Auch wenn mein Post vermutlich auf taube Ohren fallem wird versuche ich es trotzdem. Das mit den Kopfhörern kannst du dir bei allen (Röhren-)Marshalls ausser den JMDs abschminken in Ermangelung eines Kopfhörerausgangs. Sei dir auch darüber im Klaren, dass ein 50/100 Watt-Röhrenbolide zum daheim spielen nicht wirklich ideal ist. Aufgrund des niedrigen Lautstärkelevels wirst du weder den Amp noch die Speaker auf "Betriebstemperatur" bringen, die Folge ist ein in den meisten Fällen entäuschender Sound. Du solltest dir vor allem über den künftigen Einsatzort deines Amps im Klaren sein. Solltest du jetzt schon oder zumindest bald sehr viel im Bandgefüge unterwegs sein, dann ist so ein größerer Röhren-Amp sicher nicht verkehrt. In dem Fall würde ich an deiner Stelle aber trotzdem darüber nachdenken, ob du fürs zuhause Proben nicht ne günstige und gegenüber dem Röhrenamp auf niedrigeren Lautstärken besser klingende Alternative zulegst (zb PocketPod, Microcube o.ä.). Das kostet nicht viel, bietet dir fürs daheim proben gute Sounds und vor allem sparst du dir dadurch auch die permanente Amprumschlepperei vom Proberaum nachhause und wieder zurück (gerade auch weil du ja schreibst, dass du eher schmächtig bist). Solltest du was das Spielen in Bands angeht in absehbarer Zeit noch keine Ambitionen haben, dann würde ich mit der Anschaffung eines solchen Amps erst mal warten, denn übertragen gesprochen: was bringt dir ein Porsche, wenn du ihn nur in der 30er Zone fahren kannst?
Jetzt kommt der Teil den du vermutlich nicht gern hören wirst: mach nich den Fehler und versteife dich ausschliessich auf
Marshall*. Ich glaube dir sogar, dass dir alle Marshallamps (welche auch immer das waren) die du bislang gehört hast gefallen haben. Lass dir trotzdem sagen: gerade in jüngeren Jahren erliegen viele Gitarristen der "
Marshall*-Verblendung". Ging mir früher teilweise ja auch nicht anders, wenn alle großen Gitarrengötter die Teile gespielt haben möchte man selbst natürlich auch gern einen haben. Aber: wir schreiben nicht mehr das Jahr 1975 oder 1985 als die Amps mit dem großen M gerade wenns um Hard´n´Heavy ging mehr oder weniger konkurrenzlos da standen. Es gibt mittlerweile soviele klangliche wie qualitative Alternativen, die teilweise günstiger, teilweise besser ausgestattet und die teilweise eben auch besser klingen. Wobei letzteres eine subjektive Entscheidung ist, die jeder selber treffen muss. Aber gerade deshalb nochmals der Appell: setz dich nicht dem Risiko aus, dass du in absehbarer Zeit wenn dein Horizont was Gitarrensounds angeht weiter sein wird dich ärgerst, weil zB ein
Engl* Screamer oder ein Peavey 6505 genau DEN Sound liefern, den du haben willst. Ein Ausflug in den nächsten gutsortierten Musikshop erweitert nicht nur deinen Marktüberblick sondern macht auch jede Menge Spass, also verzichte nicht aus Bequemlichkeit oder blinder Überzeugung auf das Anspielen von Verstärkern anderer Marken.