Kaufberatung: Piano und Masterkeyboard

  • Ersteller stefanhinz
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Ich habe mich zwischenzeitlich weiter umgeschaut und will gleich mal mit einem Tipp zum Thema Home-Recording beginnen: Das Tutorial von Thomann (https://www.thomann.de/de/onlineexpert_11.html) bietet einen wirklich guten Überblick.

Hinsichtlich Audio-Interface, Mischpult usw. bin ich allerdings noch am Rätseln, was ich (für den Anfang) kaufen sollte. Das Rätseln fängt eigentlich schon bei der Soundkarte an, die im Computer verbaut ist. Eigentlich habe ich wenig Lust, ins Computergehäuse einzugreifen und mich anschließend mit Treiberproblemen der neuen Karte(n) herumzuplagen, es sei denn, jemand kann mir einen guten Grund nennen, das doch zu tun.

Weiter geht's dann mit der Überlegung, welches Audio-Interface bzw. Mischpult ... siehe unter dem Zitat:

Das hängt ein wenig davon ab, was für ein Audio-Interface man verwendet. Wenn da schon ausreichend gute Mic-Preamps drin sind und auch die akustischen Instrumente nicht mit mehr Mikros aufgenommen werden sollen als das Interface Preamps hat, geht es auch ohne Mischpult, das stimmt. Dass die eigentliche Abmischung der Aufnahme später per Software passiert ist natürlich richtig.

Sicher, aber ein Mischpult bietet wahrscheinlich in der Regel ein paar mehr Möglichkeiten als ein Audio-Interface. (Aber was weiß ich schon? ;)) Hier meine wesentlichen Gründe für ein Mischpult:
  • Auch wenn ich Einzelspur aufnehme, werde ich auf der analogen Seite mindestens 3 bis 4 Mikrofone und den Pickup der Westerngitarre haben. Ohne Mischpult läuft so etwas wahrscheinlich auf jede Menge Umstöpseln hinaus.
  • Mit einem Mischpult ist es wahrscheinlich leichter, bestimmte Voreinstellungen für die einzelnen Geräte und Mikros zu verwalten (Lautstärke, Equalizer/Ton, Panning). Vielleicht ist das aber softwareseitig ohnehin einfacher.

Frage: Gibt es Audio-Interfaces mit so vielen Eingängen, und würde die softwareseitige Steuerung ein Mischpult ersetzen können?

Ja, prinzipiell schon - allerdings halte ich die Transport-Controls für die am wenigsten wichtigen. Dann lieber einige Potis (oder noch besser Endlosdrehregler) über die du irgendwas ansteuern kannst. Sowas kann man aber bei Bedarf auch später noch zukaufen, da gibt es genügend "lose" Controller, also ohne Tastatur dran. Wenn das Masterkeyboard schon welche an Board hat ist das natürlich auch in Ordnung, aber du solltest meiner Meinung nach mehr Wert auf die Tastatur selbst legen.

Da sind wir einer Meinung. :) Ein bisschen Bedenken hätte ich allerdings, wenn sowohl Masterkeyboard als auch Controller in die USB-Ports des Computers reingehen, weil sie dann um USB-Ressourcen konkurrieren, aber vielleicht ist diese Sorge unbegründet.

Ja, nur dass es Midi-Out statt Midi-Thru sein muss. Ich gebe zu, dass meine Erwähnung der Thru-Box evtl. etwas verwirrend war, deshalb hier kurz zur Klärung: An einem normalen Keyboard gibts ja den Midi-Out und auch den -Thru. Out gibt einfach das Signal aus, das von dem Board produziert wird, der Thru gibt das aus, was am In hinein kommt (aber nicht das, was das Board selbst erzeugt).
Die Kisten, die man benötigt um "2 aus 1" zu machen, also an einen Midi-Out mehrere andere Geräte anschließen zu können, nennt man Thru-Boxen.

Stimmt, das hatte ich in meiner "Zeichnung" zu stark vereinfacht. Ich meinte eigentlich Midi-Out an Thru-Box.

Ja, also entweder Midi-Out + Thru-Box (2 aus 1) ODER 2x Midi-Out.
Dritte Möglichkeit wäre, wenn du ein Masterkeyboard mit USB-Port hast, die Verbindung zum Computer darüber zu machen.

Okay, verstanden.

Bei meiner Sparversion sieht es derzeit noch so aus:

Code:
 Masterkeyboard --> USB  -->  Computer

Später vielleicht so:

Code:
 Masterkeyboard --> USB  --------------->                          
           |--> Midi-Out --> Expander --> Computer

Oder so

Code:
 Stagepiano --> Midi-Out --> 
        |--> Sound-Out -->  Computer <-- Software-Controller

Das Mischpult habe ich mit der Überlegung rausgenommen, daß Du nur ein Instrument zur Zeit aufnimmst. Dann erfolgt das Abmischen meiner Meinung nach später per Software.

Für Dich könnte ein eigener Software-Controller mit Knöpfen und Reglern interessant sein, mit dem man die Software ansteuert ohne die Maus herum schubsen zu müssen.

Sowas ähnliches wie dies: http://www.youtube.com/watch?v=IAQU5PczTqU&NR=1

Ganz genau. Aber das kann ich ja, wie bereits Distance sagte, später immer noch nachkaufen.

So, und nun noch mal zum Thema Expander: Vielleicht suche ich an den falschen Stellen, aber fast alle Hardware, die ich finde, ist entweder für Drummer oder emuliert analoge Synthesizer der 1970er Jahre. Zu den wenigen Ausnahmen gehört dieses Gerät: Ketron SD 2 Orchestral Wizard (http://www.musicstore.de/is-bin/INT...uctUUID=0&CatalogCategoryID=&JumpTo=OfferList), das, wie der Name schon andeutet, überwiegend Orchesterinstrumente bietet. Hat jemand mit diesem Expander Erfahrung (mich interessieren natürlich in erster Linie die Klavier-Klänge) oder kann einen anderen empfehlen?
 
Hinsichtlich Audio-Interface, Mischpult usw. bin ich allerdings noch am Rätseln, was ich (für den Anfang) kaufen sollte. Das Rätseln fängt eigentlich schon bei der Soundkarte an, die im Computer verbaut ist. Eigentlich habe ich wenig Lust, ins Computergehäuse einzugreifen und mich anschließend mit Treiberproblemen der neuen Karte(n) herumzuplagen, es sei denn, jemand kann mir einen guten Grund nennen, das doch zu tun.
Die meisten Audio-Interfaces werden eh per USB oder Firewire angeschlossen, das ist dann auch in Ordnung.

Sicher, aber ein Mischpult bietet wahrscheinlich in der Regel ein paar mehr Möglichkeiten als ein Audio-Interface. (Aber was weiß ich schon? ;)) Hier meine wesentlichen Gründe für ein Mischpult:
  • Auch wenn ich Einzelspur aufnehme, werde ich auf der analogen Seite mindestens 3 bis 4 Mikrofone und den Pickup der Westerngitarre haben. Ohne Mischpult läuft so etwas wahrscheinlich auf jede Menge Umstöpseln hinaus.
  • Mit einem Mischpult ist es wahrscheinlich leichter, bestimmte Voreinstellungen für die einzelnen Geräte und Mikros zu verwalten (Lautstärke, Equalizer/Ton, Panning). Vielleicht ist das aber softwareseitig ohnehin einfacher.

Frage: Gibt es Audio-Interfaces mit so vielen Eingängen, und würde die softwareseitige Steuerung ein Mischpult ersetzen können?
Es gibt zwar Audio-Interfaces mit so vielen Eingängen, aber die sind dann gleich um ein Vielfaches teurer. Das liegt daran, dass die Audio-Interfaces alle Signale einzeln an den Rechner liefern, d.h. wenn du ein zweikanaliges Interface hast gehen zwei Kanäle an den Rechner, bei einem zehnkanaligen eben zehn. Letzteres brauchst du aber nicht, weil du ja die verschiedenen Instrumente der Reihe nach einspielst. Würdest du eine Band live einspielen wollen (also so, dass alle gleichzeitig spielen, du aber trotzdem nachher noch die einzelnen Instrumente unabhängig voneinander nachbearbeiten kannst), dann bräuchtest du ein solches Interface mit vielen Kanälen. Für dich würde aber ein zweikanaliges Interface reichen, wenn du ein normales Mischpult davorschaltest (außer eben, wenn du Instrumente hast, die mit mehr als 2 Mikros abgenommen werden sollen). Damit kommst du garantiert auch günstiger weg.
Was den Umstöpselaufwand angeht hast du natürlich Recht, der fällt mit einem Mischpult weg. Für besondere Einstellungen, die über das Einpegeln der Verstärkung hinausgeht würde ich das Pult aber nicht nutzen, denn damit nimmst du dir die Möglichkeit, diese Einstellungen später zu ändern. Benutzt du z.B. den internen EQ usw. deiner Software, kannst du auch nachdem die Aufnahme fertig ist noch nach Belieben was ändern.

Da sind wir einer Meinung. :) Ein bisschen Bedenken hätte ich allerdings, wenn sowohl Masterkeyboard als auch Controller in die USB-Ports des Computers reingehen, weil sie dann um USB-Ressourcen konkurrieren, aber vielleicht ist diese Sorge unbegründet.
Ist grundsätzlich aber schon richtig. Deshalb ja auch meine Empfehlung, das Masterkeyboard lieber über Midi an das Interface anzuschließen (die haben ja meist Midi-Eingänge), sodass über einen USB-Port sowohl das Interface als auch das Masterkeyboard in den Rechner geht. Wobei es mit zwei belegten USB-Ports wohl auch noch problemlos funktionieren würde. Was du vielleicht nicht machen solltest ist, gleichzeitig deinen USB-Drucker, -Scanner, fünf USB-Sticks und deine Digitalkamera anzuschließen, während du aufnimmst ;)

So, und nun noch mal zum Thema Expander: Vielleicht suche ich an den falschen Stellen, aber fast alle Hardware, die ich finde, ist entweder für Drummer oder emuliert analoge Synthesizer der 1970er Jahre. Zu den wenigen Ausnahmen gehört dieses Gerät: Ketron SD 2 Orchestral Wizard (http://www.musicstore.de/is-bin/INT...uctUUID=0&CatalogCategoryID=&JumpTo=OfferList), das, wie der Name schon andeutet, überwiegend Orchesterinstrumente bietet. Hat jemand mit diesem Expander Erfahrung (mich interessieren natürlich in erster Linie die Klavier-Klänge) oder kann einen anderen empfehlen?
Expander für Drummer? Was meinst du denn damit? :eek:
Aber ansonsten gibt es im Moment leider recht wenige Expander. Die meisten sind die Rack-Versionen der großen Workstations, z.B.
http://www.musik-service.de/roland-fantom-xr-prx395740113de.aspx oder
http://www.musik-service.de/yamaha-motif-rack-xs-prx395763886de.aspx

Die sind für dich aber nicht nur viel zu teuer, sondern auch total oversized. Da es dir ja vor allem ums Klavier geht, würde ich mal den Blick auf den GEM RP-X empfehlen, wobei leider kaum ein Händler noch GEM führt - auch der Boardbetreiber nicht, weshalb ich zur Konkurrenz linken muss: http://www.musicstore.de/de_DE/EUR/GEM-RP-X-Piano-Expander-der-Promega-Serie/art-KEY0002087-000
Ich denke mal, das ist von der Preisklasse eher das, wo du hinwillst ;)
 
Kann ich mit einem DP (z.B. Kawai ES6) auch einen Expander steuern oder geht das nur mit reinen Masterkeyboards? Oder ist eine Softwarelösung mit VSTi besser (evtl. Homerecording)? (Nur mal so in die Zukunft blick :D). Möchte halt so wie HaraldS spielen können ohne vorher den Rechner anzuschalten.
 
Kann ich mit einem DP (z.B. Kawai ES6) auch einen Expander steuern oder geht das nur mit reinen Masterkeyboards? Oder ist eine Softwarelösung mit VSTi besser (evtl. Homerecording)? (Nur mal so in die Zukunft blick :D). Möchte halt so wie HaraldS spielen können ohne vorher den Rechner anzuschalten.
Sorry wenn ich ungehalten klinge, aber hast du diesen Thread überhaupt gelesen? Da wird doch eigentlich alles beantwortet, oder etwa nicht?!
 
Klar hab ich den Thread gelesen, aber eine konkrete Antwort auf meine Frage hab ich nicht gefunden daher auch die Frage.

Hab ich das so richtig verstanden?
Masterkeyboard/Expander ja
Digitalpiano/VSTi ja
Digitalpiano/Expander nein oder geht das mit DP mit Midi-Anschlüssen, aber nicht wenn nur ein USB-to host-Anschluss vorhanden ist?
 
Hab ich das so richtig verstanden?
Masterkeyboard/Expander ja
Digitalpiano/VSTi ja
Digitalpiano/Expander nein oder geht das mit DP mit Midi-Anschlüssen, aber nicht wenn nur ein USB-to host-Anschluss vorhanden ist?
So passt es ;)
Prinzipiell geht es natürlich auch, wenn nur Midi über USB zur Verfügung steht, aber dann braucht man eben einen laufenden Computer für die Verbindung...
 
Da die Frage Stagepiano oder Masterkeyboard nun mehrfach aufgeworfen wird, hier noch einmal der Versuch einer Zusammenfassung.

Das Masterkeyboard ist dann die eine gute Wahl, wenn

a) das Budget sehr knapp ist und man erst mal mit kostenlosen VSTi Instrumenten auskommt
b) wenn man als Musiker sowieso nur VSTi Instrumente vom Rechner nutzen möchte
c) wenn man konkret einen bestimmten Expander einsetzen möchte

Das Stagepiano ist in den anderen Fällen die Wahl

a) Weil man es nutzen kann ohne den Rechner zu starten
b) Weil man sich bei Auftritten ggf. auf ein Gerät beschränken kann
c) Weil das Angebot breiter ist, als das für Expander
d) Weil man das Stagepiano zusätzlich über den Midi-Ausgang voll als Masterkeyboard nutzen kann, inkulsive Anschluß eines Expanders


Thema Lautsprecher:

Das typische Stagepiano hat keine eingebauten Lautsprecher. Diese würden das Transportgewicht und Volumen vergrößern. Sie machen im Bühnenkontext weniger Sinn. Aber es gibt durchaus Stagpianos mit eingebauten Lautsprechern, die dann wie Homepianos genutzt werden können.

Eingebaute Lautsprecher ereichen nicht die Klangqualität von guten externen Boxen. Es gibt aber Musiker, die dennoch auf eingebaute Lautsprecher Wert legen, um das Feeling zu bekommen, daß der Klang direkt "aus den Tasten" kommt.

Dieser lokal engere Zusammenhang von Eingabe und Ausgabe (Feedback) mag vielleicht auch den Lernerfolg des Anfängers erhöhen. Andererseits ist auch ein guter Klang für die Lernmotivation äußerst wichtig.

Anhänger von Kopfhörern (Stax, AKG K 701, etc.) sind dagegen überzeugt, mit gleichem finanziellen Aufwand einen vielfach besseren Klang als mit Boxen zu erreichen, wobei die räumliche Wahrnehmung naturgemäß eine andere ist.
 
Hallo Marel! Danke für die gute Zusammenfassung, und Frohes Neues Jahr! Ein paar Anmerkungen weiter unten ...

Da die Frage Stagepiano oder Masterkeyboard nun mehrfach aufgeworfen wird, hier noch einmal der Versuch einer Zusammenfassung.

Das Masterkeyboard ist dann die eine gute Wahl, wenn

a) das Budget sehr knapp ist und man erst mal mit kostenlosen VSTi Instrumenten auskommt
b) wenn man als Musiker sowieso nur VSTi Instrumente vom Rechner nutzen möchte
c) wenn man konkret einen bestimmten Expander einsetzen möchte

Masterkeyboards bieten, soweit ich das beurteilen kann, meist ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Stage Pianos, zumindest was die Tastatur betrifft. Für unter 400 € erhält man bei manchen Masterkeyboards schon eine spitzenmäßige Tastatur, die es bei Stage Pianos erst im Bereich von 1000 € und mehr gibt.

Ein weiteres Argument für Masterkeyboards ist, dass man das einzige echte Verschleißteil separat erwirbt. Wenn dieses das Zeitliche segnet (oder, realistischer, wenn die Tasten schlechter werden, z.B. anfangen zu klappern oder zu klemmen), kauft man eben für weniger als 400 € ein neues Gerät. Bei einem Stage Piano für, sagen wir, 2000 €, wird man sich mit einer solchen Entscheidung wesentlich schwerer tun.

Ich denke, dass meine Argumente für ein Masterkeyboard letztlich schwerer wiegen als die von Dir genannten, denn, wie Du ganz richtig sagst, lässt sich ja auch ein Stage Piano problemlos als Masterkeyboard einsetzen.

Thema Lautsprecher:

Das typische Stagepiano hat keine eingebauten Lautsprecher. Diese würden das Transportgewicht und Volumen vergrößern. Sie machen im Bühnenkontext weniger Sinn. Aber es gibt durchaus Stagepianos mit eingebauten Lautsprechern, die dann wie Homepianos genutzt werden können.

Eingebaute Lautsprecher ereichen nicht die Klangqualität von guten externen Boxen. Es gibt aber Musiker, die dennoch auf eingebaute Lautsprecher Wert legen, um das Feeling zu bekommen, daß der Klang direkt "aus den Tasten" kommt.

Dieser lokal engere Zusammenhang von Eingabe und Ausgabe (Feedback) mag vielleicht auch den Lernerfolg des Anfängers erhöhen. Andererseits ist auch ein guter Klang für die Lernmotivation äußerst wichtig.

Dieses Argument vermag mich nicht zu überzeugen. Man kann den Raumklang eines echten Klaviers nicht mit vertretbaren Mitteln elektronisch emulieren. Wenn ich an einem echten Klavier sitze, kommt der Schall von vorn rechts, vorn Mitte, vorn links, vorn oben, vorn unten. Der Raumhall von so etwas ist ebenfalls ganz anders als der von Stereo-Lautsprechern. Sicher lässt sich das alles elektronisch nachbilden, aber das würde extrem teuer.

Last not least heißen Stage Pianos "Bühnenklaviere", weil sie auf Konzerten und Tourneen gegenüber echten Klaviere massive Transport- und Aufstellungsvorteile haben, nicht weil sie besser oder gar echter klingen als richtige Klaviere. Ich habe noch nie ein Pop-Konzert gehört, auf dem das Klavier wie ein Klavier klang, eben so, wie man das z.B. in der Berliner Philharmonie hören kann.

Wer klaviermäßig statt real digital wählt und nicht gerade Krösus heißt, wird immer mit einem "unechten" Klang und Feeling vorlieb nehmen müssen. Ich persönlich würde in punkto "unecht" Kopfhörer oder nahe am Keyboard stehende Abhörboxen allen anderen Lösungen vorziehen, aber das ist letztlich Geschmackssache. Um mir in Erinnerung zu rufen, wie ein echtes Klavier klingt, habe ich ein echtes Klavier herumstehen. :)

Anhänger von Kopfhörern (Stax, AKG K 701, etc.) sind dagegen überzeugt, mit gleichem finanziellen Aufwand einen vielfach besseren Klang als mit Boxen zu erreichen, wobei die räumliche Wahrnehmung naturgemäß eine andere ist.

Siehe oben. Das wichtigste hier ist meines Erachtens, dass Kopfhörer in einer anderen Preisklasse zu finden sind als Lautsprecher. Das zweitwichtigste ist, dass man bei Kopfhörern keinerlei Probleme mit Aufstellung, Ausrichtung und Raumhall hat. :) Für deutlich unter 100 € kann ich mir geeignete Kopfhörer auf den Kopf setzen und losklimpern. Bei Lautsprechern werde ich mehr Geld los und muss dann erst mal prüfen, wo sie am besten stehen sollen. Trotzdem würde ich im Zweifel diesen Mehraufwand eingebauten Lautsprechern vorziehen, denn diese sind - wenn man Testberichte liest - selbst bei relativ hochwertigen Stage Pianos oft in der Plastik-Schepper-Klasse angesiedelt.
 
Masterkeyboards bieten, soweit ich das beurteilen kann, meist ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Stage Pianos, zumindest was die Tastatur betrifft. Für unter 400 € erhält man bei manchen Masterkeyboards schon eine spitzenmäßige Tastatur, die es bei Stage Pianos erst im Bereich von 1000 € und mehr gibt.
Naja, ein etwas schwaches Argument. Klar, du gibst 400 statt 1000€ aus, aber dafür hast du eben auch keine Klangerzeugung. Aber selbst, wenn du dir die auch noch dazukaufst (wodurch du schon wieder in die Nähe der 1000€-Marke kommst) hast du noch einige Nachteile, sodass Preis/Leistung also bei Masterkeyboard/Expander nicht unbedingt besser ist. Und vor allem nicht grundsätzlich!

Ein weiteres Argument für Masterkeyboards ist, dass man das einzige echte Verschleißteil separat erwirbt. Wenn dieses das Zeitliche segnet (oder, realistischer, wenn die Tasten schlechter werden, z.B. anfangen zu klappern oder zu klemmen), kauft man eben für weniger als 400 € ein neues Gerät. Bei einem Stage Piano für, sagen wir, 2000 €, wird man sich mit einer solchen Entscheidung wesentlich schwerer tun.
Auch wenn die Tastatur natürlich ein Verschleißteil ist, möchte ich auch hier nicht zustimmen. Hochwertige Stagepianos halten auch locker über 10 Jahre, ohne dass da irgendwas passiert. Derartig hochwertige Masterkeyboards zu finden, wird schon schwieriger.
Und wenn ein 2000€-Stagepiano wirklich irgendwann mal kaputt gehen sollte, hat es im Normalfall dann schon so lange gelebt, dass es ohnehin völlig veraltet ist.

Ich halte es aber grundsätzlich auch für falsch, zu behaupten eine Lösung wäre besser als die andere. Wie alle Dinge haben beide Lösungen Vor- und Nachteile und man muss abwägen, welche Lösung möglichst viele Vor-, aber möglichst wenige Nachteile bei den Features hat, die man benötigt. Insofern kann ich zu diesem Versuch, ein allgemeingültiges Fazit zu ziehen, nur sagen: Leider ist es nicht ganz so einfach.

Den Rest bezüglich Klavier vs. DP und Kopfhörer kann ich aber nur unterschreiben!
 
Masterkeyboards bieten, soweit ich das beurteilen kann, meist ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Stage Pianos, zumindest was die Tastatur betrifft. Für unter 400 € erhält man bei manchen Masterkeyboards schon eine spitzenmäßige Tastatur, die es bei Stage Pianos erst im Bereich von 1000 € und mehr gibt.

Ein weiteres Argument für Masterkeyboards ist, dass man das einzige echte Verschleißteil separat erwirbt. Wenn dieses das Zeitliche segnet (oder, realistischer, wenn die Tasten schlechter werden, z.B. anfangen zu klappern oder zu klemmen), kauft man eben für weniger als 400 € ein neues Gerät. Bei einem Stage Piano für, sagen wir, 2000 €, wird man sich mit einer solchen Entscheidung wesentlich schwerer tun.

Das Argument der Modularität! Aus diesem Grunde würde ich wahrscheinlich beim selben Masterkeyboard landen wie Du, auch wenn ich es anders kombinieren würde.

Daß das Preis-Leistungsverhältnis beim Stagepiano soviel schlechter ist, glaube ich weniger, sonst wäre es nicht so verbreitet. Da sind schließlich einige hochwertige Instrumente drin. Hochwertige Instrumente kosten als Software schnell mehrere Hundert Euro. Um das Preis-Leistungsverhältnis zu beurteilen müßte man also die Qalität und Zahl Instrumente beurteilen. Vielleicht würden sie sich dann sogar als echtes Schnäppchen erweisen.

Aber man kauft da ein vorgegebenes Bündel, das man sicherlich nur zum geringeren Teil nutzt und dann ist die Klangqualität doch immer wieder sehr schnell von gestern, weil sich die Technik rasant entwickelt. Im Rechner kann man sich dagegen auf die Instrumente beschränken, die man tatsächlich will. Wieder das Argument der Modularität.

Ein gutes Stagepiano hat natürlich ein bedienungsfreundliches Nutzerinterface, genau abgestimmt auf das enthaltene Set der Instrumente. Das hat man bei einer Stage-Piano Lösung nicht so optimal.


Sicher lässt sich das alles elektronisch nachbilden, aber das würde extrem teuer.
Das wird noch ein paar Jahrhunderte dauern.

Ich habe noch nie ein Pop-Konzert gehört, auf dem das Klavier wie ein Klavier klang, eben so, wie man das z.B. in der Berliner Philharmonie hören kann.

Aber auch das aus der Berliner Philharmonie klingt auf CD nur nach CD. Wenn Du sowieso CDs produzieren willst und nicht live spielen, hört man den Unterschied am Ende weniger. Der Digitale Sound wird schließlich nur in kleineren Samples zusammengestücklt. Selbst Filmmusik wird auf digitalen Pianos eingespielt, denn sie wird auch nur digital wiedergegeben.

Für deutlich unter 100 € kann ich mir geeignete Kopfhörer auf den Kopf setzen und losklimpern.

Gerade da, würde ich etwas mehr ausgeben. In keinem anderen Bereich des Setups bekomme ich soviel Klangverbesserung für so wenig Geld. Den AKG K701 bekommt man inzwischen ab 200 €.

Ein äußerlich zwar etwas verranztes Stax-Set aus den 80ern konnte ich gebraucht für 100 € bekommen. Die Nachfolger liegen heute neu bei mehreren Tausend €. Soviel zur anderen Preisklasse der Kopfhörer. ;-)
 
Ich halte es aber grundsätzlich auch für falsch, zu behaupten eine Lösung wäre besser als die andere. Wie alle Dinge haben beide Lösungen Vor- und Nachteile und man muss abwägen, welche Lösung möglichst viele Vor-, aber möglichst wenige Nachteile bei den Features hat, die man benötigt. Insofern kann ich zu diesem Versuch, ein allgemeingültiges Fazit zu ziehen, nur sagen: Leider ist es nicht ganz so einfach.

Gut, recht hast Du, und so grundsätzlich meinte ich es auch nicht, sondern eher als Ergänzung zu Marels Liste. Das Fazit ist wahrscheinlich, dass es bei der Wahl zwischen Masterkeyboard und Stage Piano kein Fazit gibt. :)

Das Argument der Modularität! Aus diesem Grunde würde ich wahrscheinlich beim selben Masterkeyboard landen wie Du, auch wenn ich es anders kombinieren würde.

Daß das Preis-Leistungsverhältnis beim Stagepiano soviel schlechter ist, glaube ich weniger, sonst wäre es nicht so verbreitet. Da sind schließlich einige hochwertige Instrumente drin. Hochwertige Instrumente kosten als Software schnell mehrere Hundert Euro. Um das Preis-Leistungsverhältnis zu beurteilen müßte man also die Qalität und Zahl Instrumente beurteilen. Vielleicht würden sie sich dann sogar als echtes Schnäppchen erweisen.

Aber man kauft da ein vorgegebenes Bündel, das man sicherlich nur zum geringeren Teil nutzt und dann ist die Klangqualität doch immer wieder sehr schnell von gestern, weil sich die Technik rasant entwickelt. Im Rechner kann man sich dagegen auf die Instrumente beschränken, die man tatsächlich will. Wieder das Argument der Modularität.

Ich habe in der Zwischenzeit in anderen Foren und über Emails mit Thomann weiter recherchiert. Im Homerecording-Forum (siehe meine Frage unter http://recording.de/Community/Forum...-_Hardware_allgemein/132280/Post_1326677.html) habe ich nach einem leisen Computer "von der Stange" gefragt und ein paar interessante Hinweise erhalten: Einen leisen Rechner mit geeigneter Soundkarte und Cubase LE bekomme ich wohl für unter 1000 €. An diesen könnte ich ein (im selben Thread empfohlenes) Audio-Interface für 150 € (EMU 0404 USB) anschließen, was unter anderem auch Kopfhörerverstärker und Line-Out (für Monitor-Boxen) bietet. Ich hätte damit für wenig mehr als 1000 € die Möglichkeit, Piano "aus dem Computer" abzuspielen. (Boxen und/oder Kopfhörer ziehe ich bei dieser Kalkulation nicht in Betracht, weil ich sie ohnehin kaufen werde.)

Nun sagte ich ja anfangs, dass ich eine Lösung suche, bei der ich fürs Klavierspielen nicht zwingend den Computer anschalten muss. Aber wenn er leise genug ist, warum eigentlich nicht den Computer verwenden? Mit Suspend to Disk verbraucht er nicht dauerhaft Strom und ist trotzdem in einer Minute wieder da. Und "virtuell" sollte ich keinerlei Probleme haben, kostengünstige und gut klingende Klaviere zu finden.

Also werde ich mit einem Masterkeyboard für ca. 400 € anfangen. Weil ich alle anderen Komponenten ohnehin brauche, ist das schlimmste, was passieren kann, dass ich recht bald feststelle, dass mich die Masterkeyboard-Computer-Lösung zum reinen Klavierspielen nicht zufrieden stellt, weil der Computer zu laut ist, die Latenzen zu schlimm oder was auch immer. Dann kann ich immer noch überlegen, ob mir zum Klavierspielen mein altes klappriges Piano reicht oder ob ich doch noch ein Stage Piano oder Digitalpiano anschaffen will. Das Masterkeyboard kann ich dann entweder als Zweit- bzw. Drittkeyboard behalten oder ohne großen Verlust weiter verkaufen.

Ich hoffe, meine Zeilen (und überhaupt der ganze Thread) helfen anderen bei der Entscheidung in ähnlichen Situationen weiter. Ich habe ein Lesezeichen auf diesen Thread gesetzt und hoffe, dass ich in ein paar Monaten daran denke, ein Update mit meinen Erfahrungen anzuhängen.

Zum Thema Kopfhörer:

Gerade da, würde ich etwas mehr ausgeben. In keinem anderen Bereich des Setups bekomme ich soviel Klangverbesserung für so wenig Geld. Den AKG K701 bekommt man inzwischen ab 200 €.

Guter Punkt, und danke für den Hinweis auf das AKG! Das K701 ist allerdings ein offenes Modell. Ich frage mich daher, ob es insbesondere zur Aufnahme von Gesang geeignet ist. Gesang werde ich wahrscheinlich mit einem Shure SM58 aufnehmen, schon weil das bereits vor 30 Jahren mein guter Freund war und heute inflationsbereinigt nur 10% des damaligen Preises kostet. Beim SM58 muss man mit den Lippen schon recht nah ran, so dass ich mir vorstellen könnte, dass selbst offene Kopfhörer bei "Heimstudio-Lautstärke" kein Problem darstellen. Vielleicht ist das aber eine komplette Fehleinschätzung - hat jemand diesbezügliche Erfahrungen?
 
Einen leisen Rechner mit geeigneter Soundkarte und Cubase LE bekomme ich wohl für unter 1000 €. An diesen könnte ich ein (im selben Thread empfohlenes) Audio-Interface für 150 € (EMU 0404 USB) anschließen, was unter anderem auch Kopfhörerverstärker und Line-Out (für Monitor-Boxen) bietet. Ich hätte damit für wenig mehr als 1000 € die Möglichkeit, Piano "aus dem Computer" abzuspielen. (Boxen und/oder Kopfhörer ziehe ich bei dieser Kalkulation nicht in Betracht, weil ich sie ohnehin kaufen werde.)

Bei dem Audio Interface (EMU 0404 USB) handelt es sich nach meinen Verständnis um eine Soundkarte. Damit spielt die eingebaute Soundkarte im Rechner keine Rolle, jeder halbwegs moderne Rechner ist geeignet.

Ich habe für ein recht leistungsfähiges Durchschnitts-Notebook 400 Euro bezahlt, weil es nicht von der neusten, sondern nur von der zweitneuesten Generation war. Das läuft dermaßen im Leerlauf, daß der Lüfter nie anspringt und wenn mal, dann auch dann ist er sehr leise. Auf alle Fälle sollte ausreichend Arbeitsspeicher drin sein, daran muß man heute nicht mehr sparen. Festplattenzugriffe und Verzögerungen wegen mangelndem Arbeitsspeicher sind ärgerlich. Ich habe meinen gleich beim Kauf von 1 auf 2 GB verdoppeln lassen. Gab´s gratis dazu. Es sollte eben nur kein Netbook sein, weil die in der Leistung zu stark eingeschränkt sind.

Ob sich offene oder geschlossene Kopfhörer besser mit Gesangsaufnahmen kombinieren, das weiß ich nicht. Ich denke die geschlossenen schirmen vollständiger gegen Umgebungsgeräsche ab. Dann hört man den eigenen Gesang aber vielleicht auch weniger natürlich. Eine andere Frage wäre wohl, ob offene Kopfhörer eigentlich Rückkoppelungen erzeugen. Aber wenn man die sogar bei Monitorboxen verhindern kann, glaube ich das kaum. Die billigen Headsets mit Mikro sind schließlich auf offenen Kopfhörer.
 
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