Individuelle, selbstgewickelte Pickup

  • Ersteller Ersteller Ben zen Berg
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  • #381
Ich hatte die Bobbins für den Jazzmaster Bridge PU schon seit über zwei Jahren in der Schublade. Wie man vielleicht im Post #378 erkennen kann, habe ich nun endlich auch den Bridge PU (und den dazu passenden Neck PU) gewickelt.

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Das Ergebnis ist nicht zufrieden stellend. Die Kabelführung funktionierte nicht und wirkt nun doch sehr amateurhaft. Die Fixierung der Spulen mit Epoxy ebenso.
Die Spulen selbst sind zu flach und nun total über wickelt - so stark, dass sich das Cover nach außen beult.
Ich habe bei diesen Spulen auch einmal einen Versuch gestartet und diese nur drei Minuten in das Wachs Bad getaucht. Das ist aber eine größere Sauerei als erwartet, da die Spulen sich nicht ausreichend aufwärmen und beim Rausnehmen das Wachs viel schneller aushärtet. Das Abwischen der Oberflächen funktioniert dann nicht mehr und jede Menge Wachspartikel bröseln aus den Spulen. Sowas funktioniert nur mit vorgewärmten Spulen.
Die Daten sehen auch eher nach einem bunten Teppich aus: 7,03 kΩ, 6,99 H und 10,3 pF. Die Induktivität deutet auf einen eher hohen, die Kapazität auf einen mickrigen Qutput.

bridge.png


Die Frequenzanalyse deutet auch auf wenig Output, hat jedoch eine massive Überhöhung in sehr hoher Lage. Bei den Daten habe ich erst einmal überlegt, ob ich das Teil überhaupt in den Jazzmaster schraube...
Hab's dann aber doch gemacht. Und ganz so furchtbar ist es dann doch nicht. So schrill wie befürchtet ist der Tonabnehmer nicht. Erst ab ca. dem zehnten Bund wird es auf der hohen E-Saite unangenehm. Da ist so mancher Tele-Bridge-PU krasser. Aber er braucht definitiv mehr Leistung, um zu gefallen.
Obwohl die einzelne Spule mehr Wicklungen hat als die von dem Bridge Pu auf der Hartwood (5300:5000), ist der PU deutlich leiser. Ergo braucht der Tonabnehmer mehr Wicklungen. Das steigert die Leistung und senkt die Resonanzfrequenz.
 
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  • #382
Dafür geht es mit der Wickelmaschine weiter.
Nach etwas über vier Wochen ist der Drahtspanner endlich eingetroffen.

20260313_103839.webp


Das CNC Controller Board habe ich nun auch von der provisorischen Fixierung befreit. So sieht es doch besser aus. Ich weiß noch nicht genau, wie ich die Einhausung gestalte.
Einen brauchbarer Staubschutz möchte ich schon. Die Notwendigkeit für einen Lüfter besteht z.Zt. nicht. Ich fände es auch gut, wenn das so bleibt - ein Gehäuse könnte das aber ändern.
 
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  • #383
Jetzt sind die P47² PickUps schon anderthalb Monate auf der SG verbaut - es wird nicht besser. Die Tonabnehmer sind nicht das, was ich erwartet habe.

20260207_105946.jpg


Der Bridge PU klingt durchaus vergleichbar mit dem P47² Bridge PU mit Nickel-Cover und -Grundplatte in meiner Paula. Der Neck PU klingt mir aber zu hell - da mag ich es gerne etwas wärmer und dunkler. Was mich jedoch viel mehr stört: Alles das, was mir an meinen handgewickelten Tonabnehmern so gefällt - Dynamik, Saitentrennung, Transparenz und Definition - ist bei diesen Tonabnehmern ein wenig verloren gegangen. Woran mag das liegen?
Zum Vergleich habe ich den zweiten Entwurf des P47² hier noch rum liegen - der hat genau so viele Wicklungen (7.000) wie der Bridge PU auf der SG. Hier sind die Spektralanalysen:

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Die Schrauben in den Spulen sind nicht mittig, der Tonabnehmer hat eine Nickel Base Plate (das Nickel Cover hatte ich bei der Messung entfernt) und der Draht wurde beim Wickeln mit der Hand geführt.

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Bei dem SG-PickUp sitzen die Schrauben mittig in den etwas breiteren Spulen, die Grundplatte besteht aus PLA und der Draht wurde beim Wickeln maschinell mit einem programmierten scatterwound Logarithmus geführt. Warum werden die unteren Frequenzen angehoben, die Resonanzfrequenz um mehr als 800 Hz nach unten verschoben und die Ausprägung der Überhöhung so gedämpft? Die baulichen Veränderungen verhindern oder reduzieren eigentlich die Bildung von Wirbelströme und sollten genau gegenteilig wirken. Sollte hier wirklich die Wickeltechnik der Grund für den großen Unterschied sein?
Das waren meine ersten automatisiert gewickeltem Tonabnehmer. Die wurden mit einer sehr simplen Logik gewickelt, bei der die Streuung einfach mit einem zufälligem Vorschub linear pro Bewegung über die gesamte innere Höhe der Spule berechnet wurde.
Die Logik zur scatterwound-Berechnung habe ich mittlerweile viel komplexer programmiert und die Spektralanalyse des mit der neuen Logik gewickelten Jazzmaster Bridge Splitt Coil PU in #381 ähnelt doch stark der Spektralanalyse des handgewickelten wooden Splitt Coil Bridge PU in #286.

bridge.png
bridge6750w11610o12.02h.png

Ja, bei genauer Betrachtung sind schon deutliche Unterschiede zu erkennen, aber der geometrische Unterschied der Spulen ist auch sehr groß. Eigentlich ist die einzige Gemeinsamkeit, dass in zwei Spulen je drei AlNiCo Stabmagnete stecken. In dem Fall also eher eine Apfel/Birnen-Vergleich.
Der Einfluss der Wickeltechnik auf den Sound eines Tonabnehmers wird von Elektrotechnikern gerne in den Makrobiotik- oder Voodoo-Bereich geschoben. Und - gerade bei selbst gewickelten Tonabnehmern - spielt die Psyche auch mit in die Hörauffassung rein. Aber der gemessene Unterschied zwischen den beiden P47² PUs ist ja doch deutlich.
Ich würde das gerne Mess-technisch etwas genauer untersuchen, als das mit braunem Rauschen und Geberspule möglich ist. Da ich weiterhin im Hobbybereich agiere, kommt teure Labor Technik für mich nicht in Frage. Ich suche ein Tool, mit dem ich LCR Messungen mit frei wählbaren Frequenzen durchführen kann, um mögliche Unterschiede in verschiedenen Bandbreiten zu messen. Googles KI hat mir ARTA/STEPS/LIMP empfohlen, eine Freeware, mit der ich, ähnlich wie mit Audacity, nur mit Laptop, Soundkarte und ein paar analoger Bauteile die Messungen durchführen kann.
Mal schauen, wie weit ich komme. Mein theoretisches Wissen auf diesem Gebiet ist z.Zt. noch recht überschaubar.
 

  • #384
Wie möchtest Du messen?: Pickup an Wechselspannung u anschliessen? Dann wäre es dieses Bild:

Zwischenablage02.jpg


Frage: Du hast im Post #381 Werte angegeben von 7,03 kΩ, 6,99 H und 10,3 pF. Was sind das für Werte? Gemessen hast Du eine Resonanzfreq. von 5.2kHz, aber rechnerisch müsste man bei diesen Werten ungefähr bei 19kHz landen.
 
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  • #385
Oh, danke für die schnelle Antwort.
Ja, genau so möchte ich messen. Dazu möchte ich PC und Soundkarte nutzen. Zusätzlich muss parallel noch ein Widerstand verbaut werden, um den Strom im PickUp zu begrenzen und damit die Soundkarte vor überlastung zu schützen. In den meisten vergleichbaren Schaltbildern werden 100 Ω Widerstände verwendet. Die Leistung des Widerstandes muss noch berechnet werden.
Bei einem anderen Versuchsaufbau habe ich einen kleinen Class D Amp mit Labornetzteil betrieben. Das verstärkte Signal habe ich über die Soundkarte aufgenommen. Zur Versorgung habe ich 10 Volt auf 1 Ampere begrenzt. Der Amp hat nach dem Einpegeln dann weniger als 30 Milliampere gezogen.
Mehr als 13 kΩ werden meine Pickups wohl nie haben, damit wäre eine maximale Last von 450 W möglich, was mir erschreckend hoch vorkommt. Ist der Tonabnehmergleichstromwiderstand nicht die richtige Referenz? Muss ich mit dem Wert des Widerstandes rechnen und hätte mit 9 W die dreifache Sicherheit?

7,03 kΩ, 6,99 H und 10,3 pF. Was sind das für Werte?
R, L (mit 100 Hz) und C - gemessen mit einem Multimeter. Den Gleichstromwiderstand kann ich damit korrekt messen.
Zur Ermittlung der Kapazität eines Tonabnehmers ist das Messverfahren falsch. Und auch die Henry Werte, die mein DMM auswirft, erscheinen mir immer sehr hoch. Es erscheinen auch Negativwerte, wenn ich die Kabel vertausche. Ist dieses Verfahren zur Messung der Induktivität eines Pickups überhaupt geeignet?
 
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  • #386
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  • #387
Für LC Schwingkreis ist die ungedämpfte Eigenkreisfreq. (Achtung: Omega=2Pi*f, mit f=Freq in Hz):

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Wenn Du mein oben angegebenes Schaltbild hast, also noch einen Widerstand, dann ändert sich die Resonanzfreq.

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Der Wurzelterm ist für ein reales Beispiel (Eigenkreisfreq. = 31415 (= 5kHz), L=7H, C=145pF, RL=7K) aber vernachlässigbar. (>0.999).

So jetzt kommt der Trick, den ich als Idee hatte und der auch offiziell so gemacht wird, um L zu bestimmen:

Jetzt hängst Du einen bekannten Mess-Kondensator CTest parallel zur Spule, der z.B. ungefähr 100mal grösser ist, als das von der Spule zu erwartende C. In unserem Fall wären das dann 14.5nF. Für CTest>>C hat man nämlich die Situation, dass man CTotal im Messsystem als bekannt annehmen kann, da ja das unbekannte C nur 1% von der Gesamtkapazität ausmacht. Du bestimmst jetzt die Resonzfreq. omega-r erneut, und da im Prinzip CTotal vom gesamten System bekannt ist (=CTest), kannst Du L auf ca. 1% genau ausrechnen. In dem Fall wird aber der obige Wurzelterm 0.948, d.h. bei Verwendnng des so viel grösseren CTest musst Du den Wurzelterm zur Bestimmung von L berücksichtigen. Das ganze ergibt eine quadratische Gleichung für L:

(omega-r)^2 * CTest * L^2 - L + R^2*CTest = 0

Gleichung hab ich selbst ausgerechnet, kann also falsch sein. Bitte nachrechnen.

Wenn Dir das zu blöd ist, kannst Du den Wurzelterm auch weglassen und einfach annehmen L=1/(omega0^2 * CTest), dann wäre in unserem Beispiel der Fehler für L: 11%.
(mit omega0=Kreisfreq. mit Mess-Kondensator)

Jetzt hast Du also L genau bestimmt und kannst C (das nur von der Spule stammt) ausrechnen: C=1/(omega0^2 * L)
(mit Omega0=Kreisfreq. ohne Testkondensator).

Wenn Du die Kapazität des Systems durch den Mess-Kondensator CTest ca. um den Faktor 100 erhöhst, dann sinkt omega0 und damit auch die Resonanzanzfreq. Omega-r ungefähr auf 10% der Resonanzfreq. vom System ohne Mess-Kondesnator. Also Dein Pickup mit omega0 bei 5kHz, hätte mit Testkondensator eine Resonanz omega-r bei etwas unter 500Hz. (damit Du weisst, was für Werte Dich erwarten).

LG
 
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  • #388
Wie misst Du das jetzt alles:

Dein Pickup hat R=7K, d.h. bei DC von z.B. U=7V gehen da (R=U/I) durch: I=1mA, und der Pickup nimmt eine Leistung auf von P=(U^2)/R=7mW. Stell Dir vor: Dein Pickup hat ein R das über 100mal grösser ist als der eines Kopfhörers. Durchbrennen wird Dir da gar nichts. Du solltest für die Messung auch kein R parallel zum Pickup hängen, weil Du so einen Verbraucher an den Schwingkreis hängst!

Im Prinzip musst Du den Strom messen, den der Pickup aufnimmt. Beim parallelen LC Schwingkreis wird die Impedanz bei Resonanz (omega-r) unendlich, Strom in der Zuleitung geht also gegen Null.
Im Prinzip musst Du den Pickup über das gesamte Frequenzband mit konstantem u Spitzenspannung anregen und gleichzeitig den Strom messen. Strom messen kannst Du per Spannungsmessung über einem Messwiderstand, der in Serie!!! mit dem Pickup geschaltet ist (also vorne dran hängen). Problem: der Messwiderstand erzeugt einen Spannungsabfall, je nachdem wie viel Strom durchfliesst und der Picklup wird darum nicht mehr mit konstantem u angesteuert. Deshalb sollte R des Messwiderstandes Grössenordnung 100mal kleiner sein als R vom Pickup, dann spielt das kein Rolle mehr. Du kannst z.B. einen Messwiderstand mit 100Ohm verwenden, bei 1mA misst Du dann 100mV (R=U/I), das wäre dann der max. Strom (bzw. Spannung) wenn Du mit 7V ansteuerst. Messbereich über unserem Messwiderstand also: 0-100mV.
Dort wo diese Messspannung minimal wird, liegt omega-r. Das tolle an dem Ganzen: die absoluten Werte für den Strom sind nicht relevant, wir benötigen zur Bestimmung von C und L nur die Resonanzfreq. omega-r.

Beachte: bei der Spannung über dem Messwiderstand handelt es sich um eine Wechselspannung, die aber (da wir dort nur ein R haben und keine Kapazität/Induktivität) mit dem Wechselstrom in der Zuleitung immer in Phase ist. Du solltest also zur Bestimmung von I, die Welle des Signals messen (z.B. mit einer Soundkarte) nicht einfach mit einem Digitalmultimeter in AC Stellung. Das kann u.U. gehen, denke aber nicht, dass DMM für solche grossen Frequenzbereiche gemacht sind, Normalerweise ist AC Volt-Messung bei DMM einfach bei Netzfrequenz gedacht.

Das wäre so in etwa, wie ich es versuchen würde.

Bitte vergiss folgendes nicht: Es kann sein, dass der LC-Kreis Deine Soundkarte stört, denn Deine Soundkarte gibt ein Signal aus und erhält gleichzeitig ein Antwortsignal vom LC-Schwingkreis (der ja energie speichert und wieder abgibt, sog. Blindleistung und damit die Phase zw. Strom und Spannung verschiebt, was der Soundkart ev. nicht gefällt). Es kann sein, dass Deine Soundkarte (mit der Du das Signal zur Ansteuerung des Pickups erzeugst) im System als Verbraucher auftritt. Falls du irgendwelchen komischen Werte misst, könnte es also auch an der Soundkarte liegen, die nicht in der Lage ist, den Pickup mit konstantem u zu versorgen. Die Konstanz von u ist aber essentiell, um die richtige Resonanzfreq. zu finden.

Da ich das ganze noch nie gemacht habe: ich bin mir nicht 100% sicher ob I in der zuleitung wirklich gegen Null geht bei Resonanz oder ob nur die Phasenverschiebung zw. der Spannung, die von dre Sounkarte ausgegeben wird und dem Strom über dem Pickup gegen 90° geht. Falls Du also gar keine Spannungsänderung über dem Messwiderstand misst, mit änderndem f, müsstest Du mal die Phasenlage der Spannung, die Du über dem Messwiderstand misst mit der Phasenlage der Spannung, die die Soundkarte ausgibt vergleichen. Irgendwo wirst Du schon eine Grösse finden, die bei Resonanz gegen Null geht und das ist das, was uns am Ende interessiert um omega-r und damit L und C zu bestimmen.

LG
 
  • Ersteller
  • #389
Vielen Dank für so viel Input. Damit muss ich mich ein wenig auseinander setzen. :unsure:
Die L und C Werte haben für mich nicht so einen hohen Stellenwert. Sie dienen als Referenzwerte beim Vergleich verschiedener PickUps. Deren Aussagewert finde ich jedoch recht abstrakt. Spektralanalyse oder Bode-Diagramm sind für mich deutlich aussagekräftiger.
Was ich gerne messen möchte, ist ein Wasserfall über das gesamte Spektrum, bei dessen Z Achse eine Pegelreduzierung von max bis min gemessen wird.
 
  • #390
Spektralanalyse oder Bode-Diagramm sind für mich deutlich aussagekräftiger.
Sehe ich auch so, Impulse Response wäre auch noch eine Möglichkeit. Allerdings lässt so was wahrscheinlich nur schwer interpretieren. Zwei Pickups mit selben Impulse Resonse werden ziemlich sicher auch gleich klingen, zwei Pickups mit selben Spektrum müssen nicht unbedingt gleich klingen, weil das Impulsverhalten dort nicht abgebildet wird. Kann aber durchaus sein , dass in der Praxis ein Spektrum genügend Aussagekraft hat, da bin ich überfragt, und weisst Du sicher mehr drüber als ich.
 
  • Ersteller
  • #391
Ich weiß nicht, ob Impulse Response für das, was ich suche, das Richtige ist. Das scheint doch eher zur Darstellung komplexere Systeme geeignet zu sein. Ich wünsche mir hier aber ausschließlich eine detaillierte Abbildung der kapazitiven Blindwiderstände, aufgefächert in Frequenz und Pegel. Eine Visualisierung von dem, was ich höre, wenn ich Gitarre spiele. Das der selbe Ton in veränderter Lautstärke eine andere Färbung bekommt, oder das zwei benachbarte Töne bei gleicher Lautstärke auch eine unterschiedliche Färbung bekommen können. Das sind Eigenschaften von scatterwound Pickups, die mitunter den Charakter einer Gitarre verändern können.
Ein kumuliertes Wasserfall-Spektrum, X und Y Achse wie beim Frequenzspektrum, bei dem über die Z Achse der Pegel der Y Achse Schritt für Schritt erhöht wird - so stelle ich mir das im Moment vor.
 
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  • Ersteller
  • #392
Ich habe das Design für die Jazzmaster Split Coils wie beim Humbucker sized wide Split Coils auf eine Format-füllende Größe gebracht. Es war ein Prozess mit mehreren Fehlversuchen, bis ich die finale Form gefunden hatte.

20260607_083850.webp


Damit sich die Blenden nicht nach außen wölben (die Bohrungen für die Magnete schwächen die Stabilität besonders an der Spitze des abgeschrägten Rechteckes), musste ich diese 3 mm stark machen.

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Der Prototyp wurde mit dem 3D Drucker erstellt. Damit ich die Spulen sauber drucken konnte, musste ich sie in eine obere und eine untere Hälfte aufteilen.
Auch hier musste ich die Schwachstelle der Konstruktion berücksichtigen und den Steg mit den Bohrungen in der Mitte teilen.

20260607_164105.webp


Jede Spule hat zwei Kabelkanäle, um die inneren Anschlüsse im Inneren der Spule zu kapseln. Die kleinen Laschen an den Außenecken habe ich zur Fixierung der äußeren Drahtenden hinzu gefügt.
Leider druckt mein Bambu Lab A1 mini mit HT-PLA Filament nur in sehr schlechter Qualität und so habe ich die Prototypen mit normalen PLA gedruckt. Das soll bis 70° C formstabil bleiben, wird beim Potten mit konstant kontrollierten 59° C aber butterweich. Da presst der Druck der Wicklung die Form auseinander. Ich habe die Wicklung dann nur mit einer Schicht Acryl-Cellulose-Lack gesichert. In meiner Spielumgebung passt das, nicht aber für die große Bühne.

20260607_174600.webp


Jep, ich könnte das Kabel durchaus sauberer mit Super Glue in den Kanal kleben. Beim Anschluss wird ein Kabelbinder als Abrisssicherung verwendet, ...

20260607_175045.webp


... der rückseitig noch mit Sekundenkleber fixiert wird.

jmWideRangeSplitCoilBridge_6000_heavyScatter.webp


Der Bridge PU hat im Vergleich zum Versuch aus #381 eintausend Wicklungen mehr auf jeder Spule und somit auch einen deutlich höheren Gleichstromwiderstand (der größere Querschnitt der Spule trägt aber auch noch zur Erhöhung bei). Das drückt dann die Resonanzfrequenz auf ein angenehmeres Niveau.

Hier sind die Vergleichswerte (#381 zu #392):
Wicklung: 2 x 5000 : 2 x 6000
Gleichstromwiderstand: 7,03 kΩ : 9,24 kΩ
Resonanzfrequenz: 5218 Hz : 4132 Hz

Und hier die obligatorischen Soundbeispiele, immer Neck, Neck & Bridge, Bridge hintereinander. Erst clean, dann crunch:



Mir gefallen die PUs sehr gut. Sie bringen den perkussiven Charakter vom Jazzmaster schön rüber und der Bridge PU ist in der Zerre eine echte Surfrock-Waffe.
Ach ja, der Neck PU hat 2 x 5400 Wicklung und einen Gleichstromwiderstand von 8,32 kΩ.
 
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  • #393
Ich ziehe meine Projekte weiterhin asynchron durch. Zur Zeit baue ich eine bessere Version von meinem ersten Gitarrenbau-Projekt, der Black Lazard.
Die Gute fällt auseinander, nach 13 Jahren hat sich das Alu-Binding gelöst. Vielleich repariere ich sie auch noch mal, denn nach einigen Modifikationen spiele ich eigentlich immer noch gerne mit ihr rum.

blackLizard1PUs.webp


Die Pickup-Bestückung, mit der ich auf der T-Style Gitarre mit Linde Korpus glücklich geworden bin, ist der P47² Urtyp und ein Split Coil Mini-Humbucker.
Einzig: der Mini-Humbucker kann nicht so ganz gegen das größere Kaliber anstinken.
Die groben Specs:

P47² -> 2 x 6.500 Wicklungen, 6.11 kΩ, drei AlNiCo II Magnete (1 x 58x12x3 mm & 2 x 58x5x3 mm)
Split Coil MH -> 5.500 Wicklungen, 5.03 kΩ, ein AlNiCo II Magnet (58x10x3 mm)

Die Humbucker Bridge finde ich auch nicht so schön, ich hätte da lieber - mit einer Ash Tray Bridge - etwas mehr Old School Vibe. Ich finde aber keine mit Humbucker Fräsung, passt auch aufgrund der Befestigungsschrauben nicht ins Format.

Screenshot_20260706_145733_Chrome.webp


Bei GuitarFetisch habe ich jedoch eine Bridge mit FilterTron Fräsung gefunden. Die sieht doch lecker aus - eben so wie die passenden Pickups.

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Ein offenes Mini-Humbucker Cover habe ich hier noch rum liegen und das FilterTon-Pendant dazu bestellt. So richtig glücklich macht mich die Optik aber nicht. Der H-Gate-Style turnt mich mehr an. Diesen Style bekommt man für Mini-Humbucker aber nur mit Dammriss 3. Grades - nichts Schönes - die habe ich schon von meiner Alden Galactica vertrieben. Da versuche ich doch lieber ein Toaster Cover mit durchgehenden Mittelsteg zu modifizieren.

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Doch, wie am besten vorgehen? Ich habe mir ein Template gedruckt und es mit Alu-Schienen an der Schnittkante verstärkt.

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Da Chrom sich schon ab 200 °C blau färbt, habe ich mich nicht getraut, den Schlitz mit einer Trennscheibe zu flexen. Mit einer kleinen Bügelsäge, nur im Stroke-down-Verfahren, war der Schlitz aber auch in weniger als fünf Minuten erledigt.

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Das sieht doch schon ganz brauchbar aus. Jedoch ist das Material so dünn, dass es sich super leicht verbiegt. Um die kleinen Radien an den Ecken feilen zu können, ohne dass sich der Steg verbiegt, musste ein Stabilisator her - aus dem 3D-Drucker.

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So konnte ich mit einer kleinen Schlüsselfeile die Radien feilen, ohne dass die Stege die Möglichkeit hatten, sich zu verbiegen.

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So schaut es im Side by Side mit einem FilterTron H-Gate Cover aus.
 
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  • #394
Ich habe eine längere Unterhaltung mit Google AI geführt und habe meine Druck-Probleme mit dem Bambu Lab Mini und HT-PLA geschildert. Google schreibt, das Problem ist die hohe Geschwindigkeit, die Bambu Lab beim Drucken fährt. Dafür sind die meisten HT-PLA Sorten nicht ausgelegt.
Die KI hat dann ein Filament besonders empfohlen, dessen Hersteller auch das entsprechende Profil für den Bambu Lab Mini als Download bereit stellt. Da das Filament auch nicht teuer ist, habe ich es getestet.

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Und dieser Test war positiv. Ich habe blind dem Profil des Herstellers vertraut und einfach los gedruckt. Das Resultat entspricht meinen Vorstellungen.

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Die Spulkörper halten beim Potten (Wachsen) die Form, so muss das sein. Gewickelt habe ich die Spulen mit 6.500 Windungen.

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Für den Mini-Humbucker wollte ich - passend zum Bridge PU - auch das P47² Layout einsetzen. Die dazu am besten geeigneten Magnete passen aber nicht auf die Base Plate, die hochgebogenen Seiten lassen nicht genug Freiraum. Ich habe dafür etwas Passendes konstruiert, inkl. der Möglichkeit, das Cover an der Basis zu fixieren. Die Magnete haben die Maße 60x3x7,5 mm & 60x3x6,5 mm. Eigentlich wollte ich AlNiCo V Magnete - der Breitere war aber nur in AlNiCo II auf Lager - und so wurde es eine Mischung. Den 2er kann ich nachträglich noch gegen einen 5er austauschen.

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Und wenn ich schon das 3D-Programm anwerfe, dann wird das Design auch auf maximale Raumausnutzung ausgelegt. Das Inlay war eine einfache Aufgabe für die CNC.

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Das Layout der Black Lizard II wird nicht Tele-korrekt ausfallen. Sie bekommt ein Toggle Switch, dort wo es auch bei einer Paula sitzt. Damit Phase und Masse getrennte Wege nehmen können habe ich auch getrennte Kabel verlötet. Die Erdung des Covers habe ich im Inneren angebracht. Mit zwei winzigen Schrauben wird das Cover an die Basis geschraubt. Der Gleichstromwiderstand fällt erwartungsgemäß aus.
 
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  • #395
Leider sind die AlNiCo V Magnete falsch gelagert worden. Die Pole sind zu den Ecken gewandert. Die Südseite ist leiser als die Nordseite und das Nachmagnetisieren funktioniert bei diesen Formaten nur sehr schlecht. Ich werde den entsprechenden Magnet um 180° drehen oder gegen einen anderen tauschen.

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Weiter geht es mit dem FilterTron Style PickUp. Der Spulen-Querschnitt ist deutlich größer, der Querschnitt des Wickelkanals jedoch kleiner als beim Mini-Humbucker Style PU.

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Um 7.000 Wicklungen auf die Spule zu bekommen, musste ich die Drahtspannung erhöhen und ein anderes Wickelprofil wählen, trots dem sind die Spulen überfüllt.

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Der Gleichstromwiderstand ist wegen des größeren Spulenquerschnitts so viel höher. Die Anzahl an Windungen ist nur 7,7 % höher als bei der Mini-Humbucker Form. Die Spulen sind jedenfalls so voll, dass sie nicht mehr zwischen die Seitenwände der Grundplatte passen.
Wenn ich diese dann so verbiege, dass die Spulen dazwischen passen, dann drücken sie die Aussenkontour des Covers auseinander, so dass der Tonabnehmer die Form einer trächtigen Kuh annimmt. Das ist in der Aussparung der Bridge sehr auffällig und passt auch nicht mehr in die Fräsung. Mit einer brutalen Maßnahme habe ich es wieder 'grade biegen können'. Um Platz zu schaffen, habe ich einfach die Seitenwände ausgespart.
 
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  • #396
Die Südseite ist leiser als die Nordseite und das Nachmagnetisieren funktioniert bei diesen Formaten nur sehr schlecht. Ich werde den entsprechenden Magnet um 180° drehen
Das Tauschen der Magnete hat Besserung gebracht. Aber! Der Tonabnehmer ist viel zu leise. Ein Fehler in der Konstruktion.

Ich habe gehofft, dass größere Magnete die Weicheisen-Abstandhalter kompensieren könnten, da die Magnete aufgrund der fehlenden Abstandhalter auch näher an die Schrauben geführt werden können. Das war aber ein Trugschluss. Ich habe den PU auseinander genommen und provisorisch Abstandhalter zwischen den Magneten fixiert. Gefühlt wird dadurch der Output verdoppelt.
Irgendwie brauche ich doch mal ein 3D-FEMM-Simulation/Analyse-Tool.
Mit nur zwei Dimensionen ist der Unterschied mit und ohne Keeper Bar nur mit einem Riesenaufwand zu ermitteln.
 
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  • #397
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Ich habe mir aus den Bestandteilen meiner alten Wickelmaschine einen Schwingungsgenerator gebastelt. Damit kann ich Pick-ups ohne Gitarre testen. Mit dem Rad kann ich aufgrund der Anzahl der Zähne feste Frequenzen in einer fixen Testumgebung generieren.
Der Motortreiber sendet aber erst einmal ein fettes Störsignal Richtung Soundkarte.

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Orange ist FilterTron, gelb Mini HB Style P47². Der Kleine ist gar nicht so viel leiser, das Verhältnis zwischen den Beiden sieht erst einmal OK aus.
Der Kleine filtert auch den Electkto-Smog besser aus. Beim FilterTron Style PU muss ich also noch einmal schauen, wie ich das Humbucking verbessern. Mit dem Rad habe ich versucht, den Ton der leeren tiefen und hohen E Seiten generieren.

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Der FilterTron Style PU (oben) ist ca. 3 dB bei 103 rpm und ca. 6 dB beim 412 rpm lauter als der Mini HB Style PU (unten).
Für die Berechnung der Umdrehungszahlen habe ich 82,14 Hz und 328.56 Hz als Grundlage verwendet, das scheint aber noch nicht zu passen. Die Peaks sind deutlich höher - auch das muss ich noch mal checken. Das Mehr an Frequenzen kommt daher, das ich den Motor langsam hochfahren lasse.

miniHbStyle.webp


Das die PUs unterschiedliche Charakteristiken haben, kann man auf den Bode Plots schon gut erkennen.
Das Rad ist im Übrigen ein ABS-Ring der in Kfz-Rädern verbaut wird. Das ist eigentlich viel zu viel Masse und bringt das Magnetfeld der Tonabnehmer auch noch mit einem Abstand von drei/vier cm ordentlich in Wallung. Ich schau mal, ob ich das nicht etwas zierlicher erstellen kann.
 
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  • #398
Gute Idee
Wenn du die Achse zum Zahnrad deutlich verlängerst und den Motor in ein Metallgehäuse, oder einen ähnlichen Faradayschen Käfig packst, sollten die Störungenbauch geringer werden.
 
  • Ersteller
  • #399
Der Motor ist nicht das Problem. Dessen Achse steht auch im rechten Winkel zur Nord-Süd-Achse des Pick-ups, was dessen Sichtbarkeit für den Tonabnehmer deutlich verkleinert. Der Impulsgenerator des Treibers ist der große Verschmutzer.
Beim FilterTron Style PU muss ich also noch einmal schauen, wie ich das Humbucking verbessere. Mit dem Rad habe ich versucht, den Ton der leeren tiefen und hohen E Seiten zu generieren.
Kleine Fehlerkorrektur
 
  • Ersteller
  • #400
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Ich habe beide Bode Plots mal übereinander gelegt. Violett ist die Kurve vom FilterTron-sized, türkis vom Mini-Humbucker-sized PU. Blau ist die Schnittmenge.

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Mit Pegelangleichung wird das Bild dann deutlicher. Der Mini-Humbucker-sized PU komprimiert stärker und liefert mehr Höhen.
 
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