Nein, damit wirst du vermutlich nicht glücklich.
Der Knackpunkt beim Benutzen von Virtuellen Instrumenten ist eine möglichst geringe Latenz* - das ist weitaus wichtiger als die CPU-Leistung (heutzutage). Und die erreicht man nur mit einem sog. ASIO-Treiber, der der Software direkten Zugriff auf die Soundhardware gibt, ohne Umwege über das Windows-eigene Soundsystem (DirectX und Co.). Für Onboard-Soundkarten gibt es zwar den ASIO4all-Treiber, um diese
nominell ASIO-fähig zu machen, damit man mit den Karten z.B. in Cubase aufnehmen kann. ASIO stellt noch ein paar mehr nette Features zur Verfügung, die werden damit bereitgestellt. Aber unter der Haube werkelt dann immer noch Windows - mehr oder weniger - mit; richtig niedrige Latenzen kriegt man damit nicht hin. Meist sind 10-15ms oder mehr eine Schallgrenze, die man so nicht knackt - und das fängt dann schon an zu stören. Rhythmisch sauber zu spielen, ohne sich von dem Zeitversatz irritieren zu lassen, erfordert dann wirklich Übung und schmälert auch irgendwann den Spielspaß.
"Richtige" Audiointerfaces haben einen nativen ASIO-Treiber, mit dem das Virtuelle Instrument an Windows vorbei direkt die Samples in die Karte schaufeln kann, damit kommt man üblicherweise auf unter 3ms, das ist etwa die Zeit, die der Schall auch von einer 1 Meter entfernten Box zum Ohr benötigt - damit lässt sich gut arbeiten.
Das Midi-Interface, was man natürlich ebenfalls benötigt, ist in der Regel bei dem Audiointerface mit integriert, und erfahrungsgemäß laufen diese Interfaces auch stabiler als die MIDI-zu-USB-Strippen für 10 Euro.
Ich meine: du kannst es natürlich versuchen - aber ich würde dir davon abraten, extra ein einzelnes Midi-Interface zu kaufen, was du nachher dann doch nicht brauchst, nachdem du festgestellt hast, dass du doch eine Audiokarte brauchst.
Wie gesagt: Wenn 150 Euro für alles eine nicht zu verhandelnde Grenze sind, dann solltest du bei Ebay und Co. oder hier im Flohmarkt nach einem Audiointerface Ausschau halten, das sollte sich für 100 Euro machen lassen. Wenn du angesichts des unterm Strich besseren Preis-Leistungsverhältnisses doch bereit bist, für so ein Bundle aus Soft- und Hardware noch etwas draufzulegen, kannst du auch neu kaufen, mit dem Vorteil, dass dann allerhand an Software dabei ist und (höchstwahrscheinlich) die Komponenten auch gut zusammen spielen.
Ich schwanke noch, ob ich dir das M-Audio Fast Track Pro ans Herz legen soll (bei Thomann 129,-)
https://www.thomann.de/de/maudio_fast_track_pro.htm
Das wäre sozusagen die Minimal-Lösung mit MIDI, Audio und ASIO-Treibern. Ich habs aber noch nicht selbst in den Fingern gehabt, vielleicht mag jemand anders sich nochmal dazu äußern, ob das hier reicht. Da wärst du inkl. Software dann bei knapp 180 Eur. Den User-Berichten bei Thomann zufolge sollte das mit den Latenzen aber reichen.
Jens
* Latenz ist die Zeit, die zwischen dem Drücken der Taste und dem erklingen des Tons vergeht.