Intervalle

von Late-Jay, 07.10.07.

  1. Late-Jay

    Late-Jay Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.10.07   #1
    Hallo,
    ich weiß ja nicht, ob dieses Thema in Notation reingehört und suchen kann ich auch nichts, weil die Suchfunktion mir immer nur sagt, dass ich noch 12 Sekunden warten muss -egal, wie lange ich warte. :rolleyes:
    Egal, also ich lerne gerade Musiktheorie, bin ein Anfänger und habe mir deshalb das Schulbuch "Grundlagen Musiktheorie" ausm Klett Verlag gekauft und geh das jetzt durch.
    Beim Thema "Intervalle" verstehe ich allerdings gar nichts. Das ist da auch total schlecht bzw. garnicht erklärt...:confused:
    Wie geht man vor, wenn man die reine/große/kleine/verminderte/übermäßige Prime/Sekunde/Terz/Quarte/Quinte/Sexte/Septime/Oktave zu einer Note haben will?
    Ich versteh überhaupt nicht, wie man vorgehen muss.
    Ich hoffe mir kann jemand helfen. Danke im Vorraus! :)
     
  2. konbom

    konbom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.10.07   #2
    Hallo,
    der Thread gehört zwar wohl eher in "Harmonielehre", aber was soll's ;)

    Bei den Intervallen geht man gewöhnlicherweise von der Durtonleiter des ersten Tons aus. Wenn zu zum Beispiel als ersten Ton ein C hast (einfachstes Beispiel), ist die Dur-Skala ja:
    C D E F G A B C (B=dt. H) (Die sogenannten Stammtöne)
    Dies sind nun immer die reinen und großen Intervalle:

    C = reine Prim
    D = große Sekunde
    E = große Terz
    F = reine Quarte
    G = reine Quinte
    A = große Sexte
    B = große Septime

    Bei Prim, Quarte und Quinte gibt es also reine Intervalle und bei den anderen große.

    Die Zusätze (klein, vermindert, übermäßig) werden bei beiden Möglichkeiten wie folgt angewandt:

    1. Bei den reinen Intervallen fügst du ein # hinzu, um das übermäßige Intervall zu erhalten:
      C# = übermäßige Prim
      F# = übermäßige Quarte
      G# = übermäßige Quinte

      Wenn du ein b hinzufügst erhältst du das verminderte Intervall:
      Cb = verminderte Prim (hab ich allerdings noch nie gesehen ;) )
      Fb = verminderte Quarte
      Gb = verminderte Quinte

    2. Bei den großen Intervallen erhältst du das übermäßige Intervall ebenfalls durch Hinzufügen eines #:
      D# = übermäßige Sekunde
      E# = übermäßige Terz
      A# = übermäßige Sexte
      B# = übermäßige Septime

      Die kleinen Intervalle erhältst du durch hinzufügen eines b:
      Db = kleine Sekunde
      Eb = kleine Terz
      Ab = kleine Sexte
      Bb = kleine Septime

      Die verminderten Intervalle ergeben sich nun durch hinzufügen eines weiteren b:
      Dbb = verminderte Sekunde
      Ebb = verminderte Terz
      Abb = verminderte Sexte
      Bbb = verminderte Septime

    Dazu sollte man noch sagen, dass nicht immer b oder # hinzugefügt werden: Hat man eine Dur-Skala, in der die Stammtöne schon Vorzeichen haben, werden diese sozusagen "verrechnet":
    Bei G-Dur (G A B C D E F#(!!!)) ist die kleine Septime nicht F#b sondern schlicht F, weil b und # sich aufheben.

    Hoffe, geholfen zu haben ;),
    Gruß,
    Max
     
  3. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 08.10.07   #3
    Noch als Ergänzung zu konboms Beitrag.

    Er hat dir schon die Intervalle in der Durtonleiter vom Grundton aus aufwärts gezeigt. Jedes Intervall in Dur vom Grundton aus aufwärts ist rein oder groß.

    Es gibt auch eine einfach zu merkende Beziehung in Dur vom Grundton aus abwärts. Jedes Intervall in Dur vom Grundton (oder Oktave) aus abwärts ist rein oder klein.

    Die beiden Beziehungen übersichtlich in C-Dur angeordnet:
    Code:
    Intervall zw. |  c'  d'  e'  f'  g'  a'  b'  c''
    --------------+---------------------------------
    Grundton c'   |  r1  g2  g3  r4  r5  g6  g7  r8
                  |
    Oktave   c''  |  r8  k7  k6  r5  r4  k3  k2  r1
    Man sieht hier auch, daß die Intervalle, die sich zur Oktave ergänzen, entweder beide rein, oder eines groß und das andere klein sind. Die sich zur Oktave ergänzenden Intervalle nennt man auch Komlementärintervalle.

    Sortiert man diese Intervalle nach ihrer große erhält man diese Komplementärintervalle:
    Code:
    r1   k2   g2   k3   g3   r4
     |    |    |    |    |    |
    r8   g7   k7   g6   k6   r5
    Diese Beziehungen können vor allem bei den größeren Intervallen hilfreich sein.

    Beispiel: Große Septime von d' aufwärts ->
    Komplementärintervall der großen Septime ist die kleine Sekunde ->
    Anstatt von d' die große Septime aufwärts kannst du auch von d'' die kleine Sekunde abwärts (Halbton) bestimmen => c#''

    Gruß
     
  4. Late-Jay

    Late-Jay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.10.07   #4
    Hey danke für die ausführlichen Antworten, jetzt habe ich es verstanden! :great:
     
  5. Late-Jay

    Late-Jay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.07   #5
    Ich habe doch noch eine Frage:
    Ist diese "Tabelle", die ich erstellt habe, korrekt?
    Ich habe sie als Schlussfolgerung aus euren Beiträgen erstellt, bin mir aber nicht sicher, ob man das so darstellen darf:

    Halbtonschritte - Intervall

    0 - reine Prime
    1 - kleine Sekunde
    2 - große Sekunde
    3 - kleine Terz
    4 - große Terz
    5 - reine Quarte
    6 - übermäßige Quarte
    7 - reine Quinte
    8 - kleine Sexte
    9 - große Sexte
    10 - kleine Septime
    11 - große Septime
    12 - reine Oktave
    13 - kleine None
    14 - große None
     
  6. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 10.10.07   #6

    Das ist richtig, solange du Halbtonschritte auf einem konkreten Instrument unabhängig von der Notenschrift betrachtest.

    Meist geht es aber darum, Intervalle in aufgeschriebenen Noten zu bestimmen und da muß man anders vorgehen, weil die Enharmonik (also die genaue Schreibweise des Tons) die Intervalldeutung bestimmt.

    Zum Beispiel ist das in Noten aufgeschrieben Intervall C#-Eb eine verminderte Terz: C-E ist eine Terz und die Alterationen bewirken eine Veränderung bis zum Status "vermindert".

    Wenn du auf dem Klavier aber den Abstand der Tasten C# und Eb abzählst, wirst du bis "2" zählen und mit deiner obigen Tabelle das Ergebnis "große Sekunde" bekommen. Das wäre falsch, wenn es darum geht, das Intervall in den Noten zu bestimmen.

    "Große Sekunde" wäre nur richtig, wenn dich jemand fragt, welches Intervall zwischen diesen beiden Klaviertasten liegt: dann hättest du die Freiheit, das C# als Db zu deuten und damit das Intervall Db-Eb zu bestimmen, das in der Tat eine große Sekunde ist.

    Harald
     
  7. metallissimus

    metallissimus Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 14.10.07   #7
    Kleiner Tippfehler (den du aber glaube ich nach so langer Zeit nicht mehr ändern kannst, deshalb erlaube ich mir die öffentliche Korrektur, nicht, dass hier noch jmd. was falsches lernt ;) ): Komplementärintervalle
     
  8. Late-Jay

    Late-Jay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.07   #8
    Danke nochmal für eure Hilfe, ich glaube ich habe es verstanden! :D
     
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