Kassenbon am Merch-Stand?

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Da ja schon seit geraumer Zeit an jeder Kasse ein Bon ausgehändigt werden muss (und durch einen Artikel den ich heute gelesen habe) drängt sich mir die Frage auf wie man das denn am Merch-Stand halten soll. Soll man dann eine Registrierkasse mitschleppen um überhaupt etwas verkaufen zu können oder gibts da eventuell andere Möglichkeiten? Ja, ich weiss, es gibt keine Rechtsberatung hier aber ev. sammeln sich ja ein paar Ideen.
 
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Eigentlich müßte es noch die Möglichkeit geben, eine handgeschriebene Quittung auf dem guten alten Quittungsdurchschlagblock (gibt es unter anderem von Zweckform) auszuhändigen.
Entlastend dabei könnte ein "Firmen"-Stempel sein und eventuell - ja nach Andrang und wie schnell es gehen muss, schon vorgefertigte Quittungen (pauschal: Merch der Band ..., Datum, statt Unterschrift Firmenstempel ...), wo man dann nur noch die Summe eintragen und das ganze aushändigen muss.

Deine Anfrage sehe ich nicht im Bereich der Rechtsberatung sondern eines Erfahrungsaustausches über Verkäufe und deren Dokumentationspflicht. Letztlich geht es ja darum, dass die Kaufenden nicht nachfragen müssen, ob sie einen Beleg bekommen, sondern dieser immer der Ware beigelegt werden muss und wie man dieser Pflicht in der Praxis genüge tun kann.

Wäre meine Idee dazu.

x-Riff
 
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Ich glaube es reicht die Quittung anzubieten.
Wir haben nen Quittungsblock dabei. Stempel Datum gut ist’s.
Ob da juristisch reicht sei mal dahingestellt.
Ich glaub wir haben bisher nur ne Hand voll Quittungen ausgestellt undeutlich mehr verkauft.
Es gibt, viralem im Ausland, ein Paar Mercher die bieten inzwischen auch Karten/PayPal etc. Zahlung an. Da gibts dann glaub ich auch nen Zahlungsbefehles und Bon.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

CFA40EB9-E390-4F23-AAC2-A4472B4945E8.jpeg

Vielleicht tut es auch sowas
Stempel drauf
Mwst.aufführen
Müsste doch reichen
 
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MwSt muss nur drauf, wenn der Rechnungsbetrag über 150,- oder gilt das bei Kassenbons nicht?
Solche Casio-Kassen wie im Bild sind natürlich toll, nutzen aber gar nichts, weil sie nicht sicher zusammensummieren, sodass eindeutig ist, wieviel verkauft wurde. Man könnte auch mehrere solcher Drucker nutzen und die von einem komplett unterschlagen. Dem Kunden hilft es auch nichts, weil er sich die selber drucken kann.

Auf einen Bon muss zwingend eine Kennung des Verkäufers, also Name und UST-ID oder Steuernummer.
Ich empfehle, sich einen Stempel machen zu lassen mit Name und Steuernummer und Adresse und im VK einen fortlaufend nummerierten Rechnungsblock zu verwenden. Dort druckt man dann den Stempel drauf und malt eine Unterschrift hin. Beides kann man auch vorbereiten. Wenn die Preise bekannt sind, kann man das auch vorbereiten und sich je Artikel eine Anzahl Quittungen vordrucken, die man einfach aus dem Stapel zieht. Da steht dann auch der Preis schon drin.

Ist halt alles eine elende Papierverschwendung.
 
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MwSt muss nur drauf, wenn der Rechnungsbetrag über 150,- oder gilt das bei Kassenbons nicht?
Diesen Satz kann man unterschiedlich auslegen ...

Ich denke, Du meinst, dass die MwSt nur extra angegeben werden muss, wenn der Rechnungsbetrag über 150 € liegt, oder?
Die MwSt selbst muss meines Wissens auf jede Ware oder Dienstleistung auf die Nettosumme aufgeschlagen werden, so keine Umsatzsteuerbefreiung vorliegt (z.B. Kleinstunternehmerregelung).

Meines Wissens ist es auch so, dass der Ausdruck oben gezeigten Tischrechners an den Quittungsbeleg / die Rechnung angetackert werden kann. Oder man kann die nötigen Angaben (Name des Verkäufers und UST-ID oder Steuernummer (Steuernummer hat meines Wissens auf einer Rechnung nichts zu suchen, aber das kann ich nicht sicher sagen)) "einprogrammieren"?
Ich würde auch gleichlautend mit Dir Quittungsbelege vorbereiten, so dass man möglichst wenig händisch eintragen muss. Stempel machen lassen oder selbst machen ist auch kein Hexenwerk ...

x-Riff
 
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Ich denke, Du meinst, dass die MwSt nur extra angegeben werden muss, wenn der Rechnungsbetrag über 150 € liegt, oder?
So ist es.
Steuernummer hat meines Wissens auf einer Rechnung nichts zu suchen, aber das kann ich nicht sicher sagen)) "einprogrammieren"?
Klar, ich muss die draufsetzen, damit geprüft werden kann, ob der Bezieher die UST absetzen kann. Ich habe auch eine UST-ID wie jeder Gewerbetreibende. Die ist auf allen Rechnungen drauf.
der Ausdruck oben gezeigten Tischrechners an den Quittungsbeleg / die Rechnung angetackert werden kann
Irgendwo muss halt die Person mit Name (Musiker) oder Firmenname (Studio) drauf, damit es zuzuordnen ist. Allein ein Ausdruck aus dem Taschenrechner wird nicht reichen. Was gerne an Rechnungen drangetackert wird, sind die Belege der Kartenzahlungsterminals.

Bevor wir aber zu sehr raten, würde ich beim örtlichen Finanzamt fragen.

Mich betrifft es zwar nicht, da ich nur wenige Rechnungen stelle und die eben in Papierform, aber das Thema interessiert mich dennoch, falls ich nochmal auf die Idee komme CDs zu verticken. Daher wäre eine Aussage eines Finanzamts interesant.

Ich frage mich auch gerade, wie das die Musikvereine machen, die einmal im Jahr ein Fest veranstalten und dort ihre CDs unter die Leute bringen? Diesbezüglich habe ich bisher nichts gesehen von Kassenzetteln. Auch auf dem Weihnachtsmarkt zuletzt und dem zurückliegenden Jahrmarkt hier in der Stadt werden Pizzastücke, Gürtel und die Fahrkarten allesamt ohne irgendeinen Beleg verkauft. Dasselbe gilt für die Eisverkäufer und die Händler auf Flohmärkten. Und wir alle wissen, wie von den (fahrenden) Händlern und Gastronomen Kohle gemacht wird.
 
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Man kauft im Supermarkt 50l beste Milch und im Fachhandel sehr hochwertige Zutaten wie echte Vanille, Muskat und natürliche Aromen. Gezahlt wird mit Rechnung + Überweisung oder einer EC-Karte, die dem Geschäftskonto zugeordnet ist. Rechnung und Kassenzettel reicht man zusammen mit dem offiziellen Kontoauszug bei der Steuer ein. Von rund 300,- Euro zieht man die Umsatzsteuer von knapp 50,-. Der Rest wirkt mit rund 100,- steuermindernd, man hat also etwa 150,- Nettokosten. Daraus mischt man ein Supereis und versorgt sich, seine Familie und seine Verwandschaft, die zu Besuch kommt.

Parallel kauft man im Discounter 50l billige Milch und im Fachhandel die Billigfertigmischung für das Eis, das an die Kunden geht. Gezahlt wird Bar aus privaten Mitteln. Der Kassenbon kommt in den Ofen. Netto sind das sogar weniger als 150,- Man kann also schon mal kostenneutral seine Familie mit Top-Eis durchfüttern.

Mit derselben Strategie kann man das fertige Eis, dass die Macher aus dem Fachhandel beziehen, strecken und / oder zu dem, was man offiziell verkauft, noch was hinzu verdienen. Das geht dann komplett an der Steuer vorbei. Standard beim Eis ist es, sich tonnenweise Fertigmischungen zu holen, es mit eigenen Zutaten aufzupeppen aber die vielfach abzuzweigen, weil kein Steuerbeamter wirklich weis, wieviel man da reinmischen muss. Und letztlich kann niemand nachprüfen, wieviele Kugeln jemand verkauft hat und wieviel am Abend entsorgt werden musste.

Es gibt Eisdealer, die über den Sommer ihr Eiskaffee gerade 4 Monate offen hatten und mal gerade so ins Steuerplus gekommen sind, dass sie keine Verluste gemacht hatten. Trotzdem hatten die Autos, schicke Uhren und die Kinder fett Taschengeld und machten Urlaube ohne Ende.

Auch die Würstchenverkäufer machen das gerne so, dass einige offiziell bezahlt werden und damit steuerlich nachvollziehbar sind, während 30% dessen, was über die Theke geht, aus einem anderen Supermarkt per Barzahlung eingekauft wurde. Eine 10er-Packung Bratwürste kostet in der Metro 3,99! 50 Fertigbrötchen sind für 6,99 zu haben. Das ist ein Einkaufspreis von unter 1,- Euro das Stück. Verkauft wird zu 2,50 das Stück. Senf, Pappteller und Servietten werden aus dem Betriebsbedarf mit gedeckt - mindern also sogar noch die Steuern, die man aus den offiziellen Wurstverkäufen hat. Auffallen tut das nur, wenn einer permanent 1000 Pappteller bestellt und bei der Steuer angibt, aber dauernd nur 600-700 Würste in dem Zeitraum weggehen.

Beim Eisverkauf haben die Steuerämter aber inzwischen Tabellen und Kriterien, was man da so absetzen kann, daher ist das nicht mehr einfach, wie es mal war.

Topverdiener sind inzwischen die Gemüsehändler weil die ein so heterogenes Warenangebot haben und auch ungleichmäßig viel verkaufen und wegwerfen, dass das anhand der Zahlen nicht zu bemerken ist und auch bei Verdacht und Auffälligkeiten nicht nachzuweisen ist. Auch da ist auffällig, dass viele praktisch keine Steuern zahlen, weil sie enorm viel "wegwerfen" müssen, oft preiswert "abverkaufen" müssen, weil die Ware abläuft und niemand nachvollziehen kann, was genau verkauft wird. Von dem, was hier in der Nähe einer weggeworfen haben will, konnten 3 Familien jahrelang sehr gesund leben. Ein Testkauf brachte dann die Fakten an den Tag: Ein türkischstämmiger Finanzbeamter hat einen Testkauf gemacht und zu checken, ob alle die gleichen Preise bekommen und das Gekaufte auch eingekauft und als verkauft gebucht wurde und dabei mitbekommen, wie einer aus deren Familie mit einem Kombi größere Mengen an frischem Obst aus dem Lager weggefahren hat, was dann genau so 3 Tage später als "verdorben und entsorgt" aufgeführt wurde. D.h. man kauft 100% ein, setzt Steuer und Ausgaben ab und verkauft offiziell nur 90%. Eingetippt werden von den 130% des VK (angenommen 30% Sollgewinn) nur 120% wegen der angeblich oft erfolgten vergünstigten Abgabe und damit stehen nur Umsätze in der Größenordnung von 110% in den Büchern. Abzüglich der üblichen Kosten bleibt dann kaum was über, was zu versteuern wäre.
 
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Du solltest das Fach wechseln und dich vom Musikmachen hin zu einer der genannten Einkommesquelle orientieren. Denn da kann man, nicht wie in unserer Branche, endlich richtig bescheißen.
 
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Du wolltest doch wissen - und die Frage ist ja völlig berechtigt - wie ein Steuerbetrug funktioniert und was der Sinn davon ist, dass in Deutschland bei jedem Verkauf eine Quittung herausgegeben werden muss, unabhängig davon, ob der Kunde eine haben möchte oder nicht.
Die Antworten von @DerZauberer und @engineer haben aufgezeigt, wie das funktioniert. Das beinhaltet auch keine Unterstellung, dass alle in der Branche das machen oder die ganze Branche das tatsächlich macht - sondern nur, dass es geht und wie es geht und dass einige überführt wurden und man von etlichen weiteren schwarzen Schafen ausgehen kann, die (noch) nicht entdeckt wurden.

Ich könnte das noch weiterführen, indem ich aus der weit verbreiteten Branche der Trödler, Entrümpler und Flohmarkthändler in Berlin zu berichten wüßte, dass bei denen die Einkaufs- bzw. Beschaffungsseite des Verkaufsmaterials durchaus im Unklaren gelassen werden kann (Wer weiß schon, wie viele Gegenstände in einer Wohnung, die entrümpelt wurde - und das waren bzw. sind in einer Großstadt eine ganze Menge - tatsächlich waren und wer weiß schon, ob jede Ware, die gekauft wurde, auch in den offiziellen Warenbestand übernommen wurde oder ob eine LP, die im Warenbestand war, nicht für 5 € über den Ladentisch ging sondern als Liebhaberstück für 50 €, beispielsweise?) und zumindest eines Teil des Verkaufs ebenso.
Händler haben mir versichert, dass sie sich niemals von ihrer urigen alten Kasse trennen werden, bei denen die Preise mittels Tasten eingegeben werden und die per Hebeldrehung das Herzstück jeden Handelns - das gute Bargeld - zur Einnahme oder Herausgabe freigab, mit dem Verweis darauf, dass diese eben nicht automatisch Bons ausgeben und diese inwändig dokumentieren oder mit Artikelnummern verknüpft werden können, wie es des weiteren mehr als Standard in nur halbwegs modernen Kassen möglich bzw. vorgegeben ist. Das Gesetz in Berlin war damals, dass wer noch so eine Kasse besitzt, diese auch weiter benutzen darf, bis sie das zeitliche segnet. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Man muss nicht sonderlich viel Phantasie entwickeln, um sich auszudenken, dass jemand, der vielleicht nicht ganz so ehrlich ist oder der meint, der Staat würde sowieso seine Hand zu weit aufhalten oder der Staat als solcher wäre vielleicht gar nicht so unterstützenswert oder der vielleicht einfach nur der Ansicht ist, dass grundsätzlich das eigene Hemd einem zu recht näher sein darf als das des nächsten, das schöne eigene Merch-T-Shirt für 25 € verkauft, aber dann weniger verkaufte T-Shirts angibt als es tatsächlich waren oder ihren Verkaufspreis offiziell mit 15 € angibt oder vielleicht beides.

No offense - hier wird niemandem persönlich etwas unterstellt. Nur - es kann genau so gemacht werden und es wird eben teilweise auch genau so gemacht.

Aber wir könnten nach diesem Diskurs wieder zur eigentlichen thread-Fragestellung zurückkehren: nämlich wie man als Verkäufer der Quittungspflicht nachkommt und das mit möglichst wenig Aufwand und so praktikabel wie möglich.

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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Wo ist denn der Unterschied wenn du schlicht keine Rechnung schreibst werter @engineer ? Noch leichter als alles was über 30 Wochenstunden geht ohne Rechnung zu machen gehts nicht. Dein Equipment hast so oder so. Du brauchst nicht mal Ware einkaufen. Aber klar. Bei dir nur gegen Rechnung ;)

Wenn alles so easy ist, würde ich mich selbstständig machen und reich werden.


@chrisderock Auf Ebay Kleinanzeigen gibts immer wieder kleine Sharp, Casio und Olympia, die auch den aktuellen Bestimmungen enstprechen. Du brauchst ja nicht gleiche eine mit Touch die alle Stücklein spielt. Die Kleinen wiegen selbst mit Lade unter 10kg.
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s...se-sharp-xe-207b-mit-tse/2227681761-168-20086
Wegen Kartenzahlung könnt ihr euch SumUp anschauen. Sind in der Anschaffung günstig und haben keine Fixgebühr, sondern kosten nur pro Bezahlung. Die Quittung kann man da via EMail machen bzw gibts mittlerweile ein Kombigerät mit Drucker https://www.sumup.com/de-de/3g-kartenlesegeraet/

Natürlich gibts auch Tablet und Handylösungen mit zB Bluetooth Drucker, das ist aber deutlich teurer als so eine kleine Kasse und da ist auch der Vorteil, dass da jeder ran kann und du so gut wie nie technische Probleme hast.
 
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Du solltest das Fach wechseln und dich vom Musikmachen hin zu einer der genannten Einkommesquelle orientieren.
Es mag überheblich klingen, aber ich habe das nicht nötig.;)

Denn da kann man, nicht wie in unserer Branche, endlich richtig bescheißen.
Ich arbeite in einem Umfeld, wo die Abrechnungen automatisiert laufen und sich auch in einer Größenordnung bewegen, die bei Unstimmigkeiten sofort auffallen würde, sodaß ich keinen Cent an der Steuer vorbei bekomme. Meine Kunden sind nachdrücklich daran interessiert, meine Rechnungen bei der Steuer einzureichen :) Da kann man nun weinen oder auch nicht - Tatsache ist, dass dieser Sachverhalt ein Grund ist für die inzwischen enorme Diskrepanz zwischen einem Stundensatz eines Ingenieurs für Signalverarbeitung und dem Stundensatz eines Toningenieurs. Letztere sind mit den Dienstleistungen der Hobbyanbieter und Nicht-UST-Versteuerer konfrontiert und dejenigen, die einiges oder alles vorbeiwirtschaften.

Du wolltest doch wissen - und die Frage ist ja völlig berechtigt - wie ein Steuerbetrug funktioniert
So ist es. Ich beschreibe einen realen Sachverhalt. Diese nichtversteuerten Umsätze sind der Grund, warum extrem billig angeboten werden kann und damit auch verantwortlich für z.B. die katastrophale Situation in der Gastrobranche, wo fast nur noch mit 400 Euro Jobs + Trinkgeld gearbeitet wird, was dann wieder seinen Niederschlag in dem Umstand findet, dass diese Geringverdiener kaum Sozialleistungen zahlen - aber auch kein Rentenpolster aufbauen können. Den Effekt kann man nun nach Corona deutlich sehen: Eigentlich müssten die Angestellten und Selbständigen in der Gastro froh sein, wieder arbeiten zu können und wieder das machen, was sie vorher gemacht haben, wie andere das ja auch in ihren Branchen tun. Es hat sich ja vorher auch gelohnt - gegenüber z.B. einem Job, den sie jetzt machen (und damals ja auch schon hätten machen können). Sie kommen aber nicht mehr zurück! Der Grund ist, dass es neue Aufzeichnungspflichten gibt und die Restaurantbesitzer jetzt nicht mehr soviel verdienen, wenn sie alles versteuern müssen und deshalb mit den Gehältern runter müssten oder mit den Preisen hoch. Das müssen sie jetzt deshalb, weil sich in Deutschland eine über Jahrzehnte hinweg (zu) billige Gastronomie entwickelt hat. Daher springen jetzt einige ab, die Alternativen haben. Es gibt aber noch einen Grund: Da die Besitzer weniger Schwarzgeld in der Kasse haben, um den Angestellten nebenher was draufzulegen, können diese nur noch eine begrenzte Stundenzahl arbeiten und nicht mehr noch inoffiziell was dranhängen und es sich schwarz geben lassen, wie vorher. Damit sinkt die zur Verfügung stehende Gesamtdienstleistungsstundenzahl im Markt und infolge des Fehlens des lukrativen Schwarzgeldes bei den Bediensteten fehlt noch mehr Motivation. Somit stehen jetzt schlagartig alle vor dem Problem, dass sich ein schwarzgeldgestützter Billigdienstleistungssektor "Gastro" gebildet hat, der nun durch die neuen Regeln schlagartig ausgehungert wird. Auch der Mindestlohn spielt da eine Rolle, der eigentlich gut ist, aber von der anderen Seite her am System nagt.

Wir verlieren uns aber in soziökonomischen Diskussionen, die man eher in einem Politikforum diskutieren müsste.

Wo ist denn der Unterschied wenn du schlicht keine Rechnung schreibst
Da wäre gar eigentlich kein Unterschied. Nur geht das real nicht, weil ich mich in Sachen Musik in Richtung B2B bewege und die UST-konforme Abrechungen machen. Außerdem gibt es sowas wie Betriebsprüfungen: Wenn ein Chor oder ein Musikverein seine Abrechnung macht, dann müssen die das auch soweit offenlegen, wegen "keinen Gewinn machen" etc. Damit ist meine Rechnung dort vorhanden und evident. Dort sollten also dieselben Beträge drin stehen, wie in meiner Einnahme-Überschuss-Rechnung und es darf nichts fehlen.

Ich habe aber im Grunde ein ganz anderes Problem: Jede Stunde, die ich in der Musik "arbeite" verliere ich Geld, denn ich verdiene etwa die Hälfte, wie im Hauptjob. Daher zieht es mich eher in Richtung solcher Themen - wie dem hier:
Beitrag im Thema 'Spur aus Audiodatei herausrechnen'

Diese Dinge haben bisweilen auch mit Audio und Musik zu tun - genauer mit Sprache, deren Erkennung und Elimination von Hintergrundmusik, mit dem Ziel der Sprachsteuerung von Geräten - da gibt es aber bei Weitem weniger Konkurrenz im Markt. Das nette ist, dass dieselbe Mathematik auch in solchen Bereichen wie Radar, Objekterkennung und Bildverarbeitung zu gebrauchen ist - besonders die Faltungen und die Filter.
 
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Das Beste ist wohl, man besorgt sich eine Version dieser Spezialkassensoftware, die eingebaute Betrugsmechanismen hat und arbeitet so automatisiert an der Steuer vorbei.

Es kann natürlich sein, dass es auffliegt und man dort hinkommt, wo demnächst ein deutscher Spitzenkoch die Suppe mit Ingwer verfeinert. HöHöHö ....
 

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