (es ist aber hauptsächlich ein Klaviergeschäft). Ich wollte sondieren obs dort überhaupt was in meiner Preisklasse gibt. Leider haben sie außer den Honer Bravo und Amica nur hochpreisige Intrumente. Das einzige Gebrauchtinstrument das er da hatte war eine Hohner Morino VS. Die Bravo hat er mir gar nicht erst gezeigt und der Sound der Amica 96 war irgendwie nicht so mein Ding. Als er mir dann auf der Morino vorgespielt hat bin ich fast geschmolzen. Die haben sie mit 5000€ angeschrieben und er meinte dass er sie für 4000€ hergeben würde, ich war extremst versucht sie zu nehmen allerdings habe ich erfolgreich dem heftigen Kaufimpuls widerstanden. 4000€ liegen halt über meinem Budget von 3000€ und das liegt über meinem eigentlichen Budget von 2000€ und das widerum liegt über meinem anfänglichen Budget von 600€ ( war bevor ich das Forum hier gefunden habe). Das Problem ist halt dass ich absoluter Anfänger bin, es wirkt auf mich schon fast wie ein Frevel, so ein tolles Instrument zu nehmen und damit die absoluten Basics zu lernen.

Naja seis wies will, mir ist mittlerweile klar dass ich immer in höherpreisige Gefilde vorgedrugen bin ohne dass ich auch nur ein Ton spielen kann und das dass nicht sehr sinvoll ist -> darum zurück zur Vernunft.
Abgesehen vom Internet und Privatangeboten bleiben mir nur 2 Instrumente in der Nähe, beides Hohner Atlantic IV. Sie kosten jeweils 1200-1400€. Das Problem ist: die Instrumente werden Privat angeboten von einem älteren Herren der Akkordeons repariert und auch eine Werkstatt hat, aber er ist kein gelernter Instrumentenbauer sondern Feinmechaniker. Auf ihn gekommen bin ich durch ein Instrumentengeschäft, die haben mir seine Karte gegeben da sie keine eigene Werkstatt haben und als ich heute einen Akkordeonlehrer aus meiner Nähe konaktiert habe hat er mir diesen ebenfalls empfolen. Allerdings eben mit dem Hinweis dass er kein gelernter Instrumentenbauer ist aber seine Sachen normalerweise sehr Ordentlich macht.
Das wäre eines der Akkordeons die in Frage kommen, das Zweite hatt er nicht ins Internet gestellt. https://www.laendleanzeiger.at/musi...0a364163147/akkordeon-hohner-atlantic-iv.html
Ich gehe morgen bei dem Mann vorbei und schau mir das an. Es wirkt äußerlich auf den Bildern ganz gut, aber ich glaube das ist eines der älteren Atlantic Modelle, kann mir einer Sagen ob ich bei dem speziell auf etwas schauen soll? Grundsätzliche Punkte wie Muff und so entnehme ich aus dem Gebrauchtkaufchecklisten Thread. Er meinte am Telefon dass ich es gerne eine Zeitlang ausleihen könnte zum Testen, also auf mich wirkt der Mann durchaus Integer.

Alternativen sind Versandhandel, auch dort habe ich einiges gesehen bis 2k€ aber bei jemandem in der Nähe zu kaufen wär mir schon was wert, der alte reparateur wohnt nur 10 min von mir entfernt. Probleme sehe ich eigenlich nur beim Wiederverkauf da ich ja nicht sagen kann: "Wurde in Werksatt überholt" bzw. sagen kann ich es schon gibt halt keine Rechnung dazu.

Vieleicht noch zusätzlich. Ohne dass ich die Diskusion Knopf oder Taste aufmachen will, bei www.akkordeon-fairplayone.de gibts ein 3-4 Jahere altes Weltmeister Romance 876 C-Griff für 2.5k€ kann mir einer sagen ob das klanglich auf Augenhöhe mit der Atlantic IV oder dunter/drüber ist? Der Lehrer den in Kontaktiert habe unterrichtet alle Akkordeon-Varianten auch Knopf (ist sein Hauptinstrument) drum gehts mir nicht so ganz aus dem Kopf.
 
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lil
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Hallo @Poden
ich beglückwünsche dich zu deiner Entscheidung Akkordeon spielen zu lernen.
Um dir besser helfen zu können, wäre es sinnvoll, wenn du entweder in deinem Profil oder hier im Thread angibst, aus welcher Gegend du kommst. Denn möglicherweise gibt es in deiner Nähe Menschen, die dir helfen können - entweder als Berater beim Besichtigen von Instrumenten oder als Hinweisgeber auf verfügbare Instrumente.
Bei der Beurteilung der von dir angesprochenen Instrumente halte ich mich raus, da bin ich inzwischen zu weit weg (ich habe mein Trauminstrument gefunden und bin deshalb schon seit vielen Jahren nict mehr auf der Suche). Aber vielleicht hat dein zukünftiger Lehrer ja das eine oder andere Leihinstrument, möglicherweise auch in beiden Griffsystemen, damit du mal ausprobieren kannst, ob du eher ein Tasten- oder ein Knopfmensch bist.
Bei der Diskussion Taste oder Knopf gehöre ich eindeutig zur Fraktion Knopf, es gibt aber auch Argumente pro Taste. Falls du Hände wie Klodeckel hast, könnte es sein, dass du auf der Knopftastatur Probleme bekommst. Umgekehrt bietet sich bei kleinen kurzfingrigen Händen eher die Knopfatur an. Es gibt aber noch andere Argumente als die Handform, deshalb ausprobieren!
 
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Tobias R.
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Hallo @Poden ,
herzlich willkommen hier im Forum.

Was die Atlantic angeht, ist das eine der älteren, die m.E. etwas weicher als die neueren Klingen und noch eine Jalousie haben. An eine Morino VS reicht das nicht heran. Ich habe beides zuhause. Die VS war für fast 25 Jahre mein Hauptinstrument, die Atlantic ist ein Erbstück, die setze ich selten mal ein, wenn ich draußen spiele (bspw. Friedhof) und das Wetter unsicher ist. Mit geschlossener Jalousie ist der Sound erträglich.
Bei der Atlantic im Inserat fällt mir auf zwei Fotos auf, dass die Tasten im tieferen Bereich, insbesondere von a-d', ungleichmäßg sitzen, möglicherweise fast aneinander schleifen. Das solltest du dir sehr genau anschauen. Sind die Tasten in sich verzogen oder falsch justiert?

Die Weltmeister Romance 874 hat einen ganz anderen Klangcharakter. Sie klingt wie viele Weltmeisterinstrumente gedeckter, in meinen Ohren feiner. Dafür dass sie kein Cassotto (eine Tonkammer, die sich dadurch ergibt, dass Stimmstöcke um 90° gedreht eingebaut sind und dadurch die Tiefen und Mitten angehoben und die Höhen gedämpft werden) hat sie einen sehr tragfähigen Ton, insbesondere das 16'-Register.

Bei dem Alter von drei Jahren ist da kaum etwas zu befürchten. Allerdings gab und gibt es die Romance 874 mit unterschiedlichen Stimmplattenqualitäten ausgeliefert. Hier sind nur "Weltmeister Stimmplatten" angeben. Das sind m.W. einfachere. Weltmeister hat(te) auch sehr gute Stimmplatten, die mutmaßlich in der Supra bis heute verbaut werden. Die besseren in der Romance 874 sind die italienischen.

Bei Thomann hatte ich einige Male eine mit italienischen Platten in der Hand. Die würde mir klanglich zusagen, wenn ich nicht, abgesehen von kurzen versuchen auf Knopf, Taste spielen würde.

Wie groß der Unterschied zwischen den beiden Stimmplattenqualitäten in Klang und Ansprache ist, kann ich nicht beurteilen.

Gruß, Tobias
 
maxito
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Hallo Poden,

erstmal herzlich Willkommen "On Board"

So wie ich das sehe ist dieser Privatmann der nebenbei Akkorodens repariert in deiner direkten Nähe... und bietet ann, dass du die Instrumente von Ihm auch erstmal ne Weile probespielen kannst. Das ist schon mal grundsätzlich kein schlechtes Angebot - dein Problem ist im Moment halt dass du derzeit noch überhaupt nicht spielen kannst.

Einen in der Nähe haben, der die Dinger warten und reparieren kann ist auch grundsätzlich was feines! Und wenner weiß, was er tut mus ses auch nicht unbedingt eine Fachwerkstatt mit Meisterbrief sein.

So eine Atlantik wie du verlinkt hast hab ich auch - allerdings noch etwas älteres Modell und nicht so schick in weiß. Die klingt finde ich ganz angenehm und auch nichts schrill. Klar klingt eine Morino besser ... ist aber auch eine ganz andere Preislage! Wenn dir die Atlantik nicht zu groß /schwer oder sonstwas ist, ist das normal ein sehr solides Gerät, das auch heute noch in fast jedem Süddeutschen Vereinsorchester zu finden ist - grad auch bei Jugendlichen, denen man noch keine Morino "gegönnt" hat.

Bei den Dingern müssen aber unbedingt die Klappenbeläge schon mal getauscht worden sein gegen Filzklappen. Die Originalen Klappenbelage aus der Zeit sind nicht dauerhaft und damit würdest du nicht froh werden. Das also unbedingt fragen , ob die schon getauscht worden sind.

Die von TobiasR festgestellten ungleich hohen Tasten kann bei den Geräten vorkommen - das kann man aber auch relativ einfach justieren - das kann der Verkäufer sicher mit ein paar Handgriffen einrichten.

Falls das Das Gerät zwischendurch auch schon mal in den letzten Jahren neu eingewachst worden ist, dann ist schätze ich, wird das Instrument einfach nur funktionieren und funktionieren und...

Meine Empfehlung: schau ob du einen Bekannten potentiellen Leher etc. findest der Akkordeon spielen kann und nimm den mit zum Begutachten und Probespielen. Und wenn dir das Ding dann auch noch gefällt und nicht unangenehm ist, warum nicht! Der Preis ist nicht unbedingt "billig" aber für eine hergerichtete gut gepflegte Atlantik aber auch nicht übertrieben hoch.
 
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morino47
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Hallo @Poden,

bei der obigen Diskussion fehlt mir ein Gesichtspunkt: eine Morino ist ein großer, schwerer Kasten, egal ob 4- oder, wie die von Dir angesprochene, 5- chörig. Damit tut sich ein Anfänger rein physisch schon schwer. So ein Kasten wird üblicherweise erst dann angeschafft, wenn man den Umgang mit einem Akkordeon gewohnt ist. Auch weiß man am Anfang auch gar nicht, ob einen die Lust am Akkordeonspielen nicht bald wieder verlässt, und dann hat man mit einer Morino doch eine größere Investition getätigt. Ich rate also ganz klar zu einem kleineren, leichteren Erstinstrument, wobei mir für Deine Situation auch eine Atlantik schon grenzwertig groß vorkommt.

Viele Akkordeon-Grüße
morino47
 
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Poden
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Vielen Dank für eure Meinungen und Willkommensgrüße.
Heute ist sichs nicht mehr ausgegangen, aber ich habe morgen ein Termin mit ihm vereinbart. Ich mach mir eine kleine Liste was ich alles Fragen will sonst vergesse ich das mit den Klappenbelägen 100 prozentig. Andererseits habe ich das Gefühl, dass er mir sowieso alles genauestens erklären wird, er hat am Telefon darauf bestanden mir Straße für Straße zu Erklären wie ich zu ihm finde obwohl ich auf Google Maps schon geschaut habe wo er wohnt.
Das mit der Größe macht mir aber ebenfalls noch ein bisschen Sorgen, aber wenn die Rahmenbedingen passen werde ich das Instrument ausleihen und ein bisschen damit üben. So merke ich dann ob die größe zum anfangen passt oder nicht. Dann kann ich sie Auch dem Lehrer vorführen und seine Meinung hören.
Danke und LG Andi
 
Arrigo
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Jetzt muss ich doch einmal meine Ansicht zum Thema "Ideale Instrumentengröße" begründen:
Ja, ein Akkordeon hat ein gewisses Gewicht, das man heben können muss und ja, ein kleines und leichtes Instrument nimmt man an einem lustigen Abend gerne aus der Ecke und klimpert ein bisschen, ein großes, hochwertiges dagegen eher nicht.
Auch ja, die Morinos der N- und S-Reihen sind, wie die meisten Instrumente dieser Baujahre, knapp 2 kg schwerer als neuere, aber auch ältere vergleichbare Modelle - dafür aber stabil und laut.
Es gibt aber meines Wissens kein (Serien-)Akkordeon mit mehr als 20 kg.
Wer also kein Akkordeon hochheben kann, kann auch keinen Getränkekasten, kein Möbelstück und kein kleines Kind hochheben.
Wenn jetzt ein Erwachsener (eine gewisse Größe vorausgesetzt) das nicht kann, dann hat er irgendeine gesundheitliche Einschränkung.
Wenn er dann mit dieser Einschränkung Akkordeon spielen will, wird er irgendwelche Schonhaltungen einnehmen, die zum Akkordeonspielen alle schlechter und für den Körper ungesunder sind, als die übliche aufrechte Haltung.
Ein ausreichend großes Instrument hindert einen Erwachsenen dann daran im Gegensatz zu einem kleinen, leichten Kinderinstrument.
Es stört den Anfänger natürlich, dass ihn das große und schwere Instrument in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt, aber es schränkt ihn in seinen Sitzhaltungen doch nur bei Haltungen ein, die einem ein Lehrer sofort verbieten würde.
Die gefühlte und gewünschte Freiheit ist nur Freiheit, Dinge zu tun, die man beim Akkordeonspielen bleiben lassen soll.
Bei einem Anfänger kommt erschwerend hinzu, dass er nicht die geistigen Kapazitäten frei hat, ständig seine Haltung und seine Bewegungen zu überwachen, weil er mit dem Spielen genug gefordert ist.
Er braucht also umso mehr ein Instrument, das ihn in eine bestimmte Haltung hineinzwingt und dabei nicht seine Aufmerksamkeit fordert.
Und die Kraft, die dem Anfänger evtl. fehlt, bekommt er, wenn er nur spielt.
Darum kümmert sich unser Körper: Alle Muskeln, die man regelmäßig braucht, wachsen von alleine.

Meine Ansicht ist also genau entgegengesetzt zu der von @morino47:
Nicht wer mit einem kleinen Instrument zurechtkommt, kann sich ein größeres kaufen, sondern, wer mit einem großen zurechtkommt, kann sich ein kleineres (dazu)kaufen.

Ein Beispiel dazu:
Anfang des Jahres habe ich bei einem sehr spärlich besetzten Nachwuchsorchester ausgeholfen.
Da saß ein Jugendlicher am (relativ kompakten) Hohner Basso in der folgenden Haltung:
Tastatur auf dem rechten Bein, Bassseite nach vorne geschoben, Akkordeon nach hinten geneigt und leicht nach links, Spieler zurückgelehnt, Kopf nach vorne und rechts abgewinkelt.
Ich habe ihn gefragt, ob er immer so spielt und was sein Lehrer dazu sagt.
Er antwortet, dass er beim Spielen die Noten und die Tasten sehen muss und schon mehrere Jahre keinen Unterricht mehr hat.
Er hat dann trotzdem fehlerfrei gespielt, aber z.B. das Instrument in meinem Avatar, hätte so eine Haltung von vornherein verhindert.

Um zu deiner Ausgangsfrage zurückzukommen:
Bei dir sind beide Angebote toll, ein so neues Instrument für weniger als den halben Neupreis und ein überholtes ganz in der Nähe für noch weniger Geld.
Da würde ich danach gehen, ob ich ein Tasten- oder ein Knopfinstrument bevorzuge.

Von solchen älteren Handwerkern mit Nebenjob halte ich übrigens viel, gerade für deine Zwecke:
Die Dinge, die bei alten Akkordeonen getan werden müssen, sind immer die gleichen, mit eher kleinen Abweichungen zwischen den Modellen.
Wer das eine Zeit macht, hat das nötige Werkzeug und ausreichende Routine, und kann das so gut wie ein gelernter HZIM, zumal bei Allerweltsmodellen wie der Atlantic.
Erst bei Unfallreparaturen, ungewöhnlichen Defekten und Umbauten nach Kundenvorlieben fehlt dann Fachwissen und Erfahrung.
Aber auch da kommt mir ein Feinmechaniker z.B. für einen Registerumbau sehr geeignet vor.
Und wenn der dann auch noch so gesprächig ist, erzählt er vielleicht schon von sich aus und spätestens auf Nachfrage, was er an deinem zukünftigen Instrument gemacht hat (Klappenfilze?, Wachs?, Ventile?)
Ein Problem sehe ich allerdings darin, dass, wenn dir ein guter Spieler in geeigneter Umgebung ein Oberklasse-Instrument vorgespielt hat, dir ein von einem nicht so guten Spieler in seiner Kellerwerkstatt bespieltes Mittelklasse-Instrument nicht mehr gefallen wird.

Viel Erfolg.
 
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Ich glaube es geht schneller und leichter sich ein paar Handgriffe draufzuschaffen ein altes Akkordeon instandzuhalten als einigermaßen gut Akkordeon zu spielen.
So habe ich unter meinen eine alte Morino die schon mal Stimmplatten verlor die ich dann wieder einsetzte.
Die klingt sehr schön.
Weil ich mehr bastel als übe und verschiedenste Instrumente spiele bleibe ich ungefair eher Anfänger.
Daß man aber als Anfänger nicht so ein gut klingendes Instrument braucht sehe ich anders.
Ein richtig guter Musiker kann schon etwas mit Virtuosität ausgleichen.
Ich aber freue mich an bescheideneren Ergebnissen und manchmal nur einem Ton wenn der wirklich schön klingt.
 
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Donnyy
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Also wenn du soviel Geld schon für ein Bastler Instrument ausgeben willst kannst du auch direkt ein altes oder relativ neuwertiges im guten zustand Kaufen
Ich habe auch erst vor Kurzem angefangen ( 3 Monate )
habe mehrere Überholte gebrauchte gekauft
 
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Poden
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Also ich war gestern bei ihm, er ist wirklich nett wenn auch ein wenig eigen.
Der Mann ist schwer einzuschätzen, seine Werkstat wirkte schon professionell, er macht dort alles, auch Wachsen und Stimmen. Aber andererseits: beim Akkordeon das ich mitgenommen habe, hat er das weiße Stoffnetz durch ein goldiges Drahtnetz ausgetauscht. Sieht sehr schön aus, nur als ich es Zuhause dann näher betrachtet habe, ist mir aufgefallen dass das doch schlampig gemacht wurde. An einigen stellen wurde viel zu viel Klebstoff verwendet der auf die Sichtflächen herausgequollen ist. Naja sorgfältiges Arbeiten schaut in meine Augen anders aus.

Er hatte 2 Atlatic IV zum Verkauf, die aus dem Link und eine 10 Jaher jüngere IV N die er mir beim Gespräch empfohlen hatt. Die verkauft er aber für einen seiner Kunden dem sie zu schwer geworden. Ist also nicht so dass er sie gekauft und hergerichtet hätte.
Seine Frau hat mir dann was vorgespielt und nach 10 Sekunden Zuhören hatte ich innerlich quasi schon gekauft.
Ich hab sie dann mitgenommen (aber noch nicht bezahlt) und gestern und heute 2-3h geübt. Also der Klang gefällt mir sehr gut, einzig der Bass kommt mir manchmal so laut vor dass ich die Diskanttöne zt kaum hören kann. Wird aber wahrscheinlich auch daran liegen dass meine Hauptkonzentration auf dem Koordinieren der Finger liegt und wann ich ziehen und wann drücken soll.
Die Größe muss ich sagen macht mir keine Probleme, am Anfang dachte ich das passt nicht, da beim Ziehen das Gewicht unterstüzt und man daher deutlich stärker drücken als ziehen muss um die gleiche Lautstärke zu erzeugen. Nach kurzer Gewöhnungsphase passt das dann aber doch. Allerdings ist das Gewicht nach 2h aufm Oberschenkel nicht so angenehm.
Soweit ich das beurteilen kann ist die "Dichtheit" sehr gut und funktionieren tut soweit alles.

Nun zu den Negativpunkten.
Der Balg stinkt nach Nikotin also weniger nach Rauch als wirklich Nikotin. Beim Verkäufer ist mir das in keinster Weise aufgefallen aber als ich sie Zuhause angelegt habe ist es mir sofort aufgefallen. Im Gebrauchtkaufcheck steht dass der Geruch nach einer weile weggeht, könnte ich also verschmerzen.
Dann habe ich reingeschaut. Diese Klappenbeläge sind nicht aus Schaumstoff, würde also passen.
Ich hab dann die Diskantseite vom Balg getrennt und etwas unangenehmens gesehen. (siehe Bilder die mit Bass benannt sind) Die Stimmplatten die man sehen kann wenn man gerade in den Balg schaut haben Risse im Wachs. Allerdings nur diese Reihe, bei allen Anderen sieht das Wachs eigentlich ziehmlich gut aus. Im Vergleich zu anderen Bildern die ich hier im Forum gesehen habe wirkt es aber als wäre sehr wenig Wachs verwendet worden.
Es sind alle Stimmplatten genagelt falls das irgendeine negative oder positive Aussagekraft hat.

Etwas ist mir noch aufgefallen. Bei zwei Angusspunkten vom Gehäuse auf der Diskantseit oben und unten ist irgendein weisses Zeugs drauf (dikseite Bild), es ist sonst nirgends zu finden nur an diesen 2 Punkten. Weiss wer was das ist?

Achja wenn man einzelne Basstöne Spielt, dann hört man nach dem Ton ein Geräusch das klingt als ob eine sehr weiche Feder ausschwingen würde, ich denke das werden die Stimmzungen sein die ausschwingen. Der Verkäufer meinte das ware normal, ist das normal?

Er will 1600€ für das Akkordeon, ich wär auch bereit das zu bezahlen. Nur das mit dem Wachs hat mich jetz doch ein bisschen verschreckt. Kann das schonmal vorkommen oder darf das bei einer gebrauchten Atlantic für den Preis auf keinen Fall sein?
 

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Cyril_Demian
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Die Risse deuten darauf hin, dass das Instrument einen Stoß abbekommen hat oder mal heruntergefallen ist. Ist nicht weiter tragisch, solange das übrige Wachs ringsherum noch alles abdichtet. Da die Platten genagelt sind und die Nägel noch vorhanden sind, wurde wohl noch keine Generalüberholung gemacht. Je nachdem, wie gut die Ventile halten, ist das ein Problem oder auch keines. Versuch mal, eines der Ventile sanft abzuziehen. Wenn es sich sehr leicht löst, würde ich dir vom Kauf abraten, denn dann müssen alle Ventile früher oder später getauscht werden. Wenn die Ventile noch gut halten, werden sie das auch in den nächsten Jahren noch tun.

Den Geruch wirst du eher nicht losbekommen. Wenn dich das sehr stört, würde ich mir den Kauf noch mal überlegen. 1600,- Euro für diesen Zustand erscheint mir auch eher etwas happig. Würde da mehr Richtung 1000 runterhandeln.
 
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Hallo, auch wenn schon viel gutes und richtiges geschrieben wurde, noch ein paar Gedanken von mir.

Ich hab jetzt nicht so genau rausgelesen, wieviele Akkordeons Du schon ausprobiert hast. Mir scheint, dass Du bis jetzt nur Hohner-Modelle gehört hast. Ich würde da auf jeden Fall nochmal Weltmeister und ein paar italienische ausprobieren. Der Klang ist teilweise schon anders, und ich bin mit Hohner nicht so richtig warm geworden. Optisch sowieso, aber auch vom Klang her finde ich mein italienisches viel schöner
Da hilft aber nur probieren.

Dein letzter Favorit - das wird mit dem Geruch schwierig. Es kann sein, das stinkt noch Jahre. Ich würde da echt nur zuschlagen, wenn am Preis sich noch deutlich was tut. Du kannst ja argumentieren, dass die Risse überarbeitet werden müssen und für den Geruch, da gibt es Firmen, die das mit einem Ozongerät behandeln. Das kostet aber auch was. Und falls du sowas machst, klären ob das die Lederteile irgendwie beschädigen könnte.

Und ich würde wenn Du wirklich frei in der Wahl der Tastatur bist, immer für Klaviertastatur argumentieren ;) Du kannst dann einfach noch Klavier/Keyboard/Orgel spielen.
Aber das ist nur meine persönliche Ansicht.
 
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Malineck
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Anhand der Beschreibung und der Bilder (Risse im Wachs) rate ich vom Kauf in diesem Zustand ab.

Grüßle
 
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1669371449747.png

Ich vermute, daß das Instrument mindestens sehr heftig abgestellt wurde, wahrscheinlich ist es aber gefallen. Dadurch hat sich der Winkelstimmstock heftig bewegt und die recht breite Fuge ist entstanden. Anders ist nicht zu erklären daß die Veränderung über die ganze Länge des Stimmstocks recht gleichmäßig auftritt. Eventuell ist auch die Verbindung/Verleimung im Stimmstock beschädigt.
Das kann man reparieren wenn der Verkäufer dazu bereit ist. Dem Vermittler würde ich nicht vertrauen weil er das Instrument nicht gewissenhaft überprüft hat. Bei einem Instument in der Preisklasse verdient er schon etwas und dafür sollte man erwarten, daß er einen Blick auf die Stimmplatten wirft und dabei Kleinigkeiten gleich erledigt. Den Preis halte ich für eher hoch angesetzt auch ohne den Schaden, ganz zu schweigen wenn noch weitere Kosten entstehen.
 
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Wil_Riker
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Ich halte den Preis ebenfalls für zu hoch und würde den Verkäufer auf 1000 - 1200 € herunterhandeln inkl. Reparatur.
 
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Wenn Nikotin so richtig sich über lange Zeit reichlich festgesetzt hat dringt das auch ins Material tief ein wie zB durch den Wandputz oder in das PVC von Kunststoffenstern.
Oft hilft da nur noch den Putz abzuschlagen u die Fenster rausreißen.
 
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opa_albin
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... es muss ja auch nicht unbedingt ein Akkordeon sein, was stinkt, Risse hat, und wahrscheinlich zu teuer ist, oder ? ;)
 
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Poden
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... es muss ja auch nicht unbedingt ein Akkordeon sein, was stinkt, Risse hat, und wahrscheinlich zu teuer ist, oder ? ;)
hast eh recht.
Ich habe die Atlantik letzte Woche zurückgebracht und nochmal drüber Nachgedacht, der Verkäufer meinte dass es natürlich repariert wird (er war übrigens der gleichen Meinung dass es von einem unsanften Abstellen oder einem Sturz kommt).
Naja, irgenwie hatte ich dann nicht mehr so wirklich Lust auf das Akkordeon und mit hilfe eurer Meinungnen bin ich dann zum Schluss gekommen, dass ich sie nicht kaufen werde.
Stattdessen habe ich gestern Abend von einem niederländischen Verkäufer bei Ebay eins um 300 € ersteigert.
https://www.ebay.de/itm/275542451752
Ich bin gespannt ob das ein Totaler griff ins Klo war 🙈. Wenn dem so ist, habe ich eins an dem ich rumwerkeln kann ohne großartige Kosten zu riskieren.
Und wenns mehr oder weniger in Ordnung ist, halbwegs stimmt und nicht stinkt, reichts zum Anfangen allemal.
 
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Vielleicht sieht es nur auf den Bildern so aus als fehlten zwei drei Stimmzungen.
Da würde ich mir dann passende reinlöten.
Selbst wenn was fehlen würde ist das ein sehr schönes Akkordeon.
Und wenn alles da ist noch besser und
bleibt ja dann noch genug übrig von den 600 bis 2000
dann nochmal sowas zu riskieren.
So können Sammlungen entstehen ;)
 
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