Humbucker Split, Widerstand und wohin

von Bastelliese, 02.02.17.

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  1. Bastelliese

    Bastelliese Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.17   #1
    Hallo zusammen,

    ich habe jetzt mehrere Stunden damit verbracht, im Internet über Humbucker-Split-Möglichkeiten nachzulesen. Leider wird für mich die Sache immer konfuser. Den Artikel hier im Board habe ich auch gelesen, deswegen bin ich am Ende auch wieder hier gelandet, um mir Hilfe zu erbitten.
    Mein Problem ist folgendes: Ich habe eine BC Rich mit nur einem Seymour Duncan SH-6 und einem Volume-Poti, also Minimalausstattung. Damit bin ich auch sehr zufrieden. Vor einiger Zeit kam ich dann auf die Idee, dass es doch ganz schick wäre den HB zu splitten und habe ein A500k Push-Push-Poti gekauft und eingebaut.
    Mir geht es dabei darum noch einen zweiten passablen Sound zu haben, mit dem man vielleicht auch mal clean spielen könnte. Auf Single-Coil-Authentizität kommt es mir aber nicht unbedingt an. Da ich von früheren Versuchen her weiß, dass einfach eine Spule gegen Masse kurzzuschliessen nicht das Ei des Kolumbus ist, habe ich überlegt, ob es nicht besser wäre ein 250k Poti für den Split-Modus zu simulieren, indem ich einen 500k Widerstand parallel zum Poti anschließe. Dass dadurch die Kennlinie verbogen wird stört mich nicht sonderlich, da ich immer alle Potis voll aufdrehe.
    Dazu habe ich noch eine Parallelschaltung von 560k und 1nF (wie ich auf die Werte kam, weiß ich nicht mehr) zwischen Schleifer und heißem Anschluß gelötet, zwecks Treble Bleed.
    Nur leider klingt das alles auch nicht gerade überzeugend und ich wollte jetzt ein bisschen dran rumbasteln.
    Die erste Frage die sich mir stellt ist, kann ich das fehlende Tone-Poti einfach ignorieren, oder sind die Verhätnisse durch die fehlende Last anders und man müsste die Werte anpassen.
    Funktioniert mein Treble Bleed überhaupt? Und wenn ja, funktioniert das zusammen mit dem Splitten?
    Und dann bin ich noch auf die PRS Schaltung gestoßen, wo ein 1k1 beim Hals-PU und ein 2k2 beim Steg-Abnehmer zwischen Masse und der Verbindung der beiden Spulen geschaltet wird. Wäre das eventuell besser, oder kommt das auf´s Gleiche raus?
    Jedenfalls würde ich mich über konkrete Werteangaben freuen, um einen Ausgangspunkt zu haben.

    Danke im voraus
    Sascha
     
  2. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.02.17   #2
    Ich hätte einen Gegenvorschlag, den Du relativ leicht ausprobieren kannst:

    Ich kann per 6-fach Wahlschalter meinen Steg-Humbucker (Schaller Golden 50 Bridge) auf unterschiedlichste Weisen schalten:
    1=seriell, 2=parallel, 3=split Spule 1 (Schrauben), 4=split Spule 2 (Polepieces), 5=seriell out of phase, 6=parallel out of phase

    Mir persönlich gefällt hier die Parallelschaltung klanglich viel besser wie die Split-Schaltungen.
    Du könntest den Schalter Deines Push-Pull-Poti ja auch für eine Seriell-/Parallel-Schaltung verwenden.
    Dann hast Du zusätzlich zum Klang noch den Vorteil, dass die Einstreuungen durch den Humbucker weiterhin unterdrückt (gegenseitig aufgehoben) werden.
     
  3. Blazer81

    Blazer81 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.17   #3
    Darf ich mal fragen, wo Du den Sechsfachschalter her hast? Und wie klingen die out-of-phase-Kombinationen, wenn die Spulen direkt nebeneinander liegen?
    Vielen Dank schonmal!
     
  4. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.02.17   #4
    Ich habe (1987) diesen Schalter verbaut:
    [​IMG]
    Die Out off phase-Stellungen klingen relativ extrem, man kann die Höhe der Auslöschung allerdings dadurch etwas entschärfen und verschönern, dass man den Humbucker nicht parallel zu den Saiten ausrichtet.
    Das geht bei Schaller durch die Möglichkeit von mehreren Höhenschrauben auf einer Seite ja problemlos und wird von mir genutzt.
    [​IMG]
     
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  5. halfcupsound

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    Erstellt: 02.02.17   #5
    Der Split-Schalter benötigt nur eine Schaltebene, die andere kann einen Widerstand im Split-Modus dazu schalten. Was klingt, das würde ich vom Höreindruck abhängig machen. Ein Trimm-Poti mit 5 mm Durchmesser benötigt nicht viel Platz. Von den drei Beinen braucht man nur das mittlere und ein äußeres anschließen.
    Während eine Saite angeschlagen wird, wird der Poti-Widerstand mit einem Schraubendreher verändert, bis der Klang gefällt. Man Kann 0-500K oder 0-1000K einsetzen, je nach dem wofür es eingesetzt wird. Statt eine Coil ganz kurz zu schließen, kann man mit einem Kondensator auch nur einen Teil der Impedanz kurz schließen, so dass die Bässe noch aktiv bleiben und man z.B einen fetten P90 Sound bekommt.
    Das ist jeweils abhängig vom Kondensator-Wert, wieviel Höhenanteil weggeschnitten wird, und es ergeben sich somit unterschiedliche Klang-Charaktere.
    Der nicht beschaltete Split bekommt dadurch einen prägnanteren Höhenanteil.
     
  6. bagotrix

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    Erstellt: 03.02.17   #6
    Hi,

    der Widerstand bei PRS dient dazu, dass die andere Spule nicht komplett rausgenommen wird. Meines Wissens wird aber zusätzlich noch ein Kondensator verwendet, der den Split auch frequenzmäßig beschränkt, also so, wie halfcupsound es beschreibt. Dadurch bleiben die Bassanteile fetter und auch der HB-Effekt zum Teil erhalten. Auch funktioniert der "Teil-Split" so auch besser in Kombination mit den 500 KOhm-Potis.

    Den Treble Beed würde ich persönlich wohl ablöten. Nachdem Du sowieso immer voll aufgedreht spielst, sorgt der allenfalls für eine zusätzliche Höhenbetonung, weil das Poti ja teilweise umgangen wird. Dazu noch der fehlende Tonregler, da sollte es eigentlich in keiner Reglerstellung an Höhen fehlen.

    Der einfachste Weg wäre auch aus meiner Sicht die von GeiGit vorgeschlagene Parallelschaltung. Ich habe damit gerade bei heißen HB in der Stegposition bisher bessere Erfahrungen gemacht als mit einem Coilsplit. Die Mitten werden dabei reduziert, was nicht mehr soaggressiv klingt. Ein Split klingt da oft schon zu scharf, gerade am Steg. Ohne Treble Bleed kann man den Ton durchs Zurückdrehen auch etwas milder machen, alles in allem bekommt man damit mMn mehr brauchbare Soundvarianten aus nur einem HB.

    Gruß, bagotrix
     
  7. Bastelliese

    Bastelliese Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.17   #7
    Hallo ihr Lieben,

    danke für die Antworten, aber natürlich sind immer noch Fragen offen.

    @GeiGit
    Ein 6-fach Schalter kommt für mich erstmal nicht in Frage; es ist ja nur ein Loch in der Klampfe und ich will nicht direkt den Bohrer rauspacken.
    Die Parallelschaltung hatte ich bisher gar nicht im Kalkül. Ich habe vor ein paar Jahren mal damit rumprobiert und fand die normale serielle Verdrahtung weit besser, aber Geschmäcker können sich mit der Zeit auch ändern und der Ansatz war damals ja auch ein anderer. Vielleicht hat jemand 'ne Schaltung parat, wie ich den PPPot so verdrahte, dass ich den AB-Vergleich zwischen parallel und split machen kann. Dann wäre zumindest die Frage schnell entschieden.

    @halfcupsound
    Naja, aktuell ist ist es so verdrahtet, dass mit der zweiten Ebene ein 470k parallel zum Vol-Pot geschaltet wird, weil dann in etwa die üblichen 250k für SC-Betrieb vorhanden sind.
    Und wenn ich dich richtig verstehe, soll dieser Widerstand gegen einen Trimmer getausch werden, also als veränderbarer Widerstand zwischen heißem Anschluß vom Vol-Pot und Masse.
    Wo soll der zusätzliche C dann angeschlossen werden und in welchem Wertebereich?
    Meinst du damit im Humbucker-Modus?

    @bagotrix
    Ich hab' mir gerade mal PRS-Schaltpläne, z.B. DGT, angesehen. Außer den Treble-Bleed-Kondensatoren (180pF) zwischen Hot und Wiper der Volume-Regler und 22nF zwischen Toggle-Switch und Tonblende, kann ich keinen weiteren C sehen. Es gibt aber zig verschiedene Modelle, ich habe jetzt nur ein paar gesehen. Bleibt trotzdem die Frage, wo klanglich der Unterschied liegt zwischen Split- und PRS-Variante. Und, da der SH-6 ja ein bisschen heißer ist als die PRS-Pups, sollte der Widerstand dann auch größer gemacht werden, z.B. 3k5? Klar, kann und sollte man vielleicht selber ausprobieren, mir wäre aber eine Einschätzung vorab schon ganz lieb.

    Auf den Treble-Bleed kann ich tatsächlich ganz gut verzichten, war halt mal so ein Versuch. Aber funktioniert er denn grundsätzlich, so wie ich oben beschrieben habe. Wie gesagt, ich weiß nicht mehr, wie ich damals drauf kam, aber die Werte (560k/1nF) kommen mir schon komisch vor.
    Also zusammengefasst ist dein Rat: Treble-Bleed raus, Parallel rein

    Grundsätzlich finde ich es auch gar nicht schlecht, wenn der Sound im Clean-Betrieb etwas schärfer, oder sagen wir mal transparenter, wird.

    Ich war übrigens in Eppingen auf der Schule.


    Allaguud
    Sascha
     
  8. halfcupsound

    halfcupsound Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.17   #8
    Vielleicht etwas ungeschickt formuliert, es ist die aktive Coil gemeint, die mit dem Kondensator parallel ist die zum Teil aktive.
    --- Beiträge zusammengefasst, 03.02.17 ---
    Richtig, an Stelle des 470K. Hat den Vorteil, dass man sich den Split nach eigenen Klangvorstellungen einstellen kann.
    Nach dem Split-Schalter, mit diesem nicht direkt an Masse gehen, sondern einen Kondensator dazwischen setzen, von dem es dann weiter an Masse geht. Werte von 47nF, 100nF oder 220nF. Desto höherer Wert, desto weniger Höhen und Mitten. 220nF betont sehr den Bass.
     
  9. Bastelliese

    Bastelliese Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.17   #9
    Ich habe mir gedacht, ich schreibe mal eine Zusammenfassung meiner Versuche und deren Ergebnisse. Kann ja sein, dass es jemanden interessiert.

    Zuerst habe ich tatsächlich, wie von bagotrix empfohlen, den TrebleBleed entfernt, und das seither auch nicht bereut.
    Dann habe ich mittels eines B500k Potis den m.E. besten Widerstandswert (390k) für meine Kombination bestimmt.
    Das gleiche habe ich für die o.g. PRS-Schaltung getan, natürlich in diesem Fall mit einem B10k-Poti zwischen Spulenverbindung und Masse. Das Ergebnis war 3,9k, ein Kondensator war nicht im Spiel.
    Dann habe ich den Vorschlag von halfcupsound, einen Kondensator zwischen Split-Schalter und Masse einzufügen, ausprobiert und gleich wieder verworfen, da mir das Ergebnis schon mit dem kleinsten Wert von 47nF viel zu dumpf war.
    Daraufhin habe ich immer zwei Schaltung im AB-Vergleich miteinander getestet, wozu ich einen Mini-Switch immer wieder umgelötet habe und hinten raushängen ließ. Ich wollte schon hin- und herschalten können.

    In Anbetracht meines ursprünglichen Ziels (möglichst clean und höhenreich) hat sich diese Reihenfolge, von schlecht bis gut, ergeben:
    1. parallel
    2. PRS
    3. split

    Zu guter Letzt habe ich dann noch den normalen Split mit der True-Split-Schaltung, über die es hier im Forum einen ausführlichen Artikel gibt, verglichen. Und tatsächlich hat mir der TrueSplit noch besser gefallen.

    Also habe ich die Umschaltung seriell/TrueSplit fest verdrahtet und ein paar Tage damit rumgedudelt.
    Leider hat mich diese Variante im täglichen Leben dann doch nicht überzeugt. Der TrueSplit-Ton war im Vergleich zur seriellen Verdrahtung seltsam dünn und ohne Bauch, zudem noch wesentlich leiser, und in der von mir beabsichtigten Weise also eher nicht zu verwenden. Mir fiel dann noch auf, dass der Pickup-Rahmen abgeschrägt war, und die aktive, innere Spule gut doppelt so weit von den Saiten entfernt war wie die hintere. Im normalen Humbucker-Betrieb fiel das nicht weiter auf, zeigte aber im Split-Modus die erwähnte Eigenart. Kurzerhand habe ich den Rahmen gerade geschliffen und damit das Problem zumindest teilweise behoben.

    Aber richtig begeistert war ich immer noch nicht. Ich habe den Lötkolben also wieder rausgepackt, rumprobiert und dabei festgestellt, dass die Parallel-Schaltung durchaus ihre Vorzüge hat und eine durchaus brauchbare Klangerweiterung liefert (da hätte ich auch gleich auf bagotrix hören können). Da mein Push-Push-Poti zu dem Zeitpunkt auch schon erste Auflösungserscheinungen zeigte und mir das Schalten damit auch irgendwie unergonomisch vorkommt, habe ich mich doch noch dazu entschlossen ein normales Poti plus separaten Schalter einzubauen. Ich habe mir einen vierpoligen on-on-on-Switch besorgt, eine Weile über die Schaltung nachgedacht und im Moment seriell, parallel und True-Split verdrahtet.

    Beim Verfassen dieses Beitrags fiel mir jetzt aber schon wieder auf, dass ich die PRS-Variante strenggenommen auch noch mal ins Kalkül ziehen und die Widerstände eigentlich auch neu bestimmen müsste, da das PPPoti einen relativ kleinen Wert hat.
    Außerdem geht mir dieses SC-Gebrumme auch irgendwie auf den Nerv...

    Es geht also immer weiter, mal sehen.
     
  10. bagotrix

    bagotrix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.05.17   #10
    Wenn es dumpf ist, kann da eigentlich was nicht stimmen. Bist Du Dir sicher, dass Du den richtig angeschlossen hast? Das ganze muss genau so aufgebaut sein wie ein Standard-Coilsplit, die Verbindung der beiden Spulen (bei Duncan rot-weiß) wird also an den Eingang des Schalters gelötet. Es wird nur am Ausgang des Split-Schalters die direkte Verbindung zur Masse durch den Kondensator ersetzt. Auch beim dadurch nur teilweisen Abschalten einer Spule muss der Klang brillanter werden, nur das Bassfundament und die Brummauslöschung bleiben teilweise erhalten. Übrigens: da hat sich Kolllege halfcupsound mMn geirrt - Je größer der Kondensator ist, desto mehr ähnelt das Ergebnis dem vollständigen Coilsplit, es wird also brillanter und dünner. Je kleiner er ist, desto mehr ähnelt es dem ungesplitteten HB, klingt also fetter. Erscheint erstmal paradox, weil mit größerem Kondensator zunehmend mehr Höhen und Mitten an Masse gehen - allerdings nur von einer Spule, während die Höhen der anderen Spule unbeschnitten bleiben und in diesem Bereich nicht mehr dem Auslöschungseffekt bei der HB-Reihenschaltung ausgesetzt sind.

    Was Du beschreibst, klingt dagegen so, als hättest Du vom Ausgang des gesamten PUs (bei Duncan schwarz) eine Verbindung zur Masse durch einen Kondensator hergestellt. Das entspräche dann tatsächlich der Wirkung eines ganz zugedrehten Tonpotis.

    Gerade bei einem einzelnen Bridge-HB bleibe ich persönlich allerdings eh meist bei der Parallelschaltung, weil sie weniger scharf klingt und die Mitten so schön ausdünnt, ein bisschen wie bei der Strat-Zwischenstellung. Splitting klingt für mich am Besten in der Halsposition oder bei zwei HB gleichzeitig. Aber wenn man eh schon einen Dreiweg-Schalter hat, frisst die weitere Variante ja kein Brot, wie man bei uns sagt. Du erwähnst noch die PRS-Schaltung mit den Wiederständen. Dass das zwei sind, ist der Anpassung an die jeweiligen HB geschuldet, da der Schalter ja zwei Ebenen hat und beide gleichzeitig splittet. So kann man die Masseverbindung durch zwei unterschiedliche Widerstände ersetzen. Die Widerstände erfüllen im Prinzip die gleiche Funktion wie der Kondensator, der Split erfolgt also nur noch teilweise. Nur funktionieren die Widerstände linear über das gesamte Frequenzspektrum, während beim Kondensator der Widerstand frequenzabhängig ist. PRS kombiniert allerdings oft beides.

    Gruß, bagotrix
     
  11. GeiGit

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    Erstellt: 10.05.17   #11
    Wie oben schon erwähnt:
    Allerdings mische ich dazu gerne noch den Hals-HB dazu... aber das ist wie immer abhängig vom Humbucker, der Gitarre, der Schaltung, dem Verstärker und dessen Einstellung, der Spielweise, dem Geschmack usw...

    Schön, dass Du mehreres probiert und Deine Favoriten gefunden hast. :great:
     
  12. Bastelliese

    Bastelliese Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.05.17   #12
    Naja, eigentlich bin ich mir schon sicher, dass ich den 47nF richtig angeschlossen hatte, aber nach all den Wochen möchte ich es nicht beschwören. Ich weiss aber noch, dass mich das Ergebnis auch sehr erstaunt hat. Da hilft wohl nur neuerliches probieren.

    Ich habe mir jetzt die Sache mit der Erhöhung/Erniedrigung des C-Werts ein Weilchen durch den Kopf gehen lassen und habe das Gefühl, dass die Geschichte mit der aktiven Spule und der teilweisen Abschaltung der anderen Spule irgendwie hinkt. Mag sein, dass sich das Klangresultat so veranschaulichen lässt, aber ich denke beide Coils ändern ihr Frequenzverhalten. Die "abgeschaltete" Spule leitet die Höhen direkt nach Masse ab, die Tiefen gelangen zum Ausgang, also umso mehr Bassbetonung, je kleiner der Wert von C. Wie sich dieser C dann aber auf die "aktive" Spule auswirkt, die m.E. als Generator angesehen werden muss und wegen dem Kondensator in der Luft hängt, ist dann die nächste Frage. Außerdem handelt es sich um einen Schwingkreis mit Resonanzfrequenz.

    Die Klangbeschreibung der Parallelschaltung von bagotrix trifft die Sache m.E. übrigens sehr gut, ich hab mich auch ein bisschen verliebt.
    Ursprünglich hatte ich halt eine andere Zielsetzung für die ganze Aktion, mittlerweile kann ich mir auch vorstellen, auf den Split ganz zu verzichten und stattdessen die PRS-Variante als dritte Option einzubauen, oder einen einfachen Umschalter, was das Schalten vereinfachen würde.
    Ich geh' da auf jeden Fall nochmal dran und berichte.

    Im Moment bin ich allerdings noch mit meiner Ultimate Drive bzw. OCD-Mod zugange, darüber will ich mich bei Gelegenheit auch noch austauschen.
     
  13. halfcupsound

    halfcupsound Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.17   #13
    Könnte sein, dass bei dem HB dann zu viele Tief-Mitten von dem überbrückten Split stehen bleiben. Evtl den Test einmal mit 100nF und 220nF durchführen.
    Durch die flache Flanke des Kondensators wird dann nur der Höhenanteil der überbrückten Coil weg rationalisiert. Die andere unbeschaltete Coil liefert eine höhere Frequenzspitze, wie Bagotrix es beschreibt, mit Single-Coil-Charakter, der Kondensator hat hierbei die Funktion eines "Bypass". Je nach Kondensator-Wert könnte man auch von gescoopten Mitten sprechen. Eine lohnende Klangreglung ist, den Kondensator regelbar mit einem Tone-Poti zu gestalten. Beim herkömmlichen Tone-Poti hat man nach kurzem Regelweg den Punkt, an dem es recht dumpf wird. Beim Kurzschließen von nur einer Coil wird die Klangfarbe durch Scoopen verändert. Bei mir hat dieser Regler das Ton-Poti verdrängt, weil diese Klangregelung schöne duale Klänge bilden kann.
    Im Stegbereich ist die Bass-Lastigkeit meist nicht das Problem. Am Hals kann man statt nur zu splitten auch Umschalten auf eine Dummy in Reihe (HB-Ersatzschaltung) Die Dummy überbrückt man dann mit einem Kondensator und hat in den hohen Frequenzen wieder einen SC und in den Bässen etwas mehr Druck, aber nur einen Ton aus einer Coil, die Dummy produziert ja keinen. Das ganze wieder regelbar, wie ein Tone-Poti, und es lassen sich z.B brummfreie P90 Klänge regeln.
     
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