Kaufberatung für eine Bratsche

von Rick G, 16.08.17.

  1. Rick G

    Rick G Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.17   #1
    Moin moin,

    ich spiele seit ein paar Jahren autodidaktisch Geige, später dann E-Geige (irish folk) und will mich jetzt verändern... Ich möchte zu einem akustischen Instrument zurück, da mir die E-Geige zu umständlich zum üben im Wohnzimmer ist (zu viele Kabel) und mir der Sound mittlerweile irgendwie auch zu abstrakt klingt. Und da ich noch nie ein Freund der quietschigen e-Saite war, will ich mir nun eine Bratsche zulegen...
    Allerdings möchte ich nicht wieder von null anfangen und einen neuen Notenschlüssel bzw. komplett neue Stücke lernen, deshalb frage ich mich, wie es wohl klingen würde, wenn ich auf eine Bratsche eine e-Saite aufziehen würde? Also quasi eine Geigenstimmung (G D A e). Wäre damit die e-Saite entschärft oder klingt das e auf der Bratsche zu dünn? Alternativ käme für mich noch eine 5-saitige Bratsche in Frage, aber die sind in meiner Preislage dann halbelektrisch (oder wie man das nennt), also mit Tonabnehmer.
    Wie schwierig so ein 5-Saiter allerdings zu spielen ist, kann ich nicht abschätzen.
    Darüber hinaus stellt sich mir die Frage, ob ein eingebauter Tonabnehmer große negative Auswirkungen auf den Klang eines Streichinstruments hat oder ob das zu vernachlässigen ist?

    Um es vorweg zu nehmen, das nächste Musikgeschäft ist mehr als 100km entfernt und ich bezweifle, dass es dort 5-saitige Violas gibt... Deshalb ist probehören nicht drin.


    Es wäre mir echt ein große Hilfe, wenn mir jemand da seine Erfahrungen mitteilen würde.
     
  2. Amateurdiva

    Amateurdiva Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.17   #2
    Bei der Suche nach einer Bratsche würde ich statt in eine (allgemeines) Musikgeschäft eher zu einem Geigenbauer gehen. Hast Du in diese Richtung schonmal recherchiert?

    Wenn Du eine E-Saite aufziehen möchtest, verstehe ich nicht, warum Du nicht bei der Geige bleiben willst. Der andere Schlüssel hat ja seinen Sinn darin, dass der gängige Tonumfang im Notensystem mit möglichst wenig Hilfslinien notiert werden kann. Zudem könnte ich mir rein praktisch vorstellen, dass Geigensaiten zu kurz sind. Und (negative?) Auswirkungen auf die Statik des Instruments haben.

    Andererseits: Wenn Du nur für Dich alleine spielst, ist die Notation nachrangig. Dann spiel auf der Bratsche nach Geigennoten. Hier im Forum gibt es aber sicher auch Leute die beides spielen und Kniffe zum umlernen parat haben.

    Kennst Du den Boganbalance Blog? Da gibt es bestimmt auch brauchbare Tutorials.
     
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  3. Rick G

    Rick G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.17   #3
    Ja danke das sehe ich mir mal an.

    Ich hab mich aber wohl etwas zu ungenau ausgedrückt, ich will keine Geigensaiten auf die Bratsche ziehen, sondern die C-Saite runternehmen, G D und A eins höher setzen und eine Viola-E-Saite dazupacken. Also alles Viola-Saiten, nur halt die Stimmung wie eine Geige... Ich verspreche mir dadurch eine klangliche Verbesserung zur Geige, vor allen was die hohen Töne betrifft. Aber vielleicht liege ich mit meiner Vermutung ja auch daneben, das weiß ich leider nicht. Daher die Frage, ob jemand damit Erfahrung hat. Meine Musik- bzw. Akustikkenntnisse sind bestenfalls laienhaft.
    Hinzu kommt, dass mir eine Bratsche wahrscheinlich anatomisch besser liegt, da ich lange Arme und recht große Hände habe und ich mir auf der Geige immer fast die Finger verknotet habe. Fingersätze waren für mich quasi nicht anwendbar, d.h. ich konnte die Finger nicht auf der Saite liegen lassen, sondern musste immer wechseln. Meine Finger sind wohl zu dick. Das wird für mich auf der Bratsche hoffentlich einfacher...
     
  4. Stollenfiddler

    Stollenfiddler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.08.17   #4
    Hi Rick,
    Lass dich vom Klang der Geige am Ohr nicht täuschen, es kann gut sein, dass deine Geige in 2m Entfernung ausgewogen klingt. Und was harrsche Töne, schwierige Fingersätze und liegenbleibende Finger angeht: Bogenstrich, Handhaltung und Übung bekommen das eigentlich immer weg. Auch die Wahl der Saiten kann noch viel bewegen, aber letztlich hängt es meist beim Üben, leider. Guten Ton kann man sich genauso wenig kaufen wie eine ausdruckstarke Gesangsstimme.
     
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  5. Rick G

    Rick G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.17   #5
    Na ja mit dem Ton am Ohr ist es so eine Sache bei elektrischen Geigen ;-) Aber es stimmt schon, was du schreibst, dass man mit guter Technik die Defizite schmälern kann. Aber ich spiele nur als Hobby und habe auch keine größeren Ambitionen. Und ich habe innerhalb der letzten 2 Jahre festgestellt (nachdem ich von akustischer zur elektrischen Geige gewechselt war), dass ich nun viel weniger gespielt habe, als vorher. Mir war lange nicht klar, warum das so war, aber ich nehme an, dass ich einfach zu faul war, jedes Mal den Amp aus dem Schlafzimmer zu schleppen, die Geige anzukabeln, den Sound einzustellen und dann endlich zu spielen... Kopfhörer direkt in der Geige klingt furchtbar, was wohl meiner günstigen Geige geschuldet ist. Kopfhörer im Amp klingt super, aber irgendwie ist das ein Kabel zu viel und nervt nur noch... Ne, die meiste Zeit habe ich also unverstärkt auf der E-Geige gespielt, was aber ziemlich die Spielfreude frisst, muss ich sagen.
    Deshalb möchte ich zurück zur Akustischen. Und da ich gerade dabei bin, mache ich es mir noch etwas leichter und besorge mir ein größeres Instrument, eine Bratsche :-)
    Nur ist halt die Frage: Klingt die Bratsche mit G D A E Besaitung genauso wie eine Geige? Oder evtl. durch den größeren Klangkörper und die längere Mensur nicht ganz so schrill in den höheren Lagen?

    Das möchte ich im Vorfeld halt heraus bekommen. Denn danach richtet sich, welche Viola ich mir kaufe... Und die Frage mit dem Tonabnehmer wäre auch noch wichtig. (Ob der Einfluss auf den Klang beim unverstärkten Spielen hat)
     
  6. GeiGit

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    Erstellt: 18.08.17   #6
    Ich habe noch nie eine Viola mit E-Saite gehört oder gesehen. Insofern ist es schwer hier eine Vermutung anzustellen.
    Normalerweise mache ich das auch nicht, da es Dir aber wichtig erscheint mache ich eine Ausnahme.

    Die längere Mensur der Viola benötigt bei gleicher E-Saiten-Dicke eine entsprechend höhere Saitenspannung um wieder auf das E zu kommen. Somit wird die Saite hart (reißt eventuell auch) und klingt entsprechend harscher und härter.
    -> keine Zielerreichung

    Eine entsprechend dünnere umwickelte Saite wäre die einzige Alternative.
    Ob es die in der passenden Länge gibt, kann ich nicht sagen.
    -> fragliche Zielerreichung

    Generell klingt eine gute Viola etwas voluminöser und wärmer.
    Wenn Du die E-Saite nicht magst und mehr Platz für Deine Finger brauchst, dann spiel doch Viola...aber bau sie nicht zur Geige um, sondern lass sie mit C-G-D-A als Viola und erfreue Dich an den tiefen Tönen.
    Solange Du nur für Dich spielst kannst Du auch "so wie bisher" spielen - dann klingt halt alles eine Quinte tiefer, na und?

    Trotzdem: Geh zu einem Geigenbauer, befrage ihn, er hat von solchen Dingen viel mehr Ahnung wie wir Spieler.
    Der Einzige mit der Erfahrung wäre @fiddle. Wenn Du Glück hast, schaut er vorbei und gibt noch seine Meinung hierzu ab.

    Ein Tonabnehmer darf bei passender Montage durch den Hersteller den Klang nicht ändern.
    Bei mir ändert er den Klang jedenfalls nicht (siehe Review).
     
  7. Rick G

    Rick G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.17   #7
    Hallo GeiGit und danke für die Antwort. Also umsponnen ist die E-Saite wohl nicht, aber ich weiß auch nicht, ob die die gleiche Stärke hat, wie eine Geigen-E-Saite... Hier ist jedenfalls der Link dazu:
    https://www.amazon.de/dp/B00280SEM6...sand-21&ascsubtag=Jy2Z01uKGkSnYOMwbkvmCw&th=1
    Die gibt es in Light, Medium und Heavy, wobei ich standartmäßig erst mal zu medium tendieren würde. Oder dann lieber heavy?

    Die Sache mit dem Umbauen oder nicht bzw. Viola als Viola spielen ist eine Möglichkeit, über die ich nachdenke, aber ich würde halt gerne noch ein paar "zweite" Meinungen von Leuten hören, die da mehr Ahnung haben, als ich. Dein Argument ist schon gut, wenn die E-Saite nöch härter klingen würde, dann wäre das sicher nichts für mich...

    Zum Tonabnehmer: Das wäre ein viel größeres Exemplar als deiner, nämlich ein PS900, der da werksmäßig eingebaut ist:
    https://www.amazon.de/Equalizer-Bausatz-Surfing-Tonabnehmer-Gitarre/dp/B008UIZANG
    Also ein richtiger kleiner Kasten, der da im Innenraum der Viola hängt... Deswegen finde ich das ja bedenklich. Ist halt ein günstiges Instrument, mehr ist aber momentan nicht drin.
     
  8. GeiGit

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    Erstellt: 18.08.17   #8
    So wie ich das hier (klick) im kompletten Set bei D'Addario sehe ist die E-Saite keine hohe E-Saite wie auf einer Violine, sondern eine tiefe E-Saite unter der C-Saite, oder täusche ich mich da?
     
  9. Rick G

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    Erstellt: 18.08.17   #9
  10. GeiGit

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    Erstellt: 19.08.17   #10
    Ok, dann müsste das gehen und wäre für Dich sicherlich einen Versuch wert.

    Ist der Vorverstärker denn in die Zarge eingebaut? Das ändert am Klang nur wenig. Das einige Problem sind da manchmal "mit-vibrierende-Batteriefach-Federn" bei manchen Tönen - zumindest ohne eingelegte Batterie.
    Zeig uns doch mal den Link zur Viola.
     
  11. Rick G

    Rick G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.17   #11
  12. GeiGit

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    Erstellt: 19.08.17   #12
    Na dann hoffen wir, dass sie gut klingt!
    Ich würde an Deiner Stelle erstmal in Viola-Stimmung mit den Originalsaiten spielen.
    Dann weißt Du wie sie klingt (sie kann ev. auch wieder zurück) und Du weißt ob Dir die tiefere Lage besser gefällt.
    Ansonsten kannst Du ja beim Saitentausch nen Viola Satz plus die hohe Viola-E-Saite kaufen und beides testen.

    ...welche ist es denn geworden?
     
  13. Rick G

    Rick G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.17   #13
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