Jazz theorie (chromatic & Bebop)

von Haze2012, 25.10.16.

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  1. Haze2012

    Haze2012 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.16   #1
    Kann mir jmd erklären wann ich die ganzen bebop und chromatic scale spiele
    In wie fern ändert sich dadurch meine chord Progression
     
  2. bluestime

    bluestime Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.16   #2
    Da gibt es kein Grundrezept. Als Anfänger würde ich chromatisch angehauchte Wendungen bei Dominanten anwenden. Je nachdem welches Instrument du spielst würde ich mir ein paar Licks von Bebop-Typen raushören.
     
  3. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.10.16   #3
    Na, wenn Dir danach ist (z. B. in Dominant-Situationen).
    Und die (zugrundeliegende) Akkord-Progression ändert sich dadurch natürlich überhaupt nicht. Das ist ja genau der Spaß daran, daß man durch die Auswahl des Tonmaterials (Tonleitern, Scales), das man zum Improvisieren verwendet, den Spannungsgrad zwischen Melodielinie und zugrundeliegenden Harmonien frei bestimmen kann.

    LG
    Thomas
     
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  4. ginod

    ginod Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.11.16   #4
    Deine Frage ist sehr unspezifisch zum Thema chromatic Approach kann man wirklich viel schreiben.

    Zunächst empfiehlt es sich chromatische Umspielungen auf Dominanten anzuwenden (diese vertragen sehr viel Chromatic). Eine weitere häufig empfohlene Regel ist das Anwendenden von chromatic auf unbetonte Zählzeiten. Sprich nur auf die Offbeats als Durchgangstöne. Aber diese Regel wird in der Praxis sehr sehr oft gebrochen und ist meiner Meinung nach auf keinen Fall als Regel zu sehen. vielmehr ist es die Abwechslung von Spannung und Entspannung, welches Chromatische Umspielung bei Dominanten ausmacht. Ich würde empfehlen, dass man zu Beginn Alterationen bzw. chromatische Töne mit stabilen Akkordtönen abwechselt. Sprich nach einem Akkordton folgt ein chromatischer Ton und umgekehrt. Problematisch kann es werden wenn du z.B. hauptsächlich und ausschließlich Alterationen anspielst. Das könnte einen sehr spannungsreichen Klangcharakter erzeugen, welchen den du vielleicht gar nicht anstrebst.

    Versuche also zunächst chromatic zwischen deinen Arpeggio Grundgerüst einzubauen und sie bei Dominanten anzuwenden sprich Dominant7 Akkorden. Das dürfte der Klangvorstellung, welche du anstrebst gerecht werden.
     
  5. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.11.16   #5
    Die spielst Du dann, wenn Du ein Bedürfnis danach hast. Es geht dabei um Improvisation und die ist bekanntermaßen immer persönlich.

    Warum entsteht bzw.gibt es eine "Be-Bop-Scale"?
    Wie Gernod schon erwähnte geht es um den Harmonischen Rhythmus - sprich: Akkordtöne auf betonte, Nicht-Akkordtöne auf unbetonte Beats.

    Bei der Dur Tonleiter wechslelt der Harmonische Rhythmus in der nächst höheren/tieferen Oktave. -->

    upload_2016-11-6_18-32-46.png

    Du siehst, dass durch die ungerade Anzahl der Töne einer Dur Tonleiter (=7) die in der ersten Oktave auf schweren Taktteil fallende Töne im zweiten Takt auf leichte Taktteile fallen.

    Bei der Be-Bop Scale ist das anders, da man einen Chromatizismus eingebaut hat und dadurch die Tonleiter acht Töne enthält.


    upload_2016-11-6_18-37-22.png

    Der 2. Takt ist identisch mit dem Ersten, nur eine Oktave versetzt. Aus diesem Grund entsteht ein Spielfluss den man sich im Bop zu Nutze macht.
    Man hat nun bei der Be-Bop Scale alle Akkordtöne (C, E, G, A) auf schwerem Taktteil. Die restlichen Töne (D, F, G#, B) sind allesamt Approaches und fallen auf leichten Taktteil.


    Diese chromatisch alterierte Skala gibt es natürlich auch in allen anderen gebräuchlichen Modi (Dorisch, Phrygisch etc.). Der zusätzliche Chromatizismus ist immer so einzufügen, dass danach die Akkordtöne auf schwerem Taktteil zu liegen kommen.

    Üben sollte man diese Skala indem man von einem beliebigen Akkordton auf schwerem Taktteil anfängt, bzw. von einem Nicht-Akkordton von einem leichten Taktteil.
    Unbedingt vermeiden würde ich das sinnlose auf und ab Spielen.

    PS
    Deine Akkordprogression ändert sich dadurch nicht.
     
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  6. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 06.11.16   #6
    Lang und breit hat das David Baker in den 70/80er Jahren beschrieben, ich glaube er hat auch den Begriff geprägt.
    In seinen jeweils drei Heften umfassenden Reihen "David Baker, The Bebop Era" und "David Baker, How to Play Bebop" gibt es sehr detaillierte Hinweise und Übungen sowie Licks, allerdings auch Überschneidungen unter den Bänden und zwischen beiden Reihen. Bei Fragen dazu müsste ich es genauer nachschauen, ist jetzt aus der Erinnerung gechrieben.

    Komprimiert findet man die Information samt Übungshinweisen u.a. in David Baker, Jazz Improvisation, was auch auf deutsch erhältlich ist.
    https://www.alle-noten.de/Musiktheorie/Jazz-Improvisation.html
    www.youtube.com/watch?v=Lqn9X2bvOCM

    Auch zum naheliegenden Thema Akkordtöne anspielen (Approach Notes, Enclosures usw.) findet Du z.B. auf YT Clips, ganz kleinschrittig:
    www.youtube.com/watch?v=vQOa1q8QL6o
    www.youtube.com/watch?v=xIajJ-QSRR0

    Gruß Claus
     
  7. ginod

    ginod Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.11.16   #7
    Ich nutze das mal um ein bisschen über Bebop Skalen zu diskutieren bzw. auch mal zu kritisieren. Das Konzept ist ja ganz nett was sich David Becker überlegt hat, aber es setzt doch voraus, dass man eine Tonleiter sinnlos auf und ab spielt. Wenn man aus diesem System rhythmisch ausbricht lautet die Regel doch ganz simpel wieder "Spiel auf leichten Zählzeiten akkordfremde Töne und auf starken Zählzeiten Akkordeigene Töne". Für mich war die Bebop Skala immer nur eine konstruierte Tonleiter mit einem bestimmten chromatischen Zwischenton, welcher allerdings für mich beliebig durch einen anderen chromatischen Zwischenton ersetzt werden kann. Basiert sein System nicht darauf, ausschließlich in kleinen Intervall-Schritten in einer starren festgelegten Rhythmik fortzuschreiten.

    Ist das lernen der Arpeggien nicht ein viel sinnvolleres Konstrukt um Töne für starke Zählzeiten oder Ruhepunkten von Zwischentönen bzw. chromatischen Zwischentönen zu unterscheiden. Mal ganz nebenbei, dass man kaum ein Jazz Solo finden wird, wo die Regel ist, dass akkordfremde Töne oder Alterationen und chromatische Töne starr nur auf Offbeats auftreten. Ich höre ständig Soli wo chromatische Töne auch auf Downbeats benutzt werden. Viel wichtiger ist es doch spannungsreiche Töne wieder aufzulösen bzw. Spannung und Entspannung ins Gleichgewicht zu bringen und sich bewusst machen wo die Ruhepunkte liegen und wie sie klingen. Wer sagt denn, dass ein Ruhepunkt immer ein Akkordton sein muss und kein netter Optionston.

    Ich finde daher die Bebop Skala äußerst fragwürdig, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren, wie toll sie doch ist und was das für ein tolles Konzept ist. Für mich ist es allerdings ein überflüssiges Konzept - oder sehe ich das gänzlich falsch ?

    Dazu muss ich ganz klar erwähnen, dass ich nur im Bilde der Bebop Tonleitern bin, aber nicht dem gesamten Übungskonzept von David Becker.
     
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  8. Gast 2345

    Gast 2345 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.16   #8
    Das gängige "Improvisationskonzept" auf einer beliebigen Jazz-Session... ;-) Wen interessiert da schon eine gute Melodie, wenn man schneller und lauter als der Nachbar sein kann?
     
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