FZiegler
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iReal Pro kenne ich schon länger als nette Möglichkeit, beim Üben/Improvisieren begleitet zu werden. Das ist bekanntlich eine App, die für einen kleinen Preis eine variable Mini-Band zu frei editierbaren Akkordfolgen "synthetisiert" - und zwar mit Auswahlmöglichkeit verschiedener musikalischer Stile im Jazz-Bereich (Jazz, Latin, etwas Rock und Pop). Es soll Leute geben, die das nicht nur zum Üben zuhause verwenden, sondern auch auf Bühnen. Ich selbst habe mir vor ein paar Jahren alle Pakete gekauft, die es gab, und hatte damit 1400 Jazz-, 200 Latin-/Brazilian- und 400 Pop-Titel. Hinzu kommen 50 selbst eingegebene Titel (überwiegend neuere Kirchenlieder) und welche, die man hier und da aufschnappen kann.
Das ganze funktioniert ja quasi auf der Basis von MIDI-Stylesheets. In Hardware macht das z.B. Digitech Trio+ Band Creator. Quasi eine erweiterte Stompbox (BeatBuddy u.ä.)
Willst du einzelne Stücke üben, gibt es sicherlich auch die Möglichkeit, Backing-Tracks bei diversen Online-Diensten einzeln zu kaufen - da kenne ich mich nicht aus. Die sind im Einzelfall vermutlich musikalischer als die synthetisierten Begleit-Tracks. Und vermutlich oft auch verwendbar vor Publikum. Gehen aber ins Geld (z.B. Phil Wilkinsons https://www.playjazztracks.com/).
Jetzt bin ich über zwei Apps gestolpert, die es schon ein kleines Weilchen gibt: Quartet und The Feel Book. Beide sind von Musikern eingespielte Begleit-Tracks für Jazz-Standards, bieten dabei jeweils feste Akkordfolgen (mal mehr am Original, mal mehr am Jazz-Standard orientiert), die aber im Tempo, in der Tonart und der Zahl der Durchgänge angepasst werden können. Auch Loops von einzelnen Takten sind bei beiden möglich. Die Flexibilität von iRealPro fehlt, dafür soll wohl die Musikalität deutlich höher sein.
Ebenso wie iRealPro umgehen die beiden Apps das Copyright-Problem dadurch, dass sie die Melodie nicht enthalten, sondern nur Akkordfolgen bieten. Bei Quartet heißen die Stücke dann auch nicht "Autumn Leaves", sondern "Song in the Style of Autumn Leaves (fast)". So lassen sich attraktive Preise erreichen - entweder im Abo (The Feel Book: 48 USD pro Jahr, auch monatlich 7 USD oder quartalsweise 17 USD möglich) oder mit Bundles von 100-150 Stücken für 17 USD (Quartet).
Aus den beiden Videos habe ich ein paar Details extrahiert:
Quartet:
View: https://www.youtube.com/watch?v=0NpchGQUhZY
- aktuell leider nur für iOS, iPadOS und MacOs (Webversion in Planung)
- 6 Pakete aus Jazz und Latin, davon 1 Weihnachts-Version, Preise zwischen 8 und 17 USD (jedes Paket ist eine eigene App)
- 5 eingespielte Instrumente, aus denen sich passende Begleitgruppen wählen lassen (sowohl Minus-One-Mixe als auch kleinere Kombinationen); die Mixe müssen aber einzeln heruntergeladen werden
- M4A-Stereo-Mix der gewählten Kombination ist kostenlos herunterzuladen, WAV-Multitracks kosten nochmal extra
- der musikalische Charakter passt zum Song
- Chord-Progressions, Piano-, Gitarren- oder Ukulele-Griffbilder (letztere aber häufig nicht im Kontext passend, sondern nur Basis-Griffe)
- Auswahl für Tempo (auch während des Spiels) und Tonart (auch direktes Transponieren für Bb- und Eb-Instrumente))
- Auswahl für Einzählen (0, 1 oder 2 Takte) und Anzahl der Wiederholungen (es lässt sich auch eine Auswahl des Songs loopen)
- es gibt musikalisch brauchbare Intros (häufig letzte 8 Takte, manchmal auch speziell); unklar, wie es um Endings steht
- Songs, die im Original ebenso Swing- wie Latin-Passagen haben, machen auch im Backing-Track diesen Wechsel mit
- Solos sind enthalten, man kann dazu entweder Comping üben oder sie unterdrücken und den Leerraum zum eigenen Solieren nutzen
- es kann vorkommen, dass die Akkordfolgen etwas ungewohnt sind (lässt sich nicht einzeln anpassen)
- eigene Songs lassen sich natürlich nicht einpflegen
The Feel Book:
View: https://www.youtube.com/watch?v=cxexHMXLCIQ
- für iOS, Mac und Android
- 3 eingespielte Instrumente als Rhythmus-Sektion (Piano, Bass, Drums), die sich einzeln in der Lautstärke einstellen (oder natürlich auch muten) lassen
- jeden Monat kommen neue Stücke dazu: Abo-Modell (als In-App-Kauf)
- Tempo und Tonart einstellbar
- Anzahl der Durchgänge und Loops möglich
- auch hier können einzelne Akkorde entweder dem Original oder den üblichen Jazz-Versionen entsprechen (wird teils kommentiert)
Üben kann ja ganz unterschiedliche Zwecke verfolgen. Wenn ich als Pianist Stücke für die Bigband übe, kann ich meist auf Youtube-Samples desselben festen Arrangements zurückgreifen (manchmal nur das halbe Stück, oft aber das ganze - eingespielt vom Hal Leonard Jazz Ensemble). Da bin ich dann aber schon im Tempo und mache nur noch den Feinschliff.
Von den beiden genannten Apps würde ich mir erhoffen, dass sie für mich als Pianist flexibel nutzbar sind, um einerseits Solos auszuprobieren, andererseits Comping zu üben. Wofür habt ihr sie schon genutzt und gute Erfahrungen damit gemacht? Sänger? Gitarristen? Schlagzeuger? Pianisten? Bläser? Zum Erarbeiten von Stücken? Zum Warmspielen? Für die allgemeine Praxis? Zum technischen Weiterkommen?
Oder habt ihr noch andere Möglichkeiten gefunden, um Jazz-Stücke zu üben? Ich muss von mir z.B. sagen, dass ich im Jazz und im freien Zusammenspiel noch lange nicht angekommen bin. Tu mich als klassisch ausgebildeter Pianist immer noch schwer damit, wie ich mich für eine Jam-Session vorbereiten soll.
Das ganze funktioniert ja quasi auf der Basis von MIDI-Stylesheets. In Hardware macht das z.B. Digitech Trio+ Band Creator. Quasi eine erweiterte Stompbox (BeatBuddy u.ä.)
Willst du einzelne Stücke üben, gibt es sicherlich auch die Möglichkeit, Backing-Tracks bei diversen Online-Diensten einzeln zu kaufen - da kenne ich mich nicht aus. Die sind im Einzelfall vermutlich musikalischer als die synthetisierten Begleit-Tracks. Und vermutlich oft auch verwendbar vor Publikum. Gehen aber ins Geld (z.B. Phil Wilkinsons https://www.playjazztracks.com/).
Jetzt bin ich über zwei Apps gestolpert, die es schon ein kleines Weilchen gibt: Quartet und The Feel Book. Beide sind von Musikern eingespielte Begleit-Tracks für Jazz-Standards, bieten dabei jeweils feste Akkordfolgen (mal mehr am Original, mal mehr am Jazz-Standard orientiert), die aber im Tempo, in der Tonart und der Zahl der Durchgänge angepasst werden können. Auch Loops von einzelnen Takten sind bei beiden möglich. Die Flexibilität von iRealPro fehlt, dafür soll wohl die Musikalität deutlich höher sein.
Ebenso wie iRealPro umgehen die beiden Apps das Copyright-Problem dadurch, dass sie die Melodie nicht enthalten, sondern nur Akkordfolgen bieten. Bei Quartet heißen die Stücke dann auch nicht "Autumn Leaves", sondern "Song in the Style of Autumn Leaves (fast)". So lassen sich attraktive Preise erreichen - entweder im Abo (The Feel Book: 48 USD pro Jahr, auch monatlich 7 USD oder quartalsweise 17 USD möglich) oder mit Bundles von 100-150 Stücken für 17 USD (Quartet).
Aus den beiden Videos habe ich ein paar Details extrahiert:
Quartet:
View: https://www.youtube.com/watch?v=0NpchGQUhZY
- aktuell leider nur für iOS, iPadOS und MacOs (Webversion in Planung)
- 6 Pakete aus Jazz und Latin, davon 1 Weihnachts-Version, Preise zwischen 8 und 17 USD (jedes Paket ist eine eigene App)
- 5 eingespielte Instrumente, aus denen sich passende Begleitgruppen wählen lassen (sowohl Minus-One-Mixe als auch kleinere Kombinationen); die Mixe müssen aber einzeln heruntergeladen werden
- M4A-Stereo-Mix der gewählten Kombination ist kostenlos herunterzuladen, WAV-Multitracks kosten nochmal extra
- der musikalische Charakter passt zum Song
- Chord-Progressions, Piano-, Gitarren- oder Ukulele-Griffbilder (letztere aber häufig nicht im Kontext passend, sondern nur Basis-Griffe)
- Auswahl für Tempo (auch während des Spiels) und Tonart (auch direktes Transponieren für Bb- und Eb-Instrumente))
- Auswahl für Einzählen (0, 1 oder 2 Takte) und Anzahl der Wiederholungen (es lässt sich auch eine Auswahl des Songs loopen)
- es gibt musikalisch brauchbare Intros (häufig letzte 8 Takte, manchmal auch speziell); unklar, wie es um Endings steht
- Songs, die im Original ebenso Swing- wie Latin-Passagen haben, machen auch im Backing-Track diesen Wechsel mit
- Solos sind enthalten, man kann dazu entweder Comping üben oder sie unterdrücken und den Leerraum zum eigenen Solieren nutzen
- es kann vorkommen, dass die Akkordfolgen etwas ungewohnt sind (lässt sich nicht einzeln anpassen)
- eigene Songs lassen sich natürlich nicht einpflegen
The Feel Book:
View: https://www.youtube.com/watch?v=cxexHMXLCIQ
- für iOS, Mac und Android
- 3 eingespielte Instrumente als Rhythmus-Sektion (Piano, Bass, Drums), die sich einzeln in der Lautstärke einstellen (oder natürlich auch muten) lassen
- jeden Monat kommen neue Stücke dazu: Abo-Modell (als In-App-Kauf)
- Tempo und Tonart einstellbar
- Anzahl der Durchgänge und Loops möglich
- auch hier können einzelne Akkorde entweder dem Original oder den üblichen Jazz-Versionen entsprechen (wird teils kommentiert)
Üben kann ja ganz unterschiedliche Zwecke verfolgen. Wenn ich als Pianist Stücke für die Bigband übe, kann ich meist auf Youtube-Samples desselben festen Arrangements zurückgreifen (manchmal nur das halbe Stück, oft aber das ganze - eingespielt vom Hal Leonard Jazz Ensemble). Da bin ich dann aber schon im Tempo und mache nur noch den Feinschliff.
Von den beiden genannten Apps würde ich mir erhoffen, dass sie für mich als Pianist flexibel nutzbar sind, um einerseits Solos auszuprobieren, andererseits Comping zu üben. Wofür habt ihr sie schon genutzt und gute Erfahrungen damit gemacht? Sänger? Gitarristen? Schlagzeuger? Pianisten? Bläser? Zum Erarbeiten von Stücken? Zum Warmspielen? Für die allgemeine Praxis? Zum technischen Weiterkommen?
Oder habt ihr noch andere Möglichkeiten gefunden, um Jazz-Stücke zu üben? Ich muss von mir z.B. sagen, dass ich im Jazz und im freien Zusammenspiel noch lange nicht angekommen bin. Tu mich als klassisch ausgebildeter Pianist immer noch schwer damit, wie ich mich für eine Jam-Session vorbereiten soll.
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) der Achtelpositionen im 4/4-Takt wichtig: 1 / 3 / 2 / 4 / 4+ / 2+ / 1+ / 3+ . Diese Achtelpositionen gehe ich in aufeinanderfolgenden Takten der Reihe nach mit dem Comping-Akkord durch. Ich spiele immer mit Rhodes-Piano-Sound den Akkord auf Schlag 1, der Schüler antwortet mit dem gleichen Akkord auf einer dieser rhythmischen Positionen. Geht nur bei einfachen Songs, bei denen der Akkord mind. 1 Takt dauert. iRealPro liefert die Begleitband und hilft dabei, ständig das Hören von Formteilen zu trainieren.